Brauche Hilfe!!!

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mike88
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Brauche Hilfe!!!

Beitragvon mike88 » Fr 7. Dez 2007, 16:33

Hallo zusammen,
Ich leide an einer schizophrenen Psychose,
sehr wahrscheinlich an einer simplex oder hebephrenen
Variante, Da bei mir Wahn und Halluzinationen (weitgehend) fehlen.

Da mir langsam echt die Lust fehlt weiter zu leben wollte ich hier mal um Hilfe beten und fragen ob es hier vieleicht Betroffene gibt, und wie ihr eure Leben bewältigt und ob ihr aus dieser quälenden Gefühlslosigkeit und der inneren Lehre wieder herausgekommen seid.

Liebe Grüße,
Mike

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Kratz
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Beitragvon Kratz » Fr 7. Dez 2007, 19:47

Hallo Mike,

das Dir die Lust am Leben flöten geht ist wirklich traurig. Und natürlich kann man diiese Gefühlslosigkeit und innere Leere überwinden.

Zuallererst : Dem Kosmos einen Tritt.

Gruss
Detlev
Des deutschen Bürgers ehrliches Sicherheitshirn vermag nicht den scheinbaren Sinn einer ausschließlich von der Nützlichkeit der Dinge bestimmten Wertung als Unsinn zu begreifen.

Flora
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Beitragvon Flora » Fr 7. Dez 2007, 20:52

Hallo Mike 88,
ich leide auch an einer schizophrenen Psychose, welche Unterform ist mir ziemlich egal. Welche Medis nimmst du? Es ist vermutlich so, dass die Gefühlslosigkeit und die Leere durch die Medis verursacht wird. Als ich noch Risperdal eingenommen habe, dachte ich auch immer, dass die Symptome zu meiner Krankheit gehören. Seit Mai bin ich auf Abilify umgestellt und kann tatsächlich wieder etwas fühlen. Ich vermute, dass mich das Risperdal so abgeschossen hat. Vielleicht sind es bei dir auch die Medis.
Viele Grüße
Flora

mike88
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Beitragvon mike88 » Sa 8. Dez 2007, 09:52

Hallo,

Danke erst mal für eure Antworten. Das mit der Lust am Leben ist bei mir so ne Sache. Im Moment ist es gerade besser, das ist von Tag zu Tag unterschiedlich.

Seit dieser Woche nehme ich 200mg Seroquel, davor waren es zwei Wochen 100mg und jeweils eine Woche 25mg bzw 50mg. Also nicht besonders viel.
Die haben mich wenigstens zu einem Großteil wieder in die Realität zurückgeholt.
Bevor ich Seroquel genommen habe, hatte ich extrem starke Unwirklichkeitsgefühle gegenüber meiner Umwelt, und ich war davon überzeugt das alles unecht ist und in Wirklichkeit gar nichts exisiert.

Und dann würde mich noch interessieren was man den Psychotherapeutisch bei Schizophrenie machen kann?
Gibt es da wirkungsvolle Behandlungsmethoden?

Gruß
Mike

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fluuu
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Beitragvon fluuu » So 9. Dez 2007, 16:58

Hallo,
solche Schwankungen kann man kaum zeitnah in einem Forum besprechen, noch während des Schreibens hat sich Deine Stimmung womöglich gewandelt.

Wie währe es wenn Du Dir etwas in Deiner Nähe suchst ganz real wo Du mitmachen kannst und auch direkte Rückmeldungen auf Deine Stimmungen und Dein Verhalten bekommst. Sicher die Wahrheit kann bitter sein aber wenn es gelingt daraus ein Verhalten abzuleiten gibt es Inhalt und Fülle im Kontakt mit anderen Menschen.
Sogar sich der eigenen Schwächen ganz klar bewusst werden kann einen Motor auslösen etwas dagegen zu unternehmen.

