Lampenfieber

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fluuu
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Lampenfieber

Beitragvon fluuu » Mi 22. Feb 2012, 12:11

Lampenfieber die archaische Furcht von der Gruppe negativ bewertet und ausgestoßen zu werden.

Habe um in der Stadt eine Institution zu gründen die sich mit Vorträgen und Seminaren
über psychologische Themen (NLP) beschäftigt in der Zeitung inseriert und Fachleute gesucht.
Es haben sich einige gemeldet, habe einen Raum organisiert und einen Treff an einem Montag
Abend anberaumt, ein Tag an dem nach dem WE oft nicht viel los ist.
Der Sonntag davor war auf Grund mehrerer Gespräche gefüllt, es gab schwierige
Telefonate mit Klienten bis spät in den Abend.
Am Montag morgen erwischte mich das Lampenfieber in voller Härte, schwere Kopfschmerzen,
kein Appetit, Übelkeit, allgemeines starkes Unwohlsein und dann kam noch das sprichwörtliche
Schlottern am ganzen Körper dazu. Ergab mich meinem Schicksal und guckte mir
zu wie ich voller Übelkeit zitterte und schlotterte aber nichts dagegen machen konnte.
Mein Gedanke war, muss allen für den Abend absagen und mich krank melden
denn ich hatte als einladender Gastgeber die Gruppe zu leiten, die Experten mit den
Inhalten vertraut zu machen und vor allem zu Moderieren.
Besann mich dann, versuchte das Zittern durch Bewegung zu unterbinden und ging Laufen,
es funktionierte, der Körper gehorchte wieder und die Schmerzen wurden weniger.
Mit Zuversicht und Hoffnung machte ich mich an die Arbeit den Auftritt am Abend vorzubereiten,
der Zustand besserte sich, das Schlimmste war überstanden und das Lampenfieber überlebt.
Der von mir organisiert Gruppenabend verlief gut und harmonisch, es gab erste positive
Rückmeldungen, wie es weiter geht ist noch offen, zwei Wochen zum Nachspüren laufen noch.

Soweit ein kleiner Erlebnisbericht über Lampenfieber, die Angst vor einem Auftritt.
Die wichtigste Erfahrung, keinen Rückzieher machen sondern die selbst vorgenommene und
lange geprobte Situation bewältigen.
Hat jemand ähnliches erlebt?
gruß fluuu

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fluuu
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Re: Lampenfieber

Beitragvon fluuu » Fr 9. Mär 2012, 12:58

fluuu hat geschrieben: Hat jemand ähnliches erlebt?
Niemand hat eine Angstsituation erlebt die er schildern könnte?
Oder ist die Angst vor dem Aufschreiben der erlebten Angst die größte?
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Remedias
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Remedias » Fr 9. Mär 2012, 18:24

Hallo, Fluuu,

sehe den thread erst jetzt ....


ich hatte schon immer Lampenfieber und mir vor jeder Prüfung vor Angst in die Hosen......na ja.....
und ich hatte viele Prüfungssituationen in meinem Leben : Schule, Uni, Bewerbungsgespräche, Unterrichtsbesuche durch Rektor und Schulräte......
aber die gute Nachricht ist, man sieht es einem nicht an....
ich habe mich mal auf Video filmen lassen - so was macht man manchmal an der Hochschule.....
also ich selbst meinte , ich sei fahrig, unsicher, nervös und hektisch,
doch von außen wirkte ich nicht so - eher gechillt und kompetent......

sag dir, Lampenfieber ist ein Zeichen dafür, dass sich dein Körper jetzt auf Höchstleistungen einstellt; dass dir das Adrenalin nur so durch die Adern rauscht -
also nix krankhaftes.

Leider hat sich das geändert und zwar durch die Tatsache, dass meine Auffassungsgabe in den letzten Jahren total gelitten hat.
frag mich nicht, warum - Krankheit oder Medikamente
- auf jeden Fall fällt es mir schwer, Neues zu behalten.
Ich sollte einen Vortrag halten über das Thema "Konzentration" - und ich konnte mich nicht drauf konzentrieren -
ironisch, gell?
Ein Tag vorher bin ich richtig zusammengebrochen - und ausnahmsweise freiwillig in die Klinik.

Also ich weiß nicht, ob das alte "Ich" nochmals zurück kommt. Du sagst ja : "Ja!" - aber hattest du auch so intellektuelle Einbußen?

Wie gesagt, früher hat mich Lampenfieber eher zu Höchstleistungen gebracht.

liebe grüße remedias

felix
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Re: Lampenfieber

Beitragvon felix » Di 20. Mär 2012, 09:49

Ich war drei Wochen in Urlaub, daher erst heute Rückmeldung.

Die Situation des Angst vor einem öffentlichen Auftritt kenne ich, man zittert, kann nicht schlafen und ist unruhig. So extreme körperliche Beschwerden hatte ich aber nicht. Irgendwie lief es aber dann doch und die schlimmsten Befürchtungen traten nicht ein.
Die meist Angst besteht wohl darin, das man die Meute von einem etwas abverlangt und man ist nicht in der Lage es abzurufen, der Horror vor dem Schweigen. Es gibt aber immer auch Nebenakteure die den Fortgang in Schwung halten. Auch wird man trainiert, so das das Lampenfieber immer geringer wird.

Mein Fehler war es, das ich versucht habe, mein Lampenfieber durch Lockerheit und Humor zu überspielen. Da fehlte dann als Beamter die nötige Distanz, das Auftreten sorgte für Kritik, was mir beruflich geschadet hat.

phammelrath
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Re: Lampenfieber

Beitragvon phammelrath » Fr 23. Mär 2012, 10:11

Hallo Fluuu,

Dein Beitrag hat mir wieder Mut gemacht, sich der Situation zu stellen.

Du fragst, ob hier jemand ähnliche Erfahrungen gemacht hat.

ich bekomme bei meinen schweren Depressionen immer Angst, wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren muß.

