Zukunft?

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Laura
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Zukunft?

Beitragvon Laura » Do 16. Mai 2019, 11:53

Hallo, liebe Mitlesende!

Die Routine, mit der ich jahre- und jahrzehntelang meine Krankheit als Bürde getragen habe, ist jetzt erstmal dahin. Meine Kräfte auch. Berechtigte Vorwürfe an andere "darf" ich nicht äußern. Vorwürfe an mich habe ich stets ernstzunehmen oder ich habe "drüberzustehen". Wer auf meine persönliche Wertschätzung verzichten kann, braucht auch keine von mir zu erwarten. Seltsamerweise laufen aber immer noch Leute durch die Gegend, die von mir erwarten, ich hätte deren Frust gefälligst auszuhalten und wenn ich mich von ihnen abwende, stänkern sie gerade mal weiter, ich würde mich ungerecht oder sonstwie verhalten. Das sind dieselben Leute, die mein eigenes Leid entweder tatsächlich übersehen oder schlicht und ergreifend ausnutzen wollen. Was hätte ich auf Dauer aber davon, mich weiter an den Abgrund drängen zu lassen, selbst wenn da Leute sind, die so etwas für unmöglich halten und mich allein deswegen entweder munter weitermobben oder sich irgendwelche "Bedingungen" aus den Fingern saugen, die ich angeblich nicht erfüllt hätte und dies zur Grundlage nehmen wollen, mir auch noch das letzte bisschen Hilfe zu versagen. Mein Leben ist so viel wert wie ich an Grundsicherung erhalte? Ich soll gleichzeitig krank und glücklich sein? Oder auch gleichzeitig krank und arbeitsfähig? Man muss immer für das Allgemeinwohl mitdenken. Aber wann berücksichtigt das Allgemeinwohl auch endlich mal mich? Was soll aus mir werden, wenn ich weiterhin mehr ungerechte als gerechte Behandlung erfahre? Ich möchte nicht mehr unter der Fuchtel von Leuten stehen, die nicht wissen, was sie tun.

A.
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

mamschgerl
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Re: Zukunft?

Beitragvon mamschgerl » Do 16. Mai 2019, 16:59

Liebe Laura,
Wertschätzung kann man sich nur verdienen, wenn man andere ebenso wertschätzt; wer andere runterbuttert, ohne sich selbst an der Nase zu kratzen, weiß nicht, was das Wort Wertschätzung bedeutet.
Es bedeutet zumindest eines mit Sicherheit nicht: seinen eigenen Stellenwert höher einzustufen und dem Rest der Menschheit abzuverlangen, die eigene Sichtweise als die einzig wahre anzuerkennen.
Jeder Mensch verdient respektvolle Begegnung und Akzeptanz der eigenen Persönlichkeit. Niemand sollte sich verbiegen oder verstellen müssen, um bei einigen, die diese Binsenweisheit aus menschlicher Dummheit nicht verinnerlichen können, gut dazustehen oder wohl gelitten zu werden.
Nach dem, was du so alles erwähnt hast in vielen Beiträgen, könnte man auch vermuten, daß du Neid erweckst. Diejenigen, die dich ausnutzen oder versuchen, das positive an und in dir zu unterdrücken, wollen nur von ihrem eigenen Versagen und ihrem Unvermögen, gewisse Angelegenheiten zu hinterfragen, ablenken. Wenn sie dich ins Abseits drängen und dir Absichten oder Bösartigkeiten unterstellen, können sie sich selbst hinter diesem Verhalten verstecken.
Menschliche Intelligenz ist rar, auch unter Akademikern findet man sie selten. Menschliche Intelligenz hat nichts mit Doktortiteln, Abstammung oder finanziellem Background zu tun, entweder man hat sie oder eben nicht.
Jemanden anzuprangern, der sich nicht einlullen und ausnutzen lässt, ist und bleibt ein sehr beliebtes Gesellschaftsspiel. Jemand, der einem den Spiegel vor die Nase hält, ist unbequem, denn wer lässt sich schon gerne seine Unzulänglichkeiten unter die Nase reiben? Das macht man dann doch lieber selbst und wirft fleißig mit Steinen und Dreck.
Nein, man muß sich nicht um des lieben Friedens und der Harmonie willen verbiegen und ausnutzen lassen, erst recht nicht, wenn man genügend mit sich selbst zu kämpfen hat. Destruktive "Freunde" kann man getrost und ohne schlechten Gewissens ausmerzen.
Ich glaube, du bist viel stärker, als du denkst und daß du dir selbst treu bleiben kannst, ist eine Eigenschaft, die vielen gänzlich abgeht ( womit wir wieder bei dem Neid wären, der natürlich hinter allen möglichen beleidigenden, ungerechten und einfach dummen Bemerkungen versteckt wird ).
Vorwürfe, daß man voll erwerbsunfähig ist und Rente und vielleicht auch plus Grundsicherung bezieht, braucht man sich nicht zu Herzen zu nehmen. Anfangs habe ich mich selbst deswegen runtergemacht und mich dafür gehasst, zu einem zittrigen Häufchen Elend mutiert zu sein, das sich nicht mehr selbst zu helfen weiß. Ich fand den Bezug dieser Rente anfangs als ungerechtfertigt, da ich sie beziehe, ohne etwas dafür zu tun, aber dann ist mir zum Glück der Denkfehler aufgefallen. Ich habe über 35 Jahre gearbeitet und in besagte Rentenkasse eingezahlt, ich habe also jedes Recht, meine Rente zu beziehen, denn genau dafür habe ich gearbeitet. Und verdammt noch mal, ich bin nicht schuld an meiner kranken Psyche und niemand hat das Recht, diese kranke Psyche für seine Zwecke auszunutzen oder als Waffe gegen einen einzusetzen.
Liebe Laura, ich wünsche dir die nötige Kraft wieder zurück; dein scharfer Verstand und deine Fähigkeit, hinter die Fassaden zu blicken, lässt dich wahrscheinlich gerade deswegen extrem durchhängen, eben weil du ganz genau weißt, daß sich nichts an der menschlichen Natur absehbar ändern wird und wir damit leben müssen.
Menschliche Stärke kann auch gleichzeitig menschliche Schwäche sein, besonders, wenn es um das Ertragenmüssen solcher Subjekte im täglichen Leben geht. Diese Subjekte haben diesen Vorteil, sie denken nicht...
Liebe, liebe Grüße
mamschgerl

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Laura
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Re: Zukunft?