Psychotherapie kann immer etwas bewirken, in erster Linie kann man lernen wie man mit seinen Defiziten umgeht, weg bekommt man sie nicht so schnell aber man kann mit psychischer Betroffenheit leben lernen.

gruß fluuu
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kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

mike88
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Beitragvon mike88 » Do 20. Dez 2007, 18:01

Hallo,

ich nehme 200mg Seroquel. Ich nehme es wohl eher als
Vorbeugung.
Mein Psychater ist sich nicht sicher ob ich Schizophrenie habe, er glaubt es eher nicht. Das
schließt der aus den Stundenlangen Gesprächen die wir miteinander geführt haben.
Meine Symptome sind (im Moment) hauptsächlich:

Freudlosigkeit, Gefühlsarmut, Angst, Gedankenarmut, wenn Gedanken dann Selbstmordgedanken.
Depersonalisation, Abspaltung/Verdrängung meiner Vergangenheit und alten Persöhnlichkeit.
Antriebslosigkeit, fehlende Initiative.
Konzentrationsprobleme.
Fehlende Fähigkeit irgendetwas über mich selbst zu sagen, geschweige denn an meine Zukunft zu Denken.
Die Umwelt hat für mich ihre Selbstverständlichkeit verloren. Alles ist für mich in weite Ferne gerückt und hat für mich an Bedeutung verloren, ich kann andere Menschen und auch mich selbst nicht mehr als Individuen akzeptieren, geschweige denn Gefühle für sie empfinden.
Mein Erleben ist gestört, ich stehe irgendwie nicht mehr mittendrin. Auch geht alles irgendwie an mir vorbei, also der ganze Alltag und das leben an sich.
Alles hat für mich an Realität verloren.

Ist das Schizophrenie? Hat jemand ähnliches erlebt?
Was könnte mir fehlen?

Gruß
Mike

Eigenwach
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Beitragvon Eigenwach » Do 3. Jan 2008, 01:47

Soweit ich weiß sind Depressionen nach (aber wohl vorher auch?!) psychot. Episoden nicht selten - das wär auch ne Erklärung für die Leere. Ist bei mir zumindest grad so - und ich finds auch logisch, muss erstmal verkraften und verarbeiten, was ich da so "erlebt" hab - fühl mich innerlich aber so abgestumpft und tod, alles wirkt sinnlos, kaum noch lust weiter zu machen, nach so ner Erfahrung.

Therapiemäßig sind Verhaltenstherapien wohl am ehesten das Mittel der wahl von den drei klassischen Therapieschulen, auf jeden fall nichts tiefenpsychologisches.

Metakognitives Trainig fällt mir ein - ist recht neu, aber wohl gut, musst mal im netz schauen.

karmadorje
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Beitragvon karmadorje » Mo 14. Jan 2008, 20:38

Hallo Mike,

das was Du beschreibst hatte ich genau in dieser Beschreibung wie Du sie schilderst. Besonders die Wahrnehmung der Wirklichkeit ohne ein direktes Stimmenhören.
Bei mir war die Diagnose schizoaffektive Störung mit ausgepregter negativ Symptomatik. Ich hatte die verschiedensten Medikamente genommen, darunter auch Seroquel und Zyprexa aber es hatte alles nichts geholfen. Auf drängen meines Vaters, der zwar kein Mediziner ist, aber sich trotzdem intensiv mit dem Thema auseindergestzt hat hat mir der Arzt schließlich Leponex verschrieben. Inerhalb von zwei Wochen merkte ich nach einem halben Jahr Talfahrt, dass es langsam wieder aufwärts ging. Der Wirkstoff Clozapin, der in Leponex drin ist, ist allerdings auch nicht ungefährlich und man muss am Anfang jede Woche ein Blutbild machen. Später ist es einmal im Monat. Aber bei mir was es das einzige auf was ich überhaupt angesprochen habe. Versuche erstmal verschiedene Medikamente aus und wenn über Wochen und Monate keine BEsserung in Sicht ist, dann spreche den Arzt mal darauf an. Viele Ärzte verschreiben es nicht gerne, da ein gewisser Bürokratischer Aufwand vom Gestz her vorgeschrieben ist und somit auch die Verantwortung zur Beobachtung höher ist. Aber ich kann Dir sagen bei mir sah es auch sehr düster aus und ich hatte das Gefühl, dass mir kein Arzt wirklich helfen kann und die mir noch nichteinmal genau sagen können was ich habe und was ich brauche. Aber trotz meiner bis dahin kritischen Haltung zu Medikamenten wurde es wirklich schlagartig besser.

