MD und Weltanschauung

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Depressionen, manischen und manisch-depressiven (bipolaren) Störungen, Zyklothymie, Dysthymie und anderen Störungen des Gemüts.
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Beobachter
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MD und Weltanschauung

Beitragvon Beobachter » Mo 10. Sep 2007, 14:11

Ich weiß nicht, ob es stimmt, aber ich habe immer wieder gehört, MD sei schulmedizinisch betrachtet "unheilbar". Besonders berührt hat mich diese These noch nie, denn mir waren seit langem zwei Dinge bewusst:

1. Die Weltanschauung der so genannten Schulmedizin ist begrenzt.

2. Die Schulmedizin selbst überlebt nicht durch das Heilen von Krankheit, sondern durch einen möglichst hohen Umsatz mit der Behandlung von Krankheitssymptomen.

Vor neun Jahren geriet ich erstmals in eine schlimme Manie und konnte mir anfangs natürlich überhaupt nicht erklären, was mit mir los war. Die nächste Erfahrung, die ich machen musste: Die Schulmediziner konnten es mir auch nicht erklären, sondern mir lediglich irgendwelche Chemikalien geben, die mich lediglich betäuben, aber kaum heilen konnten.

Damit will ich jetzt keineswegs behaupten, dass die Schulmedizin a priori Unsinn ist, aber im Fall von MD ist nach meiner persönlichen Erfahrung die schulmedizinische Weisheit (im Nachhinein betrachtet) praktisch gleich Null.

Meine wichtigste Erkenntnis: MD ist keine Krankheit!

Es gibt manisch disponierte Menschen (lebendige Menschen) und nicht manisch disponierte Menschen (angepasste Menschen). Lebendige Menschen laufen lediglich Gefahr, entweder in eine krankhafte Phase der Manie oder in eine krankhafte Phase der Depression zu geraten, wobei in beiden Fällen eine positive Rückkopplung (Mitkopplung) besteht, die es dem Unwissenden praktisch unmöglich macht, aus eigener Kraft wieder gesund zu werden.

Das gilt umso mehr,

je lebendiger der manisch disponierte Mensch ist,

je kränker die Gesellschaft wird, in der er lebt,

je weniger sich der Kranke sowohl seine eigene Krankheit, als auch die Krankheit seiner Welt (der Gesellschaft) erklären kann.

Der Manische versucht die Welt zu retten, unter völliger Vernachlässigung der eigenen Machtposition.

Der Depressive versteht weder sich noch die Welt und erklärt seine eigene Machtposition für ungültig.

Der für mich einzige Weg zur Heilung:

1. Sich selbst und die Krankheit verstehen.

2. Das Erlernen einfacher Verhaltensregeln, um die positiven Rückkopplungen bei Manie oder Depression zu eliminieren.

3. Das Bewusstmachen der eigenen Machtposition.

4. Das Bewusstmachen der Krankheit der Gesellschaft.

Der vierte Punkt ist für angepasste Menschen irrelevant. Aus diesem Grund sind sie in der Regel auch nicht anfällig für MD.

Auch für die Schulmedizin ist der vierte Punkt irrelevant. Aus diesem Grund kann (bzw. will) sie MD auch nicht heilen.

Ich bin kein religiöser Mensch, aber gerade deswegen möchte ich noch ein Zitat aus dem Thomas-Evangelium hier anhängen, das vor allem depressive Menschen im Hinterkopf behalten sollten:

(56) Jesus sprach: Wer die Welt erkannt hat, hat einen Leichnam gefunden; und wer einen Leichnam gefunden hat, dessen ist die Welt nicht würdig.

Die Kirche erschuf "Christus", damit Jsus von Nazareth in Vergessenheit geraten konnte. Kein Vorwurf, nur eine nüchterne Feststellung, die lebendigen Menschen helfen kann, lebendig zu bleiben, ohne in eine krankhafte Phase der Manie oder der Depression zu geraten und ohne sich wieder (ev. durch schulmedizinische (Zwangs-)Medikation) dem "Heer der Ahnungslosen" (angepasste Menschen) zugesellen zu müssen.
»Die größte Tragödie in der Geschichte der Menschheit ist wohl die Tatsache, dass die Moral von der Religion mit Beschlag belegt wurde.«
Arthur C. Clarke

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Beitragvon Remedias » Di 11. Sep 2007, 18:36

Hi, @Beobachter, was ist MD?
Liebe Grüße remedias

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Beitragvon Beobachter » Di 11. Sep 2007, 18:56

@ Remedias

"MD" ist alles, was die Schulmedizin, je nach Symptom, was sie gerade behandeln möchte, als "Manie", "Depression" oder "bipolare Störung" bezeichnet.
»Die größte Tragödie in der Geschichte der Menschheit ist wohl die Tatsache, dass die Moral von der Religion mit Beschlag belegt wurde.«
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Re: MD und Weltanschauung

Beitragvon Remedias » Di 11. Sep 2007, 19:08

Beobachter hat geschrieben:e
Meine wichtigste Erkenntnis: MD ist keine Krankheit!
hallo @Beobachter;
Krankheit oder Störung ist für mich, was Leiden schafft. Nun leiden Bipolare in ihrer manischen Phase ja eigentlich nicht, aber sie können ziemlich viel Unheil anrichten. Ich habe einen Bekannten, der in der Manie 17.000 Euro Schulden machte und jetzt hochverschuldet ist. Ob man da Medikamente braucht oder irgendwie ein anderer Schutz geschaffen werden kann ( ich tendiere zum letzteren).
Die Depression ist für den Betroffenen ein so qualvoller Zustand, dass er notfalls auch mit Medikamenten beendet werden muss, schon wegen der Gefahr der Suizidalität in einer schweren Depression. Hier würde ich aus eigener Sicht einen Krankheitswert umbedingt bejahen.
Es kann auch eine Erleichterung sein, eine akzeptierte Krankheit zu haben und sich keine Charakterschwäche oder ähnliches vorwerfen zu müssen.
Was Du über die Heilung schreibst, finde ich richtig und wichtig, auch wenn ich nicht jeden Punkt verstehe, zum Beispiel
2. Das Erlernen einfacher Verhaltensregeln, um die positiven Rückkopplungen bei Manie oder Depression zu eliminieren.

