Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

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Wolfsbohne
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Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon Wolfsbohne » Sa 29. Nov 2014, 13:03

Ein Bekannter von mir hat eine Schizophrenie. Er geht auf das Seniorenalter zu.
Er wohnt allein. Die Wohnung sieht schlimm aus weil er nicht aufräumt und putzt. Er hat allerdings Unterstützung vom Pflegedienst, die machen die Wohnung sauber so weit es geht. Die Ernährung ist sichergestellt, wenn auch manchmal etwas unappetitlich. Die medizinische Versorgung ist auch sichergestellt. Der Bekannte geht seinem Hobby nach, unternimmt viel mit einem Kumpel, kauft selbst ein... Körperpflege macht er allein.

Frage: Darf er gegen seinen Willen in einer Einrichtung für psychisch kranke Senioren untergebracht werden? Muß er gegen seinen Willen die eigene Wohnung aufgeben weil Rechtsbetreuer und Pflegedienst das für richtig halten?

Ich wäre dankbar für Eure Einschätzung, evtl. auch Tipps, wie er sich in dieser Situation am besten verhält und an wen er sich wenden kann wenn es hart auf hart kommt.

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fluuu
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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon fluuu » Di 2. Dez 2014, 10:54

Welche Chance hat ein psychisch kranker Senior wenn er sich gegen alle stellt die dafür verantwortlich sind ihm zu helfen?
Er muss sich mit denen arrangieren die für ihn zuständig sind, ein goldener Engel der ihn wieder jung und gesund macht wird kaum kommen.
Wenn es alleine in der Wohnung schwierig ist als Senior dann ist es besser früher in eine Einrichtung zu gehen als später wenn es schon
ein ausschließlicher Pflegefall geworden ist, jetzt kann er noch ein wenig selbst beeinflussen wie der Wechsel möglich ist.
Was bringt es in der Wohnung zu verharren, sich füttern zu lassen und einen großen Aufwand zu betreiben wenn in einer Einrichtung
alle Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Es wird ja in der Wohnung mit zunehmendem Alter nicht besser, eher im Gegenteil.
So ist Überzeugungsarbeit gefragt um aus dem sturen und trotzigen gegen den Willen ein Einsehen zu erreichen,
der Tod kommt letztlich auch ohne vorher nach dem Willen zu fragen ob es Recht sei oder nicht.
Gesellschaftlich gesehen ist es unmöglich jeden alten Menschen mit staatlicher Pflege in der eigenen Wohnung bis zum Tod zu begleiten.
Es wäre ein den Anderen gegenüber unverantwortlicher Aufwand.
Was spricht gegen die Unterbringung in einer Einrichtung in der es für das hohe Alter die beste Versorgung gibt?
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Laura
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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon Laura » Do 4. Dez 2014, 12:20

Hallo Wolfsbohne!
Wolfsbohne hat geschrieben:Ich wäre dankbar für Eure Einschätzung, evtl. auch Tipps, wie er sich in dieser Situation am besten verhält und an wen er sich wenden kann wenn es hart auf hart kommt.

Dein Bekannter könnte einen Betreuerwechsel anregen zu einem Betreuer, der weniger rigoros eingestellt ist. Von was für einer Stelle wird er denn betreut, bzw. von welcher Stelle ist der Betreuer eingesetzt worden?

Vielleicht würde sich ein Rechtsstreit vor Gericht nicht vermeiden lassen, wenn das Deinem Bekannten nicht zu viel Stress wäre.

Deine Beschreibungen klingen aber schon danach, als sei Dein Bekannter mit seiner Wohnsituation überfordert. Oder könnte der Pflegedienst eventuell öfter vorbeikommen und auch ein bisschen auf seine Ernährung achten?

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Awinah
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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon Awinah » Mo 15. Dez 2014, 15:32

:fadein: .
Zuletzt geändert von Awinah am Sa 27. Dez 2014, 23:47, insgesamt 2-mal geändert.

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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon fluuu » Di 16. Dez 2014, 10:12

Es gibt natürlich Unterschiede zwischen dem Gemöle daheim zu vegetieren und der strengen Ordnung einer Einrichtung.
Nur die Chance, dass der Zustand bei einem psychisch kranken Senior sich bessert ist sehr gering und die Wahrscheinlichkeit,
dass die Pflegebedürftigkeit zunimmt ist groß. Ist im eigenen Dreck sterben die beste Würde? Vielleicht ist für jemanden der
nie aus dem psychischen Sumpf herausgefunden hat es am Ende des Lebens auch nicht angesagt und er bleibt drin.
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Remedias
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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon Remedias » Di 16. Dez 2014, 13:03

hallo Wolfsbohne,

ich finde das Problem deines Freundes nicht ungewöhnlich, es hat nicht einmal viel mit der Schizo zu tun.
Für fast JEDEN alten Menschen ist es hart, zu erkennen, dass die Kräfte nachlassen und man Betreuung braucht. Bei so ziemlich jeder Umfrage kommt heraus, dass 98% der Senioren am liebsten in der eigenen Wohnung alt werden und sterben möchten.
Auch bei Leuten ohne Schizo kann es passieren, dass sie gegen ihren Willen in ein Heim kommen, meistens nach einem Krankenhausaufenthalt, Sturz mit Oberschenkelhalsbruch oder ähnlichem.
Man sollte versuchen, sich mit dem Mann zu verständigen. Die probleme ansprechen und wie er sie zu lösen gedenkt. Mit ihm verschiedene Heime anschauen und wenn es möglich ist, ihn probewohnen zu lassen. Vielleicht wätre auch betreutes Wohnen eine Option.
Mich stört so, dass man über seinen Kopf weg entscheiden will. Offen gesagt würde ich mich da auch stur stellen. Aber ich würde mich überzeugen lassen, wenn mir die Argumente einleuchten und ich das Gefühl habe, die andere Person ist mir wohlgesonnen.

