Was erwartet mich bei Diagnose F 33.3 ???

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Mahela
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Was erwartet mich bei Diagnose F 33.3 ???

Beitragvon Mahela » So 23. Sep 2007, 20:38

Hallo,
ich habe jetzt schon eine ganze Zeit im Internet rumgesucht und habe dabei auch dieses Forum entdeckt. Ich habe seit ca. 2 Jahren Depressionen. Bei meinem letzten Krankenhausaufenthalt wurde die Diagnose F 33.3 gestellt.
Damals war mir das "Etikett" ziemlich wurscht. Heute würde ich doch gerne wissen, was hinter diesem Diagnoseschlüssel steckt. Hat von euch jemand eine Definition oder besser noch eine Beschreibung?

Und was mich noch mehr umtreibt: Muß ich jetzt wirklich damit rechnen, dass ich immer wieder Rückfälle haben werde? Auch von solcher Heftigkeit?

Ich bastle immer noch an dem Versuch Teile meines früheren Alltages aufzusammeln.
Ich bin ratlos, wie ich das bewältigen soll.

Gruß

Mahela

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Remedias
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Beitragvon Remedias » So 23. Sep 2007, 21:22

Hallo Mahela,
F33.3 bedeutet Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode mit psychotischen Symptomen

Diese Diagnose habe ich auch. Trotzallem hat man mir gesagt, dass die Prognose eher gut ist; ich also gute Chancen habe, dass das nicht wieder kommt, sofern ich mit Medikamenten richtig eingestellt bleibe. Wenn Du noch was fragen möchtest, frag ruhig.
Liebe Grüße Remedias

Mahela
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Beitragvon Mahela » So 23. Sep 2007, 22:43

Hallo Remedias,
danke für die schnelle Antwort.
Es beruhigt mich, wenn es auch anders sein kann. Bei meiner "Story" haben mir die Ärzte gesagt, dass ich damit rechnen muss, dass es nicht der letzte Krankenhausaufenthalt war, dass ich mich auf eine Frühverrentung einstellen muss, dass ich - also eigentlich, dass mein bisheriges Leben futsch ist und ich froh sein kann, wenn ich einen Hauch von Alltag bewältige.

Ich konnte mich selber nicht mehr versorgen. Manchmal habe ich nur noch hören und sehen können, aber konnte in keinster Weise mehr reagieren. Wie in einem Albtraum unfähig auch nur eine Bewegung zu tun, aber alles mitzubekommen.

Inzwischen arbeite ich wieder. Allerdings fehle ich oft, so einmal die Woche einen Tag oder zwei...
Meine Freizeitakitvität ist bei null. Der Haushalt marode. Mein Freundeskreis hat sich einer Linie angenähert. Nur noch zwei halten mir die Stange.

Was mir Angst macht ist, dass es mir oft schwer fällt zu sprechen, oder dass ich nicht mehr weiß ob ich in der Realität bin oder in einem Dejà-vu-Erlebnis stecke.

Ich glaube, ich möchte nur einfach hören, dass das bei so einer Diagnose eben so ist und das alles gut wird....

Meine derzeitigen Ziele sind: akzeptiere die Realität. Und irgendwie bin ich auf der Suche wie die so sein kann.

Gruß

Mahela

bea
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Beitragvon bea » Mo 24. Sep 2007, 03:26

Liebe Mahela,

ich hatte die Diagnose f33.2. Aber nur weil der Psychiater nicht über die psychotischen Symotme unterrichtet war.

Mir geht es wieder gut. Ich kann arbeiten und das Leben macht Spaß.

Bist Du eigendlich in einer Psychotherapie? Die Psychotherapie hat eine ganze Menge dazu beigetragen, das es mir so gut geht.

