Hilfe für Partner von Depressionskranke

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Depressionen, manischen und manisch-depressiven (bipolaren) Störungen, Zyklothymie, Dysthymie und anderen Störungen des Gemüts.
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angel34
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Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » So 2. Jan 2011, 19:28

Hallo, ich bin neu hier. ich habe eure seite heute im internet gefunden. ich bin in einer so schrecklichen situation.
also,
mein freund (wir sind seit 2 1/2 jahren zusammen) hat seit fast 2 jahren Angst- und Panikattacken. Es wurde immer schlimmer. Er fährt seit fast 2 jahren kein auto mehr, betritt keine vollen räume mehr und kann nicht mehr unter menschen gehen und ist auch arbeitsunfähig seit 5 monaten. er ist zur zeit, seit angang november, stationär in einer psychosomatischen klinik. er hat dort grupprntherapien und so weiter. die ersten 5 wochen hat er keine medikamente bekommen. seit ein paar wochen bekommt er antidepressiva. seit dem hat er sich sehr verändert. ich komme nicht mehr an ihn ran. und der große hammer kam kurz vor weihnachten. er war übers wochenende zuhause. er hat mir unter tränen gesagt, er kann das alles nicht mehr, er liebt mich über alles aber will nur noch weg. er geht zurück zu seinen eltern. in den letzten 2 wochen habe ich viel mit seinen eltern und seinen freunden telefoniert, wie das alles ablaufen soll und so. er selbst ist irgendwie nicht erreich bar. so, jetzt soll ich mal mit der ganzen situation fertig werden. ich weiß nicht mehr weiter und wie ich mich verhalten soll. ich bin total fertig. 2 jahre hab ich versucht ihm zu helfen und hinter ihm zu stehen. und jetzt lässt er mich sitzen, mit den worten: ich liebe dich über alles aber es ist besser so!!!! was soll das bedeuten. ich geh kaputt an dem allem. er kommt am mitte januar aus der klinik. ich weiß aber noch gar nicht, ober heim kommt, seine sachen holen oder wie er das alles machen will. seine eltern wissen auch nicht mehr. ich meine, ich verstehe ja, daß er mit der depression echt zu kämpfen hat. aber was erwartet er jetzt von mir? ich komme mit dieser ganzen situation einfach nicht zurecht. mir geht es sehr schlecht.
kann mir irgendjemand vielleicht was dazu sagen oder mir einen tip geben?

LG Angel34

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Remedias
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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon Remedias » So 2. Jan 2011, 22:16

hallo Angel,
in Akutsituationen und dein Freund befindet sich darin, sollten keine weitreichenden Entscheidungen getroffen werden. Er sollte sich Zeit lassen, damit er frei von Krankheitsdruck entscheiden kann.
liebe Grüße Remedias

angel34
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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » Di 4. Jan 2011, 13:20

tja, ich befürchte aber, er hat sich schon entschlossen. er kommt am mittwoch nächste woche aus der klinik, holt nur ein paar sachen die er braucht und fährt gleich weiter nach berlin zu seinen eltern. da er dann über 600 km entfernt ist, hat die beziehung wohl auch keine chance mehr. ER war ja derjenige, der die beziehung nicht weiterführen will. Seine Worte: Ich liebe dich über alles, aber ich will dich nicht länger da mit reinziehen! tja, das ist dann wohl das entgültige aus. Wenn er schon nicht mehr will, hab ich doch keine chance mehr.

cake
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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon cake » Di 4. Jan 2011, 13:34

Zuallererst mal herzlich Willkommen hier im Forum angel! :wink:
ich liebe dich über alles aber es ist besser so!!!! was soll das bedeuten.
Im Grunde kann der Partner nicht auch noch der Therapeut sein. Angel34 Du solltest Dich auch nicht als solches sehen- ich denke das würde nicht gut gehen. :???:
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angel34
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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » Di 4. Jan 2011, 13:57

daß er nächste woche nach berlin geht, kann ich nicht verhindern. aber mir geht es ja auch hauptsächlich um die zeit, wenn er weg ist. wie soll ich mich verhalten? er möchte gern weiter kontakt, will ein foto von mir in seinem geldbeutel und so. aber er will die beziehung nicht weiterführen. also, was erwaret er denn dann von mir? er selbst kann es mir nicht sagen. er weiß es nicht. ich muss hier alles aufgeben, haus kündigen und in eine kleine wohnung ziehen, da ich das haus alleine nicht bezahlen kann. also muss ich mein leben neu organisieren. soll ich darauf warten, daß er irgendwann wieder zurück kommt? ich weiß einfach gar nicht weiter. es liegt vielleicht aber auch daran, daß ich mit dieser situation einfach nicht klar komme, weil ich es nicht verstehe. jeder, mit dem ich darüber spreche, sagt: lass ihn gehen und schliess mit ihm ab. brich den kontakt ab und versuch dein leben wieder allein zu gestalten. er tut dir nicht gut, er macht dich kaputt!
aber ich liebe ihn und kanndas doch nicht einfach so ausschalten und vergessen.