Schwitzige Hände und Füße, Übelkeit, Atemnot, Hyperventilation bis hin zum Umfallen.

Dazu kommt dann noch die Angst, im Krankenhaus aufzuwachen, weil andere Fahrgäste den Krankenwagen rufen.

Das einzige was MIR hilft : mich vorher auf die Fahrt vorzubereiten (Fahrplan und Haltestellen aufzuschreiben, tausend Mal durchzugehen) und einen Zettel in der Hand zu halten, nach dem ich mich richten kann.

Und auch Atemübungen vor Antritt der Fahrten haben mir extrem geholfen.

Ich mußte einmal als Director of Public Relations eine Begrüßungsrede vor 500 Touristen halten. Abgesehen von der Angst vorher kam hinzu, dass ich während der Rede NICHTS wahrgenommen habe. Die Menschen nicht, meine eigene Stimme am Microphon nicht und ich ein lautes Piepsen in den Ohren hatte. Die Übelkeit und das Zittern waren unbeschreiblich.

Danach habe ich nie wieder eine Rede gehalten. Werde ich auch in Zukunft nicht mehr müssen, da ich inzwischen Erwerbsunfähigkeits-Rentnerin bin.

Bin froh, dass ich jetzt wenigstens mit der Bahn fahren kann.

Hoffentlich schaffst Du es beim nächsten Mal besser.

Liebe Grüße
Petra

Novia
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Novia » Mi 29. Jan 2014, 19:48

Hallo fluuu,

also auch Ängste... Jetzt kann ich DIR mal einen Tipp geben: Da ich ab und an Konzerte zu spielen habe, kenne ich das Thema Lampenfieber bestens. (Ist für mich jedoch lang nicht so schlimm wie Gewitter und Feuerwerk ;-)))
Mir hat geholfen:
1. die Freude auf das jeweilige Event. Ich mache das ja, weil es mir Spaß macht, weil ich den Zuschauern und Zuhörern etwas geben will, der Auftritt ist also das Ziel. So versuche ich das einfach zu feiern und zu genießen - und es geht!
2. Bachblüten Notfalltropfen Rescue - vielleicht ist es Einbildung, aber ich fühle mich nach ein paar Tröpfchen ruhiger und gelassener.
3. Authentisch sein und mit dem Publikum in Kontakt kommen. Seit wir unsere Konzerte selbst moderieren und dieser Kontakt da ist, fühle ich mich von diesem mehr angenommen und insgesamt wohler.
4. Routine: Je öfter, desto leichter wird es!

Alles Gute!

Mavros
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Mavros » Fr 31. Jan 2014, 10:13

fluuu hat geschrieben:Lampenfieber die archaische Furcht von der Gruppe negativ bewertet und ausgestoßen zu werden.
Das ist auch kein Ansatz für einen Therapeuten, und ohne Zulassung hätte jeder, der unter einer Bi-Polaren Störung leidet, wie du wo anders im Forum ausführst, gleichzeitig auch archaische Angst vor den juristischen Folgen, die so mancher Klient, wie du ihn nennst, einleiten könnte. Guck doch mal, in wie weit du das Problem der Grauzone auf dem Gebiet der Psychologischen Beratung unterdrückt hast. Ich kann jedem anraten, bei der Suche nach einer therapeutischen Maßnahme auf die Ausbildungskompetenzen der Menschen Acht zu geben, die man aufsucht.

Es wäre auch in dem Fall zu überlegen, dass die Methode der kanalisierten Aggression, wie hier im Forum in manchen Beiträgen vorn dir dokumentiert, völlig kontraproduktiv ist, da sie u. a. den eigenen (Bi-)Prozess unterstützt und intensiviert. Ganz banal ausgedrückt - deine Angst könntest du schlicht anhand eines einfachen Konzepts Wie-man-in-den-Wald-ruft-usw. auflösen und die Energie, die du beim Kampf gegen deine Symptomatik aufwendest, auf eine vernünftigere Ar und Weise im Leben einsetzen. Ansonsten - den unrealistischen (manischen) Täuschungen folgt anhand der Differenz zwischen einer Wunschvorstellung und dem wirklichen Stand der Dinge sinngemäß eine depressive Phase, die wiederum den Wunsch nach der Überwindung in den nächsten Schub der falschen, durch verzerrte Selbstwahrnehmung bedingten Herangehensweisen, bewirkt.

Diese Definition hat eine allgemeine Gültigkeit und ist zugleich der nächste Punkt, an dem du ansetzen kannst - manische Phase drosseln, manchmal hilft dabei schlichte Demut und Erkenntnis, dass man einer falschen Interpretation hinterher hinkt, die i. d. R. unangenehme Folgen hat, nicht zuletzt für dich: psychosomatische Folgen - s. deine Ausführungen über Zitteranfälle und Übelkeit. Versuche in meinem Beitrag keinen Angriff oder Ausgrenzung zu sehen - freundliche Menschen grenzen nicht aus, und die eigene Angst vor Ausgrenzung entsteht (immer) anhand der eigenen Bemühungen um Ausgrenzung anderer, die man anschließend, anhand einer Abwehr durch Projektion, bemüht ist ihnen anzulasten. Das ist also in etwa das Problem der Angst vor der Ausgrenzung. Darin, das zu erkennen (bei sich selbst), liegt das eigentliche Genesungspotenzial.

