Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

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Charlotte5
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Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon Charlotte5 » So 22. Jun 2008, 21:17

Hallo zusammen,
ich bin neu hier und brauche dringend euren Rat.
Mein Freund leidet unter paranoider Schizophrenie und nimmt seit einigen Jahen Clozapin.
Wir sind erst seit Kurzem zusammen, und ich bin sehr glücklich mit ihm. Leider fällt es mir manchmal schwer mit ihm umzugehen. Er hat immer wieder Phasen in denen er sehr emotionslos und distanziert ist, ich habe dann immer das Gefühl, ich nerve oder störe ihn. Außerdem hat er oft etwas gleichgültiges, als ob ihm alles egal ist. Ich würde so gerne wissen, wie ich "richtig" mit ihm umgehen kann. Für mich war seine Erkrankung von Anfang an kein Problem.
Ich möchte nur einfach wissen, ob diese distanzierte Art auch auf die Medikamente zurückzuführen ist.
Wenn jemand von euch in einer ähnlichen Situation ist, würde ich mich über Antworten sehr freuen.
Danke und beste Grüße
Charlotte5

Jürgen77
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Gefühle und Verhalten

Beitragvon Jürgen77 » So 22. Jun 2008, 23:04

Hallo Charlotte,

ich habe selber Schizophrenie und kann nur sagen, wie ich die Dinge sehe. Meine Verwandten haben mal behauptet ich habe mich verändert. Aber das kann eher durch familiäre Umstände gekommen sein. Vielleicht war aber auch meine Krankheit schuld, daß ich anders als früher bin.
Aber die Medikamente verändern natürlich auch ein Stück weit die Persönlichkeit. Ich kann sagen, daß man mit den Neuroleptika stimmungsmäßig im mittleren Bereich bleibt. Mir geht es jedenfalls so, daß ich seltener als früher supertoll drauf bin und auch nicht mehr so oft wie ohne NL total miese Stimmung (auch Verzweiflung) habe.
Allerdings sind Aussagen über Deinen Freund leider schwer zu machen. Ich weiß ja nicht, wie er sich früher gegenüber seiner Freundin verhalten hat vor seiner Krankheitsgeschichte. Im Zweifelsfall kannst Du ihn ja mal auf Deine Fragen ansprechen.

Auf jeden Fall finde ich es gut wenn sich ein Mensch auf eine Beziehung mit einem Erkrankten einläßt. Ich selber bin schon länger allein.

Ich hoffe, daß ich Dir etwas weiterhelfen konnte.

Viele Grüße

Jürgen

Vini87
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Schizoide Krankheiten haben eine Eigendynamik

Beitragvon Vini87 » Mo 23. Jun 2008, 05:51

Hallo Charlotte,
ich bin selber Schizophren kann daher von eigenen Erfahrungen berichten.Bei schizoiden Krankheiten
wirken sich Reize anders aufs Affektniveau aus.

(zu hohes Affektniveau aggressiv psychotisch)
(zu niedriges depressiv)
(Neuroleptikums senken das Affektniveau)

Da eine schizophrenie in komplexer Wechselwirkung mit der
Realität steht kann die Stimmung viel stärker schwanken als bei normalen Menschen daher ist eine 100% Medikamention nicht möglich ist in manchen Fällen zu stark oder zu schwach.
(Man tauscht eine grossen Pott mit Mist gegen einen kleinen)
Und was ich von mir sagen das ich während meiner
Neuroleptikum-Phase(Olanzapin) bei Publicviewing(Wm2006) apathisch und gefühlsleer im publikum sass
und das die tolle stimmung
trotz Laola-Wellen auf mich nicht überschwappen wollte.
Ich habe darauf hin stattdessen ein Antidepressivum(Mirtazapin)verschrieben bekommen.
mit denen es mir besser ging wobei das Intresse an
manchen Sachen abgeflacht blieb.
Aber nun zu deinen freund es könnte sein das er soziale Nähe(im allgemeien) als verstärken stressfaktor warnimmt und daher die distanz sucht.
Da ich Clozapin nie selber genommen habe und keinen kenne wo ich es wüsste kann ich viel dazu sagen
Das beste ist du sprichst mit ihn darüber.

