Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

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Craig88
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Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

Beitragvon Craig88 » Mo 3. Mai 2010, 22:05

Hallo zusammen,

ich erhoffe mir durch diesen Beitrag vllt. einige Bestätigungen und auch evtl. Hinweise, Anregungen oder Tipps wie man damit umgehen oder sogar es behandeln könnte.

Und zwar geht es um meine liebe Omi die mittlerweile 72 Jahre alt ist. Sie leidet unter Wahnvorstellungen und Angstwahn. Sie schließt immer und zu jeder Zeit Eingangs- sowie Zimmertüren ab. In der Nacht steht sie des Öfteren auf, weil Sie Stimmen oder Geräusche hört. Das geht ja noch.

Außerdem verdächtigt sie immer "meistens" Nachbarn, das diese Personen irgendwelche Intrigen gegen sie führen zb. (in die Wohnung eindringen und ihr Gegenstände klauen, oder irgendetwas beschädigen); natürlich völliger Unsinn. Meine Oma ist mind. 3 mal in ihrem Leben umgezogen und lt. der Stories in der Verwandtschaft als auch von meinem Papa hat sie immer wieder jemanden gefunden gegen den sie etwas hatte. Meistens waren es aber wirklich Frauen die allein stehend waren. Ich muss dazu sagen, das sie außerdem an Hexen glaubt und dies mit ihren Gegnern in Verbindung bringt. Als noch mein Opa lebte, machte Sie ihm immer wieder Vorwürfe, dass er zu diesen "immaginären" Frauen bzw. Nachbars Frauen geht und sie betrügen würde.

Ansonsten ist meine Omi ein ganz normaler Mensch (Diabetikern), sehr lieb und nett, plaudert recht gern und ist sehr spendabel :-)

Achja einmal wurde sie sogar verklagt, weil sie eine Gabel gegen eine Nachbarin warf. (Körperverletzung :-) ))). Wurde wegen psychischen Vorbelegen dann aber fallen gelassen.

Ich freue mich über jeden Beitrag.

Grüße

Erich

cake
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Re: Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

Beitragvon cake » Mo 3. Mai 2010, 22:50

Hallo erstmal Craig88.
Was sagt denn der Hausarzt über Deine Oma? Ist da was bekannt?
Wohnt Deine Oma bei euch, oder in der Nähe?
Liebe Grüße
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snow
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Re: Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

Beitragvon snow » Mo 3. Mai 2010, 23:34

Hallo Erich,

Diabetes geht auf die Nieren. Meine Mutter (ebenfalls Diabetikerin) benahm sich ganz ähnlich. Bei der Untersuchung wurde dann festgestellt, das die Harnsäure im Blut zu hoch war, weil die Nieren angegriffen waren. Nachdem die Harnsäure wieder im Normalbereich war, war auch meine Mutter wieder völlig normal.

Das muss es natürlich nicht sein, gibt sicherlich noch eine Menge anderer Möglichkeiten welche so ein Verhalten auslösen können, aber deine Beschreibung hat mich doch sehr an meine Mutter erinnert.

Von daher auch von mir der Rat, das sich deine Oma mal von ihrem Hausarzt durchchecken lässt.
LG, snow
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dann sollte der Verstand ein Glas sein;
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Laura
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Re: Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

Beitragvon Laura » Di 4. Mai 2010, 00:40

Hallo Craig!

Beim Erstellen einer psychiatrischen Diagnose wird normalerweise erstmal abgecheckt, ob die psychischen Auffälligkeiten nicht einfach eine organische Ursache haben. Oft gehen psychische Störungen auf negative Lebenserfahrungen zurück, manchmal lässt der "spinnende" Körper aber die Psyche "mitspinnen". Organische Ursachen für eine psychische Störung scheint es bei älteren Leuten öfter zu geben. Ob allerdings organisch bedingte psychische Symptome völlig anders behandelt werden als endogene, das weiß ich nun nicht genau. Ich glaube, da decken sich die Behandlungsmethoden zum großen Teil, nur dass in ersterem Fall das organische Problem mitberücksichtigt wird. Also schließe ich mich meinen Vorrednern an, dass Ihr Deine Oma mal zum Hausarzt oder vielleicht auch zu einem Internisten bringt. Der kann dann weiteres veranlassen, eventuell auch eine Mitbehandlung durch einen Psychiater.

