Kennt das denn jemand??

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CokeLightLemon
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Kennt das denn jemand??

Beitragvon CokeLightLemon » Do 27. Mär 2008, 22:04

Hallo und guten Abend.

Das ist mein allererster Besuch hier in dem Forum und ich bin mal gespannt ob mir jemand antwortet.

Also ich habe mich hier in das Forum Schizophrenie begeben, weil es zu meinen größten Ängsten gehört Schizophren zu sein/werden etc. Ich bin seit drei Jahren auf Antidepressiva eingestellt, weil mir eine Angststörung diagnostiziert wurde. Bereits die Anfänge dieser Angst drehten sich immer wieder darum ""verrückt"" zu werden.

Zwischenzeitlich ging es mir immer mal besser, aber mittlerweile bin ich wieder mal am Boden und hoffe das mir vielleicht ein paar Menschen etwas zu dem Thema was ich gleich anschneiden will sagen können.

Ich beobachte mich sehr streng selbst und mir ist etwas in den letzten Tagen gehäuft aufgefallen. Während ich normal nachdenke, zb. wie ich meine Traumwohnung einrichten würde oder sonst was, kommen komische Wörter in meinen Kopf. Neulich hab ich nachgedacht über irgendetwas völlig banales und hatte auf einmal den Satz: Füße waschen im Kopf. Total unzusammenhängend und ich weiß nicht woher. Es ist nicht so das ich denke, dass mir das von außen eingegeben wird oder so, ich überlege nur woher das kommt. Klar und da ich ja eh immer Angst habe, denke ich das es jetzt los geht und das das erste Zeichen einer Psychose ist. Kennt denn irgendwer dieses Phänomen?? Ich mein, es stört mich nicht wirklich, wenn nicht diese Angst wäre, dass es eine Psychose ist...

Ich wäre euch für jede Antwort dankbar und verbleibe mit einem lieben Gruß,

die Jessica

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Schwarzseher
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Beitragvon Schwarzseher » Do 27. Mär 2008, 22:18

kommt mir bekannt vor... ich hab auch nicht das gefühl als würde es von außen kommen. Und direkt hören ist es auch nicht. Es fühlt sich genauso an wie wenn mann über etwas nachdenk, oder im kopf redet. Hab ich meistens, wenn ich viel getrunken hab, aber dann auch nur morgens...
Aus der Trübnis kam eine Stimme und sagte: "Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer kommen". Ich lächelte und war froh... und es kam schlimmer.

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Schwarzseher
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Beitragvon Schwarzseher » Do 27. Mär 2008, 22:20

kann dir leider nicht sagen, was es ist... bin auch mal gespannt, was da sein könnte...
Aus der Trübnis kam eine Stimme und sagte: "Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer kommen". Ich lächelte und war froh... und es kam schlimmer.

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Laura
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Beitragvon Laura » Do 27. Mär 2008, 23:15

Hallo Jessica!

Ein gewisses Quäntchen an Unverständlichem, Irrationalem und Unberechenbaren gehört zum Menschsein dazu. Die Welt ist nun mal so gestrickt, dass man nicht allem auf den Grund gehen kann und auch nicht in die Zukunft schauen kann. Die Dinge sind selten eindeutig, bzw. werden mal so, mal so bewertet. Das kann einem erstmal bedrohlich vorkommen, so als gäbe es gar keine Sicherheit. Man kann aber auch lernen, Geschmack daran zu finden, ohne sich zu änstigen, denn so hält das Leben immer wieder Überraschungen parat. Wäre es nicht öde, wenn man immer wüsste, was einen erwartet?

Das mal als philosophische Gedanken mit auf den Weg.

Schizophrenie ist für manche, die anfangen, sich labil zu fühlen, das Schreckgespenst schlechthin. Leute wie ich, die schon Psychosen hatten, finden die Krankheit Schizophrenie dann gar nicht mal so katastrophal wie sie sich selbst vorher vorgestellt hatten. Allerdings sind die Verläufe der Krankheit natürlich unterschiedlich, aber die meisten Betroffenen kommen aus der Psychose wieder raus.

