Schizophrenie und Arbeitsstelle

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Lily20
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Beitragvon Lily20 » Mi 17. Jun 2009, 16:13

So kann man das nicht sagen. das hat mir kein psychiater gesagt, dass es an meiner mutter liegt, das hab ich selbst jeden tag mitbekommen.

Lily20
Beiträge: 29
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Beitragvon Lily20 » Mi 17. Jun 2009, 16:16

@ Laura:
danke für die Antwort und für die guten Wünsche. Mir ist auch klar, dass ich das alles nicht ohne Schwierigkeiten schaffen werde, aber ich werd mein Bestes geben.
aber was meinst du wenn du sagst, du wärest jetzt auf dem "Abstellgleis"? hab ich nicht ganz verstanden.
lg, Lily

Triangel
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Beitragvon Triangel » Mi 17. Jun 2009, 19:19

Es stimmt, es gibt komische Mütter aber die Psychiatrie hat zumindest bei Schizophrenie früher die Mutter pauschal verurteilt, die sog. schizophrenogene Mutter.

lg Triangel

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Laura
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Beitragvon Laura » Mi 17. Jun 2009, 23:05

Hallo Lily!

"Abstellgleis" habe ich mal so flappsig gesagt. Ich sitze nicht den ganzen Tag zuhause und drehe Däumchen, aber arbeiten kann ich nicht mehr, auch nicht mehr in einer geschützten Arbeitseinrichtung, aber letzteres könnte irgendwann vielleicht wieder klappen. Die ultimative Herausforderung, mich mit meinen Existenzängsten auseinanderzusetzen, jetzt wo ich Sozialhilfe beziehe. Nun ja, ich bin ja nicht zu stolz, um Hilfe anzunehmen, damit ich irgendwann vielleicht doch so robust bin, um den Hickhack, den es selbst in geschützten Arbeitseinrichtungen gibt, zu ertragen. Im Moment bin ich in einer Tagesstätte für psychisch Kranke und fühle mich dort gut aufgehoben und motiviert, mich wieder mehr einzubringen und aktiver zu werden. lol, auch die wird mir gerade in einem anderen Forum madig gemacht.

Ich habe eigentlich kein Problem damit, Sozialhilfe zu beziehen, da ich mich abgemüht habe bis es wirklich nicht mehr ging. Ich habe nur ein Problem damit, dass meine Ängste dadurch nicht besser werden. Ein möglicher Ansporn, mich nicht mehr von anderen definieren zu lassen und mich auch nicht mehr so leicht von irgendwo vertreiben zu lassen. Nur um meine eigentlichen Ängste zu betäuben, gegen die mir dieser Jahrmarkt der Eitelkeiten, der die reale Welt ist, noch recht freundlich erscheint.

Manche psychisch Kranken profitieren von der Unterstützung des so genannten Integrationsfachdienstes, den es in jeder größeren Stadt gibt, um sich im Arbeitsleben zu halten. Als ich noch normal gearbeitet habe, wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

svenson
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Beitragvon svenson » So 21. Jun 2009, 09:12

Hallo Jürgen...
hab ein paar Arbeitsgelegenheiten in Krankenhäusern und Altenheimen hinter mir und es war mir egtl immer recht hilfreich wenn ich als Krankheit (wg Schwerbehindertenausweis) eine Stoffwechselkrankheit angebe... es wurde meinst nicht mehr grossartig nachgefragt...

Viele Grüsse Sven

Lily20
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Beitragvon Lily20 » Sa 8. Aug 2009, 20:58

Hallo,

ich habe nun die Ausbildung diese Woche angefangen und muss sagen, dass es für mich sehr anstrengend ist, obwohl die Tätigkeiten an sich nicht schwierig sind. Ich fühle mich zunehmend nicht wie ich selbst, bin manchmal abwesend und vergesse Dinge die mir gesagt werden. Es ist einfach so viel Neues auf einmal, was man sich merken muss. =( Das ist normal, denke ich, aber meine Empfindungen sind wohl Teil der Krankheit...hoffe das ändert sich bald wieder.

Zücho
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Beitragvon Zücho » So 13. Sep 2009, 18:29

Hallo, Jürgen.

Ich weiß nicht, ob das Dir hilft, aber ich zum Beispiel (Psychose 2006) habe 2007 einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben ans Arbeitsamt gestellt und eine berufliche Reha bewilligt bekommen. Mache nun seit Anfang 2008 eine Ausbildung als technische Zeichnerin in einem Berufsförderungswerk. Die Belastung hält sich in Grenzen (30Stunden die Woche).
In der Ausbildung befindet sich unter anderem auch ein 46Jähriger. Also am Alter scheitert es nicht, falls das für dich ein Thema ist.

