Wie kann ich meiner depressiven Freundin noch mehr helfen?

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Iltis05
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Re: Wie kann ich meiner depressiven Freundin noch mehr helfen?

Beitragvon Iltis05 » Do 27. Jan 2011, 20:29

Nun, einerseits hast du Recht. Für den Betroffenen ist es das Bequemste sich möglichst viele Dinge abnehmen zu lassen.
Andererseits leidet der Betroffene aber auch darunter, selber vor sich zu kapitulieren und aus dem Loch einfach nicht rauszukommen, darum muss man ihm helfen, wenn ers alleine nicht mehr kann.
Ich kann sie nicht alleine lassen, denn sie hat ausser mir niemanden. Und ich werde sie auch nicht alleine lassen und ihr helfen wo ich nur kann.

Grad mit der Tagesklinik telefoniert. Das muss ihre Ärztin eintüten es sei denn sie ließe sich stationär aufnehmen.

Die Frage ist, wie sie dazu steht und was sie meint, ob sie das machen würde, nochmal in eine Klinik zu gehen.Nur so kommt sie keinen Zentimeter weiter vorwärts, nur noch rückwärts....

Ja, wir haben eine sehr enge Beziehung gerade auch durch ihre Krankheit, aber es ist für mich halt auch sehr schwer. Aber was soll ich machen.

Ich hoffe daß irgendwas Positives passiert...

LG Tim

angel34
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Re: Wie kann ich meiner depressiven Freundin noch mehr helfen?

Beitragvon angel34 » Fr 28. Jan 2011, 18:14

Wow, Erwin, ich muss sagen, deine Worte erklären vieles in meinem Fall. Genau so etwas hilft Angehörigen. Wenn ein Betroffener einfach mal die wahren Gefühle ausspricht bzw. schreibt. Von dieser Seite hab ich das alles noch nie betrachtet. Ich denke, daß diese "gutgemeinte" Fürsorge und Unterstützung einfach zu viel ist. Und in meinem Fall hab ich wohl meinen Ex-Freund selbst verscheucht. Ist ja klar, daß Menschen mit Depressionen sich dann zurückziehen.
Tja, da kann man nur allen Angehörigen sagen:
" Klappe halten, zuhören und einfach nur da sein, wenn man gebraucht wird. Ansonsten abwarten und Tee trinken!"
Und ich denke, daß es dieses Abwarten doch wert ist, wenn man seinen depressiven Partner wirklich liebt.
LA
Ange

angel34
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Re: Wie kann ich meiner depressiven Freundin noch mehr helfen?

Beitragvon angel34 » Fr 28. Jan 2011, 20:01

Nein, Erwin, auf keinen Fall. Du kannst den Bogen gar nicht überspannen. Denn jeder, der mit soetwas zu tun hatte, wird dich verstehen. Nur wird leider viel zu oft nur drum rum geredet. Für mich war das alles echt neu. Und niemand konnte mir irgendwas sagen. Ich habe versucht mir Hilfe bei seiner Therapeutin zu holen. Wie ich mich verhalten soll usw. Aber die hat es abgelehnt, oder mich falsch verstanden. Ich habe mich dann natürlich auch falsch verhalten. Als mein Ex zu mir sagte, es wird im alles zu viel und so, hab ich natürlich geweint und ne riesen szene gemacht. Natürlich bin ich verletzt und so. Aber ich denke, daß mein Ex gar nicht in der Lage war, daran zu denken wie es mir geht. Er hat wirklich gerade genug mit sich selbst zu tun. Und genau das habe ich nicht verstanden. Einige haben zu mir gesagt, ich solle ihn lassen und erst mal mein Leben allein weiter leben. Für mich war das unverständlich. Jetzt verstehe ich es. Wenn er wieder langsam zu sich kommt und mich noch liebt, wird er zurück kommen. Wenn nicht, dann eben nicht. Und es hat nichts mit mir zu tun!
Erwin, Menschen wie du sind echt die besseren Menschen!
Wünsche euch noch einen schönen Abend

LG
Ange

PS: ich geh jetzt mal weiter trauern... Bin leider noch in der Trauerphase....

Iltis05
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Re: Wie kann ich meiner depressiven Freundin noch mehr helfen?

Beitragvon Iltis05 » So 30. Jan 2011, 13:17

Hallo Leute,

davon habe ich mich schon lange verabschiedet nach all den Jahren da sie meint, sie könnte das nicht mit mir und ich sei wie ein Bruder für sie etc.
Aber das ist eine ganz andere Geschichte die ich hier nicht ausweiten will und die hier nicht her gehört.

