Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

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Remedias
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon Remedias » Sa 15. Mär 2014, 20:11

hallo Soria,
das tut mir sehr Leid.

Mit freundlichen Grüßen Remedias

cake
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon cake » So 16. Mär 2014, 09:53

Soria es tut mir auch sehr leid.

Manche Menschen muss man leider gehen lassen, dass Sie Ihren Seelenfrieden bekommen. :sad:
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

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Dornröschen2013
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon Dornröschen2013 » Sa 5. Jul 2014, 22:49

Hallo,
wenn mein Freund in keinem akuten Schub ist, ist er ganz normal. Sogar für mich, der Beste den es gibt. :Fade-color
Während eines Schubs ist der Umgang schwierig. Besonders dann, wenn er mich in seinen Wahn einbezieht.
Mir hilft dann klar zu sagen, wo meine Grenzen liegen. Dann kann es auch schon mal passieren, dass ich 10 mal nein sagen muss, auch wenn er mich dann beschimpft.
Hilfreich ist auch, zu versuchen es nicht persönlich zu nehmen und sich selbst klarzumachen, dass man sich da grad mit der Krankheit Schizophrenie unterhält und nicht mit dem Liebsten.

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fluuu
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon fluuu » Mo 7. Jul 2014, 18:38

Hallo,
das ist sehr gut zusammengefasst, bei einem schizophrenen Schub sollte man den Partner nicht persönlich nehmen
und eine klare Distanz zum krankhaften Verhalten einnehmen. Es kann soweit gehen, dass der eine Partner sich
von der Beziehung zurückzieht um den kranken Partner retten zu können, es klingt paradox aber es kann helfen.
Einen massiven Schub der paranoiden Schizophrenie kann man nicht mit Liebesgefühlen begegnen, der Wahn
verhindert jede reale Einordnung von Gefühlen und somit auch das Liebesgefühl, im schlimmsten Fall gehen beide
daran kaputt. Der gesunde Partner sollte sich zurück ziehen bzw. für Einweisung sorgen und der schizophren Erkrankte
braucht ärztliche und therapeutische Maßnahmen als Hilfe im Kampf gegen den Schub. Anschließend kann sich die Beziehung
wieder zusammen finden und das Leben geht ohne Schub ganz normal weiter.
Frauen die versuchen ihren psychisch kranken Partner mit 'Liebe' zu retten zerstören in aller Wahrscheinlichkeit die Beziehung.
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Dornröschen2013
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon Dornröschen2013 » Mo 7. Jul 2014, 23:20

Das stimmt mit den Liebesgefühlen. In seinen Schüben macht er mir eher Angst und ich bin geneigt zu denken: wie kann ich sowas lieben? Er ist mir dann vollkommen fremd. In diesen Zeiten vermisse ich ihn einfach nur und fühle mich allein. Das distanziert schon die Liebesgefühle. Und ich zieh mich dann auch zurück, weil ich es ab nem bestimmten Punkt auch nicht mehr ertragen kann. Aber nach dem Schub ist alles wieder so, wie es sein muss.

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fluuu
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon fluuu » Di 8. Jul 2014, 11:46

Solche durch Krankheit bedingten Auszeiten können für die Beziehung sogar förderlich sein,
denn es bedeutet Rückzug und sich auf sich selbst besinnen, besonders bei Frauen gut
für das Selbstvertrauen und die Eigenständigkeit. Ich weiß, es fühlt sich im ersten Moment
an wie eine verlorene Beziehung aber der Partner ist nur krank, nicht gestorben, da ist
abwarten und sich auf sich besinnen eine sehr gute heilsame Methode.
Der Partner ist im Krankenhaus gut und rundum versorgt und hat Zeit seine Probleme
zu lösen, die Partnerin kümmert sich zuhause um sich und ihr Wohlbefinden,
am Ende finden sich beide wieder gestärkt und ausgeglichen zusammen und reden
über das was sie erlebt haben, spannend oder?
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sternchen78
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon sternchen78 » Di 8. Jul 2014, 12:13