Alles Gute Dir
Gruß Bea

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Beitragvon Remedias » Mo 24. Sep 2007, 11:37

Hallo @Mahela,
was du beschreibst von der jetzigen Realität kenne ich sehr gut. Mein Psych meint, dass hat einfach mit der Unsicherheit zu tun, denn so eine Sache ist ja doch ein Einbruch in dem täglichen Leben, aber es ist eine Frage der Zeit, wann diese Nachwirkungen verschwinden. Also sei zuversichtlich!!!!
(Ich gebe da @bea Recht, ein guter, aufbauender Psychiater oder Psychotherapeut ist da Gold wert; hast du so jemanden?)
Ich habe jetzt wieder nebenher zu arbeiten begonnen, ich gebe Nachhilfe. Am anfang dachte ich, ich packe es nicht von der Konzentration her, aber auch das wird besser.
Liebe Grüße Remedias

Mahela
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Beitragvon Mahela » Mo 24. Sep 2007, 22:05

Hallo Bea, Hallo Remedias,

eigentlich habe ich eine ganze Gruppe von Helfern um mich geschart.
Ich bin seit anderthalb Jahren bei einer Psychotherapeutin (für die täglichen Stolperfallen und mir unerklärlichen Reaktionen meiner Mitmenschen). Außerdem bin ich noch beim Psychiater (meinem Tablettenmenschen). Dann bin ich noch in einer KBT-Gruppe (damit nicht alles nur über den Verstand abläuft, außerdem gibt es da auch Betroffene) und ich habe einen ganz netten Hausarzt (wenn's eng wird, dann hilft der mir immer)

So schlecht geht es mir also im Moment nicht, sonst würde ich es auch gar nicht schaffen mich hier am Forum zu beteiligen, und ohne die "Schar" wäre ich nicht soweit hier meine Fragen zu stellen.

Es tut gut zu hören, dass es normal ist sich schlecht konzentrieren zu können (wobei "Normal" ist nur ein Mengenbegriff !!!) und dass das Leben auch wieder Spaß machen kann.

Danke euch beiden.

Gute Nacht

Mahela

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Beitragvon Remedias » Di 25. Sep 2007, 13:27

Hallo @Mahela,
schön, dass Du soviele Helfer hast... :)
was bedeutet KBT- Gruppe?
Liebe Grüße Remedias

Flora
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Beitragvon Flora » Di 25. Sep 2007, 18:22

Hi zusammen,
hallo Remedias,
ich habe gegooglet und folgendes herausbekommen:
KBT = Konzentrative Bewegungstherapie. Auf der Grundlage von Wahrnehmung und Bewegung bietet die KBT Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit den verschiedenen Seiten der Persönlichkeit.
Du gibst Nachhilfe, das ist ja super und bestätigt dich auch in deinen Fähigkeiten. Auf Grund deiner letzten Postings hatte ich mir schon so ein bißchen Sorgen gemacht. Aber mir fehlten immer die Worte, um reagieren zu können. Das ist leider mein Problem. Ich habe einzelne Tage, an denen mein Kopf einfach leer ist. Ich habe Gefühle und kann sie nicht ausdrücken. Tut mir wirklich leid.

Hallo Mahela,
ich habe die gleiche Diagnose aus der Reha bekommen. Zum damaligen Zeitpunkt ging es mir gar nicht gut. Ich konnte mich überhaupt gar nicht konzentrieren, an Bücher lesen war nicht zu denken, Filme gucken auch nicht, Hörbücher hören (selbst die leisesten waren mir zu laut)hat mich verwirrt. Ich konnte keinen Gesprächen folgen und schon gar nicht adäquat antworten. Ich saß einfach nur da. Man schrieb über mich, ich sei in meinen kognitiven Funktionen, insbesondere im Konzentrationsvermögen sowie in der Merkfähigkeit auf Dauer eingeschränkt, im Antrieb stark gemindert und stimmungsmäßig wechselhaft. Aber es wurde auch gesagt, dass ich bei konsequenter medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung wieder leistungsfähig werden würde.
Wenn ich Vergleiche ziehe zum vergangenen Jahr habe ich viele meiner täglichen Pflichten wieder übernommen. Leider hatte ich einige Einbrüche, die mein behandelnder Psychiater als schizophene Psychose diagnostizierte, aber selbst damit behaupte ich, dass es mir besser geht. Oder ich habe mich daran gewöhnt.
Lass den Kopf nicht hängen, selbst wenn eine Krise kommt. Dann soll es halt so sein, wer weiß wozu es gut ist. Ich rede mir immer ein, das eine Krise doch einen Sinn haben muss. Ich bin leider aus meiner letzten noch nicht ganz raus. Entschuldige.
Viele liebe Grüße
von Flora
Bis dahin.


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