Es ist so, daß sie ja selber immer wieder Hilfe bei mir sucht und sagt " Was soll ich denn nur machen" und ich erzähle ihr letztlich immer wieder das Selbe, weil ich echt nicht mehr weiss, was ich dazu sagen soll.
Soll ich nur schweigen am anderen Ende?
Ich weiss selber auch, daß die gut gemeinten Ratschläge irgendwann einfach nur abprallen wenn der Andere immer besser weiss was man machen soll. Aber was soll ich machen wenn sie mir wieder ihr LEid klagt, wie schlimm und sinnlos doch ihr Leben ist und daß sie nicht weiss wie sie da rauskommen soll und und und.
Ich bin immer da und höre ihr zu, Jahr ein, Jahr aus. Ich befasse mich so intensiv mit ihren Problemen und suche nach Lösungswegen die ich ihr versuche aufzuzeigen. Aber was nützt es wenn sie dazu nicht die Kraft hat.

Hab sie am Freitag in einer guten Stimmung erwischt und bin dann mit ihr los. Einen Crosstainer kaufen damit sie zu Hause was für sich tun kann und nicht das schlechte Wetter oder sonstige Gründe vorschiebt, um nicht zum Fitness zu gehen. Daß sie morgens einen Grund hat aufzustehen anstatt den Tag zu verpennen und gefrustet darüber zu sein.
Das war wieder eine SItuation, da brauchte sie wen der sagt:So, jetzt aber los!

Für mich ist es auch anstrengend, immer wieder das Selbe zu hören - nur was soll ich denn machen? Ich gehöre nicht zu denen, die sich einfach zurückziehen weil ihnen das alles zu schwer wird, nein, ich stelle mich der Situation und setze mich damit auseinander!
Wenn sich von mir noch der letzte Freund zurück ziehen würde, dann wäre ich auch irgendwann am Ende.

Hab die Ärztin auch immer wieder gefragt was ich noch verbessern kann. Sie sagt auch, mehr kann ich nicht machen, halt da sein, und wenn man nur zusammen da sitzt und Kaffee trinkt.

Doch wenn sich einfach nichts verändert steht sie auf der Stelle.Wie kann sie vorwärts kommen?
Sie muss ja erkennen daß sie ihr Leben in der Hand hat und nicht andere. Hab ich ihr auch immer wieder gesagt, daß ich ihr das eigene Leben nicht abnehmen kann, das muss sie selber.
Und sie muss es wollen.Und wenn sie keine Kraft dazu hat, dann muss sie damit leben, daß es noch Zeit braucht, doch wer hat schon Zeit und wartet gerne? Jeden Tag drauf warten daß es besser wird und es wird nichts besser, das zermürbt. Aber irgendwie muss sie darauf kommen, wie sie es selber steuern kann, daß etwas besser wird, und da muss sie hin.

Aber es ist ein langer Weg.

LG Tim

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Re: Wie kann ich meiner depressiven Freundin noch mehr helfen?

Beitragvon Remedias » So 30. Jan 2011, 15:41

Hallo, Tim,
der Crosstrainer ist eine Superidee.....
liebe Grüße Remedias

Iltis05
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Re: Wie kann ich meiner depressiven Freundin noch mehr helfen?

Beitragvon Iltis05 » So 30. Jan 2011, 18:49

Hallo Sonne,

sie hat ja eine ganze Zeit Citalopram genommen, doch die haben überhaupt nicht geholfen.
Ihre Ärztin meint immer, die Depri braucht halt ihre Zeit bis sie langsam abklingt...und ich hab hier auch immer schon gelesen, daß meistens so von 1,5 Jahren geschrieben wurde.
Sie meint, sie will nicht noch mehr Pillen nehmen, die würden eh nicht helfen.GUt was soll ich dazu sagen....ist ihre Entscheidung. Gibt ja nicht nur ein AD, hab ihr auch schonmal vorgeschlagen mit der Ärztin über ein anders AD zu sprechen.

Sie muss ja selber entscheiden was sie will oder nicht will, kann man sie ja nunmal nicht zu zwingen.

Hoffe auf die Therapie, daß was besser wird.

LG Tim

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Re: Wie kann ich meiner depressiven Freundin noch mehr helfen?

Beitragvon Remedias » So 30. Jan 2011, 20:02

Hallo, Iltis 05,
das richtige AD ist so was wie der Sechser im Lotto.

liebe Grüße Remedias


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