Beitragvon Laura » Do 16. Mai 2019, 17:54

Liebe Laura,
Nach dem, was du so alles erwähnt hast in vielen Beiträgen, könnte man auch vermuten, daß du Neid erweckst.
Liebes mamschgerl,

das habe ich erst in den letzten Jahren hin und wieder gesagt bekommen, und hielt es für eine Sache, die sich aufs Internet beschränkt. Ich hätte früher im rl nie vermutet, dass mich jemand beneiden könnte, einfach weil es in meinem Leben nichts gibt, worum man mich beneiden müsste. Um mein Leid jedenfalls gewiss nicht und aus viel mehr außer Leid und Anstrengung hat mein Leben bisher nicht bestanden. Dass sich das für andere unglaublich anhört, nützt mir nichts. Es kann aber auch sein, dass im rl Leute gibt, die es einfach nicht ertragen können, dass ich dies oder jenes wenigstens besser kann als sie, auch in meinem Leid und der damit verbundenen Schwäche. Was mir Neider nicht wirklich wegnehmen können, können sie immer noch versuchen zu sabotieren, und sei es nur durch Gestänker und Falschaussagen gegen mich. Die würden sicherlich nicht die Nachteile meines Lebens haben wollen, aber mir immer noch die Vorteile wegschnappen oder kaputtmachen wollen. Und selbst wenn ich das nicht direkt auf mich beziehe, kann ich bei diesen Personen auch in anderen Situationen beobachten, dass sie immer nur die Vorteile für sich beanspruchen wollen und bei den Nachteilen kneifen, tricksen und unter rhetorischer Wortverdreheri das eigene Päckchen, das sie noch zu tragen haben, auch nur anderen aufdrücken wollen, die an ihrem eigenen Päckchen schon genug zu tragen haben. Einfach nur ekelhaft, wenn Leute, die tatsächlich ein schlechtes Gewissen verdient haben, die Unsicherheit anderer ausnutzen, die sich eher zu viele als zu wenige Gewissensfragen stellen. Und dann kommt noch erschwerend hinzu, dass wenn solche Scheusale erstmal ein hohes Alter erreicht haben, sie natürlich ihr Alter stets als Bonus einsetzen können. Also, es gibt in der Tagesstätte viele Leute ü 70, mit denen ich mich nach wie vor gut verstehe. Es laufen aber immer noch Ekelpakete ü 70 in ihr herum, die im hohen Alter noch immer auf eine "Sonderstellung" pochen. Was die nicht so alles blitzschnell an Argumenten aus dem Ärmel schütteln können....

Ich sehe nicht ein, mich als Kranke von ein paar nun altgewordenen Scheusal auch noch weiter herumschubsen und verleumden zu lassen. Ich sehe auch nicht ein, dass sie sich so mir nichts dir nichts als Futterdiebe betätigen dürfen, nur um auf diese Weise ihre nicht vorhandene Sonderstellung zu markieren. In der Tagesstätte bekommt jeder genug zu essen, aber wenn man mir noch was wegschnappen kann, noch bevor ich an der Reihe war....
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Zukunft?

