Verliebtheit ungünstig?

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Schwarzseher
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Verliebtheit ungünstig?

Beitragvon Schwarzseher » Do 27. Mär 2008, 16:45

Hallo!

Ich habe mal eine Frage... Wenn man an einer Schizophrenie leidet, sie aber zur Zeit im Griff hat, ist es dann ungünstig für den Verlauf bzw. günstig für einen neuen Schub? Wenn ja, wie wahrscheinlich ist ein neuer Schub? Hab gelesen, dass sich im Gehirn die Dopaminkonzentration erhöht, wenn man verliebt ist. Und das soll ja nicht grad positiv bei einer Schizophrenie sein... Ich z.b. vertrage noch nicht mal mehr Kaffee und andere härtere Drogen erst recht nicht, deswegen neheme ich auch seit über einem Jahr keine mehr... Ich hoffe ja, dass es nur ne Schwärmerei ist, aber momentan fühlt es sich schon sehr heftig an. Wie lange sollte ich mich schonen um einen erneuten ausbruch zu vermeiden? ich hab wahnsinnige angst, dass es wieder anfängt...

MfG
Aus der Trübnis kam eine Stimme und sagte: "Lächle und sei froh, es könnte noch schlimmer kommen". Ich lächelte und war froh... und es kam schlimmer.

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Schwarzseher
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Beitragvon Schwarzseher » Do 27. Mär 2008, 20:22

Also ich war schon heftiger verliebt... aber dennoch war mir gestern so schlecht, dass ich mich fast übergeben musste. Und starkes Herzklopfen hatte ich auch... Also so lange ich dieses Verliebtheitsgefühl mit ihr ausleben kann, gehts mir gut... Es sind halt derzeit noch gewisse zweifel, die dieses unbehagliche Gefühl erzeugen.
Ach ja... ich nehme keine Neuroleptika. Hab ich zwar mal versucht, aber die Wirkung war derart abartig, dass ich die nicht mehr nehmen wollte...
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Schwarzseher
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Beitragvon Schwarzseher » Do 27. Mär 2008, 20:43

Das NL hieß Seroquel (quählt oh sehr, wie ich immer zu sagen pflege)...
Ich hätte letztes Jahr schonmal einen ellenlangen Beitrag verfasst: http://www.psychiatriegespraech.de/phpB ... php?t=2147.
Ich weiß halt nicht, ob ich wirklich in der Lage bin meine Situation realistisch zu beurteilen. Ich habe schon seit meiner frühen Kindheit mit ähnlichen Zuständen zu kämpfen... Wäre mir das alles fremd gewesen, hätte ich mich bestimmt gleich einweisen lassen, aber da ich solche Phasen immer wieder überstanden habe, hab ich wohl den Glauben auch das wieder zu schaffen. Naja, wahrscheinlich werde ich das wohl nie los werden, dafür steckt das schon zu tief in mir.
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wurzel
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Beitragvon wurzel » So 30. Mär 2008, 20:07

Hallo,

das was Du schreibst gibt mir wieder was zum Nachdenken, was ich eh ständig tue. Besonders das Thema verlieben beschäftigt mich auch. Zu dem Thema hab ich hier auch mal was gepostet. Hatte bei meiner Psychose auch den Eindruck, dass die Gefühle zu einem Mann mitgespielt haben. Deswegen hab ich auch Angst davor, wie es sein wird, wenn es wieder so weit ist... es macht mich traurig, dass ich nicht unbefangen mein Herz verlieren kann :cry:
Doch Du sagst .. Du denkst, du wirst es niemals ganz loskriegen und so ist es bei mir auch - hatte zwar bis jetzt nur einen Schub, rechne aber auch mit weiteren.. da stelle ich mir die Frage: will ich Leben?? und dazu gehört auch das wundervolle Gefühl vom Verlieben und Lieben, darauf will ich nicht verzichten, aber Hemmungen und Angst gehört bei mir dazu. Als Provilaxe nehme ich auch Seroquel, halte guten Kontakt zu Deinem Psychiater und wenn Du oder Angehörige merken, dass es wieder los geht kannst du ja immer noch eine höhere Dosis nehmen.
Wünsch Dir, dass Du eine ganz liebe Freundin hast, die auch ein bisschen aufpasst.
Alles Liebe
wurzel

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Schwarzseher
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Beitragvon Schwarzseher » Do 3. Apr 2008, 18:59

Ja, das stimmt wohl, dass wenn man leben will auch alles will. Aber es gibt halt manchmal Dinge, die man einfach nicht haben darf um zu leben. Weil es eben nicht gut für einen ist.