MFG Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

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Re: Lampenfieber

Beitragvon fluuu » Mo 3. Feb 2014, 14:40

@Mavros, habe Deinen Text nur überflogen weil mich Dein privates Geschwafel nicht interessiert,
in diesem Thread geht es um Lampenfieber, ein Gefühl das jeder Mensch hat und haben muss
der vor eine größere Gruppe tritt um etwas aufzuführen. Ob der Betreffende nun Therapeut,
Kaufmann, Handwerker oder Beamter ist spielt keine Rolle, es geht um das Gefühl vor dem Auftritt.
Sicher, ein Schauspieler, Politiker, Moderator, Komiker oder Redner tut sich leichter denn er
hat es beruflich viel geübt.
So hat Novia völlig Recht mit ihren Tipps und sie lassen sich in gewisser Weise auf psychische
Krisen allgemein anwenden, positive Grundhaltung versuchen, Substanzen von außen anwenden,
Kommunikation zur Vertrauensbildung nutzen und Erfahrung bzw. häufiges Üben können einen
negativen Zustand in der Ausgangslage zu einem positive Gefühl am Ende entwickeln.
Soweit die Theorie, in der Praxis haben Ängste viel mit Aushalten zu tun meiner Ansicht nach,
ist der Zenit überschritten schwächt sie wieder ab.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Mavros » Mo 3. Feb 2014, 21:19

Deine Antwort ist leider wieder herabsetzend - Angriffslust anstatt sich mit dem Text inhaltlich auseinander zu setzen.

In einem öffentlichen Forum wird für die Öffentlichkeit geschrieben, man sollte zumindest versuchen Selbstbezogenheit und Kränkbarkeit zu minimieren wenn man den anderen etwas sinnvolles mitteilen will. Wobei man aber auch sagen kann, dass im Forum für Betroffene oft andere Regeln gelten, und das ist sehr schade.
in diesem Thread geht es um Lampenfieber, ein Gefühl das jeder Mensch hat und haben muss
der vor eine größere Gruppe tritt um etwas aufzuführen.
Das ist nur deine Vorstellung, denn es trifft nicht zu, dass jeder Mensch Angst vor der Ablehnung und im Allgemeinen vor öffentlichen Auftritten hat. Manche freuen sich darauf, eine solche Aufgabe erfüllen zu können, und das kam hier im Verlauf des Threads ebenso zum Ausdruck.

"Wenn man eigene unbewusste Tendenzen den anderen «ansieht», nennt man das eine Projektion."
C.G. Jung

- und die markanteste solche Tendenz ist Angst.
Lampenfieber die archaische Furcht von der Gruppe negativ bewertet und ausgestoßen zu werden.
Was verstehst du unter archaisch? Die Furcht in dem Ausmaß, das du beschreibst, ist nur eine übliche Relation in Foren und Selbsthilfegruppen für Menschen mit sozialen Ängsten, und dabei spielt das eigene, als schwach wahr genommene und daher ein wenig, sorry, aufgeblasene Ego eine dominante Rolle. Ein Mensch, der Vertrauen in seine Kompetenzen und ebenso in sein soziales Umfeld hat, kommt nicht einmal auf die Idee, dass jemand ihm gegenüber schlechte Absichten hegen könnte bzw. ist zuversichtlich, dass ihm seine Frustrationstoleranz ermöglichen wird selbst so eine missliche Lage heil zu überstehen.

Das Problem der meisten Ängstler ist die Überzeugung, dass Angst von irgendwo her kommt, sie befällt, und dass sie nur stark genug sein müssen um sie zu bekämpfen. Dieser Irrtum ist auch ein gängiges Thema in den Angstforen, man übertrifft sich gegenseitig im Heroismus und übersieht dabei, dass man einen unsinnigen Kampf gegen sich selbst und das eigene Denken führt, dadurch den inneren Konflikt steigert, einen Angstkreislauf oder eine Verschiebung der Symptomatik bedingt. Und eine Verdrängung durch Übungen, ohne nach der Grundlage der Angst zu forschen, bringt kein Heil.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon fluuu » Fr 14. Feb 2014, 12:15

Mavros hat geschrieben:Deine Antwort ist leider wieder herabsetzend - Angriffslust anstatt sich mit dem Text inhaltlich auseinander zu setzen.
Tut mir leid, setze mich mit Dir und dem Text nicht auseinander, es ist auch nicht möglich, wir haben nie zusammen gesessen.
Was Du schreibst und die Art und Weise wie Du es tust hier im Forum ist so weit entfernt von dem was ich unter seelischer Gesundheit verstehe,
da ist ein auseinander setzen nicht mehr möglich. Herabsetzen geht, lieber wäre es mir Du würdest Dein eigenes seelisches Empfinden für Dich
hinaufsetzen, denn hättest Du diese profane Arroganz und Eitelkeit nicht nötig als junger unerfahrener Schüler.
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Achtsamkeit » Mi 19. Feb 2014, 13:55

Es geht doch hier ganz einfach um die Frage, wer Lampenfieber kennt.
Dabei geht es doch nicht um eine Bewertung der person.
Ich kann die Aussage, Zitat:
"Die Furcht in dem Ausmaß, das du beschreibst, ist nur eine übliche Relation in Foren und Selbsthilfegruppen für Menschen mit sozialen Ängsten, und dabei spielt das eigene, als schwach wahr genommene und daher ein wenig, sorry, aufgeblasene Ego eine dominante Rolle.
Ein Mensch, der Vertrauen in seine Kompetenzen und ebenso in sein soziales Umfeld hat, kommt nicht einmal auf die Idee, dass jemand ihm gegenüber schlechte Absichten hegen könnte bzw. ist zuversichtlich, dass ihm seine Frustrationstoleranz ermöglichen wird selbst so eine missliche Lage heil zu überstehen."
nicht teilen und empfinde sie als anmaßend.

Da zitiere ich Hermann Hesse:
Gewonnen hat immer der, der lieben, dulden und verzeihen kann, nicht der, der besser weiß und aburteilt.

LG Achtsamkeit
Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen der einem das Gesicht leckt!

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Re: Lampenfieber

Beitragvon Mavros » Mi 19. Feb 2014, 19:34

Hi Achtsamkeit,
Achtsamkeit hat geschrieben:Es geht doch hier ganz einfach um die Frage, wer Lampenfieber kennt.
hast du dich mit diesem Thema auseinander gesetzt? Ich schon. Wenn dir meine Definition anmaßend vorkommt, warum erklärst du nicht warum und versuchst nicht Gegenargumente zu nennen? Dann nämlich wärst du ein ernst zu nehmender Gesprächspartner. "Denken ist schwer, darum urteilen die meisten." - C. G. Jung. Was denkst du darüber, hat dieser Satz womöglich Parallelen zu deinem Hesse-Zitat? Ich denke schon.

