Haldol

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Jims
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Haldol

Beitragvon Jims » Mi 30. Jul 2014, 01:48

Hallo,

Meine Freundin wurde vor einigen Tagen in die geschlossene Phychiatrie eingewiesen wegen Selbstmordgefahr Grund einer Phychose .
Die Ärzte haben dann so lange auf sie eingeredet Halldol zu nehmen weil sie sonst nicht nach Hause darf, bis sie es dann leider genommen hat. Wenn ich sie jetzt besuche ist sie nur noch müde und alle 3-5 Stunden wird sie mit einem neuen Becher Halldol voll gepummt, wie ich am Rande mitbekommen habe. Sie ist total durcheinander geworden und weis garnicht mehr wie oft sie es jenen Tag schon genommen hat. Jetzt sind die ursprünglichen Hallosinationen zwar vorläufig weg wovor sie Angst hatte. Aber dafür sieht sie Melonen auf dem Tisch obwohl dort keine sind. In der Station laufen Männer und Frauen unter Haldol rum die Ihre Zimmer nicht abschließen können, aber ich darf nicht da bleiben weil Besuchzeit nur bis 19 Uhr ist. Ich habe Angst das sie jetzt abhängig wird oder nicht mehr wie früher sein wird oder ihr etwas dort mit Halldol Patienten passiert. Ich kann nichts tun muss draussen bleiben. Sicherheitsdienst hat gemeint wenn ich nicht nach Besuchszeit gehe muss er mir Hausverbot erteilen und dann dürfte ich gar nicht mehr kommen. Gibt es Verfügungen die man sich beim Gericht holen kann um Übernacht bei ihr zu bleiben oder ähnliches?

ich habe Angst um sie. Vielleicht wisst Ihr einen Rat.

MFG Jims

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Laura
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Re: Haldol

Beitragvon Laura » Mi 30. Jul 2014, 09:58

Hallo Jims!

Angenehm ist es auf einer geschlossenen akutpsychiatrischen Station nicht gerade, aber andererseits ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, dass Deiner Freundin dort etwas zustoßen könnte, wovor Du sie schützen müsstest. Ich habe auch mal wegen einer suizidalen Psychose auf einer ziemlich ätzenden Station das ziemlich ätzende Haldol bekommen, aber das war nur vorübergehend und bis die Psychose wieder abgeklungen war. Viele, die mal Haldol bekommen haben, finden Haldol ätzend, aber immerhin wirkt es schnell. Spätestens zur Entlassung wird so ein Hammerzeugs normalerweise ausgeschlichen und durch ein softeres Neuroleptikum ersetzt.

Wenn Du Deine Freundin nur zu den Besuchszeiten besuchst, ist das völlig okay. Den Rest der Zeit kann sie verwenden, um sich wieder zu sammeln. Besuch auf einer Akutstation kann in den ersten Tagen durchaus auch etwas stressig für den Betroffenen sein; da ist es gut, wenn der Besuch am selben Tag wieder geht.

LG

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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fluuu
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Re: Haldol

Beitragvon fluuu » Mi 30. Jul 2014, 10:48

Wenn Deine Freundin wegen Selbstmordversuch und Psychose eingewiesen wurde hat das Ganze eine Vorgeschichte,
da hättest Du berechtigter Weise Angst um sie haben sollen damit es nicht so eskaliert.
Jetzt in der Akutstation hat sie überlebt und das Schlimmste hinter sich, sie wird behandelt, die Psychose wird abklingen,
sie kann Therapie machen um ihre innere seelische Störung zu behandeln und Du als Partner bleibst dabei,
von den Besuchszeiten ausgenommen, draußen, das hat auch gute Gründe denn Eure Beziehung konnte sie vor der
Psychose nicht bewahren, dass müssen jetzt die Mediziner in der Klinik übernehmen ohne Angehörige.
Meinst Du, Du kannst die schwere psychische Störung mit Klage vor Gericht aus den Welt schaffen?
Ich möchte nicht Deine Freundin sein, wäre mir nicht sicher ob ich in der Beziehung meine psychische Störung
jemals los werden würde wenn Du so einen Umgang mit Psychose an den Tag legst.
Lass Deine Freundin in der Obhut der Klinik mit Haldol, da ist sie sicherer als vor dem Suizidversuch zuhause
und kümmere Dich um Deine eigene seelische Verfassung. Wenn Deine Freundin entlassen wird braucht sie
einen psychisch stabilen Partner im Alltag sonst geht alles wieder von vorne los.
Wenn sie Haloperidol bekommt muss es psychisch sehr schlecht um sie stehen denn dieses Neuroleptika
wird heute nur noch bei sehr hartnäckigen Psychosen und starken schizophrenen Schüben eingesetzt.
Lass die Finger von Ihr so lange sie in der Klinik in Behandlung ist, die Androhung des Hausverbotes ist nicht
unbegründet, Angehörige können in so einer Situation eher verschlimmern als helfen.
gruß fluuu

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