Angst vor der Angst

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Marlen
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Angst vor der Angst

Beitragvon Marlen » Do 21. Aug 2008, 21:47

Hallo,
ich habe seit kurzem wieder Panikattacken. Kennt jemand von Euch die Angst vor der Angst bzw. die Angst vor einer erneuten Panikattacke??
Was macht ihr dagegen? Und wie reagiert ihr, wenn ihr eine Panikattacke habt??
Seit meiner letzten Panikattacke fühle ich mich verändert und habe ständig Angst vor der nächsten Panikattacke. Ich bin unruhig, angespannt, schreckhaft und ziemlich ernst. :| Ich habe das Geühl aus der letzten Panikattacke nicht richtig rausgekommen zu sein :cry:
Weil mein Therapeut grad Urlaub hat, verschrieb mir mein Hausarzt ein Medikament, wobei ich mir da nicht sicher bin, ob es nur einen Placeboeffekt haben soll oder ob es wirklich wirkt. :-k
Ich bin Medikamenten eher negativ und skeptisch gegenüber, weil ich denke, dass sie keine Lösung sind.
Es wäre schön, wenn sich jemand mit mir austauschen mag. :)
Viele Grüße
Marlen
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Spitfire
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Beitragvon Spitfire » Do 21. Aug 2008, 22:37

Ein Bekannter von mir hat Panikattacken, er nimmt dagegen Tavor, das wirkt innerhalb von Sekunden und die Attacke ist sofort vorbei. Allerdings soll man davon abhängig werden.

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Fr 22. Aug 2008, 00:49

Hallo,

ich habe auch Panikattacken, und man hat mir Tavor verschrieben. Wie Spitfire schrieb, es wirkt schnell aber man wird auf Dauer abhängig davon. Es gehört ja zu den Benzodiazepinen.

LG Tom
„Ich möchte immer so sein, wie diesen Morgen: mich einfach nur normal fühlen!“ Xcat

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Marlen
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Beitragvon Marlen » Fr 22. Aug 2008, 10:00

Hallo Ihr Zwei,

danke für Eure Antwort :)

Aber eigentlich möchte ich ohne Medis auskommen, kann man ohne Medikamente gegen die Panikattacken was machen??

Viele Grüße
Marlen
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Xcat
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Beitragvon Xcat » Fr 22. Aug 2008, 11:03

Hallo Marlen,

kannst eine Psychotherapie machen, warum und wieso du Panikattacken hast, und dann bist du sie in ein paar Jahre los...

LG Tom
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moni
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Beitragvon moni » Fr 22. Aug 2008, 11:25

Hallo Marlen

Ich bin mir nicht sicher, ob ich hier wirklich mitreden kann - ich habe schon auch Panikattacken erlebt, jedoch nicht sehr viele, und es ist schon etwa drei Jahre her. Es war in der Zwischenzeit des Wechsels von einem AD auf ein anderes, und dieses war auch gegen Panikattacken indiziert und hat bei mir auch genau so gewirkt; wohl mit ein Grund dafür, weswegen ich danach auch nie mehr richtig eine hatte. (Ich muss zugeben, dass auch ich damals im Akutfall Tavor genommen habe, was auch sofort geholfen hat. Ich hatte so etwas noch nie erlebt und war total verunsichert durch die Geschehnisse und hatte wohl auch das, was du "die Angst vor der Angst" nennst.)

Aber du suchst ja Wege ohne Medikamente. Ich habe das Gefühl, dass Panik dann ausbricht, wenn man emotional überfordert ist. Man kann dann versuchen, mit Hilfe des Verstandes Abstand zu bekommen zu dem, was grade in einem passiert, und so versuchen, die Emotionen wieder zu kontrollieren - ähnlich, wie ich es in deinem anderen Thread geschrieben habe.

