"Psychose" durch Medikamente?

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Joey (w)
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"Psychose" durch Medikamente?

Beitragvon Joey (w) » Fr 25. Jul 2008, 19:18

Hallo,

ich hoffe das ist nicht unhöflich wenn mein erster Beitrag gleich soviel von mir beinhaltet...nur, ich weiss mir einfach keinen Rat, wie selbst mein Therapeut nicht...

Ich schilder mal kurz meinen Verlauf.

Ich kam vor 5 Jahren in die Tagesklinik, Mehrere Behandlungen. Diagnosen: Depression, PTBS, Dissoziative Störung. Bekam Neuroleptika und Antedepressiva.

Die Tabletten anfangs nicht kontinuierlich genommen, da ich es (durch Rückfälle) nicht schaffte mir einen Psychiater aufzusuchen. Das Problem löste sich aber.

Nach 2 Jahren plötzliche Zwangsbilder und ein völlig anderes Bewusstseinserleben, nicht steuerbar- panische Angst (kam mir wie im Wahn vor). Bekam Risperdal- abgesetzt wegen NW, dann Zyprexa- abgesetzt. Nichts half. Dann niedrig dosiertes Amisulprid


Ich suchte damals eine Traumatherapeutin auf, die mir andeutete es könne ein Zeichen für eine kommende Schizophrenie sein.

Dann Cannabis und ab und an Speed. (ich weiss, ich hatte keine Ahnung von Psychosen und wollte damals die Anerkennung meines Freundes, der das schon längerfristig tut).
Ich erlebte wie die Bilder sich etwas zurückzogen. (kamen aber irgendwann wieder)
Ich verlor den Überblick und übertrieb es...(was ich damals nicht sehen konnte)...bis ich auf einen Speedtrip das Erlebnis hatte ich hätte meinem Freund etwas angetan... (habe ich in echt nicht)
Das war letztes Jahr kurz vor Weihnachten, ich lief rum wie ein Geist (sah aus wie stark geschockt), meine Familie erkannte mich nicht wieder...die Angst ich hätte ihm was angetan wurde aufgeklärt, doch dann erlebte ich es mit meinem Hund....
ich konnte ihn plötzlich nicht mehr berühren...(weil dann ein Erleben kam, was ich hier nicht äußern möchte/kann)
Seitdem rühr ich keine Drogen mehr an und hänge in dem seltsamen Bewusstsein fest, was ich nicht steuern kann. Kam in die Klinik (Suizidgefahr) und erlebte das durch das hochschrauben des Amisulprids sich noch mehr „Filme“ entwickelten.

Das Amisulprid wurde abgesetzt und Seroquel kam zum Einsatz. Anfangs fühlte es sich beruhigend an, aber der Bewusstseinszustand indem ich fest hing löste sich nicht, erweiterte sich mehr....es erweiterte sich auf alle Menschen,

Nach der Entlassung wurde es auf dem Seroquel unaushaltbar....ich fing an mich nichtmehr frei in meiner Wohnung bewegen zu können...Ständig erlebte ich, wie ich die Menschen draussen negativ beeinflusste, das ich schlecht war....muss mich verstecken.
Ich bekam „Filme“, wie, das mich alle hören und sehen und ich aufpassen muss, damit ich nichts schlechtes tue, was ich aber immer wieder erlebe an mir...
Anfangs konnte ich rausgehen, doch ich verlor völlig die Wahrnehmung dafür wie weit jemand von mir entfernt ist, verfalle dort in panische Zustände....
Unter dem Seroquel heftige Angstzustände dann (jedesmal nach der Einnahme)...wir haben alles ausprobiert.
Mein Therapeut kam einmal die Woche und arbeitete mit mir...nichts half...meine „Filme“ wurden schlimmer, oder wechselten von einen auf den nächsten.

Ich entschlies mich die Seroquel abzusetzen...und bekam von meiner Psychiaterin Lyogen 4 und Mirtazapin verschrieben....

Als ich das Lyogen runtersetzte weil die NW nicht mehr auszuhalten waren bekam ich einen klaren Moment von ca. 3 Stunden, indem ich mich frei bewegen konnte, ohne dieses schlimme Erleben, so als sei ich wieder zurückgekehrt, als sei das entrückte in meinem Kopf wieder zurechtgerückt und ich hatte die volle Kontrolle über alles was ich denke und tue, war total entspannt. Doch es ist wieder da.

Ich entschloss die völlig abzusetzen...nehme nun nur noch Mirtazapin und hoffe das diese Zustände Medikamentenbedingt waren. Meine Familie (Mutter und Schwester) sagen das sind die NW und sind fürs absetzen....mein Therapeut weiss nicht genau was das richtige ist....und ich weiss es nach dem vielen herumrecherchieren über eine Psychose auch nicht.....

