Das SPIEGEL- Thema heute: Depressionen

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Depressionen, manischen und manisch-depressiven (bipolaren) Störungen, Zyklothymie, Dysthymie und anderen Störungen des Gemüts.
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Remedias
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Das SPIEGEL- Thema heute: Depressionen

Beitragvon Remedias » Mo 6. Feb 2012, 15:43

Gegen Depressionen gibt es Antidepressiva: aber auch noch andere Methoden, von EKT über Mittelmeerkost zu Wachtherapie; der SPIEGEL widmet sich heute dem Thema DEPRESSION:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/medi ... 16,00.html

liebe Grüße Remedias

felix
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Re: Das SPIEGEL- Thema heute: Depressionen

Beitragvon felix » Di 7. Feb 2012, 09:12

Mir hilft immer mich in den Flieger zu setzen und irgendwo zu wandern, in Schweden, Irland oder auf dem Camino in Spanien. Da bist Du den ganzen Tag bei Bewegung an der frischen Luft, hast ein Tagesziel, dass Du nur mit körperlicher Anstrengung erreichst, musst hin und Rückreise organisieren und Dich konzentrieren, um Dich abends in der Tapas Bar auf span-englisch überhaupt verständlich zu machen, um Rioja zu bekommen. Da hast Du keine Zeit für trübselige Gedanken. Karibik geht auch, da Licht und Sonne antidepressiv wirkt. Die Krankenkasse bezahlt solche Therapien allerdings nicht, obwohl sie weniger kosten als Behandlung in eine Therapieklinik.

Ein Verfahren wegen Betrugs gegen mich wurde wegen Geringfügigkeit eingestellt, da Gutachten eingeholt wurden, die besagten, dass solche Maßnahmen durchaus positiv auf den Heilungsprozess sein können, allerdings nur bei leichten und mittelschweren Depressionen eher reaktiver Art wie Burn Out und nicht bei starken endogenen Depressionen oder fortgeschrittenen Erkrankungen. Vor der Gerichtsverhandlung hatte ich massive Angst und reichte ein Attest aufgrund meiner Depression ein. Die Richterin hatte dieses aber nicht akzeptiert, weil es lediglich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung war und arbeitsunfähig für sie nicht verhandlungs- und reiseunfähig bedeutet. Als die Schulklasse im Gerichtsaal dann lachte, als ich meinte, im Gegensatz zur damaligen PKW-Anreise brauchte ich den Flieger nach Kuba nicht selbst fliegen, wurde sie richtig böse. Ich konterte, Sie hätte ja nicht meine massiven Schlafstörungen, sei tagsüber nicht den ganzen Tag gerädert, sie wisse nicht, was es heisst, keine Motivation mehr zu haben oder Flucht- oder Selbstmordgedanken zu hegen. Als Gesunde liesse es sich leicht urteilen, was kranke Menschen tun oder lassen sollen. Das sei wie einer Achtzigjährigen erklären, sie könne ruhig einen Schritt schneller gehen. Der Gutachter war aber auf meiner Seite. Ein Jahr später habe ich erfahren, das die Richterin selbst in psychiatrischer Behandlung gehen musste, weil sie so mit Arbeit überhäuft war, das sie das irgendwann nicht mehr psychisch bewältigte.

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Remedias
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Re: Das SPIEGEL- Thema heute: Depressionen

Beitragvon Remedias » Di 7. Feb 2012, 12:50

Hallo felix,
felix hat geschrieben: Da hast Du keine Zeit für trübselige Gedanken. Karibik geht auch, da Licht und Sonne antidepressiv wirkt. Die Krankenkasse bezahlt solche Therapien allerdings nicht, obwohl sie weniger kosten als Behandlung in eine Therapieklinik.
Deine allternative therapie ist so was von sympathisch. Und mir würde noch dazu einfallen:

- Umstrukturierung der Arbeitswelt, damit Leistungsdruck und Mobbing keine psychische Erkrankungen mehr verursachen können

- Umstrukturierung der gesellschaft, so dass sich jeder in der mitte, gut aufgehoben und gebraucht fühlt; auch das würde vermutlich eine Menge Depressionen verhindern.

Aber nein: Es wird viel mehr geld ausgegeben zur reparatur, als zur Prävention.


Schon die alten Ägypter wußten: "Was Schönes sehen - das Herz erfreuen." (Inschrift in irgendeiner alten pyramide )

liebe grüße Remedias

Mirjam
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Re: Das SPIEGEL- Thema heute: Depressionen

Beitragvon Mirjam » Di 7. Feb 2012, 14:34

Hallo ! Schönes gibt es auch hierzulande, sogar vor der Haustür zu sehen. Ein lachendes Gesicht, eine Blume, ein Tier, Farben, Laute, Gerüche. In 'ner Depression ist die Wahrnehmung gegen Nullpunkt. Aber selbst gesunden Menschen gehen schöne bewusste Wahrnehmungen ab.
Gruß
Mirjam

felix
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Re: Das SPIEGEL- Thema heute: Depressionen

Beitragvon felix » Di 7. Feb 2012, 19:58

@remedias
Du hast Recht, die Gesellschaft wird kälter und die Menschen dadurch kränker. Irgendwie muss das Geld ja erwirtschaftet werden, dass an den Börsen verzockt wird. Das geschieht durch Raubbau an der Natur und zunehmend auch an den Menschen. Der Pharmaindustrie freut das natürlich. Denke, irgendwann wehren sich die Menschen und dann wird das politische System härter und Polizei und Justiz stehen bereit.

@mirjam
wie gesagt, bei einer wirklich schweren Depression helfen auch keine Wanderungen. Sicherlich kann man auch vor der Türe wandern oder Ablenkung finden. Das in der Ferne zu tun, hat den Vorteil, das man eher gezwungen ist, sein Ziel durchzusetzen, der heimische PC und Kühlschrank erst mal nicht erreichbar ist und durch die örtliche Distanz auch eher psychische Distanz schaffen kann.

Mirjam
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Re: Das SPIEGEL- Thema heute: Depressionen

Beitragvon Mirjam » Mi 8. Feb 2012, 11:38

felix hat geschrieben: ... durch die örtliche Distanz auch eher psychische Distanz schaffen kann.
Hallo Felix !

Schön, wenn es dir gelingt.

Ich hab das schon anders erlebt. Das was du durch die örtliche Distanz hinter dir gelassen hast, klebte bei mir an der Backe. War auch nach der Distanz noch da. Der neue Ort fühlte sich haltlos und unsicher an und ich fühlte mich eher verloren, als dass ich in den Genuss des Gefühls gekommen wäre, mein Ziel durchgesetzt zu haben.

Aber so simma halt verschieden ... :wink:
LG
Mirjam


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