Hast Du eigentlich ein besonders belastendes Ereignis erlebt?
Schule beendet, Umzug etc kann ja auch schon soetwas auslösen. So war es zumindest bei mir wie ich bereits in einem anderen thread beschrieben habe.

Viel Glück auf dem Weg


Mögen alle Wesen glücklich sein

Karmadorje

mike88
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Beitragvon mike88 » Mi 16. Jan 2008, 15:20

Hallo, Karmadorje

Belastendes gab es vor dem Ausbruch genug und zwar jahrelang. Habe damals sehr viele Ängste gehabt, bin sehr unter Druck gestanden.
Mein Psychiater glaubt aber im Moment nicht mehr das ich eine Psychose oder Schizophrenie habe, er geht eher von Verdrängung, Dissoziation und schizoider PS aus.
Ich bin aber davon überzeugt das ich eine Psychose habe, gleichzeitig glaube ich es aber wieder nicht.
Könnte auch schwere Schizotypie sein, meint mein Psychotherapeut. Naja was solls im Moment ist es jedenfalls nicht mehr so schlimm, bzw es ist mir beinahe schon egal.

Gruß
Mike

mike88
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Beitragvon mike88 » Mi 16. Jan 2008, 16:09

Seroquel 200mg, eigentlich nur vorsichtshalber, falls doch psychose.

mike88
Beiträge: 46
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Beitragvon mike88 » Mi 16. Jan 2008, 17:48

Ich schreib mal kurz meine Vorgeschichte:

Ich war eigentlich schon immer "anders" als Gleichaltrige. In der Unterstufe wurde ich gemoppt, von da an wurde ich eher abweisend gegenüber meiner Mitschüler. Freunde hatte ich ich schon immer wenige,
eigentlich immer nur ein zwei gute. Heute habe ich gar keine Freunde mehr. Nur in der Schule halt ein paar mit denen ich die Freistunden verbringe. Aber außerschulisch treffen wir uns nicht. Ich habe auch gar kein Bedürfnis danach. Ich lebte hauptsächlich in meiner eigenen Welt, träumte mir ganze Welten zusammen. Die letzten 3 Jahre verbrachte ich hauptsächlich vor dem Computer und dem Fernseher.
Ich hatte auch immer Angst vor den Schulaufgaben, da ich nie gelernt hatte. Diese Angst vor den resultaten und den Prüfungenn selber war fast 365 Tage im Jahr präsent. Ich habe aus irgendeinem Grund nie gelernt. Nicht das ich es von der Intelligenz nicht draufgehabt hätte, mit geringem Aufwand wäre ich sicher ein einser bis zweier Schüler gewesen. Warscheinlich habe ich noch nie richtig an meine Zukunft gedacht oder konnte es gar nicht und habe deswegen nie gelernt.

Im Frühjahr 2007 verfiel ich in einen hypochondrischen Wahn, ich war überzeugt davon todkrank zu sein und sterben zu müssen.

So gegen Juni stellte sich dann eine gewisse Gleichgültigkeit gegenüber allen ein und ich wurde für 2-3 Wochen depressiv, danach kam eine zweimonatige Phase mit extremen Unwirklichkeitsgefühlen, alles sa unecht aus, ich war davon überzeugt, dass alles irreal ist. Dann nach einer Klassenfahrt in der ich mich in ein Mädchen verliebt hatte, ging es in der ersten Nacht los mit den Panikattacken und den Gedanken- und Bildereinstürtzen in der Nacht. Ich konnte wochenlang nicht vernünftig schlafen, lag oft die halbe Nacht wach. Ich litt auch unter Tags an Bildern im Kopf, hatte Zwangsbilder im Kopf in denen ich mordend durch die gegend lief oder sexuelle Gedanken mit allen Menschen hatte die ich sah.

