Ich glaube, ich brauche jetzt auch Hilfe...

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Depressionen, manischen und manisch-depressiven (bipolaren) Störungen, Zyklothymie, Dysthymie und anderen Störungen des Gemüts.
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Assigned
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Ich glaube, ich brauche jetzt auch Hilfe...

Beitragvon Assigned » Di 22. Jan 2008, 09:49

Liebes Forum...
Ersteinmal bin ich gerade (zum Glück) auf dieses Forum gestoßen..
Ich bin nun 23 Jahre alt, und meine Freundin (die der wichtigste Mensch für mich ist) wurde mit einer akuten Manie vor 2 1/2 Wochen in die Psychatrie eingeliefert.

Sie ist nun das insgesamt zweite mal da, wobei ich sagen muss, dass wir uns bei ihrem ersten Aufenthalt noch nicht kannten.

Alle unsere Probleme fingen ca. 1-2 Tage vor Silvester an, als sie ihr Neuroleptikum vergessen hat zu nehmen. Ich muss sagen, leider habe ich nicht darauf geachtet, aber sie kam mir den Tag über schon sehr komisch / aggressiv vor. Dieses Zustand verschlimmerte sich bei ihr immens, da sie bis zur Einlieferung insgesamt 5 Tage nicht geschlafen hat. Sie hatte (fällt mir schwer zu schreiben) sehr starken Hass auf mich, aus für mich unerklärlichen Gründen.. In dieser Zeit habe ich viel mit ihren Eltern geredet, weil sie sich inzwischen auch schon Sorgen machten. Nach langem hin und her, kamen wir zu der These, das dieses wieder ein akuter Manischer Anfall sein wird. Also blieb es nur übrig zu Handeln. Ich habe mit ihr gesprochen, und ihre Eltern haben versucht den Neurologen zu erreichen, der natürlich ( wie soll es auch anders sein) zu dieser Zeit im Urlaub war.
Als ich sie zuerst vorsichtig mit dem Thema Manie konfrontiert habe, wurde die Aggressivität dermaßen ausgeprägt, das sie Abstand von mir wollte usw.
Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, fallen in solch einer aggressiven Manie doch mal ein paar böse Worte von dem Erkrankten. (Finde ich mittlerweile nicht weiter schlimm)
Letztendlich wurde sie dann gegen ihren Willen eingewiesen, als sie mitten in der Nacht auf dem Balkon herum Turnte usw.
Im Krankenhaus angekommen, wurde ihre Manie zusehens besser, bis gestern.
Ab dem Wochenende hat sie Ausgang bekommen, am Wochenende 8 Stunden täglich und sonst 2 x 2 Stunden täglich.

Am Wochenende fing es an, das sie unbedingt ins Solarium gehen wollte, und wir sie mit nichts davon abbringen konnten..
Nun, sie schläft dort auch recht wenig, was ich den Aäzten auch gesagt habe, das sie jeden Tag um 4 Uhr Nachts aufwacht und aktiv wird.
Es gab aber keinerlei Reaktion auf diesen Hinweis, weder seitens des Pflegepersonals, noch der Ärzte.

Nun zu meinem schlimsten Problem, bei dem ich einen riesen Fehler gemacht habe. Ich bin mittlerweile relativ eifersüchtig, da sie des öfteren ein wenig mit anderen Kerlen flirtet. Denke ich ist soweit normal. Nun fing es aber an, das ich merkte, das sie sich im Krankenhaus sehr schick machte, sie brauchte unbedingt Wimperntusche, Liedschatten, Haarspray, Rasierer etc. und natürlich nicht zuletzt Solarium.

Ich weiß, eigentlich sollte ich ihr vertrauen, das sie nichts macht bzw. auch keinen Grund dazu hat, da sie mir des öfteren gesagt hat, das sie mich über alles liebt, sie froh ist, das ich für sie da bin etc.

Das problematische an der ganzen Geschichte ist, laut Erzählungen ihrer Eltern, das sie letztes mal, als sie da war, ständig, bis mitten in die Nacht hinein mit Kerlen da herum hing, mit ihnen geflirtet (selbstverständlich) hat usw. Darauf hin, wurde sie wieder rüückfallig und kam wieder auf die ganz geschlossene Station.

Nun geht es schon wieder so los. Es liegt ein Grieche mit auf der Station, mit dem sie sich sehr gut ( meines Erchtens nach und laut ihren Eltern auch) zu gut versteht, sodass alle wieder Angst haben, dass ein Rückfall statt findet, da sie vor ihren Eltern, bzw. Mutter sehr sehr viel über diesen Griechen erzählt.