Danke für eure lieben Nachrichten.
Das ist wirklich eine interessante Sichtweise. Denn man fühlt sich in solchen Momenten so hilflos und ich war auch sehr betroffen, als ich ihn im Krankenhaus nicht besuchen durfte. Aber wenn man es von der Seite sieht dann hilft es sehr in Zukunft mit dieser Situation klar zu kommen.
Man darf dann manche Reaktionen nicht persönlich nehmen. Das fällt mir ab und zu immer noch schwer, vor allem weil er derzeit den Außenkontakt meidet und mit mit sehr ungern rausgeht um was zu unternehmen, da er derzeit seine ganze Kraft in die Wiedereingliederung ins Berufsleben steckt. Er hat Angst sich zu überfordern und dadurch die Krankheit wieder ausbricht. Und da muss ich mir immer wieder sagen, dass es nicht an mir liegt, sondern an der Krankheit. Aber mir fällt es auch schwer wie weit ich da gehen darf um ihn da auch etwas zu fordern.

Liebe Grüße

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fluuu
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon fluuu » Mi 9. Jul 2014, 10:49

Würde mit dem Fordern der Partner soll meine Wünsche erfüllen sehr vorsichtig umgehen, es kann wie hier im Thread deutlich wurde im Suizid enden.
Besser ich lerne es selber für mich zu sorgen und den Partner nicht zu brauchen um ihn zu Nötigen er soll mir Erfüllung sein.
Mit sich selber klar kommen ist eine gute Übung und der Partner ist liebevolle Ergänzung aber keine existenzielle Notwendigkeit.
Liebe heißt loslassen können, selbstständig gehen lassen und nicht anketten oder keinen Zentimeter von der Seite weichen.
Eine Frau die ihren Partner liebt belässt ihn vertrauensvoll für die Zeit der akuten Erkrankung in der Klinik und macht etwas anderes so lange,
geht ihren Hobbys nach, trifft sich mit Freundinnen oder spürt ganz in Ruhe ihrem inneren Wesen nach und nimmt Kontakt mit sich auf.
Eine Auszeit von der Beziehung kann eine wundervolle Zeit sein, frei und unbeschwert, man muss es nur positiv nutzen.
gruß fluuu

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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon Dornröschen2013 » Do 10. Jul 2014, 23:25

Ich finde es gibt zwei Aspekte diesbezüglich. Verstand und Gefühl.
Mit Verstand meine ich, dass ich weiß, wie ich mich verhalten kann um ihn und mich selbst zu schützen. Dazu hab ich ja oben schon was geschrieben. Wie Freund und Krankheit trennen, klar und deutlich Grenzen zeigen usw.
Mit Gefühl meine ich, wie gehe ich damit um, mit dem Gefühl. Klar ich versuche in dieser Zeit Zeit für mich zu haben. Kraft tanken. Aber für mich ist es so unheimlich schwer mich gefühlsmäßig abzugrenzen. Für mich ist mein Freund ein Teil von mir und ich leide so, wenn es ihm nicht gut geht. Es ist so als wenn wir eins sind, er mich aber im Stich lässt. Als wenn ich ihm nichts bedeuten würde. Als wenn ich von ihm verlassen worden wär. So starke Verlassenheitsgefühle habe ich dann, dass ich mich wie eine wandelnde Leiche fühle. (Diese absurde Denkweise hängt auch bestimmt mit meiner eigenen Krankheit zusammen). Zum Glück sind die akuten Phasen in letzter Zeit stark zurückgegangen.

dipseyrose
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon dipseyrose » Do 1. Jan 2015, 13:24

Dornröschen2013,Du sprichst mir aus der Seele. Das ist ein Gefühl, bei dem einen keiner helfen kann. Ich habe wirklich viel Verständnis für die Krankheit. Doch manchmal ist es einfach so,dass man sich fühlt, als hätte man keinen Partner mehr, obwohl man einen hat. Der Schmerz zerreißt einen innerlich. Natürlich kann man sich ablenken und Dinge unternehmen. Aber man wünscht sich doch auch, diese Dinge mit seinem Partner zu erleben...Und man stellt dieses Bedürfnis lange zurück, aber wenn man merkt, dass der Partner nichts selbst dazu tut wieder gesund zu werden, außer Medikamente zu schlucken. Das heißt: Keine offenen Gespräche über die Gedanken mit den Ärzten usw.., dann weiß man irgendwann nicht mehr weiter. Zudem ist diese Distanz und Emotionslosigkeit kaum auszuhalten. Ja,das ist die Krankheit und nein, man soll es nicht auf sich beziehen. Aber wie lange hält man das aus? Wird es nochmal besser werden oder bleibt der Zustand?

