Bipolare Störung oder Hebephrenie

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Depressionen, manischen und manisch-depressiven (bipolaren) Störungen, Zyklothymie, Dysthymie und anderen Störungen des Gemüts.
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Janeus444
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Bipolare Störung oder Hebephrenie

Beitragvon Janeus444 » Di 1. Sep 2015, 00:05

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin 29 Jahre alt und männlich. Ich bin seit 2007 in psychiatrischer Behandlung. Aufgrund hoher Geldausgaben schrieben meine Eltern das Amtsgericht
für eine Betreuung an. Der bestellte Gutachter ein Psychiater kam zu uns nach Hause. Ich war gut gelaunt und machte ein paar "Lacher" damit ich
nicht als "depressiv" eingestuft werden konnte. Na gut, ich ging davon aus das ich depressiv sein sollte, etwas anderes konnte ich mir damals mit etwa 20 Jahren
nicht vorstellen. Als ich dann zur Vorladung der Betreuung ins Amtsgericht geladen wurde, sagte die Richterin: "Schizophrenie ist schon eine schlimme Diagnose".
Ich dachte es sollte erst ein Scherz sein, aber dann bekam ich einen Betreuer und sollte zu einem niedergelassenen Arzt, wegen Hebephrener Schizophrenie.

Der behandelnde Arzt konnte sich nicht vorstellen, dass ich eine Psychose aus dem Schizophrenen Formenkreis habe und diagnostizierte eine Zwanghafte Persönlichkeiststörung
und gab erst nach 10 Sitzungen ein Medikament: Fluoxetin. Dies nahm ich nicht vor Angst vor Nebenwirkungen nahm ich dieses nicht. Daraufhin der Arzt zu mir: Sie sind nicht
Krankheitseinsichtig. Daher Schizophrenia Simplex. Dann ging ich in eine Psychiatrische Kilinik. Dies erzählte ich diese Geschichte und wurde dort überwältigt
mit dem Worten: Entweder Sie hören auf zu reden, oder das Ordnungsamt wird handanlegen mit Gewalt. Nach 4 Wochen wurde mit der Diagnose Hebephrenie dort
entlassen, man hatte dort einfach das Gutachten durchgelesen und die Diagnose übernommen. Erst bekam ich Risperidal was nicht wirkte und dann Olanzapin (was mir half).
In diesem Phasen galt ich als stabil. Als ich durch das Olanzapin "verfettete" verschrieb mein Arzt Amisulprid. Dieses Medikament macht mich müde und wenn ich ehrlich bin,
macht es mich reizbar. Was mir dann erst auffiel, war das ich an "guten" Wochen wenig schlaf brauche, meist im Sommer. Im Winter teilweise 10 Stunden Schlaf am Tag und
depressive Stimmung mit Antriebsmangel. In guten Phasen gebe ich sehr viel Geld aus und scherze viel. Und flirte gerne. Aber schlafe sehr selten. 1 Stunde Schlaf am Tag.

Könnte es sich hier eher um eine Bipolare affektive Störung handeln oder um eine Hebephrenie mit läppischen Affekt handeln?

Als Medikament wirken bei mir nur so Medikamente wie Olanzapin oder Seroquel. Die rein Schizo Medikamente wirken fast 0,0%.
Ich habe seitdem ein Fachabi gemacht, eine Ausbildung gemacht und Studiere derzeit wieder. Wenn ich keine Medikamente wie Olanzapin nehme, gebe ich fast mein ganzes
Geld aus. Und dann bekomme ich Reue und denke: Was bin ich eigentlich wert? Nichts!?

Vielen Dank für eure Antworten.

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Remedias
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Re: Bipolare Störung oder Hebephrenie

Beitragvon Remedias » So 6. Sep 2015, 15:43

Hi,

Das problem ist, dass Neuroleptika so stark auf den Charakter wirken, das jetzt niemand mehr sagen kann, an welcher ursächlichen Störung du gelitten hast. Jetzt kann man nur noch die "Neuroleptikapersönlichkeit" beurteilen.

Wieso hast du Neuroleptika genommen, Fluoxetin aber nicht, wenn du Angst vor Nebenwirkung hast? Neuroleptika sind "schlimmer" als Antidepressiva von der wirkung her.

Seroquel wird viel eher als Stimmungsstabilisator wirken als antipsychotisch, wenn Seroquel bei dir wirkt, spricht das gegen Schizophrenie.

Du könntest aber auch schizoaffektiv sein, das kann eine Mischung aus bipolar und schizophren sein.
Daher frage ich dich:
hattest du außer Stimmungsschwankungen auch richtige psychotische Symptome
wie Wahnvorstellungen, stimmenhören, Halluzinationen irgendwelcher Art,
auch schräge Gedanken über dich selbst?
etc.
oder wie sonst kommt die "Schizophrenie"?

hebephrenie: Hattest du auch Phasen, in denen dir die Körperpflege schwer fiel , du abgestumpft warst und dich für nix interessiert hast? ( ich meine VOR der Neuroleptika- einnahme - MIT Neuroleptika ist das fast der Normalzustand)

wenn du dir ganz sicher sein willst.
Mach in einer fremden Stadt oder da du studierst, in der Universitätsstadt einen Termin mit einem Psychiater. Sag NIX von deiner alten Diagnose und lass dich begutachten, in dem du die Probleme so schilderst wie hier.
Ich bin seit 2007 in psychiatrischer Behandlung. Aufgrund hoher Geldausgaben schrieben meine Eltern das Amtsgericht
für eine Betreuung an. D
Das ist mir auch unklar. Wieso "Geldausgaben"? Normalerweise zahlt das die Krankenkasse. Oder schreibst du nicht aus Deutschland?

Gruß Remedias


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