- Physischen Kontakt zur unmittelbaren Umgebung herstellen - Bodenhaftung sozusagen. Ich ging dann jeweils sofort raus, unter freien Himmel, ohne Wände um mich rum, und musste mich bewegen - zu Fuss oder mit dem Fahrrad (jedoch nicht in allzu einsamen Gegenden).
- Barfuss gehen.
- Draussen: vielleicht in den Himmel gucken und sich vorstellen, die Angst in eine Wolke zu schicken und sie mit ihr fortziehen lassen. Nicht nach dem WARUM fragen - bewusst ziehen lassen.
- So ähnlich kann man auch mit Gedankenchaos versuchen umzugehen: Versuchen, einen - nur einen! - dieser Gedanken ganz bewusst zu packen und zu denken, ihn dann in der Vorstellung z.B. in einen Luftballon stecken und mit diesem ebenfalls ziehen lassen.
-Den Atem bewusst wahrnehmen und tief ein- und vor allem auch ausatmen (auspusten, bis die Lunge wirklich leer ist).
- In der Klinik, wo ich war, wurde viel mit dem Atem und dem Fluss der Energien im Körper gearbeitet. Es hiess, dass durch die Leisten/das Becken viele Energieströme fliessen, und dass diese, wenn sie durch Panik blockiert sind, wieder besser zum Fliessen gebracht werden können, wenn man sich die Hände mit leichtem Druck in die Leisten legt und seine Aufmerksamkeit (und den Atem in der Vorstellung) in diesen Bereich lenkt.
- Um wieder realen Kontakt mit der realen Umgebung zu bekommen, kann es auch helfen, konkrete menschliche Stimmen (nicht Fernsehen o.ä.) zu suchen - besonders, wenn man grade alleine ist. Zur Not, z.B. nachts, wenn alle schlafen, die Telefonauskunft anrufen und irgendeine Nummer erfragen ...

Na ja ... das alles ist nicht jedem sein Ding und braucht auch ein bisschen Übung - und einen wenigstens halbwegs funktionierenden Verstand, der die Realität noch überprüfen kann, wenn man es ihm befiehlt.

Und da wären dann auch noch homöopathische oder pflanzliche Mittel zur Unterstützung.

Ich wünsche dir viel Mut zum Ausprobieren - und dass du bald Strategien findest, die dir helfen!

Liebe Grüsse

moni
Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden.
Hermann Hesse

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Fr 22. Aug 2008, 12:14

Hallo Marlen, ich hatte medikamenteninduzierte Panikattacken und sie durch eine relativ kurze Verhaltenstherapie wieder losbekommen; es lief so ähnlich wie bei Moni. Gibt es die Möglichkeit, dass du eine Verhaltenstherapie machst?
Tavor habe ich damals nicht bekommen, sondern Atosil, weil das nicht abhängig macht.
lieber Gruß Remedias

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Fr 22. Aug 2008, 12:29

Atosil hat man mir auch schon gegeben, leider wirkte es bei mir nicht gegen die Panikattacken. Da musste man mir schon bis 100 mg gehen, und dann schlief ich in der Klinik während der Therapiestunden ein. :lol:

LG Tom
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Marlen
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Beitragvon Marlen » Fr 22. Aug 2008, 17:47

Hallo Xcat, Moni und Remedias, :turn-l:

danke für Eure Mühen und Antworten, besonders Moni- da ist einiges dabei, was ich ausprobieren kann und will :!:

Also ich mache seit 1 1/2 Jahren Psychotherapie und war die Panikattacken auch los geworden. Also ich kenne den Grund der Panikattacken (die kommen aufgrund meines Traumas) und ein bißchen Handwerkszeug kenne ich auch, z.B.
- bewusst atmen
- bewegen
- Bachblüten- Notfallbonbons
- es gibt eine Drucktechnik mit der Hand, die man
machen kann, wo man eine positive Energie spürt
- Ablenkung, nicht allein sein
-...