Welche Verhaltensregeln meinst du?
Liebe Grüße Remedias

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monk
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mal was vom fachmann?

Beitragvon monk » Mo 14. Jul 2008, 23:48

hallo...
ja... ich soll auch manisch depr. sein, dazu noch mit psychosen.

leider habe ich bei mir noch nie eine manie erkannt... nur dass ich oft "bäume außreissen kann"
wenn ich meine träume umsetzen kann, gehts mir gut, wenn nicht, nicht.
selbstmordgedanken und so.

wichtig ist, sich zu kennen.
mittlerweile lache ich nur noch über meine angeblichen selbstmordgedanken -und manie könnte ich immer haben.

das krankheitsbild haben sich menschen einfallen lassen, um intelligente, in die zukunft schauenden, revolutionären persohnen... zu unterdrücken -und aus ihnen zwangsweise sklaven zu machen.

nur leider nicht mit mir, mann muß sie erkennen und sich ihrer strategien bemächtigen.
es geht um glaube, gott und macht.

viele grüße

mignon
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Beitragvon mignon » Fr 5. Sep 2008, 17:04

Hallo Monk,

deinen Nik würde ich auch wählen, wäre ich Männlich. :-)

>ja... ich soll auch manisch depr. sein, dazu noch
>mit psychosen.

Wer diagnostizierte das und warum denn.
wo du doch offenscheinlich keine Probleme damit hast:

> ... nur dass ich oft "bäume außreissen kann"
> wenn ich meine träume umsetzen kann, gehts mir
> gut, wenn nicht, nicht.

Da unterscheidest du dich sicherlich nicht vom "Normalbürger", denke ich.

> selbstmordgedanken und so.

Ja die sind beachtenswert, wenn frau Sachverständigen glauben mag.
Andererseits gibts die vermutlich auch häufiger als vermutet.

Und dann schreibst du:

> wichtig ist, sich zu kennen.
> mittlerweile lache ich nur noch über meine
> angeblichen selbstmordgedanken -und manie könnte
> ich immer haben.

Ja, das kenne ich ganz gut. Ich lob mir meine Manie und wenn sie täglich da wäre, dann würde ich sie begrüßen. ICH - würde sie begrüßen, meine Mitmenschen im engsten Umfeld wünschen mir keine Manie.

Und das Nachfolgende klingt ganz toll, damit sich andersdenkende Menschen gut fühlen:

> das krankheitsbild haben sich menschen einfallen
> lassen, um intelligente, in die zukunft
> schauenden, revolutionären persohnen... zu
> unterdrücken -und aus ihnen zwangsweise sklaven zu
> machen.

Du magst ja durchaus recht haben, nur hat die Erde vermutlich keinen Platz für Millionen Andersdenkender. Wo sollen die denn alle hinpassen und was sollen die denn alle tun. Und im Grunde ist wahrscheinlich nur ein ganz kleiner Teil zu außergewöhnlichen Leistungen fähig.
Dem Rest geht es vermutlich nicht ganz so gut.

Aber du hast schon recht, wäre ich finanziell unabhängig, dann würde ich mich meinen Phasen einfach hingeben, die guten kreativ nutzen und die schlechten einfach verschlafen.
Leider, leider, leider - kann ich mir das nicht leisten!

> nur leider nicht mit mir, mann muß sie erkennen
> und sich ihrer strategien bemächtigen.
> es geht um glaube, gott und macht.

Da muß ich leider ko geben, weil für mich der Glaube und Gott rein gar nichts mit meiner psychischen Verfassung zu tun hat.
Würde ein tägliches Gebet meine Hirnströme ändern, dann würde ich aber auch das in Erwägung ziehen, genauso wie eine Tablette oder sonst irgendein Hilfsmittel.

LG m.

Love
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Beitragvon Love » Di 23. Sep 2008, 00:49

Das Rhetorikum Schulmedizin sagt alles. Weil
es beschreibt genau das was die anderen sind.

Ungebildet in den Grundlagen.

Bsp: Kollodiales Silber das gerne von ungeb...
und gelangweilten Hausfrauen die sich einfach
mal n Schild, ich bin Heilpraktikern draußen
dran hängen vertickert wird.

Silber ist ein Schwermetall, was dem Fachmann
alles sagt. Wenn man dann noch liest wogegen
es hilft, ist es küzrer zu fragen wogegen
es nicht hilft.


Schulmedizin hat den Vorteil das alles durch
die Ratte gegangen ist. Wennn der krams von
den selbst ernannten Gurus wat bringen würde,
wäre die Pharmaindustrie schon längst am Ball.

Wenn du willst, kannst du bei mir nicht Schulmediziner einen Termin machen für ne
kiste Bier


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