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mike88
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Beitragvon mike88 » Sa 19. Jan 2008, 18:21

Ich selbst leide vor allem an dieser Bewusstseinseinschränkung, diesem Abgetrennt sein von der Umwelt und unter Persönlichkeitsabspaltung,
wobei ich mir nicht mal sicher bin ob ich je eine richige Pesönlichkeit entwickelt habe.

@Tom: Warum wirken den die Neuroleptika bei deinem Bruder nicht. Haben die Wahnvorstellungen bei Hebephrenie eine andere Ursache als bei paranoider Schizophrenie und sind deshalb schwerer zu unterdrücken?

Gruß
Mike

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Sa 19. Jan 2008, 18:29

@Mike

Das kann man nie im Voraus und Pauschal sagen, als ich damals mein Bruder in der Klinik besuchte, wo er eingeliefert wurde, war gerade auch ein anderen gleichaltrigen Jungen eingeliefert worden, mit den gleichen Symptome.

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, weil als ich dort das Treppenhaus nehmen wollte, er plötzlich vor mir stand, eine imaginäre Maschinenpistole in der Hand, und mir sagte: hey, kannst jetzt durch, ich deck dich!... Das waren die ersten 5 Minuten die ich je in einer Psychiatrie verbrachte.

Der Junge war eine paar Wochen/Monate später wieder fast normal, und hatte nur ab und zu mal psychotische Episoden. Mein Bruder hingegen blieb bis heute ständig psychotisch.

lg Tom
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Ston3D
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Beitragvon Ston3D » Sa 19. Jan 2008, 20:39

Hallo zusammen,

Danke für die Links. Also wenn ich das so lese könnte das schon zu dir passen, mike88. Es könnte so sein das es eine Mischung zwischen schizotypiescher und schizoider Persönlichkeitsstörung ist. Das würde zumindest die Gedankenarmut, die Desrealisation/Despersonalisation, die Zwangsgedanken, die Gefühllosigkeit, die Aphatie u.s.w. erklären. Aber ob so eine PS erst in einem so hohem Alter ausbrechen kann weiss ich nicht. Hasst du denn arge Schwierigkeiten darin z.B. den Blickkontakt zu halten?
Wenn du jedoch eine Psychose mit einer so ausgeprägten Minussymptomatik hast dan besteht auf jeden Fall Hoffnung, auch wenn die NL dir nicht Helfen. Bei mir ist es so das die NL keinen Effekt auf mich haben und sich die Minussymptomatik mit der Zeit immer weiter zurück bildet. Ich habe laut meines Psychiaters eine gute Prognose. Bei mir war am Anfang auch z.B. eine extremes Gefühl innerer Leere vorhanden und ich habe die Menschen um mich herum nicht mehr richtig wahrgenommen (sie kamen mir wie Landschaftdekoration vor) aber über Monate hin ist es immer besser geworden. Jetzt habe ich das Gefühl innerer Leere nicht mehr aber dafür fühle ich noch einen Restzustand (ich fühle mich noch nicht ganz vollwertig). Obwohl man mein Problem kaum mit deinem Problem verglichen kann, ich habe zwar ähnliche Symptome wie Gedankenarmut, Aphatie, innere Leere und Antriebs- und Motivationsschwierigkeiten. Hinzu kommen noch Gedächtnisstörungen und kognitive Defizite und das Drogen der Auslöser waren.

Aber gib auf keinen Fall die Hoffnung auf und auch du nicht Xcat.

Wobei ich sagen muss das sich eine schizotypische PS sehr hart anhört.

Was sind das für grüne/blaue Männchen von denen ihr da schreibt?

Gruß,

Ston3D

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Beitragvon Xcat » Sa 19. Jan 2008, 20:47

@Ston3D,

die grüne/blauen Männchen waren doch auf lustige Witze von Licht und KasparHauser aufgebaut :lol:

sowie ein medizinisch induzierter Selbstmord... da habe ich auch herzlich drüber lachen müssen ;)

Das war echt gut!

lg Tom
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Beitragvon Ston3D » Sa 19. Jan 2008, 20:51

Hallo Xcat,

das hab ich irgendwie nicht verstanden, aber ist auch egal :)

Gruß,

Ston3D

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Beitragvon Xcat » So 20. Jan 2008, 12:05

@Ston3D:
Ston3D hat geschrieben:Es könnte so sein das es eine Mischung zwischen schizotypiescher und schizoider Persönlichkeitsstörung ist.
schizotypische und schizoide PS schließen sich eigentlich gegenseitig aus. Ein großen Unterschied zwischen beide Störungen ist zum Beispiel, obwohl beide in sozialem Rückzug leben, dass es schizoide vollkommen egal ist alleine zu sein, sie leiden auch nicht darunter, bei schizotypischen ist es hingegen oft das erste worüber sie klagen, aber sie können es nicht ändern, sie leiden unter ihre Unfähigkeit soziale Kontakte zu knüpfen, oder aufrecht zu erhalten.