Da sich dieses warscheinlich ziemlich psychotisch anhörte und der Psychiater mich davor schon einige Wochen beobachtet hatte gab er mir Mitte Oktober Seroquel. Gleich am ersten Tag konnte ich wieder schlafen. Ich wurde ruhiger, die Unwirklichkeitsgefühle wurden weniger, die Gedanken verschwommen.

Seit ein paar wochen habe ich das Gefühl, dass sich die Sache wieder zurückentwickelt. Ich denke ich bin ungefähr da, wo es mit der Gleichgültigkeit anfing.

Jedoch fehlt mir sehr stark der Realitätsbezug. Ich glaube immer noch sehr oft dass es diese Welt nicht gibt.
Meine Warnehmung ist auch irgendwie anders als früher. Ich stehe nicht mehr mittendrin in der Welt, spüre sie nicht mehr so. Aber das bilde ich mir vieleicht nur ein.
Meine Vergangenheit ist nicht mehr so real und die Bindung zu meiner Familie und den Mitmenschen ist irgendwie aufgelöst.

Ich bin jetzt 19 Jahre alt, gehe in die 13.Klasse und schreibe meinem Aufwand entsprechende Noten. Irgendwie komme ich aber durch.
Ich kann aber irgendwie nicht mehr logisch denken und dem Unterrichtfolgen.

Nebenwirkungen durch das Seroquel habe ich keine, außer die Müdigkeit, aber die ist ja bei mir nicht schlimm.



Können solche Probleme auch organische Ursachen haben? Mal abgesehen von Gehirnerkrankungen?

Gruß
Mike

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Xcat
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Beitragvon Xcat » Do 17. Jan 2008, 15:53

Hallo Mike,

was du über deine Vorgeschichte schreibst, hätte ich auch fast so schreiben können:

Ich fühle mich auch schon immer anders als andere, und wie aus eine anderen Welt. Diese Welt erscheint mir nicht real. Auch ich habe Kontakte mit Mitschüler abgelehnt, besonders nach der Schule wollte ich mit ihnen nichts mehr zu tun haben. Freunde hatte ich seit je her keine oder nur sehr wenige, ganz zu schweigen von nen "besten Freund".

In der Schule waren meine Noten durchschnittlich weil ich jegliche Hausaufgaben ablehnte. Ich hatte halt das Glück ein schnelles Auffassungsvermögen zu haben, und so lernte ich das meiste ohne besonderen Aufwand, aber lehnte jeden Mehraufwand ab.

Viele Lehrer schrieben in den Schulzeugnisse ich sei einen Träumer, wähle meine Fächer aus und könne deutlich mehr leisten. Ich war aber kein Träumer: für mich war/ist das alles nicht real!

Ich kann mich in der Mitte einer großen Menschenansammlung hinstellen, und fühle mich alleine. Ich fühle mich anders als alle diese Menschen. Sie haben anscheinend ein eigenes Leben, eine Vergangenheit, Ziele... das trifft auf mich nicht zu, und ich kann es mir nicht vorstellen.

Nachdem ich mein Lebenslang immer wieder in schwere dissoziative Phasen und depressive Phasen geriet, hat man nun eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit schwerer Ausprägung diagnostiziert, darunter der Verdacht auf einer leichte Borderline-PS, dazu eine dissoziative Störung und eine schizotype Störung (keine schizoide PS).

Zu diesem Diagnosen-Wirrwarr kam es nach mehrere voll- und teilstationäre Klinikaufenthalte, wo eine Menge an Professoren, Psychiater und Psychologen aus meinem polymorphen Fall nicht schlau wurden.

Ohne starke Schlafmittel kann ich auch unmöglich schlafen, und verbringe dann die ganze Nacht mit Panikattacken und Schweißausbrüche, die mich fast Amok laufen lassen. Anschließend habe ich dann keine Energie mehr, und sinke in tiefste Depris.

Auch mir ist alles gleichgültig, meistens zumindest, und ich kann mich einfach zu gar nichts aufraffen. Seit Jahren komme ich aus dem Zustand nicht mehr raus, und es scheint so als könne es keiner ändern. Sogar Medis helfen mir kaum bis gar nicht, und Psychiater sind ratlos.