Ich habe gute und schlechte Tage: An den guten denke ich, dass irgendwie schon alles werden wird und ich einfach für ihn da sein muss aber an den schlechten, frage ich mich, wie ich das alles noch aushalten soll und ob sich jemals etwas ändert, wenn er seine Einstellung zum gesund werden nicht ändert. Und das schlimme ist die Machtlosigkeit: Ich kann ihn nicht an der Hand nehmen um ihn über die Ziellinie zu tragen, das muss er selbst tun und wollen.

Wie schafft ihr es damit umzugehen und die Beziehung aufrecht zu erhalten? Selbst eine Therapeutin konnte mir nicht weiterhelfen. Es ist gut, sich abzulenken und sein Leben ein Stück weit alleine zu leben, aber was ist mit dem Schmerz? Es tut jeden Tag weh die Situation zu ertragen, oder dass er nicht bei mir ist, weil er in der Klinik ist. Selbst wenn er zuhause ist, schläft er ja soviel, dass wir auch nichts miteinander anfangen können. Distanz, Emotionslosigkeit...Ich will ihn nicht verlassen, aber welchen Weg habt ihr gewählt, das alles besser zu ertragen ohne dabei selbst sehr traurig zu werden?

sternchen78
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon sternchen78 » Sa 17. Jan 2015, 12:26

Dipseyrose... ich bin genau in der selben Situation wie Du. Mein Freund ist derzeit stichhaltig mal wieder im Krankenhaus und will keinen Besuch...weder von mir noch von sonst jemanden.Hat den Kontakt zu mir gerade auch gänzlich abgebrochen und hatte mir sogar unterstellt, dass ich Schluss gemacht habe, nur weil ich ihm geschrieben hatte, dass ich ihn gerne sehen möchte und ich nicht verstehe, warum er es nicht will.Er ist auch wider völlig emotionslos.Genau wie Du gesagt hast...man weiß es ist die Krankheit und die Medikamente....aber natürlich fühlt man dich verletzt und zurück gewiesen und die Machtlosigkeit daran nichts ändern zu können und einfach nur abwarten zu können bis es ihm wieder besser geht, macht einen wahnsinnig! !!

Ohne meine sehr guten Freunde, die sich mein ganzes Leiden immer so geduldig anhören und für mich da sind würde ich diese Phasen kaum durchstehen.Bei einem Therapeuten war ich bisher noch nicht, aber wenn Du berichtest, dass es Dir auch nicht viel weiter geholfen hat, weiß ich nicht ob ich da einen aufsuchen sollte.Genau wie Du versucht man dich abzulenken und ein Stück weit zu ignorieren aber gerade wenn ich dann alleine bin oder abends zur Ruhe und zum nachdenken komme fragt mann sich schnell wo das alles noch hinführen soll uns wie lange man das nich durchstehen kann ihne selbst daran kaputt zu gehen...Aber ich muss zugeben, Dein Bericht hat mich ein wenig aufatmen lassen und tatsächlich auch getröstet, denn das erinnert mich daran, dass es nicht an einem selbst liegt und man selber nichts falsch gemacht hat.Und auch wenn ich leider genauso wenug weiß wie Du, wie man diese Zeiten überstehen soll, ist es schön zu wissen, manist nicht die einzige die sowas durchmacht und doch nicht so allein, wie man sich fühlt. ..danke dafür:-*
Ich würde mich sehr freuen, wenn wir Kontakt halten würden um uns auszutauschen, wemn Du da Interesse hast.Kannst mir ja ne PM schreiben.Und an alle andren richte ich auch nochmal die Bitte nach Anregungen und Hilfen die ihr kennt um mit dieser Situation klarzukommen.Ganz liebe Grüße an alle!

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fluuu
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon fluuu » Mo 19. Jan 2015, 19:32

Wenn ich das lese frage ich mich was für Frauen das sind die sich in schizophren kranke Männer verlieben und dann darunter
wie ein Schlosshund leiden wenn diese Männer wegen Krankheit ausfallen??? Klingt paradox aber sehr interessant für Forschungszwecke.
gruß fluuu

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