Gestern ist mir dann letztendlich der Geduldsfaden geplatzt. Sie hatte mir des öfteren versprochen sich dort von sämtlichen Kerlen zurückzuhalten, aber jedes mal gebrochen. Siehe dem Fall mit dem Griechen.
Mit dem Griechen ist auch noch einiges anderes gewesen, unter anderem habe ich im Bezug auf einen Mp3 Player von ihr vernommen " ich lasse ihn noch ein wenig zappeln"
Ich habe mit ihr darüber gerdet, als sie noch klar war, und sie meinte nur dazu, das sie sich für mich hübsch machen will, und das sie mich niemals gegen irgendwen eintauschen würde. ( Es haben sich bedingt durch die Krankheiut auch schon viele von ihr abgewendet)
Nun zurück zum Thema, gestern ist mir die Hutschnur geplatzt, als der Grieche wieder die ganze Zeit zu ihr rüber gesehen hat usw.
Ich habe ihm gesagt, das ich nicht möchte, das sie weiteren Umgang haben, dies war auch mit meiner Freundin abgesprochen.
Mir schien es im Nachhinein vielleicht ein wenig aggressiv rübergekommen zu sein, da sich im laufe des Tages niemand mehr traute, weder sie anzusprechen, noch sich in unsere nähe zu setzen.
Wir saßen also gestern Abend im Raucherraum und die Leute ( Jungs) stellten sich lieber neben die Sofa Ecke, als sich dazu zu setzen. Ist ein völlig kotroverses Verhalten im Gegensatz zu vorher. Als wir zu ihnen sagten, sie können sich auch gern dazu setzen, taten sie das auch ein wenig verängstigt.
Nun nach kurzer Zeit, kam natürlich auch mein, inzwischen Hassobjekt, der Grieche wieder rein und setzte sich auch erstmal dahin, direkt neben sie. War zwar die Nachbarcouch, aber trotzdem merkte ich schon wieder dieses Pochen in mir.
Zugegeben, wir wollten auch ein wenig provozieren Gestern (nichtz nur ich, sie auch!). Nun fing er wieder an sie anzusprechen. Das war für mich in diesem Moment, Grund genug für mich, für eionen kleinen Ausraster. Ich habe ihn sehr böse angesehen, und nicht gerade in einem netten Ton zu ihm gesagt " habe ich dir nicht vorhin etwas gesagt?!?"
Ich kenne meine Wirkung auf andere, ich komme wenig bzw. garnicht in physische Auseinandersetzungen, da ich auch fast 2 Meter groß, bei ca 90 Kg bin. Allerdings nicht dick.. Nunja, er fing an zu stottern, bekam es ein wenig mit der Angst zutun und alles war gut.( Für uns beide )

Gestern Abend, als ihren zweiten Ausgang nahm, war sie relativ schnell, sehr müde, sodass ich sie zurück brtachte.
Sie ging dann auch in ihr Zimmer und schlief ein, ca. 22 Uhr bis 24.00 Uhr.
Dann lag sie die ganze Nacht, trotz 2 Schlaftabletten wach. Um halb vier heute Nacht hat sie mir eine SMS geschickt, die sehr normal klang, sie kann nicht schlafen, hört Musik auf dem Ipod den ich ihr geschenkt habe, hofft, das sie mich nicht weckt und ich soll mich morgends nach dem aufstehen einfach mal melden. Signiert war das ganze mit Ich liebe dich.

So, heute Morgen nach dem Aufstehen, rief ich sie an. Handy aus.
War nicht weiter schlimm, hab mir zwar schon so meine Gedanken gemacht, aber dann einfach auf dem Stationstelefon angerufen.
Als ich sie dann dran hatte merkte ich, beim ersten Wort schon, das irgendwas mit ihr ist..
Sie wollte mir aber nicht sagen was, weil alle anderen daneben waren und sie meint, sowas macht man unter 4 Augen.
Da sie auf Toilette musste, sagte sie mir, das wir auflegen sollen und morgen sprechen. DA WAR ES MIR KLAR!!!
Wir sehen uns jeden Tag und haben auch eine sehr enge Bindung. Wir sind uns da sehr gleich.. Also es wird von keinem von uns (im Normalfall) als Klammern angesehen.
Nun wollte sie ihr Handy aufladen etc. plötzlich war der Akku dann doch schon geladen, sie hat es also aus gemacht.
Nun war das Handy also wieder an und wir redeten noch ein wenig.. Sie war das ganze Gespräch über sehr aggressiv, und als ich sie auf die Krankheit ansprach, rastete sie wieder völlig aus, und meinte sie weiß auch garnicht ob sie noch mnit mir zusammen sein will und das sie ihren Ring auch abgenommen hat (hat sich entzündet, und auf der anderen Hand zwickt er)
Naja, jetzt stehe ich da mit dem schlamassel und weiß nicht wie ich damit umgehen soll..
Ich bin echt total fertig mit den Nerven, es tut sehr weh solche Dinge zu hören und zu fühlen.
Ich bin hier am durchdrehen, und bin froh, das ich dieses Forum gefunden habe..

