... und dann fehlten mir die Worte

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Mahela
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... und dann fehlten mir die Worte

Beitragvon Mahela » Mi 3. Okt 2007, 01:33

Hallo,

vielleicht hat mir ja jemand eine gute Idee?
Ich selbst habe schwere Depressionen und manövriere mich so einigermaßen durch meinen Alltag.
Heute (nee, bei der Uhrzeit gestern) haben mir dann doch die Worte gefehlt.
Mein Kollege hat mir erzählt, dass seine Frau und er sich getrennt haben. Sie hat Depressionen und er hat die ganze Zeit über zu ihr gehalten.
Und ich dachte immer, Mensch die hat wenigstens jemanden der ihr hilft und ganz nahe ist.
Ich hätte ihm so gerne etwas hilfreiches gesagt. Ich konnte seinen Schmerz spüren. Irgendwie hat die Krankheit gewonnen - und er als eigentlich Gesunder ist mit in den Strudel hineingezogen worden.
Und fühlt sich dem Verlust gegenüber nun völlig ohnmächtig.

Ich als Single kann den Beweggrund, den die Krankheit wohl auslöste, nicht wirklich nachvollziehen. Vielleicht weil ich es mir immer zu schön vorstelle jemanden zu haben, der mir eine Hühnersuppe kochen würde, wenn es mir schlecht geht.

Hat jemand von euch eine Idee? Ist es Sehnsucht nach Freiheit? Nach einem ganz anderen Leben? Will man seinen Partner nicht mehr belasten?

Wenn sich das nächste Mal die Gelegenheit ergibt würde ich das ganze gerne nochmal ansprechen. Aber nur, wenn ich es durchdacht habe und ich nicht nur Platitüden von mir gebe.
Und um es zu durchdenken brauche ich ein bisschen Unterstützung.

Gute Nacht

Liebe Grüße

Mahela

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Angelita
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Beitragvon Angelita » So 7. Okt 2007, 12:04

Hallo Mahela
Wenn sich das nächste Mal die Gelegenheit ergibt würde ich das ganze gerne nochmal ansprechen. Aber nur, wenn ich es durchdacht habe und ich nicht nur Platitüden von mir gebe.
Ich denke um Ihr Mitgefühl zu zeigen, müssten Sie sich nicht so viele Gedanken vorab machen. Echtes Interesse tut jedem gut!

Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Bekannter darüber reden möchte, können Sie ihn einfach fragen "Möchtest du darüber reden?"

Da Sie selber unter Depressionen leiden, sind Sie Expertin und können sich nur zu gut in die Situation hineindenken. Ich traue Ihnen zu, dass Sie Ihren Freund mit Feingefühl begegnen.

Statistisch gesehen ist das keine erstaunliche Entwicklung - viele Ehen gehen kaputt, wenn ein Teil unter Depressionen leidet. Oft trennt sich der "Gesunde" vom "Kranken", manchmal auch umgekehrt. Der Depressive fühlt sich bedrängt, eingeengt o. meint den "Gesunden" zu belasten, zu behindern, gönnt ihm seine Freiheit. In vielen Fällen funktionierts auch im sexuellen Bereich nicht mehr. Der Frust ist auf beiden Seiten u. je nach dem wie wichtig für die Partner dieser Bereich ist, kommt es zur Trennung o. man stehts mit einander durch.

Manchmal macht auch die Ehe depressiv. Dass es in dieser Zweiergemeinschaft zu vielen unschönen Situationen kommt, muss ich wohl nicht extra betonen, wenn sich der/die Schwächere dessen nicht bewusst ist/wird, kann es zur Depression kommen. Auch wenn dies erkannt wird, heisst das noch lange nicht, dass sich der/die Depressive daraus befreien kann in dem die Zwei in eine Paartherapie gehen o. es zur Trennung kommt.

Also die "Spielereien" sind unendlich u. so auch die Beweggründe einer Trennung.

Doch was an Ihrem Beitrag interessant ist, was hindert Sie spontan Ihre Gefühle dem Freund gegenüber zu zeigen? Warum "müssen" Sie sich erst absichern? Warum erzählen Sie nicht von sich, warum teilen Sie ihm ihre Phantasien zum Thema "Partnerschaft" mit? (Hühnersuppe kochen)

So könnte ein Austausch stattfinden, so könnten "Gesunde" u. "Kranke" von einander profitieren. Halt wie hier im Forum.
Gruss Angelita

“Man muss im Ganzen an jemanden glauben, um ihm im Einzelnen wahrhaft Zutrauen zu schenken.” H. v. Hofmannsthal


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