Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

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Mirjam
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Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

Beitragvon Mirjam » Mi 28. Sep 2011, 10:52

http://www.aerztezeitung.de/medizin/kra ... sid=670852

Ärzte Zeitung, 21.09.2011
MÜNCHEN (eb). Erstmals haben Forscher die gegensätzlichen Wirkungen von Angst erzeugendem und Angst lösendem Effekt durch das Corticotropin-Releasing Hormone und seinen Rezeptor belegt.

Wenn ein Gesunder einer bedrohlichen Situation ausgesetzt ist, reagiert er angemessen und verfällt weder in Gleichgültigkeit noch in Panik wie Angstpatienten.

Mit genetischen Studien an Mäusen haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München nun zwei gegenläufige neuronale Regelkreise zur Angst-Erzeugung und -Auslöschung entdeckt. Beide werden von dem Stress vermittelnden Corticotropin-Releasing Hormone und dessen Rezeptor 1 (CRHR1) gesteuert.
Neuronales Netzwerk wird aktiviert

Das Vorhandensein dieser Faktoren in Glutamat ausschüttenden Nervenzellen im limbischen System aktiviert ein neuronales Netzwerk, das Angstverhalten verursacht, wie es in einer Mitteilung des Instituts heißt.

Andererseits führen die Faktoren im Mittelhirn in Dopamin ausschüttenden Nervenzellen zu Angst lösendem Verhalten.

Da bei vielen Patienten mit einer affektiven Erkrankung Störungen der Stressfaktoren nachweisbar sind, vermuten die Forscher pathologische Veränderungen der CRHR1-abhängigen Regelkreise als Ursache der gestörten Emotionalität (Science 2011; online 1. September).

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Remedias
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Re: Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

Beitragvon Remedias » Mi 28. Sep 2011, 13:52

Mirjam hat geschrieben:Andererseits führen die Faktoren im Mittelhirn in Dopamin ausschüttenden Nervenzellen zu Angst lösendem Verhalten.
Heißt das denn im Umkehrschluss , wenn jemand Neuroleptika nimmt, also Dopaminantagonisten, dass er dann eher zu Angst neigt?

liebe Grüße REmedias

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Re: Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

Beitragvon Mirjam » Mi 28. Sep 2011, 15:20

Mal denk... denk... denk...

PharmaWiki schreibt:
Dopaminantagonisten sind Arzneimittel, welche die Wirkung von Dopamin im Organismus aufheben

Das Hormon :mrgreen: aktiviert:
im limbischen System in Glutamat ausschüttenden Nervenzellen Angstverhalten
im Mittelhirm ........ in Dopamin ausschüttenden Nervenzellen Angst lösendes Verhalten

Also die Nervenzellen im Mittelhirn schütten Dopamin aus, um damit Angst zu lösen.
Wenn ich ein Arzneimittel nehm, das die Wirkung von Dopamin aufhebt, bleib ich eigentlich mit der Angst sitzen... :-k

Ist mir zu hoch :silly:
LG
Mirjam

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Re: Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

Beitragvon Remedias » Mi 28. Sep 2011, 17:53

Hallo Mirjam,
nein, dein Gedankengang ist vollkommen richtig. Das erklärt auch, warum ich von Risperdal Angst- und Panikattacken bekommen habe, die weg waren, als ich Risperdal endlich (gegen den Willen der Ärztin) abgesetzt habe.
Und es erklärt vielleicht auch, warum soviele Psychotiker als Negativsymptom Angst nennen. Eine Nebenwirkung von Neuroleptika? Warum nicht.

liebe Grüße Remedias

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Re: Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

Beitragvon Mirjam » Mi 28. Sep 2011, 21:16

ok, da wird dann eben wieder mit einem anderen angstlösenden Mittelchen rumhantiert...

Mirjam
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Re: Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

Beitragvon Mirjam » Do 29. Sep 2011, 09:11

und überhaupt, wenn du mal googelst seroquel/dopamin...
da lass =; ich das denken #-o lieber und sach nix meh... [-(

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fluuu
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Re: Hirnforscher entschlüsseln Kontrolle der Angst

Beitragvon fluuu » Do 29. Sep 2011, 18:24

Wer diesem Gedankengang folgt und diese Schlüsse aus dem Artikel zieht,
dass Ängste Nebenwirkungen von Psychopharmaka sind wird das Leben
ohne betreuende Maßnahmen nicht bewältigen können.
Ängste sind ein Teil seelischer Störungen, Tot stellen oder Flucht wird
in den einfachsten Alltagssituationen als Verhalten angewendet,
das ist der krankhafte Zustand. Auch Suizid ist eine Form von Flucht.
Bin kein Chemiker und kann die einzelnen Neuroleptika nicht den
Rezeptoren im Gehirn zuordnen, ist auch nicht notwendig, wichtig ist
die Überzeugung, dass Medikamente bei psychischen Störungen die
Symptome mildern und das Hauptsymptom ist Angst.
Wer nicht daran glaubt, dass Medikamente helfen können sollte sie weg
lassen denn der Glaube sie richten verheerenden Schaden an wie die
Erzeugung von Ängsten und er nimmt sie trotzdem wird zu einem
Betreuungsfall.
Das Symptom wie Angst war zuerst da, hervorgerufen von der Biografie
und erst dann wurden Psychopharmaka verordnet.
Ich weiß, manche sind schon so lange in der Behandlung, dass sie nicht
mehr wissen was vorher war und führen ihr Unwohlsein auf Medikamente
und schlechte Ärzte zurück.
Angst ist neben Depression die häufigste psychische Störung in Deutschland
und die meisten Patienten gehen zunächst zum niedergelassenen Arzt,
nicht auf die Station in der sie hoher Dosen Neuroleptika bekommen.
Angst lässt sich akut mit Tavor (Benzodiazepin) behandeln aber langfristig
hilft nur die Angst machende Situation aushalten lernen so gut es geht.
Ein langer, mühevoller und entberungsreicher Weg aber er wir zunehmend
leichter zu bewältigen...
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de


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