Also momentan scheint es gut zu laufen bei mir, ich fühl mich richtig geborgen, ein Gefühl, dass ich seit etlichen Jahren nicht mehr hatte. Das einzige was einem im Nacken sitzt, ist wirklich die Angst wieder einen Schub zu bekommen. Naja, bin aber gut im Verdrängen. Oder vielleicht doch nicht? hm... wie auch immer. Könnte ja auch sein, dass ich schon so fertig bin, dass ich ich gar nicht mehr beurteilen kann ob ich es im Griff hab.
Und wie gesagt, für mich gibt es kein Seroquel und keine anderen Neuroleptika. Ich nehm dieses Zeug nicht, nicht ums verrecken. Ich will erstmal jemanden kennen lernen, dem dadurch geholfen wurde, ohne irgendwelche Beeinträchtigungen am Ende zu haben. Vielleicht erwarte ich zu viel. Gibt ja genug Krankeheiten, die auch mit modernsten Methoden nicht ohne Spätfolgen überwunden werden können.

Naja, gut, zum Hauptthema. Ich bin überzeugt davon, dass man sich niemals gegen seine Gefühle stellen soll. Da verliert man... Zwei Optionen hab ich: Ich genieß einfach die schöne Zeit. Oder ich stell mich dagegen. Bei der ersten Option kann ich Glück haben und es wird mir nicht schlecht gehen, und wenn es doch umschwenkt, hatte ich wenigstens ein paar Momente Glück. Bei der letzten wird es einem auf jedenfall schlecht gehen. Was mir die Entscheidung einfach macht. Man sollte halt ganz genau aufpassen mit wem man verkehrt und vorsichtig sein mit dem Verlieben. Aber aussuchen kann man sich es ja trotzdem nicht, leider. Und wenn man sich verliebt hat, sollte man die Angst nicht zu groß werden lassen... weil ändern kann man es dann nicht mehr.

MfG.
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Beitragvon Schwarzseher » So 4. Mai 2008, 00:11

So, und langsam beginnt ein neuer Schub. Irgendwie hab ich es geahnt... supergeil! Hab sie heut vorgewarnt und gebeten, dass sie, wenn eine neuer Schub im Anmarsch ist, Verständnis für meine distanzierte und gefühlskalte Art haben soll.
Langsam weiß ich mir nicht mehr zu helfen...
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Beitragvon Psychonaut » Fr 26. Sep 2008, 16:38

Ich bin neu hier im Forum und habe mehr mit Depresionen und Ängsten zu tun, aber seit einem halben Jahr eine Freundin, die an einer paranoiden Schizophrenie erkrankt ist und in einer betreuten Wohngruppe wohnt. Seit einiger Zeit lese ich in den Foren Angehöriger und Betroffener um mich zu informieren und nun auch mal endlich etwas von der Seele zu schreiben! Es ist durchaus intressant an dieser Stelle zu erfahren, dass diese psychotischen Schübe mit Distanziertheit und emotionaler Kälte verbunden sein können, unter dem ich immer sehr leide bei meiner Freundin. Ich weiss jetzt Gott sei dank, dass es wirklich keine böse Absicht von ihr ist und auch nicht unbedingt heisst, dass sie mich nicht mehr lieb hat. Ich bin aufgrund massiver Trennungsängste sehr empfindlich, werde es nun aber etwas leichter nehmen und natürlich weiterhin zu ihr halten, weil sie mir dermassen viel bedeutet! Intressant ist es auch, dass ihr Verliebtsein in mich, solche Schübe auszulösen vermag. Kann das eigentlich trotz guter Medikamenteneinstellung sein? Häufig ist sie auch so distanziert, wenn sie Hasch geraucht hat, was mir dann immer wie ein kleiner und kurzer psychotischer Schub vorkommt und wohl auch ist. Sie will es aber nicht sein lassen, da sie sich dann irgendwie besser fühle! Gott sei dank kifft sie nicht so häufig.
Wenn jemand Lust hat darauf zu antworten, würde mich das sehr freuen! Und an Schwarzseher: Ich hoffe Dir gehts wieder besser und Deine Freundin hat zu Dir gehalten! Alles Gute!!!

Hanna Fohn
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Hallo, was würdet Ihr tun?