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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon cake » Di 4. Jan 2011, 22:07

also wenn er den Kontakt weiter halten will, hast Du ja prinzipiell die Möglichkeit die Infos mit der Zeit zu bekommen die Du willst, das ist vielleicht ja das Wichtigste...
Ja, aber vielleicht will er da mal "erwachsen "selber durch? :-k :-k :roll:
Keiner ist wie Mutti? :-k :-k
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angel34
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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » Do 6. Jan 2011, 18:39

Lieber Erwin, ich habe wirklich versucht, was aus ihm raus zu kriegen. doch er sagt immer, er kann so nicht weitermachen, ihm ist das alles zu viel. es ist alles nur noch leer um ihn herum. tja, das war aber für mich auch keine wirkliche erklärung. ich hab ihn auch gefragt, ob es vielleicht eine andere frau gibt, und das ich dann wenigstens verstehen würde warum er geht. das wäre ein grund, den ich akzeptieren kann. dann hätte ich wenigstens eine antwort und könnte mit der ganzen sache abschliessen. aber er schwört, es gibt keine andere frau. er ist das problem, er wird grade nicht mal mit seinem eigenen leben fertig und deshalb muss er gehen. er hofft, daß er zuhause bei seinen eltern wieder zu sich selbst findet. er wird am mittwoch aus der klinik entlassen, kommt kurz nach hause, ein paar sachen packen und fährt dann gleich mit einem freund nach berlin. also werde ich nicht mehr viel gelegenheit haben, mit ihm zu sprechen. und ganz ehrlich: dieser mann, der er jetzt ist, den verstehe ich nicht. ich liebe diesen mann, der er vorher war. mit all seinen kleinen macken und so. jetzt ist er mir so fremd. und wenn er mir schon aus dem weg geht und so schnell wie möglich weg will, bitte schön, ich werde mich nicht aufdrängen. ich finde es einfach nur so schade wie das alles gelaufen ist. ich muss wohl einsehen, daß es vorbei ist! Er will nicht in meiner nähe sein und flüchtet über 600 km weit weg! tja. ich weiß nur, daß ich mit sicherheit nie mehr einem mann vertrauen kann und ganz sicher nicht mehr lieben kann. ich habe alles gegeben und noch mehr, aber es war wohl nicht genug.

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Remedias
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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon Remedias » Do 6. Jan 2011, 18:47

hallo, Angel,
lass deinem Freund Zeit, er ist in einer Akutphase.
Ich verstehe seine Ärzte und Therapeuten nicht ganz; mir hat man gesagt, als ich das erste Mal in der Klinik war; ich sollte jetzt keine abschließenden Entscheidungen treffen, weder im Berufsleben noch privat.
Erst als es mir besser ging, habe ich beispielsweise meine Arbeit gekündigt.
Es gibt Kranke, die erkennen ihre Freundin nicht einmal. Und alles was dein Freund jetzt sagt, ist einfach noch nicht endgültig.
liebe Grüße Remedias

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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » Do 6. Jan 2011, 19:13

hmmm, also. ich hab mal zu ihm gesagt, er sollte mal mit seiner therapeutin über seinen entschluss sprechen. seine antwort war: denen erzähle ich das gar nicht. er will nur noch die letzte woche durchziehen und dann nur noch weg. habe gerade mit seiner mutter gesprochen. sie wusste noch gar nicht, daß er gleich am mittwoch zu ihr kommt. das hätte er ihr wahrscheinlich erst am dienstag abend oder so gesagt. er drückt sich garde vor jeder unterhaltung. er redet nur mit seinen neuen freuden aus der therapie. seine anderen freunde (aus dem normalen leben) verstehen ihn auch nicht,aber müssen es auch akzeptieren. naja. du sagst, daß für ihn zur zeit nichts entgültig ist. er sagt, ich soll nicht um ihn kämpfen oder auf ihn warten. ich soll mein leben allein weiter leben und würde vielleicht einen mann finden, der mich verdient hat! soll ich etwa hier weiterleben, mit dem gedanken, daß er irgendwann wieder zurück kommt? nur um vielleicht später wieder weg zu gehen. tut mir leid, das kann ich nicht. ich bin so fertig, das alles macht mich selbst so kaputt. einige leute haben schon zu mir gesagt, ich soll selber auch mal zu einem therapeuten gehen, weil ich das alles nicht alleine schaffen würde. ich esse kaum noch, schlafe nur wenig (mit hilfe von Schlaftabletten) und bin total down. mir hat jemand vor ein paar wochen einfach mein schönes normales und glückliches Leben geklaut. tja, so fühle ich mich eben. ich bin so froh, wenn ich mal mit ihm kurz telefoniere ohne sofort in tränen auszubrechen. oder ich mit einer freundin darüber rede und nicht nur am heulen bin. ich bin so dankbar, daß ich hier im forum ein paar leute gefunden habe, die mir zuhören (mitlesen). ihr seit gerade mein einziger halt!!! Danke daß es euch gibt.