Nur ein kleinen Beispiel: für die meisten Menschen ist es doch etwas normales, sich mit Freunde irgendwo zu treffen, da etwas zusammen zu trinken und locker zusammen zu plaudern. Für mich als schizotypicher ist es etwas fast unmögliches, erstens weil ich eigentlich keine Freunde habe, zweitens weil für mich Kneipengänge und -geplänkel keinen Sinn machen. Alleine schon wenn mich jemand in ner Kneipe zerren möchte, bekomme ich bereits Angstzustände die bis zur Panikattacken gehen können. Selbst wenn ich mich dann mal überwinde, verkrieche ich mich dann in die letzte Ecke, und es kommt mir alles so unwirklich und sinnlos vor, dass ich mich an Gespräche nicht beteiligen kann.

Mann könnte jetzt denken, naja der Typ ist einfach sehr schüchtern, und das lockert sich dann mit der Zeit. Weit verfehlt! Während dem Abend verschließe ich mich immer mehr, irgendwann mal bin ich nicht einmal mehr fähig mit ja oder nein zu antworten, sondern bin in einer anderen Welt. Und das merken die anderen dann, aber können es nicht ändern. Das weiß ich alles auch Fremdanamnetisch weil Familienmitglieder davon berichtet haben.

Vielleicht gibt es einen kleinen Einblick in die Schizotypie.

lg Tom
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Beitragvon Ston3D » So 20. Jan 2008, 14:21

Hallo Xcat,

ich habe nur gelesen das Menschen mit einer schizoiden Persönlichkeitsstörung oft Gedankenlos sind weil ich nach der Ursache für mike88s Gedankenarmut gesucht habe. Aber wenn sich diese beiden Arten von Persönlichkeitsstörungen gegenseitig ausschließen dann hat sich das ja erledigt.

Das was du da über die Schizotypie geschrieben hast ist sehr interessant. Kann man den heut zu Tage nichts dagegen machen?

Gruß,

Ston3D

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Beitragvon Xcat » So 20. Jan 2008, 15:53

Hi Ston3D,

das Problem ist dass es eine Störung ist die oft im Kindesalter entsteht, manchmal auch im Jugendalter, spätestens im jungen Erwachsenenalter. Meist wird es erst Jahrelang nicht diagnostiziert, und wenn es endlich diagnostiziert wurde, ist es meist derart gefestigt, dass es kaum noch zu heilen ist.

Wie willst du denn einem 40-jährigen plötzlich solche einfache alltägliche Sachen beibringen wie einen Kneipengang, einen Small-Talk zu führen, oder wie man Freunde gewinnt, nachdem er sein Leben lang anders gelebt hat? Natürlich kann man da auch Verhaltenstherapeutisch ansetzen, aber dann dauert es sowieso Jahren bis man die übliche Alltagssituationen durch ist.

Aber das wäre noch sehr einfach so, leider sitzt die Störung viel tiefer als an soziale Einschränkungen oder Verhaltensweisen zu korrigieren.

Dazu kommt dass Schizotypie oft mit eine unheimliche Fülle an Symptomen einher geht, die eine Diagnose schwierig machen. Schizotypie ist zum Teil sehr nahe an der Schizophrenie, andererseits aber eine PS, und es kann Komorbiditäten geben. Bei mir zum Beispiel zusätzliche leichte Borderlinesymptomatik, reszidivierende Depressionen, dissoziative Störung.

Was die Diagnosestellung selbst angeht, gibt es zusätzlich noch eine "technische" Schwierigkeit:
- Das WHO das ja die ICD-Klassifikation führt, rät momentan sogar von dieser Diagnose ab, weil es noch nicht genug erforscht ist in seiner Abgrenzung zu andere Störungen. Im ICD wird es noch im gleiche Kapitel wie Schizophrenien und schizo-affektive Störungen geführt, und schizotype Störung genannt.
- Für das APA hingegen das die DSM-Klassifikation führt, ist es unter PS geführt, und schizotypische PS genannt.

Deswegen halten sich Psychiater und Therapeuten ziemlich zurück, und behandeln lieber einzelne Symptome als die Störung als Ganzes.

Zum Beispiel: habe ich eine starke depressive Phase, werde ich gegen Depression mit AD behandelt, habe ich starke Derealisations- /Depersonalisationserlebnisse oder andere Symptome, werde ich als präpsychotisch eingeschätzt und mit NL behandelt (was ja bei mir der Regelfall ist)...

Dazu kommt dass aufgrund aller verschiedenen Phasen, ein Lebenslauf immer mehr riesen Löcher aufweist, was dann noch zusätzliche soziale Probleme mit sich zieht. Wenn es nicht schon in jungen Jahren diagnostiziert und konsequent behandelt wird, wird es ein Endloskreis aus dem man sein Leben lang nicht mehr rauskommt, weil dann eine Chronifizierung eingetreten ist.