Beitragvon Hanna Fohn » Do 23. Apr 2009, 22:34

Hallo,

also muss kurz was zu meinem Krankheitsverlauf sagen. Bin mit 20 psychotisch geworden, nachdem die Beziehung zu meiner ersten wahnsinnig großen Liebe (super Typ, Schwarm aller Mädchen, 2 Jahre Beziehung, Schluss wegen einer anderen) kaputt gegangen ist und natürlich auch durch's Kiffen.
Hatte dann 3 Schübe innerhalb von ca. 3 Jahren. Dazwischen ging's mir unter den Neuroleptika auch nicht besonders toll. Dann hab ich meinen jetztigen Freund kennengelernt (eher unauffälliger Typ, guter Beruf, sehr fürsorglich, intelligent). Es war nicht die große Liebe, fand ihn aber sehr anziehend und hab mich sehr wohl bei ihm gefühlt.
Inzwischen sind wir seit 7 Jahren zusammen, es ging seitdem eigentlich mit mir wieder steil bergauf und ich bin inzwischen wieder ein echt sehr lebensfroher Mensch, ohne Medis, ohne Krankheitszeichen etc.

Jetzt zu meiner Frage: Habe mich vor ein paar Wochen unsterblich in einen Typ verliebt (ebenfalls guter Beruf, sehr gut aussehend, einfach toll), habe ihm jetzt sogar meine Liebe gestanden (vielleicht dummerweise). Er möchte mit mir demnächst ein WE verbringen. Wie er mich findet, weiß ich nicht. Vielleicht ist es für ihn nur ein Spiel. Außerdem ist es ja ziemlich fies, meinem jetzigen Freund gegenüber. Aber ich bin so unheimlich verliebt, denke Tag und Nacht an ihn. Würdet ihr mit ihm wegfahren?
Im Moment würde ich meine Beziehung beenden für ihn. Habe aber gerade echt auch voll Angst, wieder krank zu werden. Diese intensiven Gefühle erinnern mich echt an meine erste große Liebe und machen mir Angst.

Was würdet Ihr tun? Versuchen zu vergessen?
Bitte schreibt was, wenn ihr eine Idee habt. Kann sonst mit niemandem gerade darüber reden.

Hanna Fohn
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Hallo, was würdet Ihr tun?

Beitragvon Hanna Fohn » Do 23. Apr 2009, 22:35

Hallo,

also muss kurz was zu meinem Krankheitsverlauf sagen. Bin mit 20 psychotisch geworden, nachdem die Beziehung zu meiner ersten wahnsinnig großen Liebe (super Typ, Schwarm aller Mädchen, 2 Jahre Beziehung, Schluss wegen einer anderen) kaputt gegangen ist und natürlich auch durch's Kiffen.
Hatte dann 3 Schübe innerhalb von ca. 3 Jahren. Dazwischen ging's mir unter den Neuroleptika auch nicht besonders toll. Dann hab ich meinen jetztigen Freund kennengelernt (eher unauffälliger Typ, guter Beruf, sehr fürsorglich, intelligent). Es war nicht die große Liebe, fand ihn aber sehr anziehend und hab mich sehr wohl bei ihm gefühlt.
Inzwischen sind wir seit 7 Jahren zusammen, es ging seitdem eigentlich mit mir wieder steil bergauf und ich bin inzwischen wieder ein echt sehr lebensfroher Mensch, ohne Medis, ohne Krankheitszeichen etc.

Jetzt zu meiner Frage: Habe mich vor ein paar Wochen unsterblich in einen Typ verliebt (ebenfalls guter Beruf, sehr gut aussehend, einfach toll), habe ihm jetzt sogar meine Liebe gestanden (vielleicht dummerweise). Er möchte mit mir demnächst ein WE verbringen. Wie er mich findet, weiß ich nicht. Vielleicht ist es für ihn nur ein Spiel. Außerdem ist es ja ziemlich fies, meinem jetzigen Freund gegenüber. Aber ich bin so unheimlich verliebt, denke Tag und Nacht an ihn. Würdet ihr mit ihm wegfahren?
Im Moment würde ich meine Beziehung beenden für ihn. Habe aber gerade echt auch voll Angst, wieder krank zu werden. Diese intensiven Gefühle erinnern mich echt an meine erste große Liebe und machen mir Angst.

Was würdet Ihr tun? Versuchen zu vergessen?
Bitte schreibt was, wenn ihr eine Idee habt. Kann sonst mit niemandem gerade darüber reden.

Papaj
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Beitragvon Papaj » So 26. Apr 2009, 22:38

Hallo Hanna!
Ich versuche Dich gerade zu verstehen.Jeder muß für
sich selbst entscheiden.Vielleicht hast Du schon
bereits getan,aber ich würde nicht so schnell
riskieren bevor ich die neue Beziehung nicht wirklich
kennen würde.Auserdem was ist große Liebe?
Das ist nur ein Moment,etwas neues,etwas anziehendes.
dann kommt wahres Leben.Ich würde auf deine Stelle
ausprobierte Partnerschaft bevorzugen und schätzen,
dass ich stabil bin.

Wünsche Dir viel Glück und gute Entscheidung!


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