"Ändern kann man nur das, was man versteht." Stammt ebenso aus Jungs Feder. Wenn man verstanden hat, dass man selbst ein Schöpfer der eigenen Symptomatik ist, kann man an der Ursache etwas ändern. Ansonsten - wer nicht mag, kann mit seiner Übelkeit weiter leben, warum nicht. Vielleicht wird man dadurch auch im Forum beliebt, ich weiß es nicht, so eine Art Held mit Recht auf respektlosen Umgang. Und wo keine Entwicklung statt findet, kann man sich gemütlich zurück lehnen... und ja, bei Gelegenheit auf andere ballern um zu ventilieren.
Achtsamkeit hat geschrieben:Dabei geht es doch nicht um eine Bewertung der person.

Mavros hat geschrieben:
"Die Furcht in dem Ausmaß, das du beschreibst, ist nur eine übliche Relation in Foren und Selbsthilfegruppen für Menschen mit sozialen Ängsten, und dabei spielt das eigene, als schwach wahr genommene und daher ein wenig, sorry, aufgeblasene Ego eine dominante Rolle."

Worin siehst du in meinem Text die Bewertung einer Person? Welcher Person und welcher Wert, hättest du Lust das aufzuklären? Das interessiert mich wirklich, deine Schlussfolgerung würde ich gerne nachvollziehen können. Wie sollte man deiner Meinung nach Symptomatik und Störgefühle hervorrufende Denkweisen bezeichnen? Sollte man sagen: Och, hat er aber schöne Gedanken, er wird womöglich ein Opfer von irgendetwas sein, dass es ihm schlecht geht? In dem Fall könnte er aber nichts an seinem Zustand ändern. Bekanntlich sehen Menschen mit einem Minderwertigkeitskomplex in selbst neutralen Aussagen Ablehnung und Abwertung. Dabei ist es im Gegenteil der häufig vorkommende Ton in diesem Forum, der den Status der Abwertung erfüllt - Sätze mit negativ konnotierten Begriffen, die mit DU anfangen, nennt man Du-Botschaften, und sie sind i. d. R. eine Art persönlicher Abwertung. Nur musst du dich dann auch fragen: Wo ist der Mensch, den so jemand abwertet, wenn er nur einen Text vor sich hat? Die Antwort ist ganz einfach - in dem Fall wertet der Mensch sein eigenes Spiegelbild auf eine projektive Art ab, und das gehört eben mit zu der besagten Symptomatik der sozialen Angst mitsamt dem Lampenfieber. Diesen Umstand zu erwähnen ist keine Abwertung, sondern eine psychoanalytische Herangehensweise an psychische Störungen im Rahmen der Psychotherapie.

In der Neurosenlehre gilt: Entweder man projiziert das eigene Gespenst auf andere und spricht ihnen böse Absichten zu, zittert und fürchtet sich, oder die andere Variante ist - der Ambivalenz entsprechend - zum Angriff übergehen und Angst in s. g. Überlegenheitswahn wandeln.

Warum denkt man abgewertet werden zu können? Weil man sich wertlos fühlt. Der Fehler ist also ein Ergebnis der eigenen falschen Bewertung und des negativen Selbstbilds. Ich habe nichts anderes geschrieben. Wer Neurose heilen will, muss wissen, wie sie funktioniert. Das Leugnen, Verdrängen und Schön reden bringt gar nichts.

Selbstbewusstsein bedeutet nicht sich den anderen überlegen zu fühlen, sondern das eigene Selbst zu kennen. Dann weiß man auch, dass es kein Überlegen- und kein Unterlegen-Sein, sondern nur ein So-Sein geben kann.
Achtsamkeit hat geschrieben:Ich kann die Aussage, Zitat: nicht teilen und empfinde sie als anmaßend.
Achtsamkeit hat geschrieben:Da zitiere ich Hermann Hesse:
Gewonnen hat immer der, der lieben, dulden und verzeihen kann, nicht der, der besser weiß und aburteilt.
Das ist der s. g. Blinde Fleck, du wertest ab und zitierst in einem Atemzug einen Spruch, mit dem du dir ein Eigentor schießt. Vielleicht weil du eigene Empfindungen für die Realität hältst. Das ist nicht gerade eine sachliche Art.

Meine Aussage war nicht anmaßend, sie ist ein Thema der Neurosenlehre, wie bei Alfred Adler, Karen Horney, Stavros Mentzos u.s.w. Natürlich kann man auch sagen: Alle Psychologen sind doof. Dann muss aber derjenige mit einer solchen infantilen ("Infantil" = Kindlich -> keine Abwertung wie sonst bei anderen Begriffen auch) Herangehensweise an eigene Probleme und mit der Symptomatik, die sich dieser Einstellung anschließt, leben.

Bei Psychose kann man verstehen, bei einem Leiden wie Neurose kaum, weil die Rückmeldung der irrigen Denkweisen immer präsent ist, man beschwert sich immer wieder über die Symptomatik und begreift nicht, dass man selbst der Urheber ist, dass es sich dabei um keine Wirkungsweise von beispielsweise Viren handelt, sondern man sich plakativ am eigenen Denken stört, und dass das auch noch einen inneren Konflikt schürt wenn man sich selbst derart mies behandelt.

Ich habe für mich beschlossen in keinen Neurose-Foren mehr zu schreiben - der Kampf um die "besten Plätze" findet ohne mich statt. Heute habe ich deinetwegen eine Ausnahme gemacht, jedoch auch weil ich nicht viel lerne um das Wissen, zu dem ich wieder durch andere Zugang bekommen habe, nur für mich zu behalten. "Achtsamkeit" ist ein guter Weg, bleib dabei falls du es ernst meinst.