Beitragvon mamschgerl » Fr 17. Mai 2019, 21:46

...ja, der liebe Neid...es gibt ja so einen blöden Spruch wie "Neid muß man sich verdienen" oder erarbeiten oder so ähnlich; absoluter Nonsens, so ein Spruch kann nur von jemandem kommen, der es genießt, als Neidobjekt andere damit zur Weißglut bringen zu können. Was daran erstrebenswert sein sollte, erschließt sich mir nicht, ich finde es keineswegs toll, wenn jemand mich um irgendetwas beneidet.
Manchmal aber kann man einfach nichts dafür, und ich denke, man beneidet dich um die Art, wie du dein Bündel trägst, nicht wegen deines finanziellen Reichtums oder deinem schönen SUV, mit dem du immer so tolle Ausflugsfahrten unternimmst :mrgreen:
Verbittert zu sein, weil man in seinem Leben nicht zu den Überfliegern gehörte und dementsprechend nun im Alter zu seinen psychischen Problemen auch noch an der Armut zu knabbern hat, können manche einfach nicht verhindern. Es ist auch verdammt schwer, sich selbst eingestehen zu müssen, daß man vielleicht in vielen Dingen im Leben versagt hat, aber ungeachtet dessen kommen eben diese psychischen Störungen noch dazu, für die man eben nun mal nichts kann.
Es gibt so viele Menschen, die sich selbst derart hassen, daß sie es umkehren und auf andere projizieren müssen, weil sie sonst daran zugrunde gehen würden. Es ist auch so viel einfacher, anderen die Schuld für sein ungeliebtes Leben bzw dessen Verlauf zu geben und diese dann im Alltag immer wieder in Form von Mobbing, Sticheleien, kleinen Unwahrheiten und Mißmut spüren zu lassen.
Muß man mit solchen Menschen Mitleid haben? Ich weiß es nicht, mein Mitleid hier funktioniert nur aus der Ferne, in direkter Konfrontation und in Mitleidenschaft gezogen, gehe ich auf größtmögliche Distanz.
Der Neid, den du vielleicht auf dich ziehst, ist nicht der übliche, denn man neidet dir ja nicht dein optimistisches Gemüt oder deine Schönheit oder sonst was, sondern einfach einen ganz bestimmten Wesenzug, den die Neider selbst eben nicht haben, aber sie erkennen und spüren ihn; Neider sind nun mal darauf geeicht, so etwas zu sehen und sofort als etwas auszumachen, das man niederkämpfen und verunglimpfen muß nach dem Motto: "Wenn ich so nicht sein kann, darf sie auch nicht so sein."
Neid ist etwas derart Destruktives und Selbstzerstörerisches und ruft zumindest bei mir großes Unbehagen hervor. Ich will nicht beneidet werden, denn ich sehe ebenso dafür keine Veranlassung. Ich will niemandem einen Grund geben, auf mich sauer zu sein, weil ich etwas habe, was andere nicht haben und damit vor deren Augen eine lange Nase ziehen.
Du fragst dich, wieso dich jemand beneidet? Ich denke, man neidet dir deinen Verstand, deine Art, eben nicht rum zu jammern und ständig andere mit deinen Problemen zu behelligen oder persönliche Vorteile daraus zu ziehen, indem du andere ausnutzt.
In ihrer kleinen Welt ist das vielleicht noch alles, was sie am Leben hält und sie denken nicht über den Tellerrand hinaus, vielleicht machst du ihnen auch Angst und sie verstehen nicht, wieso du nicht so bist wie sie.
Daß die Pfleger jedoch nicht kapieren, daß du ebenso unter deinen Problemen leidest und es bestimmt nicht deine Aufgabe ist, Verständnis und Mitgefühl zu zeigen, wenn man dich angeht, empfinde ich als das größere Übel daran.
Es gibt keinen Grund dazu, daran zu zweifeln, daß du ebenso an deiner Last zu tragen hast wie alle anderen, nur weil du nach außen hin nicht damit hausieren gehst. Wie kann man nur auf den Gedanken kommen, dir deswegen mehr abzuverlangen als den anderen?
Ja, ich kenne Neid, habe ihn aber auch nie verstehen oder nachvollziehen können und manche Bösartigkeit ertragen, ohne den Grund dahinter zu sehen.
Wenn ich sage, daß ich jemanden beneide, dann ist das von meiner Seite eher anerkennend gemeint und mir käme nie in den Sinn, denjenigen dafür zu hassen oder ihm feindlich gesinnt zu sein, weil das für mich völlig hirnrissig ist.
Ich denke auch, daß du dich getrost zurückhalten kannst und dich nicht mit Leuten rumärgern musst, die dich nur runterziehen, ob bewusst oder unbewusst. Du bist kein Pfleger, sondern selbst betroffen, deine Kraft und Stärke reicht gerade mal für dich und die musst du dir nicht nehmen lassen, indem du dich von anderen ausnutzen und niedermachen lässt.
L.G. mamschgerl

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Laura
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Re: Zukunft?

Beitragvon Laura » Do 23. Mai 2019, 11:43

Hallo mamschgerl!

Ja, man kann ein und dasselbe Wort mal so und mal anders verwenden. Mit Neid kann man ein sehr mieses Gefühl und miese Verhaltensweisen benennen, man kann das Wort Neid aber auch umfunktionieren in eine wohlwollende Anerkennung und den Wunsch, auch mal glücklich zu werden, ohne aggressive Verhaltensweisen anzuwenden. Darin steckt, dass es eigentlich Glücksgefühle sind, um die sich Neid in erster Linie dreht.

Aber noch öfter, als dass ich den Begriff des Neides zu Felde führe, um mir miese Verhaltensweisen anderer zu erklären, bediene ich die Schiene, da ist jemand mies zu mir und will einfach nur sein Gift loswerden und entweder denkt er, er könne das ruhig machen, weil ich ja eh so wehrlos und auch so unwichtig sei oder er denkt, ich sei so stark, dass mich so "ein bisschen Provokation" nicht verletzen könne. Im ersten Fall würde meine Verletzlichkeit rücksichtslos in Kauf genommen werden oder auch gezielt ausgenutzt werden, im zweiten Fall würde jemand nicht damit rechnen, dass mich sein Verhalten tatsächlich verletzen könnte. Aber wenn ich dann bekunde und sogar mehrmals bekunde, dass mich dieser oder jener Spruch durchaus verletzt und derjenige auf einmal wie von der Tarantel gestochen so richtig damit loslegt, dann nutzt es mir auch nichts, mir alles weiterhin damit zu erklären, dass er mir das einfach nicht glauben will, dass mich das verletzt, nur weil ich nichts anderes als Worte zu Verfügung habe, um es ihm zu vermitteln. Mir kommen dann Gedanken, dass da einer nur mal durch Zufall herausfinden musste, womit er mich verletzen kann und dann fängt er erst so richtig an, es anzuwenden. Vielleicht ist auch das nur ein hilfloses Verhalten, einen Fehler unentwegt zu wiederholen, als ob er damit irgendwann richtig werden würde. Als hätte er nur auf eine günstige Gelegenheit gewartet. Aber was soll's, ich muss ja immer noch auf mein eigenes Nervenkostüm achten. Wenn mich etwas verletzt und diese Verletzung immer wieder an mir begangen wird, dann meide ich diese Person lieber, bevor ich mir ein ums andere Mal nur anhören darf, es sei ja nicht so gemeint gewesen und die Chose munter weitergeht. Dann ist das für mich immer noch eine Person, die einfach nicht dazu in der Lage ist, auf meine wunden Punkte Rücksicht zu nehmen und dann gehe ich dieser Person so gut ich kann aus dem Weg. Diese Person würde sowieso nicht den Vorwurf annehmen wollen, dass sie irgendwann angefangen hätte, sich absichtlich verletzend zu verhalten. Als so boshaft empfindet sich niemand.