So, dann mache ich hier mal ein Punkt, mir raucht nämlich schon so langsam der Kopf :lol:

lg Tom
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Arno63
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Beitragvon Arno63 » Mo 10. Mär 2008, 15:37

Hallo ihr alle,
Hatte mehrere Jahre in Schüben schizzoaffektive Psychosen.Immer nach diesen Hochs bin ich in ein Loch gefallen.Mein körper hat sich neu Orientiert und den Standpunkt in deiser Umwelt neu festgelegt .Das muß normal sein denn in den Hochphasen braucht man soviel Energie das eine Erholungsphase normal ist.
Nun zu dir Meik wie geht es dir jetzt.Kann es sein das du auch ohne es zu merken Eine Psychose hattest und nun in dem Loch steckst.
Im übriegen bekomme ich jetzt Risperdal gespritzt . Bekommt mir gut. Ader man hat bei mir auch viel ausprobiert.
Aus diesem Tief hat mir sehr geholfen EinZettel zu nehmen und ein U zu zeichnen mit den Jahren von Geburt bis jetzt und Drunterzuschreiben Die schönsten Momente die ich im Leben hatte.
Hat dich denn das mit der neuen Freundin so aus dem Gleichgewicht gebracht das du eine Psychose bekamst.Soetwas gibt es .Es sind immer veränderungen der Umwelt die der auslöser sind.Z.B. Tot eines geliebte Menschen.Vorher kommt aber der Dauerstress.

So viele Grüße Arno

mike88
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Beitragvon mike88 » Mo 10. Mär 2008, 18:22

Hallo Arno,
Hat dich denn das mit der neuen Freundin so aus dem Gleichgewicht gebracht das du eine Psychose bekamst
Sie war nicht meine Freundin, ich war nur ziemlich verliebt in sie. Als Auslöser würde ich das Verliebtsein nicht sehen, eher als Verstärker.
wie geht es dir jetzt
Die meisten Symptome bilden sich zurück. Mir geht es also eigentlich besser. Seroquel nehme ich jetzt seit einem halben Jahr. Ich denke schon das es was hilft.
Leider sind sehr viele Sachen gar nicht gut:
- Ich fühle mich nicht mehr krank, obwohl ich genau weiß, dass ich krank und anders als die anderen bin

- Mein Affekt, hat sich zwar etwas verbessert, aber ich habe zu keinem Menschen mehr eine emotionale Bindung. Dazu muss ich sagen dass ich die warscheinlich schon vor Jahren langsam verloren habe.

- Antriebslosigkeit ist vorhanden, besonders im Bereich der Schule

- habe chronische Depersonalisation, die ich auch seit Jahren aufgebaut habe. Damit verbunden, vor allem das Denken an sich selbst, zum Beispiel das an seine eigene Zukunft denken, was ich eigentlich nie konnte, meine Zukunft war mir irgendwie nicht real.

- Ich traue meinen eigenen Gedanken nicht wirklich, ich weiß in vielen Situationen einfach nicht ob ich das was ich sage auch so meine.

- Ich gerate sehr schnell in irgendwelche Grübeleien
in denen ich mich dann in meine Krankheit hieneinsteigere und keinen Ausweg mehr daraus sehe.

- Eingeschränktes Bewusstsein für mich selbst und zB auch Zeit

- "Komische Ideen" wie mein Psychiater sagt:
Zum Beispiel dass das hier alles nicht real ist, dass es die ganze Welt nicht gibt, dass das alles nur eine Projektion von irgendwelchen höheren Mächten ist und dass wir nach dem Tod auf ewig in irgendeinen Alptraum gefangen sind

Die Liste lässt sich sicher noch fortsetzen.


Mein Psychiater glaubt in zwischen nicht mehr dass ich schizophren bin, psychotische Phase ja, aber mehr nicht. Er sieht das alles als schwere Persönlichkeisproblematik mit dissoziativen Zügen.
Ich gehe weiter und sage, dass ich nie wirklich eine tragbare Persönlichkeit enwickelt habe. Meiner Meinung nach ist Schizophrenie übrigens auch nichts weiter als eine Persönlcihkeitsproblematik.

Meine Hoffnung für die Zukunft ist halt, dass die Medizin weitere Fortschritte macht und es für mich bald die richtige Behandlung gibt und ich dann einfach normal sein kann.

Lg
Mike

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Beitragvon Xcat » Sa 22. Mär 2008, 14:23

Hi Mike,

was du da alles schreibst hätte ich selbst schreiben können, besonders die Auswegslosigkeit, Grübeleien, Antriebslosigkeit, Derealisationen, ich traue weder der Umwelt noch mir selbst, "komische Ideen" gehören für mich zum Alltag, usw...

Ich weiß auch nicht mehr weiter im Moment... :sad:

LG Tom
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