(Vielleicht zusammen Psychater und Neurologen
aufsuchen)

Da sich ein Urteil über jemanden den man nicht kennt sich nicht gut machen lässt möchte ich mir keins erlauben.

Ich find es gut das du dich für deine Beziehung mit einen Psychisch Erkranken einsetz.
Denn ich wurde des öfteren ausgegrenzt und hier sind
links die ich dir rausgesucht habe
www.psychiatrie.de/beratung/
www.nienhof.de/angehoerigengruppe.html

ich hoffe das Ich weiterhelfen konnte

Alles Gute

Vini

nicolas
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Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon nicolas » Mo 23. Jun 2008, 16:14

Ich nehme auch seit langem Clozapin.
Was du geschildert hast ist ziemlich normal in diesem
Fall. Ob es am Medikament oder der Krankheit selbst
liegt, ich denke es ist wohl beides gleichzeitig, alllerdings kann das Ausmass der geschilderten Gleichgültigkeit, Distanz etc. verschieden sein.

Wenn du ab und zu das Gefühl hast, du nervst oder störst, solltest du das nicht zu sehr auf dich beziehen. Mit niedrigem Antrieb ist er wohl
schneller erschöpft als jemand gesunder und braucht öfters eine Ruhepause, auch von dir, das
musst du aber nicht als persönliche Abwertung empfinden.
Habe auch mal gelesen dass "High Expressed Emotion"
schädlich ist und kann dem aus Erfahrung auch zustimmen, denn er ist da wie du ja erkannt hast beeinträchtigt und könnte weiteren Schaden davontragen. Wenn du das nicht ertragen kannst,
ist das schade für ihn, egal ob du gehst oder bleibst.

Wenn doch, dann schaut einfach
möglichst nüchtern und rational was konkret "empirisch" zusammen besser geht als
jeweils alleine, z.B. Kochen,Spazieren,Kino etc...
Regelmässige Gewohnheiten, Pünktlichkeit und
solche Dinge können auch tendenziell hilfreich sein, aber nicht davon reden sondern was konkret gut funktioniert.

Charlotte5
Beiträge: 4
Registriert: So 22. Jun 2008, 21:00

Beitragvon Charlotte5 » Mo 23. Jun 2008, 16:46

Hallo euch allen,
herzlichen Dank für Eure Antworten und Tipps!
Ihr habt mir richtig weitergeholfen. Ich glaube, dass ich mich sehr unter Druck setze "alles richtig zumachen". Mir ist diese Beziehung so unglaublich wichtig. Er ist einfach mein Traummann.
Gerne würde ich euch noch ein paar Fragen stellen:
Wenn wir uns sehen, ist es immer wunderschön, ich finde besonders wenn wir alleine sind ist er sehr offen und unglaublich liebevoll. Schwierig ist dann die Zeit wenn wir uns nicht sehen. Kontakt ist da ganz schwierig. Telefonieren geht kaum (er redet dann nicht) und auf SMS und Emails bekomme ich nur ganz selten eine Antwort. Ich finde es nicht schlimm wenn er nicht antwortet, weiß aber einfach nicht ob ich damit weitermachen soll.
Soll ich einfach damit weitermachen? (Meistens schreibe ich einfach wie mein Tag war, was ich gemacht habe etc. Also ich frage ihn dann nichts konkretes bzw fordere etwas von ihm)
Oder bedrängt ihn das wohl und ist es besser ich warte bis er sich meldet?
Außerdem würde ich gerne wissen, ob diese scheinbare Emotionslosigkeit und Gleichgültigkeit auch so empfunden wird.
Ist es mit dieser Erkrankung bzw. unter Einnahme von NL "nur" schwierig seine Gefühle zu äußern oder oder empfindet man tatsächlich weniger?

Nochmals DANKE für eure Rückmeldungen!

