Depression , Angst ,BP...manchmal ist Schilddrüse krank!

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Mimi
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Depression , Angst ,BP...manchmal ist Schilddrüse krank!

Beitragvon Mimi » Di 11. Sep 2007, 08:59

Hallo liebe Forumsteilnehmer!

Ich bin 37 Jahre alt und Mutter von 2 Kindern (ein Sohn,5 Jahre alt,eine Tochter,2,5 Jahre alt).

Ich bin ca. 3-5 Monate nach der Geburt meiner Tochter an einer schweren postpartalen Depression erkrankt.

Diese wurde mit einem Antidepressivum und einer Psychotherapie behandelt.

1,5 Jahre später habe ich per Zufall den Grund meiner Depression erfahren:Hashimoto Thyreoiditis,einer autoimmunen Entzündung der Schilddrüse ,die zu einem Mangel an Schilddrüsenhormonen führt.

Seitdem nehme ich synthetische Schilddrüsenhormone und es geht mir sehr gut:Depression und Stimmungsschwankungen sind endlich verschwunden!
Mein Antidepressivum konnte ich vor ein paar Wochen erfolgreich absetzen.

Die Hashimoto Thyreoiditis ist eine zu 80-100% vererbbare autoimmune Erkrankung der Schilddrüse (oft haben andere Familienmitglieder eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion,eine autoimmune Erkrankung der Schilddrüse Hashimoto Thyreoiditis oder Morbus Basedow) ,bricht aber oft erst nach hormonellen Umstellungsphasen wie die Pubertät,die Schwangersacht ,die Zeit nach der Geburt und Wechseljahren aus.Frauen sind 10 Mal häufiger betroffen als Männer.

Wenn sie nach der Geburt ausbricht,wird sie fachlich postpartale Thyreoiditis genannt.ca. 9 % der Frauen erkranken nach der Geburt an postpartaler Thyreoiditis.In 5 bis 30% der Fälle wird die daraus resultierende Unterfunktion chronisch.

Oft fängt die Krankheit mit einer sogenannten Hashitoxikose an:das Immunsystem zerstört plötzlich große Mengen an Schilddrüsengewebe und dadurch werden große Mengen an Schilddrüsenhormonen ins Blut freigelassen.

Es kommt zu Überfunktionssymptomen wie Nervosität,Reizbarkeit,Schwitzen,Schlafstörungen.
Gleichzeitig können schon Muskelschwäche,Müdigkeit und depressiven Gedanken auftreten.

Ein paar Wochen später geht der Stoffwechsel aufgrunde der weiteren Zerstörung der Schilddrüse in Unterfunktion über,was sich durch zunehmende Müdigkeit,Antriebslosigkeit,Kraftlosigkeit, Depression oder Angst/Panickattacken usw. zeigt.

Oft leiden die Betroffenen unter starken Stimmungsschwankungen mit schweren depressiven Einbrüchen.

Leider denken die Allgemeinärzte,Psychiater und Frauenärzten bei depressiven Symptomen,einer Angsstörung oder bipolarer Störung immer noch zu wenig an die Möglichkeit einer Schilddrüsenfehlfunktion bzw. autoimmunen Entzündung.

Oft werden den Patienten nur ein Antidepressivum und eine Psychotherapie verschrieben,die Schilddrüsenwerte werden in der Regel nicht kontrolliert (außer manchmal nach Einlieferung ins psychiatrische Krankenhaus).

Dabei kann eine Schilddrüsenunterfunktion übersehen werden,welche das Ansprechen auf Antidepressiva und Psychotherapie verringert und die Gefahr erhöht, dass die Symptome chronisch werden,da die autoimmune Entzündung der Schilddrüse Hashimoto Thyreoiditis (die häufigste Ursache für eine Unterfunktion heutzutage)nicht von allein ausheilt,sondern ein Leben lang besteht.

Es ist deswegen wichtig,dass eine Frau,die an Depression und/oder Angst und/oder bipolarer Störung nach der Pubertät,der Geburt oder den Wechseljahren leidet,ihre Schilddrüsenwerte durch einen erfahrenen und kompetenten Facharzt untersuchen lässt, um diese mögliche Ursache ihrer psychischen Symptome rechzeitig zu erkennen und eine notwendige Behandlung einzuleiten.

Liegt dann eine Schilddrüsenunterfunktion bzw. eine autoimmune Schilddrüsenentzündung Hashimoto Thyreoiditis vor,wird der Arzt das synthetische aber körperidentische Schilddrüsenhormon L-Thyroxin verschreiben,welches das Ansprechen auf das Antidepressivum und die Chance auf Heilung der depressiven Symptome erhöhen wird.

Manchmal kann auch eine Überfunktion der Schilddrüse zu Angst,Panikattacken und Depression führen.

Eine Überfunktion wird meist durch die autoimmune Schilddrüsenerkrankung Morbus Basedow oder eine Schilddrüsenautonomie (heiße Knoten,die unkontrolliert Schilddrüsenhormone produzieren) ausgelöst.

Hier werden den Patienten meist Schilddrüsenhormonehemmer verschrieben.

Leider gibt es immer noch viele Ärzte ,die eine Schilddrüsenunterfunktion oder -überfunktion aus verschiedenen Gründen übersehen :
*mangelnde Ausbildung und Forschung über Hashimoto Thyreoiditis
*TSH Normwerte in Deutschland zu weit gefasst
*neue internationale TSH-Normwerte mit geringerer TSH Obergrenze unerkannt oder ignoriert
* keine Berücksichtigung der freien Werte fT3 und fT4 bzw. ihrer Lage in der Norm
*keine Messung der Antikörper TPO ,TG-Aks und TRAKs
*kein Ultaschall, oder falsches Interpretieren des Ultraschalls.

Oft wird eine klinische Unterfunktion oder Überfunktion übersehen,wenn die Werte (TSH,fT3,fT4) in der Norm des Labors sind.

Neuere Studien haben aber gezeigt,daß psychiche Symptome einer Unterfunktion oder Überfunktion schon bei Werten in der Norm vorhanden sein können!

Deswegen ist es sehr wichtig,sich an einen kompetenten Facharzt zu wenden,der nicht nur die Laborwerte des Patienten berücksichtigt,sondern auch seine Symptome,um eine Therapie einzuleiten.

Diese Homepage hier kann dabei sehr hilfreich sein:

http://www.schilddruesenspezialisten.de/

Diese Liste enthält Adressen von Ärzten,die Schilddrüsenkranken empfohlen haben,weil sie mit ihrer Leistung besonders zufrieden waren.

Ich habe ein Forum gegründet,um psychisch erkrankten Menschen über dieses Thema zu informieren.

Die Link findet ihr in meinem Profil!

Falls ihr an Depression ,Angst oder bipolare Störung leidet ,seidt ihr dort herzlichst willkommen!
LGMimi

Postpartale Depression

Hashimoto Thyreoiditis

Bipolare Störung

150 µg Euthyrox

200 µg Natriumselenit

25 µg Zinkorotat

VitB (je 15 mg)

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