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Craig88
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Re: Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

Beitragvon Craig88 » Di 4. Mai 2010, 21:28

Hallo zusammen,

erstmal bedanke ich mich für eure Beiträge.

Kurz zur Beantwortung eurer Fragen: Meine Oma wohnt circa. ein km von uns weg und hat ihre eigene 3 Zimmer Wohnung.

Meine Oma war bereits beim Neurologen, auch nur deswegen weil wir ihr den Arztbesuch abermals eingeredet haben.
Dem Hausarzt ist das Problem auch schon seit 20 Jahren bekannt. Soweit ich das richtig verstanden habe, ist das Problem in der tieferen Analyse wirklich auf ihre Nerven zurück zuführen. Sie hat so eine Art Beruhigungstabletten erhalten. Diese hat sie (war uns klar) nicht regelmäßig bis gar nicht genommen.

Wie will man auch eine Krankheit behandeln, wenn die kranke Person es nicht einsieht und denkt man möchte ihr böses. Von meiner Oma kommen häufig Kommentare wie "ihr wollt mich doch vergiften mit diesen Tabletten" oder "ihr kennt doch alle nicht die Wahrheit was hier los ist".

Sie ist wie bereits in meinem letzten Beitrag erwähnt, 72 Jahre und wenn einer ihrer Fantasien angesprochen wird, habe ich es leid mit ihr über die Wahrheit zu diskutieren. Deshalb lüge ich sie bewusst an um ihr ein gutes Gewissen zu geben.
**Kurze Story hierzu: Meine Oma denkt bzw. habe ich ihr eingeredet das ich über das Internet sehen kann wer/und ob jemand in ihre Wohnung ein und aus geht. Sie frägt mich natürlich danach immer wieder, so verschaffe ich ihr wenigstens ein ruhiges Gewissen** :)

Wie findet ihr das? Oder habt ihr Tipps wie ich das ganze besser anpacken könnte? Hat man überhaupt ne Chance einer 72 Jahre alten Dame die so eine Krankheit in sich trägt, die Wahrheit vor Augen zu halten?

Grüße

Erich

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Laura
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Re: Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

Beitragvon Laura » Di 4. Mai 2010, 22:02

Hallo Erich!

Einer alten Dame bei chronifizierter psychischer Erkrankung erstmalig noch eine psychiatrische Behandlung zumuten zu wollen... :-k , bei Wahnvorstellungen sind es nämlich meist schlicht und einfach Psychopharmaka, die den Ausschlag liefern, und zwar sind diese speziellen Psychopharmaka von einer heftigeren Sorte als Beruhigunstabletten. Das ist bei älteren Leuten, die nicht mehr so viel vertragen, sehr heikel.

Und sie nach zwanzig Jahren fixer Ideen und Wahnvorstellungen rein durch gutes Zureden wieder ins richtige Leben zurückholen zu wollen... :-k

Ich fürchte, da sind so einige Züge längst abgefahren und ihr könnt es Deiner Oma einfach nur noch so erträglich machen, wie es geht und sie so nehmen, wie sie ist, krank eben. Und wenn dabei Tricksen hilft, so wie Du es beschrieben hast, why not?

Viele Grüße

Laura
Zuletzt geändert von Laura am Mi 5. Mai 2010, 13:22, insgesamt 2-mal geändert.
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Laura
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Re: Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

Beitragvon Laura » Mi 5. Mai 2010, 13:30

Was Du so alles ins Forum streust, kleinbuchstabe (alias.., alias..etc), besonders an Neue und absolute Laien...scheint Dir was zu geben, andere zu verunsichern und zu versuchen, sie mit Deiner Negativwahrheit anzustecken. Seiche, Watan!!! :shocked!:
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Craig88
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Re: Angststörungen und falsche Verdächtigungen von meiner Oma

Beitragvon Craig88 » Do 6. Mai 2010, 20:57

Danke für die Beiträge....

Grüße

Erich


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