Alte und Neue Freunde und Kollegen?

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ABDALLAH
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Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon ABDALLAH » Mi 20. Jun 2012, 19:39

Hallo

Habe selber keine Schizophrenie,"kenne"aber jemanden der an Schizophrenie erkrankt ist.

Ich bin dabei Bücher zu lesen über die Schizophrenie und da "gehört"es zum Teil auch zur Therapie den alten Freundes-und Kollegen Kreis wieder aufzubauen und auch neue Kollegen und Freunde "kennen"zu lernen.

Aber hier im Forum gibt es zum Teil Leute die nur wenige bis gar keine Leute kennen lernen.

Warum ist das so?
Ist diese Therapie nicht gut,oder liegt es an den Vorurteilen was die Schizophrenie betrifft und sich diese neuen und auch alten Kollegen und Freunde plötzlich nicht mehr melden bei euch?

Lg Abdallah

Heiner
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Re: Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon Heiner » Fr 28. Mär 2014, 21:44

Ich glaube es ist einfacher, wenn du die Leute jeweils persönlich anschreibst.
Aber insgesamt ist es glaube ich echt schwierig für diese Menschen Freundschaften zu schließen, da sie große Kontaktschwierigkeiten haben.

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Remedias
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Re: Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon Remedias » Sa 29. Mär 2014, 16:04

.
Aber insgesamt ist es glaube ich echt schwierig für diese Menschen Freundschaften zu schließen, da sie große Kontaktschwierigkeiten haben.
Ne, habe ich nicht, bin schließlich keine Autistin. :wink: Aber Tatsache ist, dass meine Freundinnen und Kollegen nach meiner ersten Erkrankung nichts mehr von mir wissen wollten. Keiner meldete sich mehr und als ich mich wieder meldete, hieß es : "Keine Zeit!".
Neue Bekanntschaften zu machen ist wirklich schwieriger. Meiner Erfahrung nach liegt das aber an zwei Gründen: Ich war medikamentös zu hoch und schlecht eingestellt, habe nur noch geschlafen und konnte auch nur ganz langsam denken und kaum sprechen . Der zweite Grund ist: Ich bin berentet. Ich komme weniger raus, kann mir weniger leisten ( ist nix mit Essengehen, Kinogehen, Urlaub etc. ) und verlor auch den Kontakt zur Arbeitswelt. Wenn die anderen Feierabend hatten, lag ich im Bett. #-o Außerdem: Was kann ich Interessantes erzählen? Höchstens , wie es in der Psychiatrie so zugeht, das aber will keiner hören :silly:
Bela Arpad sagte, "Menschen mit Problemen mag man nicht." :cool:

Mit freundlichen Grüßen Remedias

cake
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Re: Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon cake » So 30. Mär 2014, 13:08

"Menschen mit Problemen mag man nicht." :cool:
Ich schon oder vielleicht gerade deshalb :lol:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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Remedias
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Re: Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon Remedias » So 30. Mär 2014, 16:52

"Menschen mit Problemen mag man nicht." :cool:
Ich schon oder vielleicht gerade deshalb :lol:
You are so sweet :lilangel:

Mavros
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Re: Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon Mavros » So 30. Mär 2014, 20:13

Es gibt definitiv Möglichkeiten auf der Grundlage des logischen Denkens zur Krankheitseinsicht zu gelangen. Mehr ist auch gar nicht nötig - es wird nicht verlangt Krankheit ungeschehen zu machen, sondern sich "nur" der gesamten Bandbreite der Symptome bewusst zu werden.