Viele Grüße
von Charlotte

Vini87
Beiträge: 3
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Abgeflachter Affekt

Beitragvon Vini87 » Di 24. Jun 2008, 14:24

hallo Charlotte

Bei mir ist es auf jeden Fall so das ich manche sachen
deutlich gleichgültiger warnehme,als vor meiner Erkrankung.
(wobei nicht ganz gleichgültig)
was ich auch dem entsprechend zeige.
(Gefühle empfinden und ausdrücken sind im gleichen Verhältniss wie bei normalen Menschen\mein ich)

Mit freundlichen Gruß
Vini

soria
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Beitragvon soria » Di 24. Jun 2008, 19:55

Hallo Charlotte,
mein Freund hat auch eine paranoide Schizophrenie. Vielleicht hilft es Dir, zu wissen, dass Du nicht allein bist. Du schreibst, Dein Freund verhält sich Dir gegenüber oft distanziert. Ich erlebe das ähnlich. Auch mein Freund kann sich mir gegenüber nicht so nähern, wie er es sicher gerne möchte. Das ist in unserem Fall darauf zurückzuführen, dass er diesen Verfolgungswahn hat und dementsprechend ein Problem damit hat, jemandem zu vertrauen. Wenn ich glaube, niemand ist ehrlich zu mir, ziehe ich mich zurück....distanziere ich mich.
Außerdem ist es ja so, dass diese Neuroleptika offensichtlich auch Auswirkungen auf die Gefühlswelt haben. Die sexuelle Lust beispielsweise wird beeinträchtigt. Das Medikament soll vor Reiüberflutung helfen.....mein Freund hat es so geschildert, dass er die Verfolgungen zwar noch wahrnimmt, sie ihm aber mehr oder weniger egal sind. Aber wie genau sich die NL auf sämtliche Bereiche des Gefühlslebens auswirken - auf Liebe, Nähe usw.... - kann ich Dir auch nicht sagen. Auch wenn vielleicht keine Lust auf Sex da ist, muss nicht gleichzeitig auch das Bedürfnis nach Zärtlichkeit weg sein.
Und zu Deiner Frage mit dem Telefonieren und SMS.....kenne ich auch so wie Du das schilderst. Ich habe es irgendwann so gehandhabt, dass ich zwar gemailt habe, aber keine Erwartungen auf große Antworten gestellt habe. Wenn es schön ist, wenn Ihr zusammen seid, ist das doch viel mehr wert als eine Mail oder SMS.
Alles Gute
Soria

Charlotte5
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Beitragvon Charlotte5 » Di 24. Jun 2008, 22:56

Hallo Vini und Soria!
Danke euch beiden, jetzt hab ich schon wieder das Gefühl ein Stück weiter gekommen zu sein.
Tut das gut!!
Würde mich gerne weiter mit euch austauschen. Melde mich ganz bald wieder.
Das Gefühl, mit einer Sorge nicht alleine zu sein, gibt ganz viel Kraft.
Einen schönen Abend für Euch!
Charlotte5

Psychonaut
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Wohnort: Schleswig Holstein

Beitragvon Psychonaut » Fr 26. Sep 2008, 19:39

Hallo Charlotte!
Du bist wirklich nicht alleine, denn bei meiner Freundin, die auch an einer paranoiden Schizophrenie leidet ist es sehr ähnlich. Zu häufig habe ich ihre Distanz und emotionale Kälte zu ernst genommen glaube ich! Ich informiere mich erst seit kurzem ausführlich in solchen Internetforen, wie diesem und es hilft mir! Denn sie ist meine absolute Traumfrau! Wir sind jetzt ca. ein halbes Jahr zusammen und ihr Vertrauen scheint nach und nach zu wachsen, was mich sehr erfreut. Mir ist übrigends aufgefallen, dass wenn wir uns zu häufig, also z.B. jeden Tag in der Woche, sehen ihre Distanz zu mir zunimmt. Sie merkt es anscheinend selber nicht so, denn sie will mich fast jeden Tag um sich haben, aber ich glaube es ist ganz gut wenn ab und an mal ein paar Tage Pause ist. Eine regelmässige Beschäftigung (Arbeit) würde es mir sehr erleichtern, aber da ist ja auch nicht aller Tage Abend, da ich zur Zeit ohne grosse Depressionen lebe (liegt auch an ihr) und ich mir langsam aber sicher einen Wiedereinstieg ins Berufsleben vorstellen kann.
Viele Menschen kapieren gar nicht, was für positive Eigenschaften psychisch Kranke haben! Echt "WAHNSINN"!!!