Überhaupt ist man angehalten, nicht von bösen Absichten anderer auszugehen, sondern dass sie ja auch nur mal irgendwo ihren Frust und ihre Verzweiflung loswerden müssen. Oder dass sie auch mal "Erfolgserlebnisse" brauchen, wenn sie wie kleine Dackel die großen Hunde ankläffen und die großen Hunde dann stets ungerührt bleiben sollen, weil letztere sich ihren Großmut ja leisten können. Aber auf Personen bezogen, merken manche gar nicht, wenn einfach nur Geduld für sie aufgewendet wird. Die meinen dann, ihnen sei ein toller Sieg gelungen und versuchen dann, diesen Sieg zu wiederholen. Und irgendwann ist die Geduld der anderen Seite dann aber aufgebraucht. Auch die Geduld, immer nur helle psychologische Erklärmuster auf den Beleidiger anzuwenden (der Arme macht das ja nur, weil es ihm so schlecht geht und er sich so mickrig fühlt ...etc. blabla). Und wenn ich dann nicht ganz schwarzpsychologisch von schlechten Absichten reden will, kann ich immer noch von Hemmungslosigkeit, Trieben, Instinkten, Reflexen reden, die weder mit Alltagsworten noch mit psychologischen Worten allein zu bremsen sind. Dann heißt es für mich, wieder auf eine Bekanntschaft zu verzichten, weil ich keinen Schaden erleiden will, nur weil da jemand dumm oder unreif oder beides ist.

Und jetzt kommt ausnahmsweise mal ein feministisches Statement von mir: Es ist wirklich zum Kotzen, wie viele Männer ihren Frust auch nur verbal an Frauen auslassen! Und sie treffen diese "Auswahl" nicht etwa einfach nur deswegen, weil sie mal irgendwann von einer Frau so traumatisiert worden wären, sondern einfach weil sie bei einer Frau nicht erst abchecken müssen, wer hier die stärkeren Fäuste hat, die als "letztes Argument" in einem Streit angewendet werden könnten. Solche Männer verstehen dann die Welt nicht mehr, wenn sie mal alt und gebrechlich werden und mit einem Kommando-Tonfall wirklich nicht mehr viel für sich erwirken können. Und natürlich sind sie sich auch nicht ihrer Feigheit gegenüber Frauen bewusst. Die reden sich dann eher zurecht, die "Scheiß-Hexe", bzw. "all diese Scheiß-Hexen" seien schuld an ihrem Leid und hätten ihren Zorn verdient.

Reziprok gibt es natürlich auch viele Frauen, die angesichts männlicher Unverschämtheiten lieber die Klappe halten, weil eine Abwehr den feigen Angreifer nur noch aggressiver machen könnte oder schlichtweg überhört werden würde. Und solche Männer rennen dann herum und stellen gemeinsamen Bekannten die Frage: "Was hat die denn nur gegen mich? Ich hab ihr doch nichts getan. Muss das aber eine frustrierte Kuh sein!"

Sodele, der Beitrag ist nun schon wirklich lang genug geworden.

Liebe Grüße

Laura
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Re: Zukunft?

Beitragvon Laura » Mo 17. Jun 2019, 13:35

Hab gestern und heute morgen aus eigenem Antrieb und eigener Einsicht wieder 'ne 200er-Tablette von meinem bewährten Amisulprid genommen. Ich merke, wie meine Gedanken geradezu karrusselartig überborden in einem seltsamen Gemisch aus Realitäts-, Fantasie- und Traumebenen. Und immer wieder der Gedanke "Hmmm, nun ja, aber da könnte doch was dran sein und wenn ich das nicht ernst nehme, was dann?"(Weltuntergang z. B.! Typisch Schizo!) Es muss halt immer wieder die Schmerzgrenze erreicht werden, um zu Mittelchen zu greifen. Die Schmerzgrenze erreiche ich aber eher dadurch, dass mein Schlaf seit Wochen wieder grottenschlecht, bzw. grottenkurz geworden ist. Inzwischen weiß ich nicht mehr so recht, wenn ich morgens "aufwache", ob ich soeben aus einem Nachttraum erwacht bin oder ob ich sogar noch im Halbschlaf wieder mal zuviel gegrübelt habe, bzw. diese Gedanken und Gedankenbilder mal wieder nicht abwehren konnte. Wie so'n Halbtraum mit Grübel-Automatik...

Ansonsten gibt es für mich im Moment durchaus auch immer wieder sehr lichte Momente in meinem ganzen Ängste-See. Es tut mir gut, wenn mir von außen eine "Blumenwelt" zuwinkt, nette Gesten also, während ich hier in meinem Dornengestrüpp hocke, das mich immer nur piekst und piesackt. Manchmal denke ich aber auch, dass ich mich wie eine große Sau im Schlamm wälze, um die Mückenstiche (also die kleinen fiesen Sprüche von außen) auszukurieren.

Ich muss diesen Zustand weiterhin aushalten. An etwas besseren Tagen kann ich aber immerhin auch ein klein wenig von richtig guten Tagen träumen. Was sonst sollte mich auch durchhalten lassen? Negativ-Visionen hab ich mehr als genug im Kopf. Könnte ich den Hollywood-Drehbuchschreibern als Rohmaterial für neue spannende Geschichten liefern...eingepampert in die Sozialfürsorge einer Wohlstandsgesellschaft habe ich immer so Krimi-Geschichten oder auch Tudorzeit-Intrigen im Kopf. Wie ein Kind, das sich eine leicht gruselige Story reingepfiffen hat und dann kaum einschlafen kann...

LG
Laura
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Re: Zukunft?

Beitragvon Laura » Mo 17. Jun 2019, 15:49

Jemand, der mich lange fest im Arm hält und mich mit nichts, aber auch wirklich nichts stresst, käme mir jetzt sehr gelegen. Aber ich bin ja mit der Imprägnierung "Mängelexemplar" aufgewachsen. Kein Anspruch auf 'nen Märchenprinzen. Wer nix ist, kriegt auch nix. Nur Sozialfürsorge. Immer schön dankbar sein fürs Happi-Happi und alles andere. Hab neulich ein junges Mädchen in einem schwarzen T-Shirt gesehen, wo in weißer Schrift stand "Thank you, thank you, thank you, fuck you, thank you, thank you!" Hat mir so aus der Seele gesprochen!