Ich hardere momentan doch sehr mit meinem sSchicksal, wobei es für mich nicht in Frage kommt, sie wegen der Krankheit zu verlassen, obwohl dies vielleicht doch der leichtere Weg wäre.

Ich hoffe, ihr könnt mir da vielleicht ein wenig weiter helfen, wie ich es alles handhaben soll, vorallem das sie gesagt hat "naja, also irgendwo liebe ich dich schon noch"

Es macht mich alles sehr fertig. Danke das ihr euch die Zeit genommen habt, den Text zu lesen. Gibt es hier vielleicht noch andere unipolar Manische Leute, die mir die Krankheit und den Umgang mit ihr etwas näher bringen könnten?
Ich währe euch sehr dankbar.
MfG


Kleiner Nachtrag, was ich für wichtig erachte und leider vergessen habe. Am Sonntag abend, als ich sie wieder nach ihrem Ausgang zurück brachte, stand sie weinend und völlig aufgelöst vor mir uns sagte: " Schatz, ich glaube, die geben mir die falschen Tabletten, ich glaube es geht schon wieder los"

Sorry, das ich das erst als Nachtrag schreibe, aber ich bin selber so durcheinander, ich weiß garnicht wo mir der Kopf steht und ich merke, das so allmählich auch meine "Kraft" weniger wird. Aber ich will und werde nicht aufgeben!!!

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Beitragvon fluuu » Di 22. Jan 2008, 18:56

Hallo Assigned,

dass Du die ganze Geschichte hier ins Forum geschrieben hast ist schon die größte Hilfe die das Forum bietet.
Habe vor über 20 Jahren die Diagnose manisch/depressive Störung bekommen und arbeite heute ehrenamtlich mit psychisch chronisch Kranken.

Der von Dir beschriebene Beziehungskonflikt ist nicht selten bei akuten psychischen Krisen. Nichts ist sicher und nichts ist wie es war.
Es ist für Dich als angehöriger Partner schwer, Du bist relativ machtlos ausgeliefert.
Gegen Verlustängste kann man kaum etwas tun, sie muss man aushalten, das Einzigste was hilft ist Loslassen. Zermarter Dir nicht den Kopf während sie in der Klinik ist und stell Dir den Griechen vor, das bringt nichts. Lass sie machen und vertraue darauf, dass sie wiederkommt.
So eine akute Krise mit stationärem Aufenthalt ist ein Ausnahmezustand, auch für die Beziehung, da braucht es einen besonderen Umgang. Lass sie machen, es ist Dir egal und kümmere Dich um Deinen eigenen Tagesinhalt und Stabilität.
Ich weiß wie schwer das ist aber lechze nicht nach jeder kleinen Liebesbekundung von ihr. Du hast richtig bewertet, dass Beschimpfungen, Aggressionen und Hass in der akuten Manie nicht persönlich zu nehmen sind und abprallen sollten aber dann nimm ihre Liebesbekundungen auch nicht so ernst und bleibe distanziert abwartend und kümmere Dich um Deine Inhalte, Kontakte und Interessen.
Du kannst Dir Sorgen machen um sie, das lässt sich auch nicht vermeiden wenn Du Gefühle hast aber nicht zu doll. Sie ist erst einmal in der Klinik aufgehoben und zwar völlig ohne Deinen Einfluss, da brauchst Du Dir keinen Kopp drum machen...

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Beitragvon Xcat » Di 22. Jan 2008, 21:16

@Assigned,

ich habe eine Freundin die die bipolare Störung hat, und wenn sie manisch ist kann man sie nicht ernst nehmen. Es ist dann alles so übertrieben, extrem, und sie weiß selbst nicht was sie möchte und was mit ihr los ist. Später hat sie es dann vergessen, oder bereut es wiederum. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man in diese manische Phasen nur wie ein Ritter in der Rüstung vor ihr überstehen kann.

Übrigens ist mein Schwager auch Bipolar, und mit ihm geht es genau so ab. Irgendwann gewöhnt man sich dran, ist aber echt nicht einfach.

