Depression und Druck von Krankenkasse

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Blume2017
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Depression und Druck von Krankenkasse

Beitragvon Blume2017 » Do 5. Jan 2017, 14:46

Hallo,

meine Frage nach Erfahrung von euch:

ich bin seit 5 Wochen wegen starken Depressionen krank geschrieben. Meine Fachärztin für Psychiatrie hat mir vor einigen Wochen Escitalopran 10mg vorgeschrieben, in einer Woche habe ich wieder einen Termin. Jetzt meldet sich nach 1 Monat meine Krankenkasse, die bis jetzt noch kein Krankengeld bezahlt hat mit einem Brief - ich soll die ärtztliche Unterlagen an MDK wegen sozialmedizinischen Begutachtung senden. Da ich seit 5 Wochen kein Lohn mehr beziehe - / wurde gekündigt, vorher wegen Beinbruch 6 Wochen krank / habe an euch eine Frage, was mich jetzt erwartet? Bekomme ich jetzt kein Krankengeld oder werden einer Fachärztin - Ihre Krankenscheine nicht akzeptiert?
Das Arbeitsamt sagte mir, dass ich keinen Antrag auf ALG 1 stellen kann, bis ich gesund bin. Was kann ich jetzt machen? Rechtsanwalt oder gibt es irgendwo eine Rechtshilfe , Beratung? Ist jemand mehr als 1 Monat mit Depression zu Hause ohne Probleme mit KK ???

LG blume2017

mamschgerl
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Re: Depression und Druck von Krankenkasse

Beitragvon mamschgerl » Do 5. Jan 2017, 23:20

hallo blume,
ein beinbruch ist eine andere diagnose als eine depression, d.h., daß der arbeitgeber zum einen für den bruch 6 wochen und für die depression erneut 6 wochen lohnfortzahlung leisten muss.
ich hatte genau dieses problem und musste mir leider von einem anwalt weiterhelfen lassen, da der arbeitgeber versuchte, aus zwei unterschiedlichen krankheiten, zwischen denen bei mir sogar noch zwei wochen arbeitstätigkeit lagen, eine einzige erkrankung zu basteln, um sich seinen zahlungsverpflichtungen zu entziehen.
die kk muss also erst nach insgesamt 12 wochen krankengeld zahlen.
sofern deine kündigung während deiner krankschreibung ausgesprochen wurde, muss die kk darüber hinaus zahlen, d.h., ab dem tag deiner arbeitslosigkeit muss die kk zahlen, wenn keine lohnfortzahlung mehr zu erwarten ist.
die weiterleitung der ärztlichen befunde an den mdk ist ein ganz normaler vorgang, da sich bei einer depression in der regel darauf schließen lässt, daß das krankengeld über eine längere dauer zu zahlen ist, daher wollen die das ganz einfach sicher begutachtet wissen.
im grunde also nichts besonderes oder beunruhigendes, die befunde deiner ärzte reichen in der regel für eine beurteilung durch den mdk aus.
leider sind das vorgänge, die die auszahlung des krankengeldes verzögern, aber du bekommst rückwirkende auszahlungen ab dem datum, ab dem es dir zusteht.
das alles heißt nicht, daß die kk nicht zahlen wird und natürlich werden die atteste deiner ärzte anerkannt. im weiteren verlauf wirst du formulare von der kk bekommen, in denen dein arzt jeweils deine weitere krankschreibung
mit unterschrift und stempel bestätigen muss, dieses teil musst du dann wieder an die kk senden, damit dir dein krankengeld weiter überwiesen wird. so war es bei mir, man bekommt das geld immer hinterher, also für die zeit der vorangegangenen krankschreibung. du bekommst, egal für welchen monat, immer 30 tage ausgezahlt.
das arbeitsamt ist tatsächlich dann für dich zuständig, wenn du arbeitsfähig bist, anders verhielte es sich, wenn du vorher arbeitssuchend und -fähig schon gemeldet gewesen wärst.
es gibt diakonische hilfsorganisationen neben den üblichen sozialdienststellen, an du dich wenden kannst, aber auch die krankenkassen selbst beraten dich bzw. geben dir auch genauere auskünfte, wenn du genauer nachhakst, denn die arbeiten mit psychiatern, psychiatrischen kliniken und therapeuten zusammen und werden dir da auch weiterhelfen können.
l.g. mamschgerl

mamschgerl
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Re: Depression und Druck von Krankenkasse