Danke, liebe Gesellschaft, dass Du mich wenigstens durchfütterst. Kriegst ja aber auch 'ne Gegenleistung dafür. Bin Deine Deponie für Verbalmüll und Demütigungen. Das hat zwar nichts mit Menschenwürde zu tun, aber macht ja nix. Wozu brauch ich "Lebensstandard"? Ich kann ja einfach immer froh sein, dass ich nicht so'n Straßenkind in Indien oder ein Flüchtling aus Syrien bin. Woanders ist es viel, viel schlimmer als da, wo ich bin. Immer schön lieb und dankbar aus der Wäsche gucken. Andere haben es ja noch viel schwerer und kommen ja dennoch viel besser klar, und geben mir obendrein noch was von ihren Brotkrumen ab...

Existenzängste sind doch eigentlich Todesängste. Und wer nicht arbeiten gehen kann, kann ja nur froh sein, dass er auch nicht arbeiten gehen muss. Damit steht doch deutlich da, dass die Arbeitswelt kaum auszuhalten ist. Nur was für die ganz Harten, aber die werden immer weniger...und die Weichen werden mehr und müssen sich um die Brotkrumen balgen...

Ja, ich spotze hier so rum als hätte ich keine Manieren gelernt. Wäre ich nur schon früher so gewesen, dann hätte ich Fremdsprachensekretärin bleiben können und hätte jetzt 'ne Spülmaschine, einen Induktionsherd und einen Kombi-Kühlschrank zuhause. Und noch anderes.

Es ist aber nicht so, als wäre es mitunter nicht auch anstrengend, so als Sozial- und Psychiatriefall zu seinem Happi-Happi zu kommen. Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Und das Eichhörnchen sitzt ja auch nicht bei ALDI an der Kasse oder baut Autos zusammen, um die Gesellschaft zu versorgen. Ein Eichhörnchen sieht dafür süß und putzig aus. Ich nicht! :shock:
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Re: Zukunft?

Beitragvon mamschgerl » Mo 17. Jun 2019, 20:32

Anbei eine Aufnahme des Eichhörnchens :mrgreen:
Es hängt gerade in den Zweigen und schläft mit offenen Augen und du hast recht, sie sehen - im Gegensatz zu uns - auch noch im erschöpften Zustand süß und putzig aus...
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Re: Zukunft?

Beitragvon Laura » Di 18. Jun 2019, 14:58

Schönes Foto! Hast Du das gemacht, mamschgerl?
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Re: Zukunft?

Beitragvon mamschgerl » Di 18. Jun 2019, 17:24

:mrgreen: ja...das ist der Haselnußbaum vor meinem Küchenfenster und mein Handy liegt für solche Fotos immer griffbereit. Was sich auf diesem Baum alles tummelt, ist schon erstaunlich: von Rabenkrähen über Kleiber und Buntspechte, Eichelhäher, Elstern, die üblichen Spatzen, Finken und Meisen fehlen natürlich auch nicht und natürlich die Eichhörnchen. Rote, schwarze, braune und letztens habe ich sogar ein zweifarbiges gesehen; dieser Baum ist einfach toll und ich hoffe, daß ihn die Gärtner nicht irgendwann abholzen im Sinne von "Verschönerung der Gartenanlagen" oder so...und wäre das Katzen- und Fliegennetz nicht vorm Fenster, ich könnte die Zweige berühren...

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Re: Zukunft?

Beitragvon mamschgerl » Di 18. Jun 2019, 17:37

Ach ja, so geht's einem manchmal, fast immer, meistens also zumindest und nur ab und an geht's auch anders, aber anstrengend bleibt's immer und all die Bürden, Steine, Klötze werden einfach nicht weniger und anstatt sie einfach mal fallenzulassen und drumherum zu gehen, schiebt man sie weiter vor sich her und kämpft gegen sie an...
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Re: Zukunft?

Beitragvon Laura » Mi 19. Jun 2019, 13:48

Ja, bei manchen Problemen, die man lösen möchte, tauscht man eigentlich nur das ursprüngliche Problem gegen ein neues ein. Davon handeln auch folgende altbekannten Liedtexte:


Ein Loch ist im Eimer( Songtext)

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto - Ein Loch!

Dann stopf es, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann stopf es, oh Henry, oh Henry - mach's dicht!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit Stroh, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit Stroh, oh Henry, oh Henry - mit Stroh

Das Stroh ist zu lang, Karl-Otto, Karl-Otto
Das Stroh ist zu lang, Karl-Otto, zu lang

Dannn kürz' es, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann kürz' es, oh Henry - Mensch, hack's ab!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit 'ner Axt, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit 'ner Axt, oh Henry, oh Henry, mit 'ner Axt

Die Axt ist zu stumpf, Karl-Otto, Karl-Otto
Die Axt ist zu stumpf, Karl-Otto - zu stumpf

Dann schärf' sie, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Dann schärf' sie, oh Henry - mach sie scharf!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit 'nem Stein, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Mit 'nem Stein, oh Henry, oh Henry - mit'm Stein

Der Stein ist zu trocken, Karl-Otto, Karl-Otto
Der Stein ist zu trocken, Karl-Otto - zu trocken

Hol' Wasser, oh Henry, oh Henry, oh Henry
Hol' Wasser, oh Henry, oh Henry - hol' Wasser!

Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, Karl-Otto
Womit denn, Karl-Otto, Karl-Otto, womit?

Mit'm Eimer, oh Henry, oh Henry, oh Henry
mit'm, oh Henry, oh Henry - mit'm Eimer!

Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto, Karl-Otto
Ein Loch ist im Eimer, Karl-Otto - ein Loch



Jockel (Gedicht von Theodor Fontane/Liedtext)

Der Herr, der schickt den Jockel aus:
Er soll den Hafer schneiden,
Der Jockel schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da schickt der Herr den Pudel aus,
Er soll den Jockel beißen.
Der Pudel beißt den Jockel nicht,
Der Jockel schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da schickt der Herr den Prügel aus,
Er soll den Pudel schlagen;
Der Prügel schlägt den Pudel nicht,
Der Pudel beißt den Jockel nicht,
Der Jockel schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da schickt der Herr das Feuer aus,
Es soll den Prügel brennen;
Das Feuer brennt den Prügel nicht,
Der Prügel schlägt den Pudel nicht,
Der Pudel beißt den Jockel nicht,
Der Jockel schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da schickt der Herr das Wasser aus,
Es soll das Feuer löschen;
Das Wasser löscht das Feuer nicht,
Das Feuer brennt den Prügel nicht,
Der Prügel schlägt den Pudel nicht,
Der Pudel beißt den Jockel nicht,
Der Jockel schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da schickt der Herr den Ochsen aus,
Er soll das Wasser saufen,
Der Ochse säuft das Wasser nicht,
Das Wasser löscht das Feuer nicht,
Das Feuer brennt den Prügel nicht,
Der Prügel schlägt den Pudel nicht,
Der Pudel beißt den Jockel nicht,
Der Jockel schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da schickt der Herr den Schlächter aus,
Er soll den Ochsen schlachten,
Der Schlächter schlacht’ den Ochsen nicht,
Der Ochse säuft das Wasser nicht,
Das Wasser löscht das Feuer nicht,
Das Feuer brennt den Prügel nicht,
Der Prügel schlägt den Pudel nicht,
Der Pudel beißt den Jockel nicht,
Der Jockel schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da schickt der Herr den Henker aus,
Er soll den Schlächter hängen,
Der Henker hängt den Schlächter nicht,
Der Schlächter schlacht’ den Ochsen nicht,
Der Ochse säuft das Wasser nicht,
Das Wasser löscht das Feuer nicht,
Das Feuer brennt den Prügel nicht,
Der Prügel schlägt den Pudel nicht,
Der Pudel beißt den Jockei nicht,
Der Jockei schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da schickt der Herr den Teufel aus,
Er soll den Henker holen,
Der Teufel holt den Henker nicht,
Der Henker hängt den Schlächter nicht,
Der Schlächter schlacht’ den Ochsen nicht,
Der Ochse säuft das Wasser nicht,
Das Wasser löscht das Feuer nicht,
Das Feuer brennt den Prügel nicht,
Der Prügel schlägt den Pudel nicht,
Der Pudel beißt den Jockei nicht,
Der Jockei schneidt den Hafer nicht
Und kommt auch nicht nach Haus.
Da geht der Herr nun selbst hinaus
Und macht gar bald ein End daraus.
Der Teufel holt den Henker nun,
der Henker hängt den Schlächter nun,
Der Schlächter schlacht’ den Ochsen nun
Der Ochse säuft das Wasser nun,
Das Wasser löscht das Feuer nun,
Das Feuer brennt den Prügel nun,
Der Prügel schlägt den Pudel nun,
Der Pudel beißt den Jockel nun,
Der Jockel schneidt den Hafer nun,
Und kommt auch gleich nach Haus.
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Zukunft?

Beitragvon Laura » Di 10. Sep 2019, 16:17

Ich komme jetzt wieder zu mehr Schlaf....endlich! Zum Einen, weil es nachts wieder kühl ist, zum anderen weil ich mir ein Medi habe verschreiben lassen, um nachzuhelfen. Manchmal kann ich es sogar weglassen und schlafe dennoch vier oder fünf Stunden.

Wirklich beruhigen kann ich mich aber immer noch nicht. Ich mag mir einfach keine Pflichten mehr diktieren lassen, die ich aufgrund meiner Erschöpfung gar nicht mehr leisten kann und die auch nicht wirklich meine Pflichten sind (wenn es um Dinge geht, die andere verbockt haben, aber bislang nicht "ergreifbar" sind)

Dass es andere nicht juckt, mein Leiden zu übergehen, nützt mir ja nichts. Dass ich in meinem Leiden aber selber auch nicht viel machen kann, weder für mich selbst noch für andere, liegt doch in der Natur der Sache.

Jammern oder meckern soll ich möglichst nicht, denn "es wird ja schon genug für mich getan"....komisch, davon merke ich nichts! Aggressiv erbrachte Hilfeleistungen sind in meinem Fall auch nur Grund genug, möglichst wenig um Hilfe zu bitten. Das sehe ich aber nicht als meine Eigenverschuldung an.

Ist die Welt denn so gestrickt, dass man entweder viel bieten muss oder viel androhen muss, um zu seinem Glück zu kommen? Und wenn man diese Dinge abzieht, wird man dann einfach nur in der eigenen Persönlichkeit gesehen?

Warum werde ich eigentlich so wenig gemocht und so wenig respektiert? Müßige Frage. Kann sich ja notfalls jeder einen Grund ausdenken, mich nicht zu mögen, wenn er nicht wirklich weiß, was er eigentlich gegen mich hat. Aber auf solche Leute möchte ich natürlich nicht auch noch angewiesen sein.

Ich bin es wirklich leid, für meine Mühe entweder nichts oder viel Scheißdreck zurückzuerhalten. Manche versuchen ja noch, meine Pflegeleichtigkeit auszunutzen. Dann hört es mit meiner Pflegeleichtigkeit natürlich auf. Nach wie vor sind schlechte professionelle Helfer ein Horrorthema für mich. Na sicher muss man sich stets mit seinen Erwartungen mäßigen. Aber das darf doch nicht zum "Blankoscheck" für schlechte Helfer werden!
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

mamschgerl
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Re: Zukunft?

Beitragvon mamschgerl » Di 10. Sep 2019, 22:37

Ja, echt, wie kommst du auch nur darauf, daß irgendeiner dich mögen könnte?
Jemanden wie dich, die ständig rumnörgelt, daß sie nicht ernstgenommen wird und auch noch ihre Hilfe verweigert bei Leuten, die nicht so intelligent sind und für ihr Leiden nichts können...also wirklich, daß du da kein Verständnis aufbringen kannst. Die armen Helfer müssen ja irgendwann mal sauer werden bei sowenig Kooperation und die Betroffenen erst, denen du mit Ablehnung begegnest; wie sollen die denn damit umgehen?