Ich verbringe seit Jahren meine Zeit hauptsächlich vor dem Computer oder dem Fernseher. Viel mehr bleibt mir im Moment nicht übrig.

Gruß
Tom

mike88
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Beitragvon mike88 » Do 17. Jan 2008, 16:59

Hallo Tom,
Das was du schreibst klingt in der Tat sehr ähnlich wie meine Probleme. Dieses Leben da drausen, das gibt es für mich auch nicht...

Welche Medikamente hast du genommen oder nimmst du?
Hast du irgendwelche Therapien gemacht?
In welchen Kliniken warst du?

Da für mich die Zeit keine Rolle mehr spielt, bzw ich für solche Dinge gar kein Bewusstsein mehr habe,
bleibt bloß zu hoffen, dass die Medizin irgendwann soweit ist um Leuten wie uns aus diesem Tiefen Niemandsland zu holen. Vieleicht in 10 Jahren vieleicht in 20. Ich bin noch jung und es kann sich in der Zukunft noch vieles ändern.

Ich gebe die Hoffnung nicht auf und das solltest du auch nicht!!!

Gruß
Mike

mike88
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Beitragvon mike88 » Do 17. Jan 2008, 17:24

Was ich habe weiß keiner, weder mein Psychiater noch mein Psychotherapeut.

Eine Ursache für meine Situation könnte ein Erlebnis aus frühster Kindheit sein.

Ich muss noch sehr klein gewesen sein, etwa drei bis vier Jahre alt. Ich konnte in dieser Nacht einfach nicht einschlafen, lag stundenlang unruhig im Bett. Ich habe meine Eltern in dieser Nacht mehrmals darum gebeten mich bei ihnen schlafen zu lassen aber sie ließen mich nicht. Hätten sie mich in dieser Nacht bei sich schlafen lassen, wäre mir vielleicht einiges an Grauen erspart geblieben.
So lag ich also in meinem Bett und fühlte mich hundeelend. Plötzlich fing es an. Diese Schritte kamen auf mein Bett zu. Zuerst langsam. Umso näher sie meinem Bett kamen, desto schneller wurden sie. Als sie dann direkt an meinem Bett waren, hatte ich das Gefühl, ich würde aus dem Bett gerissen, und von diesem Monster in die Hölle gezogen. Diese Schritte kamen mit einer ununterbrochen Regelmäßigkeit wieder, immer nach der gleichen Frequenz. Sobald sie mich „aus dem Bett gerissen“
Hatten, wurden sie an ihren Ausgangspunkt zurückversetzt und das Ganze begann von vorne. Ich habe mich dann vollständig unter meiner Decke verkrochen und mir so fest es ging die Ohren zugehalten, so dass ich die Schritte nicht mehr hören konnte. Nach unzähligen Stunden waren sie dann verschwunden.
Von diesem Ereignis an war ich regelrecht traumatisiert. Jahrelang musste ich mir die Ohren zuhalten, sobald das Licht aus war um ja keine Schritte oder sonst irgendwas mehr zu hören. Meinen Eltern habe ich nie davon erzählt, warum weiß ich nicht, vielleicht aus Angst irgendwelche Monster könnten mich holen.

Vieleicht hat dieses Erlebnis mich ja geprägt, auch in meinem Realitätsbezug.
Aber meine ganze Vergangenheit, es erscheint mir alles fremd und unwirklich.

Ich selber glaube, dass ich Hebephrenie habe.

Gruß
Mike

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Beitragvon Xcat » Do 17. Jan 2008, 17:26

Therapien habe ich schon verschiedene hinter mir, seitdem ich 15 bin...

Ich war in mehrere Kliniken, unter anderem in der Uniklinik Frankfurt am Main...

Medis habe ich schon alle mögliche bekommen: Cyprexa, Abilify, Risperdal, Solian usw...

Meine Diagnose könnte man zusammenfassen: schizotype PS mit Borderline- und starke dissoziative Symptomatiken (diss. bezieht sich dabei auf die starke und andauernde Depersonalisations-/Derealisationserlebnisse)

LG Tom


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