Über den Griechen würde ich mir auch kein Kopf machen, in der Klinik wird alles überwacht, außerdem vergiss nicht dass er auch eine Störung hat, sonst wäre er wohl nicht dort.

lg Tom
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Beitragvon Assigned » Mi 23. Jan 2008, 09:00

Hallo,

vielen Dank erstmal für eure Antworten...

Also die Geschichte hat sich gestern weiterentwickelt. Undzwar bin ich gestern auch, wie jeden Tag, zur Klinik hin um sie zu besuchen - da haben mich plötzlich die Pfleger nicht rein gelassen :shock:
Ich hatte Stationsverbot...
Naja, wie dem auch sei, hab ich dann Getränke und Kippen für sie abgegeben, da ich genau wusste, das sie keine mehr hat.

Nachmittags, hat mich ihr Vater dann angerufen mit den Worten, sie ist zu Hause und ich solle jetzt dahin kommen.
Sie hatte wohl in diesem Rückfall den Gedanken, das ich weiß, wann sie Ausgang nimmt, und wenn ich dann bei ihr zuhause bin bzw. hinkomme, weiß sie, das ich sie wirklich liebe.. :???:

Nunja, gestern war im Prinzip alles wieder in ordnung, bis auf das sie allen möglichen Mist in der Klinik erzählt hat :D

Zu meinem Bedauern hat sie sich aber auch bei dem Griechen entschuldigt, der sich jetzt aber auf eine andere Station hat verlegen lassen.. :D :D :D

Ich glaube mein größtes Problem ist,das ich überhaupt keine Erfahrung im Bezug auf Manie habe..
Gestern allerdings habe ich mit einem Mädchen, einer Freundin von meiner Freundin :razz: , gesprochen und das hat mir ziemlich geholfen.

Prinzipiell habe ich meine gesamten Informationen über die Krankheit aus dem Inet. In jedem Text steht was von der gesteigerten Libido, was mir auch am meisten Sorgen macht.
Als ich die beiden gestern darauf angesprochen habe, ssagte die eine, also nicht meine Freundin, das sie während ihrer Manie das Verlangen nach einem anderen Partner hatte.
Meine Freundin sagte dazu nur, das es bei ihr ganz und garnicht so ist, das sie momentan nicht mal körperliches Verlangen nach mir habe..

Wisst ihr da vielleicht ein Bisschen mehr? Das ist der Punkt der mich am meisten belastet. Ist es in einer Manie, oder kann es in der Manie so sein, das man garkein sexuelles Bedürfnis hat obwohl es im Normalfall recht hoch ist?

MfG

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Beitragvon Xcat » Mi 23. Jan 2008, 10:13

@Assigned,

ich hatte schon fast befürchtet, dass du dich mit solche Aktionen auf der Station nicht beliebt machen könntest. Eine Station, besonders eine Geschlossene, ist eine ganz kleine Welt, die leicht aus dem Gleichgewicht kommen kann. Vermutlich bist du dort nun dauerhaft gesperrt.

Meines Erachtens ist es nicht bedauerlich wenn sich deine Freundin beim Griechen entschuldigt hat. Und dass er sich hat verlegen lassen, zeigt dass ihn den Vorfall wohl sehr tief getroffen hat. Vielleicht muss er jetzt deswegen eine gute Zeit länger in ständige Behandlung bleiben.

Zu deiner Frage:

Wenn in der Manie die Libido gesteigert ist, haben Maniker kein Interesse an ihren festen Partner. Also um zu wissen in welcher Phase sie sich befindet, musst du erst mal raus bekommen, ob sie nur auf dich keine Lust hat momentan, oder ob sie wirklich überhaupt keine Lust mehr hat.

Ich kenne das übrigens auch von meinem Schwager, der in manische Phasen vor jeder Frau einen ****** kriegt. Das habe ich schon mit eigene Augen gesehen. Dabei muss die Frau nicht einmal schön sein, oder gut aussehen, einfach nur eine Frau sein. Nur mit der eigene klappt es nicht mehr.

Meine Freundin die Bipolar ist, hat auch solche Phasen der gesteigerte Libido in der Manie. Irgendwann geht es bei ihr ins genaue Gegenteil über, wirklich von heute auf morgen. So eine Art "Ernüchterungsphase". Meist ist es das Zeichen einer abklingenden Manie. Das musst du aber genau differenzieren.

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Beitragvon Assigned » Mi 23. Jan 2008, 11:12

Hi, erstmal Dankeschön...

Also gestern hat sie mich auf der Station sperren lassen :shock:
Hat ihnen aber später am Abend gesagt, das sie mich wieder "entsperren" sollen..

Und zu der Libido, tut mir leid das ich da so viel drüber rede aber es belastet mich doch sehr, hat sie selber gesagt, das sie garkeine Lust hat... außer wenn wir uns küssen..
Also sie meinte weder andere noch ich..