Beitragvon mamschgerl » Fr 6. Jan 2017, 08:33

p.s.
meine kk hat ca 1 1/2 jahre lang gezahlt, in der zeit hatte ich durchgehend therapeutische behandlung ( bis heute ) und einen klinikaufenthalt.
wenn die krankengeldzahlung eingestellt wird ( auf das genaue datum wird man von der kk schriftlich hingewiesen ) sollte man rechtzeitig prüfen, ob man wieder arbeitsfähig ist oder nicht. es kommen dann andere optionen in frage.
bei mir war es der rentenversicherungsträger, da ich weiterhin arbeitsunfähig bin und ich habe eine volle erwerbsunfähigkeitsrente beantragt, da ich nicht in der lage bin, einer tätigkeit über drei stunden nachzugehen.
hier wird ein psychiatrischer gutachter bestimmt, der eine untersuchung vornimmt und dich nach deinen symptomen und nach deiner selbsteinschätzung bezüglich der arbeitsfähigkeit befragt.
bei mir wurde zudem ein eeg gemacht. das dauerte vielleicht insgesamt 15 minuten. nach ca. ein bis zwei wochen erhielt ich dann den bescheid.
ich hatte hier aber wohl etwas glück, denn oft wird der erstantrag abgelehnt und man muss widerspruch einlegen, bis einem endlich die rente gewährt wird.
aber ob es bei dir überhaupt so weit kommen wird, zeigt sich ja erst noch. wenn du einen guten therapeuten hast, mit dem sich gut arbeiten lässt, ändert sich vielleicht deine diagnose von schwerer über mittlere bis leichte depression und du kannst eher wieder am arbeitsleben teilnehmen, das wünsche ich dir zumindest.
l.g. mamschgerl

Blume2017
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Re: Depression und Druck von Krankenkasse

Beitragvon Blume2017 » Fr 6. Jan 2017, 12:38

Hallo,

danke für Antworten....
nein Arbeitgeber hat 6 Wochen bezahlt, die andere Krankheit hat sich überschnitten. Nur wenn jemand 1 Tag arbeitet und wird wieder krank, dann muss der Arbeitgeber nochmal 6 Wochen zahlen.
Problem ist, dass die Krankenkasse seit 13.12.2016 kein Geld überwiesen hat, denn ab 13.12.2016 müsste sie schon zahlen.
Dafür hat sie aber gleich MDK angeschaltet und die verlangen von meiner Ärztin die Unterlagen, obwohl ich in der Behandlung ca 1,5 Monate bin......wahrscheinlich werden Fachärzte nicht akceptiert und das Geld kommt nicht. Man ist zwar krank, aber die KK entscheidet zum Schluss selbst. ich kann das nicht verstehem 25 Jahre lang habe Beiträge bezahl, wurde nie krank...jetzt nach 1,5 Monaten so ein Theater....ich kann kaum glauben, dass jemand mit einer Depression mehr als 2 Monate zu Hause ist. Ein Anwalt sind zusätzliche kosten, wenn die KK entscheidet nicht zu zahlen, dann war ich 2 Monate zu Hause, trotzdem krank...

Blume2017
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Re: Depression und Druck von Krankenkasse

Beitragvon Blume2017 » Fr 6. Jan 2017, 12:45

danke mamschgerl, vielleicht hast Du recht und ich muss nur abwarten

mamschgerl
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Re: Depression und Druck von Krankenkasse

Beitragvon mamschgerl » Fr 6. Jan 2017, 15:28

hallo blume,
das problem liegt halt darin, daß die kk leider ihre zeit braucht, um alle relevanten unterlagen und befunde zusammen zu haben, dann muß noch die genaue höhe des krankengeldes ausgerechnet werden und dann wird, wie gesagt, rückwirkend ausgezahlt.
bei mir war es eben so, daß mein arbeitgeber meine schwere depression als folge der vorangegangenen krankschreibung ( 6 wochen wegen gebärmutterhalskrebs und entfernung ) angesehen hat und sich weigerte, den lohn fortzuzahlen. bis das dann endlich mit anwaltlicher unterstützung geklärt war, war ich schon einen monat im mietrückstand...aber hier war der arbeitgeber im verzug.
was du nachfragen kannst ist, ob die kk einen vorschuss auszahlt, da ja an sich die frage der krankengeldzahlung schon geklärt sein müsste.
hier müssen nur noch die formalitäten geklärt werden, d.h., wenn die kk deine letzten gehaltsabrechnungen hat, könnte sie dir rein theoretisch vom 13.12. bis 30.12. das geld schon auszahlen, da sie die atteste ebenfalls bereits vorliegen hat.
frag einfach bei der servicestelle deiner kk nach oder lass dir die nummer der zahlstelle geben, es würde mich wundern, wenn da nichts zu machen wäre, bei mir hat das auch funktioniert.
und zur dauer der krankschreibung bei einer schweren depression kann ich nur sagen, daß das von mensch zu mensch verschieden ist.
ich dachte auch nur an ein paar monate, doch daraus wurden mittlerweile 3 jahre, aber das hängt noch mit ein paar anderen diagnosen und meinem gesamtzustand, auch hinsichtlich der zeit vor meinem zusammenbruch, zusammen, daß das bei mir nichts mehr wird...
aber wie auch immer, es kommt darauf an, wie schnell du dich wieder stabilisieren kannst, warum deine depression entstanden ist und wie gut du damit umzugehen lernst, auch um künftig erste anzeichen zu erkennen und dagegen zu arbeiten.
ich persönlich kenne niemanden, auch bei meinen klinikaufenthalten ist mir niemand begegnet, der mit der diagnose nach zwei monaten wieder auf den beinen war, das mindeste waren 6 monate, aber das soll dich hier nicht schrecken, wie gesagt, jeder ist anders drauf.
ich wünsch dir noch als alles gute und daß du dich schnellstmöglichst erholst.
l.g. mamschgerl


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