Psychose ohne Medis behandeln

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Jürgen77
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Psychose ohne Medis behandeln

Beitragvon Jürgen77 » Fr 30. Mär 2018, 22:36

Hallo zusammen,

da ich einige Nächte schlecht geschlafen habe, bin ich etwas beunruhigt.
Ich sollte zusehen wieder ausreichend Schlaf zu bekommen. Ich hatte schon einige Akute Schübe.
Ist hier vielleicht jemand, der welche hatte und ohne Medis wieder klar denken konnte (nach einer gewissen Zeit)??
Also nur mit so Mitteln wie Baldrian und Hausmitteln wieder in die Spur gekommen ist.
Ich habe die akuten Schübe teils sehr unangenehm in Errinnerung. Es zerreißt einen innerlich.
Aber auch manische Hochgefühle waren dabei. Die Ängste waren jedoch recht belastend, welche mit Tavor
gut zu behandeln sind. Was habt Ihr für Erfahrungen gemacht? Es sollte nur jemand schreiben, der selber betroffen ist
oder einen Betroffenen gut kennt.
Ich kenne einen Psychologen, der nichts von chemischen Medis hält.
Aber die Mediziner haben durch die Bank die gleiche Meinung. Nämlich, daß nur Medis helfen.
Ich bin gespannt auf eure Antworten und hoffe, daß ich stabil bleibe.
Jetzt nach der Zeitumstellung konnten wohl Einige schlecht schlafen.

Frohe Ostern!

Jürgen

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Laura
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Re: Psychose ohne Medis behandeln

Beitragvon Laura » Fr 6. Apr 2018, 13:36

Hallo Jürgen, alter Psychosegenosse :) !

Ich bin bis zum Herbst letzten Jahres über sieben Jahre lang ohne Neuroleptika und andere Psychopharmaka klargekommen, also ohne einen psychotischen Rückfall zu erleiden, höchstens kleinere "Anflüge", die rasch wieder vergingen. An meinem Schlafverhalten änderte sich ohne die Dauermedikation nichts, auch an anderem nicht (blieb genauso halbgut wie unter den Medis), nur dass sich ein körperliches Symptom deutlich besserte, wegen dessen ich schon zwei verschiedene Internisten aufgesucht hatte.

Im Zuge meiner Wechseljahre (nehme ich an) verstärkte sich ohne die Psychopharmaka ein magisches Denken bei mir, besonders im finsteren und gruseligen Bereich, das ich nicht so einfach abschütteln konnte, auch wenn ich es mir den meisten Mitmenschen gegenüber nicht anmerken ließ.

Dass ich die Medis seit einem halben Jahr wieder regelmäßig nehme, habe ich dem guten Zureden einer guten Freundin zu verdanken, die aber auch gleichzeitig als mein "Medikamentenwecker" fungiert. Ich hatte vorher auch schon Anläufe genommen, um mein Amisulprid wieder regelmäßig einzunehmen, aber diese Anläufe waren immer wieder daran gescheitert, dass ich die Medis dann doch zu häufig schlicht und ergreifend vergaß einzunehmen. Es machte mir Sorge, meinem Körper so eine verpeilte, unregelmäßige Medikamenten-Einnahme zumuten zu müssen und es war von professioneller Seite niemand in Sicht, der mich selbst noch am Wochenende an die tägliche Einnahme hätte erinnern können.

Ich bin ganz zufrieden mit der Neu-Einnahme von Amisulprid. Meine Gruselgedanken können mich nicht mehr so vereinnahmen, sondern lassen sich gut verscheuchen, wenn sie denn doch mal leise wieder den Anmarsch wagen.

Nun ja, das eine internistische Symptom hat sich wieder verschlechtert, aber ich bin gewillt, damit zu leben und auf allmähliche Besserung zu hoffen und ich habe im letzten halben Jahr etwa zwei Kilo zugenommen, obwohl sich mein Essverhalten nur in der Vorweihnachtszeit etwas geändert hat (logischerweise :wink: ).

LG

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.


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