Goj
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Beitragvon Goj » So 5. Okt 2008, 22:20

Leider fällt es mir manchmal schwer mit ihm umzugehen. Er hat immer wieder Phasen in denen er sehr emotionslos und distanziert ist, ich habe dann immer das Gefühl, ich nerve oder störe ihn. Außerdem hat er oft etwas gleichgültiges, als ob ihm alles egal ist
das kenn ich sehr von mir selbst. meiner meinung nach ist der richtige umgang damit, dass du den zustand auch als "normal" betrachtest. er darf so sein. es ist ok, wenn er so ist. du solltest ihm weder beleidigt den rücken zukehren, noch versuchen ihn aus der reserve zu locken. akzeptiere es einfach, so wie es ist. lass ihm einfach diesen seinen freiraum.

und das mit dem "antworten" ist so eine sache. meine ältere schwester schickt mir nach wie vor regelmässig alle paar monate eine postkarte. das freut mich. nicht unbedingt emotional. aber es freut mich, dass sie den kontakt eben doch halten will, auch wenn ich nur sehr wenig reaktion zeige.
dieses, dass man den kontakt halten kann, auch ohne dass ständig eine antwort/reaktion von einem erwartet wird, tut mir sehr gut. denn mir selber fällt es einfach unglaublich schwer, irgendwie kontakt zu anderen menschen zu halten. anders, als bei normalen menschen, heisst keine reaktion eben nicht, dass man nichts mit jemanden zu tun haben will.


wenn solches verhalten phasenweise auftritt, dann würd ich es nicht auf die medikamente schieben, sondern als normalen bestandteil der krankheit betrachten. sollte es allerdings ein dauerzustand sein, der womöglich zeitlich auch noch in der nähe mit einem neuen medikament und/oder änderung der dosis zusammenliegt, dann würd ich da schonmal danach schauen, denn auch die medikamente können so etwas herbeiführen.

sternchen78
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Registriert: Sa 25. Jan 2014, 22:37

Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon sternchen78 » Sa 25. Jan 2014, 23:13

Hallo!
Eure Beiträge zu lesen war gersde irgendwie erleichternd den ich habe seit einiger Zeit so ein ähnliches Problem. Ich habe vor vier Jahren einen Mann kennengelernt und wir haben uns sehr gut verstanden. Er wollte nur keine Beziehung mit mir. Trotzdem kamen wir nie ganz voneinander los.Er sagte mir immer, dass er nicht so empfindet wie ich. Im letzten Jahr wurde dann paranoide Shizophrenie festgestellt und er war daraufhin auch zweimal im Krankenhaus. Ich habe dann versucht immer für ihn da zu sein und fühlte mich oft sehr hilflos da ich ihn während dieser Phase auch nicht besuchen durfte.Zwischen den Aufenthalten im Krankenhaus haben wir uns dann sehr oft gesehen und er war durch die Medikation völlig ausgewechselt richtig lieb und verständnisvoll. Leider hatte er es nicht vertragen und wurde depressiv und landete deshalb ein zweites Mal im Krankenhaus. Die neue Medikation verträgt er jetzt zwar gut aber er ist wieder völlig emotionslos und distanziert und hat sich dafür bei mir auch entschuldigt. Und jetzt stellt sich für mich die Frage, wie gehe ich weiter mit ihm um und lohnt es sich dran zu bleiben. Er bedeutet mir wirklich viel und trotz seiner Erkrankung würde ich zu ihm stehen.