Es mag zu Deiner Angsstörung dazugehören, Dir ausweglose Situationen vorzustellen und für Dich wäre eine solche, wenn Du eine Psychose bekämst. Ich und viele andere Schizophrenieerkrankte machen aber nicht so einen big deal um eine Psychose, wenn wir sie dann tatsächlich mal erlebt haben. Sie lassen sich oft behandeln und auch verkraften, auch wenn das Leben danach oft anders weitergeht als geplant.

Und mal ganz deutlich: Die Dinge, die Du aufgezählt hast und die Du für mögliche Frühwarnsymptome einer Psychose hältst, gehören nicht zu den gängigen Frühwarnsymptomen einer Psychose. Es gibt so viele unterschiedliche psychische Erkrankungen, die immer irgendwie mit Angst zu tun haben, aber sie münden sehr oft nicht in einer Psychose! Psychose ist eine Diagnose unter ganz vielen und es müssen schon einige Dinge zusammenkommen, damit eine Psychose ausbricht. Das hat auch etwas mit der genetischen Veranlagung zu tun. Probleme hat jeder, negative Erfahrungen macht auch jeder, aber nur bei 1 % der Bevölkerung ist die Lebenskonstellation so, dass eine Psychose ausbricht.

Dass man manchmal absurde Gedanken hat, ist normal. Der Mensch ist nicht durch und durch geordnet und vernünftig und die Gedanken sind ohnehin frei. Vielleicht hast Du Dich noch nicht oft mit anderen Menschen über "verrückte" Gedanken ausgetauscht, aber glaube mir, die hat jeder Mal. "Normalität" ist nicht die Abwesenheit von Unerklärlichem, Normalität ist heutzutage leider, dass man sich draußen stets proper und dynamisch geben muss und Unsicherheiten versteckt werden müssen, um keine Spötter und Angreifer auf den Plan zu rufen. Dieses allgemeine Verstellspiel kann einen aber erst labil werden lassen. Der moderne Mensch ist weder so aufgeklärt noch kann er immer alles im Griff haben, wie es uns in den Medien vorgegaukelt wird. Die Kunst besteht darin, seiner Angst allmählich zu entwachsen und das Leben trotz der Schwierigkeiten als lebenswert zu empfinden. Das kann man, wenn man den Blick für das Positive stärkt.

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

CokeLightLemon
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Vielen Dank

Beitragvon CokeLightLemon » Fr 28. Mär 2008, 00:01

Hallo ihr lieben,

erst mal möchte ich mich von ganzem Herzen dafür bedanken, dass sich Menschen die Zeit nehmen mir zu antworten. Darüber bin ich sehr froh. Ich glaube auch ganz generell, dass ich ein Mensch bin der sich viel zu viele Gedanken macht. Dazu kommt das ich mit meinem Leben kreuzunglücklich bin, wofür ich aber selbst verantwortlich bin. Ich habe einfach überhaupt keine Motivation irgendwas zu tun. Ich pendel zwischen Bett und PC hin und her und kriege sonst nichts mehr gebacken.

Ich finde es sehr bewundernswert Laura, wie du schreibst, wie du die überstandene Krankheit akzeptierst und dein Posting hat mir ein stückweit Mut gemacht. Danke dafür.