In meiner Signatur steht z. B. so ein Satz, der damit zusammen hängt - wenn ich ein gespaltenes Verhältnis zu mir selbst habe, werde ich ihn auch unbewusst auf andere übertragen, und das hat in einer Kommunikation oft weitreichende Folgen. Eine Reaktion auf eigenes Unvermögen kann man den anderen nicht verübeln. Wenn ich Einigen Schuld für irgendetwas zuschiebe, werde ich womöglich - um nicht gänzlich zu vereinsamen -, dazu tendieren, Einzelne oder eine Gruppe zu idealisieren. Du solltest eines nicht außer Acht lassen oder eben erkennen - es ist in den meisten wenn nicht in allen Selbsthilfeforen so -, es gibt dort z. T. Menschen, die sich mit Problemen anderer beschäftigen um ihre eigene nicht aktiv angehen zu müssen bzw. sich an Problemlagen anderer hochziehen um ihr angeschlagenes Selbstwertgefühl aufzubessern. Wie nützlich so etwas für beide Seiten ist, kann doch sicher jeder nachvollziehen. Und gerade bei Wahrnehmungsstörungen ist ein Umgang mit Medien, der sich produktiv auf den Krankheitsverlauf auswirken würde, oft nicht gegeben.

Es ist aus meiner Sicht nützlich sich klar zu machen, dass einem selbst Fehler in der Kommunikation unterlaufen, und dass ernst zu nehmende Gesprächspartner allein aus diesem Grund ausbleiben. Punkt. Das klingt zwar hart, muss auch nicht zu 100 % stimmen, jedoch diese Erkenntnis wenn man zulässt, ist man quasi im gleichen Atemzug imstande die eigene Situation grundlegend zu verändern. Weil man dadurch für sie bzw. für den eigenen Part und damit auch für sich selbst die Verantwortung übernommen hat, womit die passive Rolle zugunsten der Aktiven weicht. Das geht eben dann nicht, wenn man momentane Kompetenzen überschätzt und Tatsachen ignoriert.

Du könntest übrigens auch beim Sozialpsychiatrischen Dienst nachfragen, ob es in deiner Gegend eine Möglichkeit gibt, ein paar Stunden in der Woche in einer Werkstatt oder allgemein in einem Betrieb auszuhelfen. Das Gefühl der sozialen Zugehörigkeit würde sich sicher auf den Krankheitsverlauf positiv auswirken und könnte nebenbei auch deine Haushaltskasse ein wenig entlasten.

Ich wünsche dir viel Erfolg.

Grüße
Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

Dr. med. Michael Depner - seele-und-gesundheit.de

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Remedias
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Re: Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon Remedias » Mo 31. Mär 2014, 11:26

Hallo, Mavros
Du könntest übrigens auch beim Sozialpsychiatrischen Dienst nachfragen, ob es in deiner Gegend eine Möglichkeit gibt, ein paar Stunden in der Woche in einer Werkstatt oder allgemein in einem Betrieb auszuhelfen. Das Gefühl der sozialen Zugehörigkeit würde sich sicher auf den Krankheitsverlauf positiv auswirken und könnte nebenbei auch deine Haushaltskasse ein wenig entlasten.
das ist in der Tat das nächste, was ich in der Soziotherapie angehen bzw. wobei man mir helfen will. Es müsste natürlich eine Arbeit sein für eine Theoretikerin wie mich; bin mit den Händen ungeschickt :oops: und körperlich halt auch eingeschränkt ; körperlich mehr als geistig, würde ich mal sagen.
Ich wünsche dir viel Erfolg.
Vielen Dank.

Was machst Du beruflich, Mavros? ( wollte ich schon immer mal fragen, weil Du dich so gut in Psychologie auskennst.)

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Laura
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Re: Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon Laura » Mo 31. Mär 2014, 12:25

Vermutlich liest der thread-Ersteller gar nicht mehr mit, das Eingangsposting stammt aus dem Juni 2012.
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Alte und Neue Freunde und Kollegen?

Beitragvon Remedias » Mo 31. Mär 2014, 12:40

Vermutlich liest der thread-Ersteller gar nicht mehr mit, das Eingangsposting stammt aus dem Juni 2012.
Ja, richtig; ich hatte Heiners Neubelebung geantwortet.


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