Freundliche Grüße.
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

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Achtsamkeit
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Achtsamkeit » Do 20. Feb 2014, 10:42

Guten Morgen Mavros,

werde mich bemühen auf dein Geschriebenes zu antworten.
Auch werde ich versuchen so weit wie möglich für alle User hier verständliche Formulierungen zu wählen.
Nicht jeder hat hier die Fachkenntnisse und nicht jeder verfügt über einen ausgeprägten elaborierten Code.
Also dann:
Thema Lampenfieber
Meinen Eindruck nach sollte das Thema einen Austausch darüber biten, wer Lampenfieber erfahren hat und wie er damit umgegangen ist.
Die Ursachen für Lampenfieber sind vielschichtig! Auch jemand mit großer Sachkompetenz ist nicht davor gefeit Lampenfieber zu bekommen. Umgekehrt kann eine Person mit magelhafter Sachkompetenz ohne Lampenfieber vor ein Publikum treten.
Dass hier Sebstbewusstsein, Ängste, Ich-Stärke eine Rolle spielen steht natürlich außer Frage.
Mich hat der Begriff "aufgeblasenes Ego" in Zusammenhang mit Menschen die Lampenfieber haben gestört.
Sie haben meiner Meinung nach vielmehr ein schwaches Ego!

Zitat:
" Wenn dir meine Definition anmaßend vorkommt, warum erklärst du nicht warum und versuchst nicht Gegenargumente zu nennen? Dann nämlich wärst du ein ernst zu nehmender Gesprächspartner."

Ich bemühe mich und habe mich bemüht ICH Botschaften(Mitteilung der eigenen Meinung, Empfindlichkeit) zu senden. In deinen Ausführungen lese ich allerdings reichlich Du-Botschaften.(Mitteilung der Wirkung des anderen auf uns, inklusive Wertung und Interpretation des Verhaltens, auch Beschuldigungen.)
Um hier miteinander zu kommunizieren benötigt es eine Kommunikative Kompetnz.(Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Ausdruck der eigenen Absichten, INteressen und Bedürfnisse. Und zum Hören und Verstehen der Mitteilung anderer.

Zitat:
"Ändern kann man nur das, was man versteht." Stammt ebenso aus Jungs Feder. Wenn man verstanden hat, dass man selbst ein Schöpfer der eigenen Symptomatik ist, kann man an der Ursache etwas ändern. Ansonsten - wer nicht mag, kann mit seiner Übelkeit weiter leben, warum nicht. Vielleicht wird man dadurch auch im Forum beliebt, ich weiß es nicht, so eine Art Held mit Recht auf respektlosen Umgang. Und wo keine Entwicklung statt findet, kann man sich gemütlich zurück lehnen... und ja, bei Gelegenheit auf andere ballern um zu ventilieren."

Aus den Ausführungen zu Jungs Zitat lese ich Aggression und Wut. Hier scheinen mir zahlreiche Verlezungen vorzuliegen, die letztendlich auch eine Art Übelkeit sind und nicht verarbeitet wurden. In der Kommunikationlehre wird in diesem Zusammenhang übrigens von Beziehungsblockern, Killerphrasen gesprochen. Damit sind meist sterotype, oft auch diskriminierende Äußerungen, die den Gesprächsverlauf negativ beeinflussen gemeint.
Es ist auch schwer hier auf der reinen Sachebene zu kommunizieren. Schließlich befinden wir uns hier in einem Forum, in dem jeder seine Krankheitsgeschichte hat.
Es erstaunt mich dennoch immer noch welche Wellen diese Anfrage von Fluu wer Lampenfieber ausgelöst hat.

Zitat:
"Warum denkt man abgewertet werden zu können? Weil man sich wertlos fühlt. Der Fehler ist also ein Ergebnis der eigenen falschen Bewertung und des negativen Selbstbilds. Ich habe nichts anderes geschrieben. Wer Neurose heilen will, muss wissen, wie sie funktioniert. Das Leugnen, Verdrängen und Schön reden bringt gar nichts."

Stimme dir hier zu und es wurde auch nichts gegenteiliges gesagt. Wer sagt, dass hier geleugnet, verdrängt oder gar schön geredet wird?

Zitat
"Selbstbewusstsein bedeutet nicht sich den anderen überlegen zu fühlen, sondern das eigene Selbst zu kennen. Dann weiß man auch, dass es kein Überlegen- und kein Unterlegen-Sein, sondern nur ein So-Sein geben kann."

Richtig, aber die reine rationale Erkenntnis schützt bekanntlich nicht vor der Gefühlsebene!
Ich setze voraus, dass dir auch S. Freud bekannt ist und du die drei Ebenen kennst:
Überich
Ich
Es
Und dabei kann das Ich im Verhältnis zu den anderen Ebenen auch übermäßig stark ausgeprägt sein. So dass es beispielsweise hindert die Bedürfnisse, Gefühlslagen anderer Menschen zwahrzunehmen. Was sich auch infehlender
Empathie zeigen kann.
Dem gegenüber stehen Menschen die als hochsensibel sind. Und die oft zu sehr auf die Bedürfnisse der anderen schauen und die eigenen Empfindungen hinten an stellen. Beides ist nicht in der Seelisch-körperlichen Waagschale.

Zitat
"Das ist der s. g. Blinde Fleck, du wertest ab und zitierst in einem Atemzug einen Spruch, mit dem du dir ein Eigentor schießt. Vielleicht weil du eigene Empfindungen für die Realität hältst. Das ist nicht gerade eine sachliche Art."
Lese ich als Abwertung meiner Aussagen und keine sachliche Kommunikationsebene.

"Alle Psychologen sind doof. Dann muss aber derjenige mit einer solchen infantilen ("Infantil" = Kindlich -> keine Abwertung wie sonst bei anderen Begriffen auch) Herangehensweise an eigene Probleme und mit der Symptomatik, die sich dieser Einstellung anschließt, leben"
Was veranlasst dich zu solch einer Schlussfolgerung?