Hat vielleicht jemand eine Idee? :???:

Joey (w)
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Beitragvon Joey (w) » Sa 26. Jul 2008, 22:16

Danke dir für deine Antwort.
Ich weiss nicht wie ich vermeiden soll, das ich irgendwie Hilfe brauche, denn im Moment bin ich seit Wochen in diesem Dauerzustand, das ich nichts mehr hinbekomme und mich seit ca. 3 Monaten in meiner Wohnung verstecke. Mein Freund geht für mich einkaufen, mein Therapeut kommt zu mir nach Hause. Gerate durch meine seltsame Wahrnehmung draussen in verrückte Zustände...die mich immer mehr zurückziehen lassen und mir Angst machen.
Und selbst in meiner Wohnung, gibt es nur 2 Ecken,in denen ich mich halbwegs aufhalten kann. Naja, egal, gibt sehr viel was ich hier erlebe, was vorher ganz normal war. Komme davon einfach nicht runter, mein Therapeut und mein Freund können mir noch alles so rational erklären...

Aber Danke für deinen Tipp. Ich werde mich da mal schlau machen zwecks der Naturheilkunde. Weiterhin werde ich es mit einer Vitamin B 12 Kur versuchen, da ich bevor ich diese "Psychose" oder was auch immer das ist bekommen habe, so gut wie nichts gegessen habe, dann die vielen Drogen (die ja auch sämtliche Vitamine entziehen)...und Vegetarierin bin. Hab nämlich gelesen das ein solcher Mangel auch zu solchen schizophrenen Zuständen führen kann. Ich kann halt nur ausprobieren.

Mit den Bildern und Szenen...ist irgendwie sehr unangenehm das hier genauer zu schildern...sorry... :sad:

Lg

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Remedias
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Beitragvon Remedias » So 27. Jul 2008, 14:07

Hallo Joey, hier gab es schon mal einen User, der durch NL in psychotische Zustände geriet; ich wollte dir das posting verlinken, finde es aber leider nicht mehr......
NL können scheinbar durchaus paradoxe Reaktionen verursachen.
So habe ich mal von Risperdal Ängste bekommen; als es abgesetzt wurde, ging es mir besser.
Dennoch würde ich ohne Arzt nicht einfach absetzen und auf Naturheilmittel umsteigen, auf eigene Faust halte ich es für gefährlich.
Kannst du mit deinem Psychiater reden oder ist er völlig uneinsichtig?
lieber Gruß Remedias

Joey (w)
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Beitragvon Joey (w) » So 27. Jul 2008, 16:39

Hallo Remedias,

danke für deine Antwort. Leider ist meine Psychiaterin uneinsichtig. Sie hat mir von Anfang an wenn ich von heftigen Nebenwirkungen schilderte nicht geglaubt. Das käme alles nicht von den Tabletten und die seien ja eh niedrig dosiert. Von dem Risperdal bekam ich ja auch solche Ängste und son Zustand wie im Wahn.
Das Amisulprid hat bei mir wenns hochdosiert war Aggressionen ausgelöst (gegen mich selbst)...die ich so von mir nicht kenne.
Hat sie mir auch nicht geglaubt. So mal als Beispiel.
Ich weiss, ich sollte die Ärztin wechseln, nur ich kann nicht mehr raus, geschweige denn in eine Bahn oder nen Bus steigen...
:???:

Joey (w)
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Beitragvon Joey (w) » So 27. Jul 2008, 17:58

Ja, ich war von März bis April in einer Klinik, was mir im Endeffekt nichts gebracht hat, da ich dort die größte Zeit im Bett verbracht habe.

Die Symptome wurden danach, Zuhause schlimmer. Ich habe ja einen Therapeuten der 1x die Woche kommt, aber leider auch nicht mehr genau weiter weiss. Ich wollte ja nochmal in eine Klinik, um zu üben mich wieder unter Menschen zu bewegen, damit ich die Fähigkeit wiedererlange wie weit weg jemand von mir ist um abschätzen zu können, wie ich mich bewegen darf.
Er sagte nur um das zu üben kommt man nicht in eine Klinik.
Als es arg akut war, ich nur noch starr war und kaum noch reden konnte war die Überlegung da, doch dort war meine Angst zu groß, ich wusste wenn ich mich unter Menschen begebe verfalle ich in diesen katatonischen Zustand...womit das alles nichts gebracht hätte. So wie es mir jetzt geht wenn ich rausgehe...und dort erlebe das ich schlimme Dinge tue.
Thera und Freund sagen passiert alles nur in meiner Fantasie und das was ich tue ist nicht schlimm.....

Ich erlebe es aber so und kann das Risiko nicht eingehen das es dann doch irgendwann mal was schlimmes sein könnte. Bin irgendwie gefangen...

Ich erhoffe mir durch das absetzen das ich all meine Fähigkeiten wiedererlange, wie ich es ein paar Stunden hatte als ich das Lyogen runtersetzte. Nur leider ist alles wieder da...hoffe es sind Entzugserscheinungen.

Wenn ich das richtig verstehe sitzt Du in einer von zwei Ecken am Labtop und meldest Dich gelegentlich. Was machst Du sonst noch?
Mein Pc habe ich auf der Erde aufgebaut. Das Inet hab ich erst seitn paar Tage. Sonst würd ich nur im Bett liegen (wenn mein Freund nicht da ist) und Playstation spielen. Und selbst da habe ich Filme...
nur von den beiden Lagen aus kann ich mir immer noch sagen mich hat ja keiner gesehen.

