Es gibt keine Schizophrenie ( zumindest nicht als eigenständige Krankheit)

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Remedias
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Es gibt keine Schizophrenie ( zumindest nicht als eigenständige Krankheit)

Beitragvon Remedias » Fr 15. Sep 2017, 16:23

Anstatt von Schizophrenie sprechen Sie lieber von "Psychoseanfälligkeit". Inwieweit ist das anders?
Jim van Os: Wissenschaftlich gesehen ist jeder mehr oder weniger psychoseanfällig. Genetische und epidemiologische Forschung hat hunderte, ja tausende Risikogene identifiziert. ........Je mehr jemand davon hat, desto größer das Risiko für die Störung. Ausschlaggebend sind aber oft traumatische Erfahrungen oder Rückschläge im Leben. ......
Bei Psychosen geht es darum, wie jemand seiner Umgebung Bedeutung verleiht, wie Ereignisse interpretiert werden. Wenn Sie beispielsweise alles vom Standpunkt der Angst aus interpretieren, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie irgendwann paranoid werden. Manche drehen einfach durch. Die entscheidende Frage ist dann: Hat jemand ein Hilfsbedürfnis? Findet er oder sie nicht mehr aus den psychischen Problemen heraus? ?
Was ist jetzt in der Praxis der Unterschied - sowohl für die Behandlung als für das Leben von Patienten -, ob jemand eine Schizophrenie diagnostiziert bekommt oder wir von einer Psychoseanfälligkeit mit Hilfsbedürfnis sprechen?
Jim van Os: Wir berücksichtigten vierzig Jahre Erfahrungsliteratur von Patientinnen und Patienten. Darin können wir sehen, was ihnen am meisten geholfen hat. Diese Literatur zeigt uns, dass es um einen persönlichen Genesungsprozess geht: Jemand muss neue Ziele finden, sich selbst neu erfinden, eine neue Geschichte von sich selbst schreiben. Die eigene Kraft ist dafür von zentraler Bedeutung, wie kann er oder sie das Leben trotz der vielleicht bleibenden Anfälligkeit und Einschränkungen als sinnvoll erfahren? Das nennen wir "Sinngebung".
https://www.heise.de/tp/features/Es-gib ... 25681.html

liebe Grüße Remedias

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