Zitat
"Ich habe für mich beschlossen in keinen Neurose-Foren mehr zu schreiben - der Kampf um die "besten Plätze" findet ohne mich statt. Heute habe ich deinetwegen eine Ausnahme gemacht, jedoch auch weil ich nicht viel lerne um das Wissen, zu dem ich wieder durch andere Zugang bekommen habe, nur für mich zu behalten. "Achtsamkeit" ist ein guter Weg, bleib dabei falls du es ernst meinst."

Jetzt mutmaße ich einfach mal: Meinem Empfinden nach versteckst du dich hinter Fachbegriffen und Definitionen aus entsprechenden Büchern. Dein Fachwissen erkenne ich an, darum geht es mir nicht, aber die Ambivalenz zwischen diesen Fachausführungen und dannn widerum den aggressiven Aussagen, die du selbst formulierst sind für mich nicht stimmig.
Es reicht nicht mit Fachwissen um sich zu "werfen" um es einmal banal auszudrücken. Es ist ebenso wichtig sich auf den Gesprächspartner einzulassen und nicht über seinen Kopf hinweg zu argumentieren. Miteinander kommunizieren und nicht von oben herab erscheint mir wichtig.
Ich wünsche dir jedenfalls auch, dass du den achtsamen Weg findest!

Mit freundl. Gruß Achtsamkeit
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Re: Lampenfieber

Beitragvon Mavros » Fr 21. Feb 2014, 17:46

Hi,
Thema Lampenfieber
Meinen Eindruck nach sollte das Thema einen Austausch darüber biten, wer Lampenfieber erfahren hat und wie er damit umgegangen ist.
Die Ursachen für Lampenfieber sind vielschichtig! Auch jemand mit großer Sachkompetenz ist nicht davor gefeit Lampenfieber zu bekommen. Umgekehrt kann eine Person mit magelhafter Sachkompetenz ohne Lampenfieber vor ein Publikum treten.
Dass hier Sebstbewusstsein, Ängste, Ich-Stärke eine Rolle spielen steht natürlich außer Frage.
Mich hat der Begriff "aufgeblasenes Ego" in Zusammenhang mit Menschen die Lampenfieber haben gestört.
Sie haben meiner Meinung nach vielmehr ein schwaches Ego!
(Ich ziehe es vor über die Sache zu schreiben, die ich als mehr interessant als meine oder deine Gefühle und Launen ansehe.)

Lampenfieber
(hier konkret):

Soziale Angst ist aus diesem Grund als Folgeerscheinung berechtigt - wer angreift, muss Angst vor der Defensive Line haben. Er geht mit der Angst im Hinterkopf in Situationen rein ohne zu wissen, wann der Feind, dessen Bild er im Laufe seines Lebens diversen Menschen angehängt hat um das Ventilieren seiner Aggression zu legitimieren, in der Person einer seiner nächsten Begegnungen in bisher unbekannten Situation zurück schlagen wird. Ferner ergibt sie sich aus der Angst, das soziale Umfeld nicht zu eigenen Zwecken manipulativ beeinflussen zu können, aus dem befürchteten Kontrollverlust.

Als nicht sachkundig sehe ich Äußerungen, die Soziale Angst verharmlosend mit Schüchternheit gleich stellen. Schüchternheit im ursprünglichen Sinne ist ein Versuch, eigene Bedürfnisse hintanzustellen, dem anderen Vortritt geben. Soziale Angst dagegen agiert aus der Bestrebung heraus andere für eigene Bedürfnisse zu vereinnahmen und aus der Furcht davor, dass dieses Vorhaben scheitern könnte. Wenn das Ego schwach ist in dem Sinne, dass es seine wahre Bestimmung nicht erkennt, konstruiert es Außenbereiche, in denen es sich eine Stütze erhofft. In Wirklichkeit sind weder Menschen noch Sachen Objekte, die man in einem solchen Spiel mitwirken lassen kann. Diese Art der Herangehensweise verursacht das Gefühl der sozialen Isolation und der Angst.

Wenn du schreibst: Wir Betroffene. Das stimmt nicht ganz. Jeder Mensch wird von klein auf mit einem ganzen Spektrum von Ängsten konfrontiert. Wenn er sie nicht in den Vordergrund schiebt bedeutet das nicht, dass sie ihm nicht bewusst sind. Die Ängste spielen dann eine dominante Rolle, wenn man tatsächliche Lebensinhalte nicht erkennt oder verachtet.

Minderwertigkeits- und Überlegenheitskomplex sind zwei Seiten einer Medaille, im ähnlichen Verhältnis auch Angst und Wut. In der Wikipedia kann man unter "Minderwertigkeitskomplex" nachlesen, dass soziale Angst, die Angst Fehler zu machen, das Gefühl des Angegriffen-Seins und auch eigene Angriffslust und Arroganz, Ausdrücke der empfundenen eigenen Minderwertigkeit sind. Man kann das ein schwaches Ego nennen, genauso gut aber auch ein überdimensionales Ego, im Sinne einer immensen Ego-Empfindlichkeit und Selbstbezogenheit.