Liebe Laura, ich denke mir, daß du nicht umsonst deinen Frust hier postest...wenigstens bei mir ( und bestimmt auch bei einigen anderen Lesern, auch wenn sie nicht mehr so oft schreiben... ) stößt du nicht auf Ablehnung, sondern auf vollstes Verständnis.
Ich habe mich mittlerweile fast gänzlich vom Leben da draußen verabschiedet und kommuniziere nur noch mit Menschen, wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt. Mir geht es dadurch sehr viel besser, weil ich mich nicht mehr ständig behaupten oder rechtfertigen muss, während andere ihre eigene Persönlichkeit als selbstverständlich und fehlerfrei definiert wissen wollen.
Es ist diese unverfrorene Art der Manipulation, mit denen manche Menschen dreist ihrer eigenen Bequemlichkeit frönen und anderer Leute Schwächen für sich ausnutzen; klappt das nicht mehr, sind sie sich auch nicht zu schade, sich darüber zu ärgern und sich zu beschweren, nur um von ihren Unverschämtheiten abzulenken.
Ja, es ist schwierig, solche Menschen zu packen, doch liegt das nicht an deren Cleverness, sondern daran, daß wir einfach nicht so ticken und erst im letzten Moment begreifen, daß wir wieder einmal ausgenutzt worden sind.

Als mein Bruder auf Besuch war, hatten wir das Thema Bettler bzw Bettelmafia.
Ich habe manchen Bettlern und Bettlerinnen immer wieder mal etwas gegeben, auch in den Zeiten, in denen es mir selbst finanziell beschissen ging. Seit die Bettelmafia zugange ist und ich des öfteren den Falschen was spendiert habe, sehe ich von Almosen geben ab, lieber spende ich irgendeiner Hilfsorganisation, wenn es denn mal geht.
Was ich damit sagen will?
Überall gibt es falsche Fuffziger, die Gutmütigkeit, Hilfsbereitschaft und Mitgefühl ausnutzen und immer wieder fällt man darauf rein, aber trotzdem möchte ich es nicht zulassen, daß mich eine solche Brut vergiftet.
Dieser Abschaum hat nichts mit Menschsein am Hut und verdient es ergo auch nicht, daß man sich überhaupt mit ihnen beschäftigt.
Aber leider, ich kann auch nicht aufhören, mich über sie zu ärgern. Ich bin aber froh darüber, daß ich nie so sein werde und trotz der Überzahl dieser Individuen immer wieder jemand aus der Masse sticht, also von daher...werde ich weiterhin hilfsbereit sein, aber nur noch freiwillig.
Daß das bei dir nicht so einfach ist, ist klar. In der Tagesstätte muß man miteinander auskommen und sich arrangieren und ich muß gestehen, ich könnte es sicher nicht, eben gerade deswegen, mit dem du dich ständig konfrontiert siehst.
Wie gesagt, ich musste mich zurückziehen und mir fehlt das "soziale und gesellschaftliche Miteinander" überhaupt nicht, davon hatte ich in den letzten Jahrzehnten viel zu viel...
L.G. mamschgerl

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Laura
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Re: Zukunft?

Beitragvon Laura » Di 17. Sep 2019, 15:01

Ein falscher Fuffziger war ja auch lange genug in diesem Forum unterwegs! Der hatte ja die tollste Masche überhaupt! Er wollte und brauchte angeblich keine Hilfe, er war ja ein "gemachter Mann" und hatte angeblich die besonders schwere Wandlung vom besonders leidgeprüften Betroffenen zum besonders fähigen "Therapeuten" vollzogen. Seinen Traum vom "umschwärmten Therapeutendasein" konnte er zum Glück nicht ausleben, denn seine "therapeutischen Bemühungen" waren ja geschenkt noch zu teuer. Es hat sich alles nur darum gedreht, ihm etwas zu verklickern. Wozu braucht jemand, der sich selbst als glücklich und zufrieden bezeichnet und selbst mittels dieser Behauptung andere nur demütigen will, Extra-Spendengelder? Eher würde ich da noch an Schmerzensgelder denken, die fluuu aufgrund seines Psychoterrors zu bezahlen hätte, aber das wäre so viel Schmerzensgeld an so viele seiner Opfer, dass er dieses Geld sowieso nicht aufbringen könnte. Und könnte er sich stattdessen irgendwo nützlich machen? Nicht solange er so dermaßen unnütz ist!

Ein schlechter Verlierer kann nicht erwarten, dass er eines Tages als besonders guter Sieger hervorgehen wird! Auch dann nicht, wenn er endlich gereift ist und sich irgendwo tatsächlich mal nützlich gemacht hat! Es wäre einfach nur frustrierend für die Anständigen, wenn so ein "fluuu" für ledigliche Wiedergutmachung besonderen Lohn erhalten würde.

Übrigens ist das auch so in dem berühmten Bibelgleichnis mit dem verlorenen Sohn! Es sieht erstmal nur so aus, als würde der zurückgekehrte Geldverprasser vom Vater besser belohnt als der brave treue Bruder und genau das moniert der brave treue Bruder. Der Vater stellt die Sache richtig. Das teure Freudenfest für den zurückgekehrten Prasser ist nur eine einmalige Sache und der spontanen Freude entsprungen und doch kein besonderer Lohn. In unseren Zeiten wage ich aber nicht, auszudiskutieren, was der Vater dem treuen Bruder als Lohn verspricht. Ich möchte mir auch keine Fortsetzung des Gleichnisses ausmalen, bei dem die beiden Brüder abermals Knechte des Vaters sind (der verlorene Sohn wollte ja wirklich ganz redlich einfach nur Knecht bei seinem Vater sein, um wenigstens was zu Essen zu bekommen) und dann wegen angestauter Ressentiments doch wieder die Fetzen fliegen würden.