liebe Grüße Remedias

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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon fluuu » Mi 24. Dez 2014, 13:53

Bei der Psychotherapie ist die Mitarbeit des Klienten wichtig, ohne geht es gar nicht,
jedoch bei einem psychisch kranken Pflegefall kann man das nicht erwarten.
Es müssen Andere entscheiden, es geht nicht anders soll sich etwas ändern.
Jemand der zuhause versumpft ist mit seinen seelischen Empfindungen lässt sich
durch gut Zureden allein da nicht raus holen.
Es ist eine gewisse Entscheidungskraft über den Kopf hinweg notwendig will man
bei einem Pflegefall der psychische Probleme hat etwas ändern.
Ihn Fragen, Bitten oder Erklären führt zu keinem Ergebnis, wer soll diese sinnlose
Beschäftigung absolvieren? Den bezahlten Pflegekräften ist das Untersagt,
vielleicht bewilligt die Kasse eine Therapie, dann kann sich ein Psychotherapeut
bemühen und ganz einfühlsam die Organisation der Umstände des Betreffenden
steuern indem er sich in den Patienten hineinfühlt. Verlangen kann man so ein
zwischenmenschliches Verhalten nicht, man kann nur froh sein wenn es möglich ist.
Wie viele Angehörige überfordern sich bei der Pflege und Betreuung ihrer
Familienangehörigen, werden auch krank und zu Patienten, natürlich, der Beruf des
Altenpflegers ist auch von Beeinträchtigungen durchwachsen aber meist doch nicht
so anfällig wie die Angehörigen. Das Thema wird uns weiter beschäftigen denn die
geburtenstarken Jahrgänge in Deutschland kommen erst noch ins Rentenalter.
Zuletzt geändert von fluuu am Mo 29. Dez 2014, 10:26, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon Remedias » Mi 24. Dez 2014, 15:49

fluuu hat geschrieben: psychisch kranken Pflegefal
das wird über den Mann nicht gesagt, sondern:
Wolfsbohne hat geschrieben: Schizophrenie
Wolfsbohne hat geschrieben:Er wohnt allein. Die Wohnung sieht schlimm aus weil er nicht aufräumt und putzt. Er hat allerdings Unterstützung vom Pflegedienst, die machen die Wohnung sauber so weit es geht. Die Ernährung ist sichergestellt, wenn auch manchmal etwas unappetitlich. Die medizinische Versorgung ist auch sichergestellt. Der Bekannte geht seinem Hobby nach, unternimmt viel mit einem Kumpel, kauft selbst ein... Körperpflege macht er allein
Das ist zwar nicht schön, aber KEIN Pflegefall - er hat ja wohl auch nicht einmal eine Pflegestufe, oder?


liebe Grüße Remedias

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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon fromhell » Mo 29. Dez 2014, 02:24

Wie es mich ankotzt wieder mal zu lesen wie selbsterständliche es hier einige finden das leute gott spielen wollen und auf selbstbestimmung scheißen nur um "anstrengende" menschen los zu werden....
was mischt man sich in die leben andeer ein?
Wo ist da bitte der respekt?!
Und wenn die wohnung noch so schlimm aussieht?NA UND!!!
Ist es euer problem?
Wenn man jemanden wegsperren sollte dann doch woh eherl die leute die so etwas gut heißen .egoistischer feht es wohl nicht mehr.
ab in den kärker mit diesen primitiven egoistenschweinen.

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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon fluuu » Mo 29. Dez 2014, 10:46

Wenn einer mit sich allein nicht zurechtkommt haben die Mitmenschen die Pflicht etwas zu unternehmen um den Zustand zu ändern,
das ist simple Höflichkeit und Anstand jemanden in seinem Dreck nicht krepieren zu lassen. Wir leben ja nicht an Orten wo Menschen
auf der Straße sterben und rumliegen, da ist es eine Fähigkeit weg zu gucken um für das eigene Überleben zu sorgen.

Ein Altenheim ist doch kein Wegsperren, allein das Wort 'Wegsperren' wenn es um eine Institution geht zeugt von kranker Sichtweise.
Wegsperren findet noch nicht einmal in der Forensik statt, der Ort für psychisch kranke Straftäter. Da ist zwar alles abgeschlossen
wie in einem Knast aber den ganzen Tag wird etwas unternommen mit der Insassen zu einer besseren Sozialisierung und Heilung.
Mann kann sich mit der eigenen Ausdrucksweise auf die Sicht der Dinge in der Psyche krank machen und so Schmerzen erzeugen.
Wer im eigenen Dreck krepieren für die optimale Option hält soll es tun aber er darf nicht auffällig werden weil die sozialen Behörden
müssen einschreiten wenn sie einen Hinweis bekommen. Das hat vielen Menschen schon das Leben gerettet.
Langsam Krepieren in Deutschland ist nicht so einfach, überall lauern Hilfsorganisationen um einschreiten zu können.
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Re: Unterbringung in Altersheim/Einrichtung gegen den Willen?

Beitragvon fromhell » Mo 29. Dez 2014, 22:28

Jezt stellen sie sich bittr nicht dümmer als sie sind. Was sie hier als hilfe verkaufen wollen ist nichts weiter als bevormundung .Die betreffende person wird sich schon melden wenn sie "hilfe" dieset art annehmen möchte.
in diesem beispiel lehnt sie aber danken ab.
so etwas als hilfe zu bezeichen ist schon sehr dreist.aber genau so hatte ich sie schon eingeschätzt.


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