Depression, Pessimismus, Angst..

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Depressionen, manischen und manisch-depressiven (bipolaren) Störungen, Zyklothymie, Dysthymie und anderen Störungen des Gemüts.
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Eike
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Depression, Pessimismus, Angst..

Beitragvon Eike » Do 23. Aug 2007, 01:22

Einen schönen Guten abend wünsche ich erstmal allen und fange auch sofort an mit einem Thema, bei dem ich selbst kaum noch weiter weiß und wirklich Hilfe benötige.

Also es geht um folgendes :

Meine Freundin und ich leben in einer Fernbeziehung die wirklich anstrengend ist, da wir uns nur relativ selten sehen.
Das Problem ist dabei aber das meine Freundin wirklich starke Depressionen und Verlustängste hat.
Wenn wir streiten, redet sie auch oft davon das sie für ihre Dummheit "büßen müsse", wobei ich Angst habe, dass sie dabei von Selbstmord redet.
Auch sagte sie einmal, dass ein Messer ihr ein Gefühl von Sicherheit gebe..

In einem Chat schrieb sie vor einigen Tagen dies :

"mir hilft es...ich weiß nicht...ich spüre dann nichts mehr..für ein paar sekunden fühle ich gar nichts mehr...das ist wie kratzen..nur da blutet es etwas.."

Sie selbst weiss auch, dass sie ein Problem hat, aber weder ihre Freunde, noch ihre Eltern nehmen sie wirklich ernst.

Was kann ich da machen und an wen genau muss man sich da wenden?

Danke

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Laura
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Beitragvon Laura » Do 23. Aug 2007, 22:04

Hallo Eike!

Zum "Verlernen" von selbstverletzenden Verhalten (wenn Du oben in der Suchfunktion SVV eingibst, findest Du einige threads darueber) gibt es sogenannte Skills, die man in einer Psychotherapie lernen kann. Sie bestehen darin, dass man Ersatzhandlungen vollzieht, die weitaus weniger gefährlich sind. Ich spreche hier nur vom Hörensagen, wollte Deinen thread aber nicht unbeantwortet lassen.

Auf die Suche nach einem geeigneten Psychotherapeuten kann sich Deine Freundin entweder selbst machen, indem sie in die gelben Seiten schaut oder sich eine Liste von ihrer Krankenkasse zuschicken lässt. Man kann auch googeln, aber ich kenne da leider keine web-Adresse. Deine Freundin kann auch ihren Hausarzt fragen, ob er einen guten Psychotherapeuten oder eine gute Psychotherapeutin kennt. Man ruft dann beim jeweiligen Therapeuten an und fragt, ob er noch einen Therapieplatz frei hat und für wann man eventuell ein Erstgespräch vereinbaren kann. Leider haben viele Therapeuten lange Wartelisten. Der Therapeut sollte von Anfang an wissen, dass Deine Freundin unter selbstverletzendem Verhalten leidet und sie sollte wissen, ob er solche Symptome behandeln kann.

Von den Krankenkassen werden folgende Therapien bezahlt: Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Therapie und Psychoanalyse.

Noch ein Hinweis: Ein Psychiater ist nicht automatisch auch Psychotherapeut! Dafür brauchen Psychiater und Psychologen eine spezielle Weiterbildung. Ein herkömmlicher Psychiater hat wenig Zeit für seine Patienten und verschreibt meist nur Psychopharmaka.

Sollte es ganz dringend sein, dass Deine Freundin Hilfe braucht und sich so schnell kein Therapieplatz findet, gäbe es die Möglichkeit, dass sie in einer psychosomatischen Klinik aufgenommen wird, wobei Ihr da bei den einzelnen Kliniken nachfragen solltet, ob sie selbstverletzendes Verhalten behandeln.

Viele Grüße und alles Gute

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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moni
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Beitragvon moni » Fr 24. Aug 2007, 01:15

Hallo Eike

Gut ist, dass deine Freundin erkennt, dass sie ein Problem hat - und, wie ich annehme, auch daran arbeiten möchte. Selbstverletzendem Verhalten ist wohl in den seltensten Fällen ohne Therapie beizukommen. Auch wenn ihre Eltern und ihre Freunde sie nicht ernst nehmen (wie du sagst): Das Wichtigste ist, dass sie selber sich ernst nimmt und sich Hilfe sucht.

Für Aussenstehende, auch für Partner, ist SVV nur schwer oder gar nicht nachvollziehbar. Du als ihr Freund kannst ihr auch kaum helfen, mit ihrem SVV zurechtzukommen bzw. es zu überwinden.
Du könntest ihr einfach sagen, dass auch du sie ernst nimmst und wahrnimmst, dass sie offenbar Probleme hat, und sie dazu ermuntern und darin unterstützen, dass sie sich professionelle Hilfe holt. Letztlich liegt dies aber in ihrer Verantwortung.

Für dich und deine eigene Gesundheit ist es wichtig, dass du dich auch bewusst abgrenzt, also ihr selbstzerstörerisches Verhalten nur bis zu einer gewissen Grenze, die du festlegst, an dich herankommen lässt. Dabei kann auch helfen, dass du sie, wenn ihr euch seht oder anderweitig Kontakt habt, nicht auf diese dunklen Seiten reduzierst und darauf achtest, dass SVV und Depression nicht zum beinah alleinigen und alles beherrschenden Thema zwischen euch werden.

Liebe Grüsse

moni
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Beitragvon Eike » Fr 24. Aug 2007, 21:31

Vielen Dank erstmal für die schnellen Antworten!

Dass sie sich selbst auf die Suche danach macht, glaub ich eher nicht, weil sie meint das sie das alleine wohl in den Griff bekommt.
Aber da, wie du schreibst, soetwas nur selten allein zu bewältigen ist, werde ich mich wohl erkundigen und professionelle Hilfe suchen müssen.

Danke nocheinmal!

Lg. Eike

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moni
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Beitragvon moni » Fr 24. Aug 2007, 22:18

Noch mal hallo Eike
... werde ich mich wohl erkundigen und professionelle Hilfe suchen müssen.
Nicht du - deine Freundin! Sie muss sich selber zu professioneller Hilfe entschliessen, sonst bringt diese nichts ... Unterstütze, begleite, ermutige sie dazu, aber tu nichts für sie, was sie nicht auch selbst tun könnte.

LG moni
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Beitragvon Eike » Sa 25. Aug 2007, 16:10

Aber das versuche ich ja schon die ganze Zeit über.
Nur ich habe langsam wirklich Angst das sie sich wirklich umbringt. ...

Lg. Eike


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