Wünsche euch noch einen schönen Abend ;-)

Psycodalik
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Beitragvon Psycodalik » Fr 28. Mär 2008, 05:21

Hallo Mr. CokeLightLemon

Zu erst einmal würde ich gerne wissen welches Antidepressiva du bekommst. Es gibt nämlich auch darunter welche die Anti psychotisch wirken. Wenn man diese verabreicht bekommt ohne sie wirklich zu benötigen, können sie einen nicht kranken, krank machen. Diese Gedanken die du hast, sind das es Aufforderungen etwas zu tun oder verläuft das querbeet? Ehrlich gesagt glaube ich das du dieses Antidepressiva schon viel zu lange nimmst, dies ist eigenltich nicht üblich und auch nicht besonders gesund. Ich will dir keine Angst machen, dass schöne an der Angst ist, dass du sie kontrollieren kannst bzw es lernen kannst. Wie z.B abzuwägen ob es plausibel ist das du Angst hast. Hier mal ein Beispiel. Ich hatte immer Angst einen Gehirntumor zu haben, früher hat mich das regelrecht verrückt gemacht. Heute naja eigentlich logisch. Zu erst einmal muss man ja Symptome haben, wenn diese nicht da sind ist es sehr unwahrscheinlich, dass es einer ist. Es sind meißt ganz einfach und plausible Sachen die einen wieder auf den Boden bringen. Glaub mir eigentlich ist es Easy, selbst für jemanden der Angstzustände hat und zwar krankhaft ist es möglich dies zu lernen man sollte sich nicht reinsteigern, das ist das a und o und das kann sehr vieles Abwendenden. Und Angst hat jeder Mensch mal mehr mal weniger, so ist das leben und es ist die meiste Zeit halt nicht einfach das geht jedem so. Also Keep cool

Gruss

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Ston.3D
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Beitragvon Ston.3D » Fr 28. Mär 2008, 11:08

Hi zusammen,

ich hatte dieses Phänomen mit den Gedanken früher öffters wenn ich Grass geraucht hatte. Bei mir war es nur immer der selbe Satz und es kam meistens vor dem Einschlafen. Ich dachte über etwas nach und auf einmal kam: Willst du mit mir Kämpfen?......mit einer Schrotflinte? Keine Ahnung woher das kam und vor allem wie ich auf diesen Satz gekommen bin. :???: Ich empfand nur nie etwas bedrohliches daran, ich fand es eher lustig.

Mach dir keine Sorgen, ich bin nicht schizophren.....
Liebe Grüße,

Ston.3D

CokeLightLemon
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Paroxetin

Beitragvon CokeLightLemon » Fr 28. Mär 2008, 18:04

Hi, also ich nehm das Antidepressivum Paroxetin. 40 mg nehm ich davon. Vorher hatte ich mal ein halbes Jahr Fluoxetin genommen, das hatte mir wesentlich schneller geholfen und ich bin danach EIN jahr ohne ausgekommen. Bis zu dem verhängnisvollen Abend als ich eine Reportage über Schizophrenie geschaut hab. Da wars vorbei. Da hatte ich eine Panikattacke nach der nächste und irgendwann war ich fest davon überzeugt bald durchzudrehen. Ich weiß ja auch nicht wirklich woher diese wahnsinnige Angst vor der Psychose kommt. Ich untersuche jeden Gedankengang von mir auf "normal" oder "unnormal", daber kann man das ja eigentlich gar nicht so einordnen. Ich hatte sogar mal eine Arbeitskollegin die sechs Psychosen überstanden hat und die zwischenzeitlich immer wieder ein normales Leben geführt hat. Aber die hat mir eben im Lauf der Zeit auch Menschen vorgestellt, die durch die Antipsychotika total neben sich standen, steife Arme oder sowas hatten und denen die Zunge aus dem Mund hing. Ich hab damals so eine Angst bekommen das war unglaublich. Die Menschen die ihre Psychose bewältigen und dann möglicherweise auf den Pillen hängenbleiben, das tut mir so dermaßen leid :cry:

Ich zieh auf jeden Fall den Hut vor all denen die sich nicht so aufgeben und die den Mut haben zu kämpfen.

Ach ja und auf die Frage ob das ne Art von Befehlen sind: Nein, das sind keine Befehle, es sind teilweise auch einfach nur Wörter, wo ich keine Ahnung habe woher die kommen. Irgendwo hab ich mal den Begriff Assoziationslockerung aufgeschnappt in Verbindung mit Psychosen, aber ich weiß nicht mehr genau was das sein sollte.