Ansonsten wegen des "bösen" Wortes "Bettelmafia" und wer damit gemeint ist, auch aus meiner Sicht. Pauschalisierungen verbieten sich, aber es sind halt die Ausnutzer, die denken und behaupten, so würde es doch alle Welt machen, erst recht in einer Notlage. Aber warum man jemanden bestehlen muss, der noch weniger hat, hat nun wirklich nichts mit Robin Hood-Romantik zu tun.

Ha ha, wie stehe ich denn hier da als Grundsicherungsempfängerin, die mal besser selber froh sein sollte, dass sie Hilfe erhält? Da könnte ich von jedem Steuerzahler zu was weiß ich verpflichtet als Gegenleistung verpflichtet werden. Und gelingt dieses nicht, dann gibt es ja immer noch demokratische Wahlen mit so "vielversprechenden" Parteien wie der AfD. Und wer gar nicht erst von seinem (eingeschränkten) Wahlrecht Gebrauch macht, soll überhaupt gleich mal die Fresse halten. Im Moment kann ich nur sagen, Angela Merkel macht so einiges besser als andere CDU- und SPD-Schwafler zusammen und auch so einiges besser als dazumals Margaret Thatcher. Insofern würde es sich für mich heute verbieten, auf "gut Glück" die SPD zu wählen, nur weil sie im Sinne der Tradition mehr Herz für Schwache hat. Das Thema Gerechtigkeit ist damit noch nicht ausdiskutiert.

Aber nehmen wir mal an, eines Tages ist das Paradies da. Alles ausgeglichen. Alle reich genug, alle schön genug, alle versorgt. Dann könnten sich glückliche Ehepaare gegenseitig besuchen und allenfalls - am besten scherzeshalber - die Wohnungseinrichtung der anderen kommentieren. Wichtig bleibt dann aber, die Kinder so zu erziehen, dass sie schon den eigenen Eltern nicht zu sehr auf die Nerven gehen können. Weder in der Zeit im Elternhaus noch später, wenn sie groß und stark sind. Überbordende Begierden von verwöhnten Kindern an die Eltern gerichtet? Wo denkt denn diese verrückte Laura hin? Hat es das je gegeben? Ist das wahrscheinlich? Und wo denkst Du hin, geschätzter Leser, wenn Du mir diese Frage stellen wolltest? Aber stell sie mir bitte lieber nicht. Denn entweder kennst Du die Antwort bereits oder Du hast noch anderes im Leben nicht kapiert. Aber ich will ja auch nicht einfach nur "Herumlabern", "Herumdiskutieren" und mich mit "Statements" wichtig machen.

Und was soll ich in diesem Forum miese Leute aus dem rl beschreiben, wenn doch schon anhand von "fluuu" deutlich geworden ist, wie schlimm auch "nur" Psychoterror sein kann und eine so dermaßen verquere Rhetorik, bei der man höchstens selber abdriften könnte, wenn man sie überbieten wollte, um sie auszuhebeln. fluuu sagt in immer wieder anderen Worten und immer wieder andere Themen betreffend "nein", und das sogar noch zu Dingen, die ihm sowieso nie angeboten wurden (und das betrifft das spezielle Problem, das zwischen fluuu und mir besteht)

Im Prinzip kann er das ja immer noch mitlesen, mit einem "Schläfer"-Account. Kann dann immer noch maulen, ich würde über einen Abwesenden lästern, während ich doch eigentlich immer noch damit rechnen muss, dass er hier weiter mitliest. Na und? Ich habe im Forum auch viel gegen seine Attacken angeredet und es hat nichts genützt. Ich habe sogar noch Abstimmungen geblockt, ausgehend von zwei anderen genervten Usern und diese Abstimmungen hatten zum Ziel fluuu per Mehrheitsbeschluss zu sperren.

Immerhin kamst Du dann des Weges, mamschgerl, als hätte es gerade Deiner Zustimmung bedurft, um fluuu zu sperren. Denn Deine Genervtheit und auch Deine Argumente hatten andere vorher auch schon. Für diesen Einsatz meinen Dank, liebes mamschgerl, diesmal für alle im Forum zu lesen. Sollte fluuu jetzt aufgrund dieses Beitrags doch wieder Stunk anzetteln wollen, können wir uns doch beide einfach aus diesem Forum verabschieden und fluuu kann hier weiter Dinge posten, die andere lesen können und schlimm finden können und auf die sie dann entweder reagieren können oder auch nicht. Damit meine ich all die User, die hier angemeldet sind und bei denen ich keine Ahnung habe, ob sie mitlesen oder wann und wie oft sie mitlesen.

Ich habe ja zu der Mehrheit gehört und ich habe mir fluuu auch nur weggewünscht. Dann hätte er woanders vielleicht umso ärger herumgemobbt, oder sich hier endlos immer wieder aufs Neue registrieren lassen. Ich habe eher an Leute gedacht, die ihm ganz unvorbereitet auf den Leim hätten gehen können.

fluuu hat seine Versorgung. Und es brauchen sich andere auch nicht ihre Versorgung von ihm schlechtreden zu lassen, und sei es mit noch so knappem Geldbeutel. Von mir sind keine Spendengelder an sein Bankkonto geflossen, ich habe ihn auch nicht angerufen oder sonstwie kontaktiert, seit wir beide in diesem Forum sind.

Ich kann auch nur irgendwie zusehen, wie ich finanziell über die Runden komme, eingedenk dessen, was ich an Erfahrungen immer noch zu verkraften habe.

Und in Reha-Werkstätten kann man für ein bisschen Taschengeld immerhin etwas für das eigene Selbstwertgefühl machen? Erwerbsfähige erhalten Geld für ihre Arbeit und dürfen heutzutage ihr Selbstwertgefühl daraus beziehen, dass sie immerhin Steuern zahlen? Danke, liebe Steuerzahler (hier wende ich den deutschen Null-Artikel an, meint immer nur eine unbestimmte Teilmenge eines Ganzen, hab misch Tüte Doitsch gekauft). Ihr meckert ja auch nur über die Politiker und deren Steuergesetze.
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.


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