Kannst du mir vielleicht sagen, wie ich so etwas vielleicht heraus bekommen kann, ob sie auf andere "scharf" ist?

MfG und vielen vielen Dank für die Hilfe

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Beitragvon Xcat » Mi 23. Jan 2008, 11:27

@Assigned,

du musst dich doch nicht entschuldigen über etwas zu reden was dich belastet.

Ich schätze du machst dich deswegen einfach zu sehr fertig. Selbst wenn sie auf einen anderen scharf wäre in der Manie, würde es überhaupt nichts bedeuten. Sie würde ihn umgehend wieder fallen lassen wie eine heiße Kartoffel. Es sind eben keine Gefühle vorhanden, nur ein gewissen Wahn. Das musst du dir wie eine Fressatacke vorstellen, ein Hungergefühl das man nicht stillen kann. Meine Freundin hat mir mehrmals berichtet, dass wenn ein Kerl irgendwann positiv auf sie reagierte, sie sofort einen anderen suchte auf den sie "scharf sein" konnte...

Du solltest das alles wirklich nicht zu ernst nehmen. Und noch weniger andere Kerle deswegen nieder machen.

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Beitragvon Assigned » Do 24. Jan 2008, 19:01

Hey, erstmal wieder ein dickes Danke für deine Antwort.

Also, es hat sich jetzt rausgestellt, das sie wieder einen Rückfall hatte und wieder in der akuten manischen Phase war..

Nebenbei habe ich auch zu 99% raus bekommen, das sie wirklich nichts mit anderen Kerlen hatte.

Deine Worte die du mir geschrieben hast denke ich sind prinzipiell richtig, aber ich bin da ein wenig eigen. Ich könnte mit solch einem "Fehltritt" nichteinmal mit dem Wissen leben, das es krankheitsbedingt und geistesabwesend war. :shock:
Ich weiß, das sie auch in einer manischen Phase mit ihrem Ex zusammen gekommen ist, lange vor meiner Zeit, und selbst damit komme ich nicht wirklich klar.

Naja, aber ich danke dir vielmals für deine Hilfe. Ich hoffe, das sie sich jetzt auf dem Weg der Besserung mit der neuen Medikation befindet.

MfG

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Beitragvon Xcat » Do 24. Jan 2008, 20:18

@Assigned,

dann solltest du diesbezüglich an dir arbeiten, denn es wird vermutlich bei jeder manischen Phase so sein. Sie kann es dann einfach nicht anders steuern, egal wie sehr du auf sie einredest.

Schau dir mal die Dokumentation von ARTE an, ich gebe dir den Link der hier im Forum auch schon in einem anderen Thread bereitgestellt wurde: http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697 ... 3%5C0.html

Da ist vor allem ein junges Paar für dich von Interesse, weil genau dieses Problem mehrfach angesprochen wird, sowohl von ihr als auch von ihm.

Vielleicht hilft es dir weiter...

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Beitragvon fluuu » Fr 25. Jan 2008, 11:33

Hallo Assigned,

wenn Deine Freundin einen manischen Schub hat und auf Station in Behandlung ist, dann ist sie krank und die Situation braucht entsprechenden Umgang.
Da ist die Frage weniger wie kriege ich sie für mich eingenommen, erobert und gesichert, sondern eher gelassen bleiben. Um so mehr Du sie krallen oder klammern willst um so mehr wird sie flüchten. Sie hat mir ihrem psychischen Konflikt so viel zu tun, da braucht sie die ganze Kraft und Energie für die Stabilisierung ihrer Persönlichkeit.
Sicher kann es in der Manie ein gesteigertes Libido-Gefühl geben aber dem ist nicht so viel Gewicht bei zu messen als Partner, es ist ein Teil des Wahns.
Wie gesagt, bin selbst bipolar und kenne die Manie aus eigenem Erleben vor vielen Jahren.
Wenn es einen kranken Partner gibt ist die Verlustangst immer da aber wer soll damit umgehen können und es aushalten wenn nicht der gesunde Teil. Es ist schwer damit zurecht zu kommen aber auch gut sich Kontakte und vertrauensvolle Gesprächspartner zu suchen um damit einen Umgang zu finden. Ein Kontrollieren wollen, die Freundin womöglich überwachen oder andere Maßnahmen verschlechtert die Situation auf jeden Fall und verhindern das Vertrauen. Ich hoffe es hilft Dir etwas wenn ich meine, dass es gut ist wenn Du für sie da bist aber nichts von ihr verlangst, dass sie nicht bereit ist zu geben.

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