VlG Jessica

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Remedias
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Beitragvon Remedias » Fr 28. Mär 2008, 18:38

Hallo,@Cokelightlemon,
Paroxetin kann tatsächlich Hallus verursachen und sonst noch einiges, aber ich glaube mal nicht, dass das bei dir der Fall ist. Deine Psychoseangst kann ich gut verstehen, die habe ich nämlich auch und daher wehre ich mich gegen die Diagnose mit Händen und Füßen. Ein Arzt hat mir gesagt, dass Psychosen aber eigentlich gut behandelbar sind. Mit den neuen Medikamenten sieht man es den Leuten auch nicht an.
liebe Grüße Remedias

CokeLightLemon
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Beitragvon CokeLightLemon » Fr 28. Mär 2008, 19:49

Hi Remedias,

ja ich kenne die Nebenwirkungen von Parox und ich hab sehr lang gebraucht bis ich mich überwinden konnte die zu nehmen ;-) Es kommt noch hinzu das ich seit zwei Wochen nur noch schlafen könnte, ich bin so müde die ganze Zeit, wie gesagt mein Leben ist auf Sparflamme und ich fühl mich permanent derealisiert...
Wünsch dir alles liebe :wink:

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Ston.3D
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Beitragvon Ston.3D » Sa 29. Mär 2008, 07:03

Hi CokeLightLemon,

Psychosen beginnen oftmals mit Schlafstörungen in dem Sinne das du nicht mehr schlafen kannst oder es nur noch sehr wenig tust.

Hier ist mal eine definition von Assoziationslockerung:
Ein Sprachmuster, das dadurch gekennzeichnet ist, dass die Vorstellungen des Betroffenen von einem Gedanken zu einem mit diesem nicht oder nur indirekt zusammenhängenden Gedanken springen. Der Betroffene wechselt eigenwillig das Thema von einem Bezugsrahmen zum anderen, indem er einem Satz oder Teilsatz zu einem anderen springt. Dabei werden Aussagen nebeneinandergestellt, die keinen Bedeutungszusammenhang haben. Diese Störung tritt zwischen Sätzen auf, im Gegensatz zur Inkohärenz, bei der die Störung innerhalb von Sätzen auftritt. Ein plötzlicher Themenwechsel ohne Vorbereitung oder ohne offensichtlichen Zusammenhang macht noch keine Assoziationslockerung aus.
Das ist also definitiv etwas anderes als das was du da hast.

Ausserdem kenne ich es auch das ich ab und zu vor dem Einschlafen oder nach dem Aufwachen einzelne Worte in meinem Kopf habe. Die kommen dan einfach ohne zusammenhang. Manchmal ist es auch Musik. Dazu kommen bei mir allderdings noch hypnagoge Bilder und so ein Zeug. Ich kann mir Vorstellen das es bei dir evtl. an der Müdigkeit liegt.
Liebe Grüße,

Ston.3D

CokeLightLemon
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Hi Ston

Beitragvon CokeLightLemon » Sa 29. Mär 2008, 12:01

Hi Ston,

vielen, lieben Dank für deine Antwort. Also Schlafstörungen hab ich, aber eher so, dass ich nur noch schlafen könnte und eigentlich permanent müde bin. Ich könnte mir auch vorstellen, dass das an meinem Lebenswandel liegt, ich bin meist nachts wach und verschlaf die Tage.. Dabei war ich mal Gärtnerin und stand morgens um sieben schon mit dem Rasenmäher im Park. Dieser Leistungsabfall war halt auch was wo mir Angst gemacht hat, weil man das ja wohl auch vor einer Psychose hat. Aber wie mir gesagt wurde, kann das auch von Depressionen kommen.

Ich wünsch dir ein schönes Wochenende und allen anderen natürlich auch.

Vlg Jessica


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