Bei meiner letzten Panikattacke (ging ca.3 Stunden) war es so, dass all diese Dinge nix genutzt haben und ich da überhaupt nicht rausgekommen bin. :cry: Ich habe mich so hilflos gefühlt, obwohl ich versucht habe, dagegen anzukommen.

Mit meinem Therapeuten konnte ich darüber noch nicht reden, weil der Urlaub hat- ich zähl schon die Tage, bis er wieder da ist.

Und bei der Angst vor der "Angst", habe ich noch keinen rechten Schlachtplan, ich werde mir jetzt ne Notfallliste basteln, mit verschiedenen Aktionen, in der Hoffnung, dass es mir dann hilft.
Ich merke nur, dass ich trotz diesem Medikament (Opipramol)total unruhig und nervous bin :onfire: und jeden Tag Schokolade brauche, die dann einen Moment lang Seelentröster ist.
Und ich weiß auch gar nicht, ob mir mein Arzt dieses Medikament nicht nur zur Beruhigung seines Gewissens oder was auch immer gegeben hat. Mir fehlt da das Vertrauen, weil Ärzte so oft schnellfertig was verschreiben, ohne sich die Mühe zu machen, einen genau zu betrachten. =;

Viele Grüße
Marlen
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Beitragvon Xcat » Fr 22. Aug 2008, 18:02

Hallo Marlen,

ja ich schätze jeder hat so seine bevorzugte Vorgehensweise, und jede Methode ist berechtigt die letztendlich auch hilft aus diesem höchst unangenehmen Zustand zu kommen. Jeder macht so seine Experimente.

LG Tom
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Spitfire
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Beitragvon Spitfire » Sa 23. Aug 2008, 01:14

Marlen hat geschrieben: Aber eigentlich möchte ich ohne Medis auskommen, kann man ohne Medikamente gegen die Panikattacken was machen??
Man sollte keine Angst vor Tabletten haben, die helfen einem. Die wurden alle erst an Gesunden getestet, und da hat man keine negativen Wirkungen festgestellt.

Nimm doch Tavor gegen die Panikattacken, die Attacke ist sofort weg.

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Sa 23. Aug 2008, 01:43

Tavor ist leider keine Dauerlösung und auch kein gutes Notfallmedikament wegen der Suchtgefahr.
lieber Gruß Remedias

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Beitragvon Xcat » Sa 23. Aug 2008, 09:18

Da gebe ich dir recht, Remedias, aber bei Bedarf hilft es sehr gut.

LG Tom
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Marlen
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Beitragvon Marlen » Sa 23. Aug 2008, 11:27

"Man sollte keine Angst vor Tabletten haben, die helfen einem. Die wurden alle erst an Gesunden getestet, und da hat man keine negativen Wirkungen festgestellt.

Nimm doch Tavor gegen die Panikattacken, die Attacke ist sofort weg.
"

Ich glaube nicht, dass Medikamente eine Lösung sind, ich will mich nicht "zudröhnen", um im Leben klar zu kommen. Und wenn ich das Medikament nehmen würde, dann wären die Panikattacken weg und womöglich ein neues Problem (Sucht oder Abhängigkeit) da. Das macht für mich keinen Sinn!
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Beitragvon Remedias » Sa 23. Aug 2008, 11:47

Marlen hat geschrieben:


Ich glaube nicht, dass Medikamente eine Lösung sind, ich will mich nicht "zudröhnen", um im Leben klar zu kommen. Und wenn ich das Medikament nehmen würde, dann wären die Panikattacken weg und womöglich ein neues Problem (Sucht oder Abhängigkeit) da. Das macht für mich keinen Sinn!


Hallo, es gibt AD oder spezielle angstlösende Medikamente, die nicht süchtig machen. Sie dröhnen einen auch nicht zu, helfen dir aber, deine Panikattacken zu bewältigen. Warum probierst du so ein Medikament nicht mal aus - wenn du dich "zugedröhnt" fühlst, kannst du es immer noch absetzen.
lieber Gruß Remedias


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