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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » Do 6. Jan 2011, 20:00

er kann so nicht weitermachen, war gemeint in bezug auf sich. er war seit august krankgeschrieben und auf der suche nach einem Termin bei einem therapeuten. er war vorher noch nie bei einem. bei ihm hat das alles sich erst nur körperlich gezeigt. er wollte nicht wahrhaben, daß es doch ein psychisches problem ist. also war er seit august zuhause. ich auch, da ich eine Fuß-op hatte. ich war 3 monate krankgeschrieben, konnte nicht laufen. naja. nur durch glück haben wir dann mit dieser klinik in pfaffenhofen telefoniert und auch gleich einen platz zur stationären behandlung für ihn bekommen. ihm wurde von einem therapeuten geraten, sich stationär behandeln zu lassen, weil er schon massive einschränkungen hatte. tja, und als er dann auch noch die tabletten bekam, ist bei ihm irgendwie eine sicherung im kopf durchgebrannt. ich kann es nicht anders beschreiben. ich denke daß ihm die ganze situation irgendwie unangenehm ist und er daher zu seinen eltern gehen will, weil er meint, daß er dort wieder zu sich findet. nur ihm ist wohl nicht klar, daß er sich dort nicht irgendwo verkriechen kann. auch dort muss er sich einen therapeuten suchen und die therapie weiterführen, und er muss auch schauen, daß er weiter geld bekommt und so. naja, wie auch immer. ich kann an der situation nichts ändern. ich kann nur abwarten wie es weiter geht!

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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon lordi » Fr 7. Jan 2011, 22:30

Hallo angel 34,
dein Freund hat den Wunsch wegen seiner starken Depression dich nicht zu belasten. Das hatte ich auch. Ich fühlte mich durch die Depression unwürdig, unwichtig und hatte Suizidgedanken, alles stürzte über mich zusammen. Also bin ich auch 2 Wochen ausgezogen, dann habe ich den Partner aber doch vermisst und bin zurückgekommen.
Also, du kannst nur abwarten, ob er dich vermisst. Vielleicht kommt er nach 5 Wochen wieder an, vielleicht hättet ihr auch besser getrennte Wohnungen.
Sei nicht so traurig, du hast dich mehr als genug für ihn eingesetzt, du hast auch ein Anrecht auf ein glückliches Leben.
Liebe Grüße
Lordi

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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » Sa 8. Jan 2011, 13:45

Hallo Lordi,
vielen Dank für deinen Beitrag. Es tut gut, mit Menschen darüber zu reden, die selbst auch betroffen sind. Viele anderen können einfach damit nichts anfangen. Du hast recht. Ich muss geduldig abwarten, was kommt. Wenn die Liebe groß genug ist bei ihm, wird er irgendwann zurück kommen.
Vielen Dank

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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » Sa 8. Jan 2011, 19:09

Aber warum fühle ich mich so schlecht? er sagt ihm geht es nicht gut und er muss hier raus. seit dem hab ich ihn nicht mehr gesehen, er ist mal in münchen mal in regensburg am wochenende und ist bei irgendwelchen neune freunden. mit mir konnte er im letzten jahr nicht mal spazieren gehen oder so. und ganz sicher nirgens rein gehen. jetzt geht er essen ins Restaurant und so. ich fühle mich, als ob ich bestraft werden soll. ich sitze nur noch zuhause rum und grüble über den ganzen scheiß. jetzt geht er jedes wochenende weg und genießt sein leben und ich sitze hier und frage mich warum mein leben grade den bach runter geht. da stellt sich doch die frage: Wem von uns beiden gehts schlechter und wer ist krank? das alles ist so unfair. langsam glaube ich echt, das mit dem:"ich fühle nur leere und so". war nur eine Ausrede. Er wollte wohl einfach nur weg von mir. und da hat sich so eine Lüge wohl angeboten. boah, warum ist das alles so unfair? Meine nachbarn sind so lieb zu mir. heute kam die eine und hat mir lecker Kaffeepads gebracht und die andere hat mir einen Blumenstrauss gebracht. Und ich kann nicht mal mit ihnen reden, weil ich jedes mal in Tränen ausbreche. ICH leide und er feiert! Irgendwas läuft hier doch gewaltig schief!!! Ich bin total durcheinander. Ich glaube ich brauche bald selber eine Therapie. Ich komm einfach nicht klar damit.

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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon angel34 » Sa 8. Jan 2011, 20:52

ok, jetzt ist es sowieso vorbei. er hat gerade auf meine Frage ob der mich noch liebt, winw sms zurückgeschrieben: "Bin garde beim Minigolf... und nein, weil ich es nicht mehr kann und nicht will..."
tja, das wars dann wohl entgültig. mit so einer antwort hab ich echt nicht gerechnet. aber beendet wenigstens meine Überlegungen und meine Situation. Er will nicht mehr! also, good bye... das wars also

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Remedias
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Re: Hilfe für Partner von Depressionskranke

Beitragvon Remedias » Sa 8. Jan 2011, 21:52

Hallo, Angel,
das tut mir sehr leid, das muss wirklich wehtun.
Allerdings hatte ich auch Phasen der Krankheit, wo mir meine Familie völlig gleichgültig war.
liebe Grüße Remedias


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