Frühwarnzeichen

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hansimpech
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Frühwarnzeichen

Beitragvon hansimpech » Di 8. Apr 2008, 18:04

Hallo!

Ich habe schizoaffektive Störung mit Soziophobie und Neurosen. Ich war mal vor vielen Jahren in einem Krankenhaus, und da wurde mr was von Frühwarnzeichen gefaselt. Damals war ich noch viel zu jung und gerade mittendrin im Untergang, und habe halt nicht aufgepasst.
Ich hatte auch schon Jahre keine Psychose mehr, ich nehm nur die Medikamente. Sicher hatte ich Zeiten, wo ich 2-3 Wochen lang an Suizid gedacht habe, und mir lles scheissegal war. Sind das Frühwarnzeichen?
Was sind bei euch Frühwarnzeichen?

Sind Frühwarnzeichen so etwas wie kurze, sekunden Bruchteile sehr depressive Stimmung, dass es einen schon fast hebt, und dann ist wieder gut?

Wie machen die sich bei euch merkhaft?

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Di 8. Apr 2008, 19:07

Ein Frühwarnzeichen ist bei mir gestörter Schlaf; wenn ich garnicht schlafen kann oder mehrere Nächte hintereinander mitten in der Nacht aufwache.
Ein anderes ein Wiederaufflackern verschiedener Ängste; Angst vor Menschen, vor Orten; und dass ich vielem eine Bedeutung zumesse.
liebe Grüße Remedias

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Ston.3D
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Beitragvon Ston.3D » Do 10. Apr 2008, 19:11

Hier ist mal eine Liste an Frühwarnzeichen:

Neurotisch anmutende
Symptome:


Ängstlichkeit *, Unruhe, erhöhte Reizbarkeit, erhöhte Irritierbarkeit *

Affektbezogene Symptome:

depressive Stimmungslage *, Anhedonie, Schuldgefühle, Misstrauen *, suizidale
Gedanken, Stimmungsschwankungen, allgemeinere Affektveränderungen

Veränderung der Willensstärke:

Apathie, Verlust des Antriebs und der Motivation *, Gefühle von Langeweile und
Verlust von Interessen, Müdigkeit und Verlust von Energie *

Kognitive Denkstörungen:

Aufmerksamkeitsstörungen *, Konzentrationsstörungen *, vermehrte gedankliche
Beschäftigung mit einem Thema, vermehrte Tagträume, reduziertes
Abstraktionsvermögen (Konkretismus), Denkblockaden

Körperliche Symptome:

somatische Beschwerden, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen *

Andere Symptome:


zwanghafte Phänomene, dissoziative Phänomene, erhöhte interpersonelle
Beeindruckbarkeit und Empfindsamkeit, Veränderungen in der Wahrnehmung
der eigenen Person, anderer Personen und/oder der Welt im allgemeinen,
motorische Störungen, Sprachstörungen, Wahrnehmungsstörungen
Beobachtbare Verhaltensänderungen
Einbrüche in der Bewältigung von schulisch-beruflichen Anforderungen und in
der sozialen Rollenanpassung *, sozialer Rückzug *, impulsives Verhalten,
ungewöhnliches, bizarres Verhalten, aggressives, störendes Verhalten

* am häufigsten beschriebene Symptome in retrospektiven Erstepisoden-Studien
Liebe Grüße,

Ston.3D

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Ston.3D
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Beitragvon Ston.3D » Do 10. Apr 2008, 19:22

Ach ja, da giebt es noch mehr:

Psychoseferne Prodrome:

a. Mindestens eines der folgenden 10 Symptome:
b. Mehrfaches Auftreten über einen Zeitraum von mindestens einer Woche

⌦ Gedankeninterferenz
⌦ Zwangähnliches Perseverieren bestimmter Bewusstseinsinhalte
⌦ Gedankendrängen, Gedankenjagen
⌦ Gedankenblockierung
⌦ Störung der rezeptiven Sprache
⌦ Störung der Diskriminierung von Vorstellungen und Wahrnehmungen
⌦ Eigenbeziehungstendenz (“Subjektzentrismus”)
⌦ Derealisation
⌦ Optische Wahrnehmungsstörungen
⌦ Akustische Wahrnehmungsstörungen

plus
Mindestens ein erstgradiger Angehöriger mit Lebenszeitdiagnose einer Schizophrenie oder
prä- und perinatale Komplikationen


Psychosenahe Prodrome:


Attenuierte psychotische Symptome:
a. Vorliegen von mindestens einem der folgenden Symptome:

⌦ Paranoide Ideen
⌦ Beziehungsideen
⌦ Eigentümliche Vorstellungen oder magisches Denken
⌦ Ungewöhnliche Wahrnehmungserlebnisse
⌦ Eigenartige Denk - und Sprechweise

b. Mehrfaches Auftreten über einen Zeitraum von mindestens einer Woche

und/oder:

Brief Limited Intermittent Psychotic Symptoms (BLIPS):
a. Dauer der BLIPS weniger als 7 Tage und nicht häufiger als 2 mal pro Woche in 1 Monat
b. Spontane Remission
c. Mindestens 1 der folgenden Symptome

⌦ Halluzinationen (PANSS P3 >= 4)
⌦ Wahn (PANSS P1, P5 oder P6 >= 4)
⌦ Formale Denkstörungen (PANSS P2 >= 4)
Liebe Grüße,

Ston.3D


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