Bin da wirklich ziemlich ratlos und würde mich wahnsinnig über euren Rat freuen.
Liebe Grüße

soria
Beiträge: 25
Registriert: Fr 16. Nov 2007, 17:44

Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon soria » Mi 12. Mär 2014, 19:55

Hallo Sternchen,

es ist Jahre her, dass ich hier geschrieben habe, aber heute tue ich es nun wieder.
Ich glaube, dass jeder für sich entscheiden muss, welchen Weg er geht. Man muss auf sein Gefühl hören und ihm folgen. Denn nur, wenn man das tut, von dem man überzeugt ist, kann man mit sich "eins" sein.
Ich habe meinen Freund verloren. Er hat sich das Leben genommen, weil er mit der Krankheit nicht leben konnte. Die Krankenhausaufenthalte haben ihm nicht gut getan - die Medikamente auch nicht. Meine Liebe konnte nichts ausrichten. Ich konnte ihn nicht halten. Er ist gegangen.
Ich war am Ende, dachte ich. Doch das Leben geht weiter. Ich war aber nicht nur wegen seines Todes am Ende - ich war es schon viel früher, weil die Krankheit auch mich ein Stück weit zerstört hat....Man kann keine "normale" Beziehung führen, unmöglich. Ich habe mich gefühlt, wie auf einem Pulverfass, das jede Sekunde hoch gehen kann. Und es ist mehrfach explodiert. Danach war ich nur noch ein Häufchen Elend.
Wie gesagt: Jeder sollte auf sein Gefühl hören. Aber irgendwann wird das vielleicht auch sagen: Ich kann nicht mehr. Und dann sollte man diese Grenze annehmen. Sonst geht man selbst kaputt.

Alles Gute
Soria

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Laura
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon Laura » Do 13. Mär 2014, 12:18

Liebe soria,

herzliches Beileid zum Verscheiden Deines Freundes. Für die nächste Zeit viel Mut und Kraft für Dich!

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon fluuu » Fr 14. Mär 2014, 10:40

Hallo,
natürlich soll man auf sein Gefühl oder die innere Stimme hören aber nur dann wenn man überzeugt ist,
dass da alles mit rechten Dingen zugeht und das andere das auch signalisieren.
Ist das eigene Gefühl massiv gestört und eine Intervention von außen wird nicht zugelassen,
kann das Hören auf das eigene Gefühl zum inneren Zerreißen führen, einem Suizid.

Auch meine Anteilnahme für den Verlust und die schmerzliche Erfahrung, jedoch ist dieses Erleben
gut überwunden kann es in der Fähigkeit des Loslassens einen Vorteil geben.
Kenne dieses Erleben durch verlorene Familienangehörige per Suizid und die Erfahrung geht heute positiv aus.
gruß fluuu

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sternchen78
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Re: Angehörige von Schizophrenie-Erkrankten

Beitragvon sternchen78 » Fr 14. Mär 2014, 11:02

Danke für die Antworten. Auch von mir, mein herzliches Beileid Soria. Ich wünsche Dir für die kommende Zeit ganz viel Kraft.
Es ist wirklich wahnsinnig schwierig mit so einer Situation umzugehen. Vor allem weil man einfach so machtlos als Außenstehende ist. In meinem Fall ist das ja auch so, dass er viel mit sich selbst ausmacht. Deshalb bin ich auch froh, dass er in einer laufenden Therapie ist, wo man ihm auch direkt helfen kann, wenn es wieder zum Rückfall kommt und seine Eltern ihn auch regelmäßig besuchen. Derzeit ist er,nach erneuter Medikamentenumstellung, wieder sehr zurückgezogen und verlässt kaum die Wohnung. Ich habe ihn das letzte Mal vor gut zwei Monaten gesehen und wir schreiben nur ab und zu kurz über Whats App. Es wird für mich zusehens schwerer überhaupt irgendwie an ihn ran zu kommen und ich merke auch, dass ich mich da zurückziehe und auch mein Leben weiterleben muss. Ich würde ihm gerne viel mehr helfen, aber erzwingen kann ich nunmal nichts. Er weiß, dass ich für ihn da bin und melde mich halt mal zwischendurch oder schicke ihm einfach etwas lustiges ohne eine Antwort zu erwarten. Ich hoffe einfach, dass das auch schon etwas hilft. Alles weitere wird dann wohl nur die Zukunft zeigen.


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