Um hier miteinander zu kommunizieren benötigt es eine Kommunikative Kompetnz.(Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Ausdruck der eigenen Absichten, INteressen und Bedürfnisse. Und zum Hören und Verstehen der Mitteilung anderer.
In deinen Ausführungen lese ich allerdings reichlich Du-Botschaften.(Mitteilung der Wirkung des anderen auf uns, inklusive Wertung und Interpretation des Verhaltens, auch Beschuldigungen.)
Im Grunde willst du mir damit sagen: Schreib nicht wie du empfindest, sondern wie es mir passt. Dieses Vorgehen nennt man Manipulation, bei sozialen Ängsten üblich. Wichtig ist, dass man sich mit diesem Problem auseinander setzt, und zwar nicht von der emotionalen Seite, die ohnehin durch die eigene Symptomatik beeinflusst ist, sondern fachkundig. Man könnte z. B. auch Diagnostik als eine Sammlung von, wie du schreibst, "aggressiven" Urteilen über Denkweisen anderer verstehen. Irgendwo wird es aber einen Unterschied zwischen eigenem Empfinden/Ansicht/Urteil und der allgemein gültigen Gesetzmäßigkeit geben müssen. Empfindungen beim Lesen von Texten im Internet, aber auch in der Interaktion im Realen richten sich nach der eigenen momentanen Verfassung oder der gewohnheitsmäßigen inneren Ausrichtung. Welche Emotionen dabei auch entstehen - sie sind ein Spiegel der eigenen Verfassung und deshalb keine Wahrheit über "den anderen". Was nicht auf der tieferen Ebene stattfindet, ist emotional angefärbt, und diese Emotionen entstehen aus der Dualität heraus - sich des Angenehmen bemächtigen, das Unangenehme abwehren. Im Grunde ist genau das die Grundlage aller Angst.

Ansonsten hat jeder die Freiheit zu sagen: Was in der Neurosenlehre geschrieben wird, finde ich aggressiv und doof, die Frage ist aber, welchen Zweck eine Kommunikation hat, in der Menschen sich über ihre Symptomatik "empathisch" austauschen ohne auf die Ursachen ihrer Leiden einzugehen.
Jetzt mutmaße ich einfach mal: Meinem Empfinden nach versteckst du dich hinter Fachbegriffen und Definitionen aus entsprechenden Büchern.
Den Vorwurf kenne ich bereits, von deiner Forumskollegin. Ich finde diese Sticheleien unmöglich. Dass man inmitten der Symptomatik ein Bedürfnis nach Selbstbestätigung hat ist nachvollziehbar, nur ist das Zwingen der anderen exakt so zu schreiben, wie es einem "gefällt" an und für sich sehr übertrieben, die destruktive Kritik an einer von der eigenen Art abweichenden Kommunikation unangebracht. Wenn die eigene Art zu kommunizieren eine allgemeine Gültigkeit hätte, würden alle an exakt der gleichen Symptomatik leiden wie man selbst. Dass das nicht funktionieren kann, ist doch evident. Du kannst davon ausgehen, dass alles, was du über mich oder einen anderen denkst, zu 100 Prozent auf der Assoziation aus deiner bisherigen Lebenserfahrung beruht, auf der Konformität der wahrgenommenen Ausdrucksweise mit deinen bis dato entstandenen Wunsch- und Feinbildern. In diesen Buchstaben ist nicht ein Stück von "mir", und außerdem schreibe ich tatsächlich über Dinge, die ich wo anders lese und nach meinen Begriffen zusammen füge - also wieder nichts, was direkt "von mir" wäre. Außerdem ist das Erleben der Gefühle nicht davon abhängig, ob man darüber berichtet, in einem anonymen Forum schon mal gar nicht. Wenn ich im Zug Unbekannten gegenüber sitze, fange ich auch nicht damit an, ihnen über meine Gefühlsregungen zu erzählen oder zu behaupten, ich wüsste genau über ihre Charakterzüge Bescheid. Es ist viel Projektion dabei, dies zu tun, und jeder kann für sich selbst entscheiden, in welcher Art er sich kommunikativ mitteilt. Ich würde hier keine Regeln aufstellen wollen wenn sowieso schon die meisten in andere Foren abgewandert sind. Warum? Es würde sich für euch lohnen darüber zu diskutieren, insofern ich es nach der kurzen Zeit hier beurteilen kann. Du siehst ja, bei mir stößt du damit auf Granit.

Nun ist aber das Weltbild da, das jeder sich zusammen fügt aus seinen Bedürfnissen, der eine braucht, um den Spagat zwischen dem Selbst- und Weltbild zu meistern im anderen den guten Menschen, ein anderer wieder den Feind zu sehen, jeder wie er es seiner momentanen Verfassung und seelischem Gleichgewicht gerecht braucht. Wie ich schon schrieb, das Urteilen geht leider an der Realität vorbei. Ich habe aber auch nirgendwo geschrieben, dass ich selbst von diesen Tendenzen frei bin.

Im Gegensatz dazu kann ich trotzdem sagen - Abwertung uns Ausgrenzung ist nichts anderes als Abwertung und Ausgrenzung. Ein wenig von der gemeinsamen Konvention müssen wir gelten lassen, und in diesem Sinne wünsche ich dem TE (ganz empathisch) noch mehr sozialer Unsicherheit als er bisher erleben durfte, vielleicht checkt er dann mal, dass andere zu beschimpfen nie ganz ohne ist.


Gruß,
Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

Dr. med. Michael Depner - seele-und-gesundheit.de

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Re: Lampenfieber

Beitragvon Achtsamkeit » Sa 22. Feb 2014, 14:22

Hallo Mavros,
ich werde mich bemühen auf deine Aussagen zu antworten.
Zitat:
"(Ich ziehe es vor über die Sache zu schreiben, die ich als mehr interessant als meine oder deine Gefühle und Launen ansehe.)"
Das ist auch völlig in Ordnung, warum du allerdings meine Aussagen mit dem Begriff Launen verbindest sehe ich als Beleidigung
an.


Zitat: (bezgl. Lampenfieber)
"Soziale Angst ist aus diesem Grund als Folgeerscheinung berechtigt - wer angreift, muss Angst vor der Defensive Line haben. Er geht mit der Angst im Hinterkopf in Situationen rein ohne zu wissen, wann der Feind, dessen Bild er im Laufe seines Lebens diversen Menschen angehängt hat um das Ventilieren seiner Aggression zu legitimieren, in der Person einer seiner nächsten Begegnungen in bisher unbekannten Situation zurück schlagen wird. Ferner ergibt sie sich aus der Angst, das soziale Umfeld nicht zu eigenen Zwecken manipulativ beeinflussen zu können, aus dem befürchteten Kontrollverlust."