Berufsaussichten sind natürlich noch mal eine andere Frage. Jetzt mit der Wirtschaftskrise haben ja viele ein Problem einen Job zu kriegen.

Wie gesagt, ich weiß nicht ob das was für Dich wäre, ich wollt Dich nur informieren, dass es diese Möglichkeit gibt, für den Fall, dass du noch nicht davon gehört hast. Man hat tatsächlich das Recht auf diese Teilhabe am Arbeitsleben.

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.

Liebe Grüße

Jürgen77
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Aktueller Stand

Beitragvon Jürgen77 » Mo 14. Sep 2009, 21:23

Hallo Zücho,

danke für Deine Antwort und den Bericht über Deine Situation. Bei mir ist es mittlerweile so, daß ich im Mai einen Antrag aüf Erwerbsminderungsrente gestellt habe. Eigentlich offiziell nur auf eine Teilrente, jedenfalls haben meine Atteste so etwas ausgesgt. Nachdem ich beim Amtsarzt war dauerte es nur 12 Tage und ich hatte meinen Bescheid von Rentenversicherer.
Der lautet nun "Rente wegen voller Erwerbsminderung". Da war ich positiv überrascht. Ich glaube es steht da auch irgendwo drin, daß es wegen der Rahmenbedingungen (Arbeitsmarktlage) bewilligt worden ist. Sie ist befristet und man hat 6 Monate Wartezeit, was etwas dumm ist, wenn man keinen Anspruch auf Krankengeld o.ä. hat. Aber ab November ist es endlich soweit.
Jetzt bin ich nur noch am überlegen ob ich in einer Caritativen Einrichtung arbeiten soll auf "Hinzuverdienstbasis".
Würde heißen 3 Stunden Arbeit für 3,50 €/Std.. Und das ist halt schon wenig. Vorteil wäre, daß die Stelle nur 3 Km von meinem Wohnort entfernt ist. ???

Viele Grüße

FelixJeKa
Beiträge: 7
Registriert: Fr 11. Sep 2009, 18:49

Beitragvon FelixJeKa » Do 1. Okt 2009, 23:46

Hallo zusammen,
ich befinde mich zurzeit in der Medikamentenumstellung von 400mg Amisulprid auf 100mg Seroquel, was zurzeit ganz gut verläuft.

Wenn ich mir hier die Beiträge so durchlese erkenne ich viele Dinge, die bei mir ähnlich gelaufen sind.

Die 1. Psychose in Verbindung mit Depressionen trat nach der Trennung von meiner damaligen Ehefrau auf.
Mein Arbeitgeber, ich war Director, merkte es leider vor mir und schmiss mich raus, ich war zu platt um angemessen zu reagieren holte aber immerhin vorm Arbeitsgericht noch eine Abfindung raus. Das war 2007.

Es folgte ein langer Leidensweg mit verschiedenen Symptomen bis mich mein Hausarzt aus der Psychose befreite. Doch ich nahm NL nur in geringer Dosis, sodass ich bei der ersten Belastung quasi wieder zusammenbrach und im August 2008 meine 2. Psychose hatte. Die ging bis kurz vor Weihnachten 2008.

Meine Krankheit würde ich niemals einem potentiellen Arbeitgeber mitteilen, denn meine Chancen auf eine adäquate Anstellung würden m. M. n. gen Null tendieren.

Am 01.11. trete ich nun wieder eine sehr gut dotierte Stelle an, ich habe aber wahnsinnige Angst davor, dass ich den Ansprüchen aufgrund meiner Krankheit nicht gerecht werden kann.

Ich will es schaffen und werde mir den Arsch dafür aufreissen, allerdings: Es hängt nicht nur an mir, die Krankheit kann mir wieder einen Strich durch die Rechnung machen, da bringen einem auch die über 60.000 EUR Jahresgehalt nichts.

Paradiesvogel
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mein beitrag

Beitragvon Paradiesvogel » Do 5. Nov 2009, 22:14

hallo,

ich wollte mal schreiben, wie es mir so geht:

ich hatte meine psychose, also die erste, während ich gerade mein studium angefangen hatte...
daraufhin abbruch des studiums, lange krankenhaus (wg. postpsychotischen depressionen) und dann berufliche reha. leider nicht mein traumberuf (ein verwaltungsjob), der stellte sich dann aber als gute lösung für mich ´raus. weil ich nun in der öffentlichen verwaltung arbeite und ich habe auch einen sb-ausweis... den habe ich erst am ende der ausbildung beantragt, wollte erst nicht. dann habe ich es aber "eingesehen" und bin jetzt froh, ihn zu haben. bin auch ganz zufrieden mit dem job, nette kollegen und es ist auch ganz interessant.

wenn ihr noch fragen habt, schreibt ruhig...

paradiesvogel


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