Ich kann nichts weiter tun...bin so eingeschränkt.
Wie gerne würde ich rausgehen, meine Schwester besuchen...oder mit meinem Freund zu seinem Bauwagen aufs Grundstück fahren...oder arbeiten gehen...mich wieder um meinen Hund kümmern können...geht alles nicht....

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Remedias
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Beitragvon Remedias » So 27. Jul 2008, 18:19

Hallo Joey,
Ängste kenne ich ziemlich gut. Ich bin fast ein halbes Jahr lang nicht mehr vor die Tür gegangen, weil ich beobachtet wurde und Angst vor Menschen und Dingen hatte. Mittlerweile geht es mir viel besser, ich nehme allerdings ein NL: Abilify. Es ist das einzige, was mich nicht völlig lethargisch macht.
Es tut mir leid, dass du solche Angst haben musst, und dass man irgendwie nichts dagegen tun kann. Wie lange hast du die Symptome schon, dass du dich nicht mehr raustraust?
Nach einem halben Jahr müssten auch die letzten Absetzsymptome verschwunden sein. Wenn du dich dann noch nicht besser fühlst, sind es vielleicht nicht die NL, sondern doch die Krankheit.....
liebe Grüße Remedias

Joey (w)
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Beitragvon Joey (w) » So 27. Jul 2008, 18:39

@Remedias

Das ich garnicht mehr raus kann habe ich seit April, nach der Klinikentlassung. Da habe ich das Seroquel noch genommen. Angefangen hats aber kurz vor Weihnachten letzten Jahres, das ich anfing mich als schlecht zu erleben...und in diesen seltsamen Bewusstseinszustand geriet (was sich im Kopf auch ganz anders anfühlt), wo ich das Gefühl habe Dinge nicht mehr steuern zu können...(nach einem Speedtrip)

@Triangel

Ich hab da Angst das die mich mit Medikamenten zudröhnen...jetzt wo ich ausprobieren will obs an der jahrelangen Medieinnahme mit lag.
Beim letzten Aufenthalt musst ich auch (obwohl ich freiwillig dort war und es eine offene Station war) Medis nehmen, wo ich das Gefühl hatte meine Filme werden dadurch immer schlimmer.

Liebe Grüße
Joey

Joey (w)
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kleiner Zwischenbericht

Beitragvon Joey (w) » Di 5. Aug 2008, 10:03

Hallo ihr Lieben,

ich wollte mich nur mal mitteilen. Ich bin nun seit 2 Wochen ohne NL und es ging mir zwischenzeitig sehr sehr schlecht....was ich aber auf das Absetzen schob...zumindest hoffte, weil mit NL gings ja auch nicht.
Aber heute wurde mir bewusst das ich wieder mehr an meine Gefühle rankomme. Da ist sehr viel Verletztheit und Wut. Ich habe mir erlaubt still für mich über Erlebnisse wütend zu sein und habe nun das Gefühl etwas klarer zu sein.
Zudem war mein Therapeut gestern mit mir draussen (schon ewig nicht mehr draussen war) und ich habe es trotz paranoider Filme geschafft in die Sparkasse zu gehen. Er gab mir sehr viel Sicherheit und lenkte mich von den Ängsten ab. (was mein Freund nicht tat wenn wir draussen war, so dass sich meine Filme und so immer mehr steigerten und ich immer mehr die Erfahrung machte, das es besser ist nicht raus zu gehen) Mein Therapeut sagte mir wo überall jemand ist und wo keiner ist und das er aufpasse was ich tue, damit nichts geschehen kann. *so dass Gefühl hatte ich kann mein Verhalten rückkoppeln* Danach sagte er ich habe mich Heldenhaft geschlagen.
Danach ging sogar für ein paar Stunden der Film weg das wenn ich was denke es auch sagen könnte. Dann konnte ich sogar den Fernseher wieder etwas mehr der Normallautstärke anpassen und Fernseh gucken. Vorher durfte der nur sehr leise sein, damit niemand was hört.
Nun bin ich bereit das öfter mit ihm zu üben. Er sagte auch er kenne niemanden der nicht von solchen Zuständen runtergekommen ist. Das machte mir Mut. Ich wünsche auch euch die Hoffnung das ihr es schaffen könnt.

Liebe Grüße
Joey

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Feuerchen
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Beitragvon Feuerchen » Di 5. Aug 2008, 18:41

Hallo Joey,
das letzte hört sich einfach super an! Weiter so \:D/ :!:
Liebe Grüße
Feuerchen

Joey (w)
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Beitragvon Joey (w) » Di 5. Aug 2008, 19:17

Danke liebes Feuerchen. :)

Joey (w)
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Beitragvon Joey (w) » Mo 11. Aug 2008, 13:41

Ich denke heute das die Psychose auch durch die Drogen entfacht wurde. Auf jedenfall. Denn nach dem einen Erlebnis auf Drogen, fing es ja an.
Alles zusammen spielt eine Rolle.


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