Hier würde ich dich bitten die Quelle anzugeben um diese Definition verstehen zu können.
Wieso Feindbild, Aggressionen in Bezug zu Lamüenfieber bei deinem Text stehen, kann ich nicht nachvollziehen.
Lampenfieber hate sicher seine Ursachen in gemachten Erfahrungen, zB. in autoritärer Erziehung, in einem ausgeprägten Über-Ich. Es definiert sich als Angst zu versagen, Angst nicht geliebt zu werden u.a.
Auch wenn diese Ängste unbegründet sein mögen, wer Lampenfieber hat, kann dies alleine rational nicht steuern. Aber wobei dabei Aggressionen eine Rolle spielen sollen...?
Lampenfieber kann auch positiv sein, seine Leistung zu steigern. Quasi eine Art Aufpuschmittel.

Um auf den Begriff Soziale Angst einzugehen! In der Psychologie bewegt sich Soziale Angst zwischen leichter Schüchternheit bis hin zu vermeidender Persönlichkeitsstörung. Also ein breites Spektrum von sozialen Ängsten. die nicht
mit pauschalen Aussagen abgetan werden können.

Zitat:
"Den Vorwurf kenne ich bereits, von deiner Forumskollegin. Ich finde diese Sticheleien unmöglich."
Ich spreche hier alleine und stehe dazu. dass es keinerlei Sticheleien sind. Ich habe ganz deutlich meinen subjektiven Eindruck geschildert. Dass dies nun leider Wut in dir ausgelöst hat ist schade, denn letztendlich gehst du nicht auf den Inhalt der Aussage ein. Absolut unnötig hier eine Forumskollegin rein zu ziehen.


Zitat:
"Als nicht sachkundig sehe ich Äußerungen, die Soziale Angst verharmlosend mit Schüchternheit gleich stellen. Schüchternheit im ursprünglichen Sinne ist ein Versuch, eigene Bedürfnisse hintanzustellen, dem anderen Vortritt geben. Soziale Angst dagegen agiert aus der Bestrebung heraus andere für eigene Bedürfnisse zu vereinnahmen und aus der Furcht davor, dass dieses Vorhaben scheitern könnte. Wenn das Ego schwach ist in dem Sinne, dass es seine wahre Bestimmung nicht erkennt, konstruiert es Außenbereiche, in denen es sich eine Stütze erhofft. In Wirklichkeit sind weder Menschen noch Sachen Objekte, die man in einem solchen Spiel mitwirken lassen kann. Diese Art der Herangehensweise verursacht das Gefühl der sozialen Isolation und der Angst."

Ich habe Soziale Angst nicht mit Schüchternheit gleichgesetzt.
Die Aussage Soziale Angst agiert aus dem Bestreben heraus andere für eigene Bedürfnisse zu vereinnahmen....kann ich nicht teilen. Würde mich interessieren woher du diese Aussgane hast um sie selbst nachlesen zu können.

Zitat:
"Wenn du schreibst: Wir Betroffene. Das stimmt nicht ganz. Jeder Mensch wird von klein auf mit einem ganzen Spektrum von Ängsten konfrontiert. Wenn er sie nicht in den Vordergrund schiebt bedeutet das nicht, dass sie ihm nicht bewusst sind. Die Ängste spielen dann eine dominante Rolle, wenn man tatsächliche Lebensinhalte nicht erkennt oder verachtet. "

Stimme ich voll zu, dass jeder in seinem Leben mit zahlreichen Ängsten konfrontiert wird. Mit Betroffenen meinte ich auch alle User hier und nicht nur in Bezug auf Ängste. Vielmehr dahingehend, dass jedem die Chance zuteil werden sollte hier zu schreiben. Leider glaube ich, dass deine Kommentare nur einem geringen Teil hier verständlich sind und könnte mir vorstellen, dass dadurch der ein oder andere den Mut verliert zu schreiben, weil er diesen Level des elaborierten Codes nicht beherrscht.
Und damit werte ich deine Aussagen , deinen Schreibstil nicht ab! Das bist du und das ist auch zu akzeptieren.
Dennoch besteht ja die Möglichkeit zur Selbstreflexion und der Überlegung anderen hier entgegen zu kommen.

Zitat:
"Im Grunde willst du mir damit sagen: Schreib nicht wie du empfindest, sondern wie es mir passt. Dieses Vorgehen nennt man Manipulation, bei sozialen Ängsten üblich. "
Das ist deine subjektiv gefärbte Interpretation und ist eine reine Unterstellung.
Auch hier würde ich dich bitten genauer darzulegen inwieweit du die Begriffe Manipulation und Soziale Ängste verbindest.

"Es ist viel Projektion dabei, dies zu tun, und jeder kann für sich selbst entscheiden, in welcher Art er sich kommunikativ mitteilt. Ich würde hier keine Regeln aufstellen wollen wenn sowieso schon die meisten in andere Foren abgewandert sind. Warum? Es würde sich für euch lohnen darüber zu diskutieren, insofern ich es nach der kurzen Zeit hier beurteilen kann. Du siehst ja, bei mir stößt du damit auf Granit."

Was macht dich eigentlich so wütend?

Zitat:
"Im Gegensatz dazu kann ich trotzdem sagen - Abwertung uns Ausgrenzung ist nichts anderes als Abwertung und Ausgrenzung. Ein wenig von der gemeinsamen Konvention müssen wir gelten lassen, und in diesem Sinne wünsche ich dem TE (ganz empathisch) noch mehr sozialer Unsicherheit als er bisher erleben durfte, vielleicht checkt er dann mal, dass andere zu beschimpfen nie ganz ohne ist."

Wer hat hier wen beschimpft? Deine ironischen Wünsche zeigen mir nur wieder dass du starke Verletzungen in dir trägst.
Ich wünsche dir, dass du deine Verletzungen heilen kannst.

Mit freundl. Gruß

Achtsamkeit
Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen der einem das Gesicht leckt!


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