Schizodepressive Mutter

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Stern21
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Schizodepressive Mutter

Beitragvon Stern21 » Sa 2. Jun 2007, 12:56

Hoffe das mir jemand weiterhelfen kann!

Meine Mutter hatte vor gut einem Jahr eine Psychose, war erst in einer geschlossenen Anstallt, danach in einer Tagesklinik und dannn hat sie eine Wiedereingleiderung gemacht. Aber nach ein paar Wochen hatte sie wieder einen Rückfall und kam wieder in eine Klinik (offene), danach wieder eine Eingliederung - doch sie ist nicht mehr so wie früher, kann keine freude mehr empfinden, schläft viel usw. Deshalb hat sie auch jetzt wo sie wieder in einer Klinik ist ihre Kündigung bekommen.

Also zurseit ist sie 3 Wochen in der Klinik und ihre Ärztin meint sie sei schizodepressiv.
Meint ihr sie kann wieder ganz gesund werden und ist es eine Erbkrankheit, also könnte ich soetwas auch bekommen? Ist sehr schwer für mich, wenn die Mutter nicht mehr so ist wie früher!

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moni
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Beitragvon moni » Sa 2. Jun 2007, 23:52

Hallo Stern21

Vorab: Ich kenne zwar Depressionen, nicht aber Psychosen aus eigener Erfahrung.
Dass deine Mutter viel schläft und noch nicht wieder Freude empfinden kann, kann ein Symptom ihrer Depression (die oft auf eine Psychose folgt) und/oder auch durch Medikamente mit beeinflusst sein. Krankheiten wie Depressionen und, soweit ich weiss, auch Schizophrenie vererben sich nicht als solche, sondern in betroffenen Familien wird allenfalls die Veranlagung, ebenfalls in irgendeiner Form psychisch zu erkranken, vererbt. Das heisst, dass die Wahrscheinlichkeit zu erkranken erhöht ist. Doch ob man tatsächlich erkrankt, hängt auch bzw. noch viel mehr von anderen Faktoren ab wie Umwelteinflüsse, Hirnstoffwechsel, frühkindliche Entwicklung, individuelle Stresstoleranz etc.

Auch nach einer schweren psychischen Erkrankung kann man wieder ganz gesund werden. Dies können jedoch wohl am besten die behandelnden Ärzte beurteilen - obwohl dies nach einem Jahr vielleicht noch nicht möglich ist; erst recht nicht übers Internet. Psychische Krankheiten brauchen im Allgemeinen sehr viel mehr Erholungszeit als körperliche.
Ist sehr schwer für mich, wenn die Mutter nicht mehr so ist wie früher!
Ja, das kann ich gut verstehen. An diesem Satz bin ich beim Lesen deines Posts auch am längsten hängen geblieben. Für die Betroffenen und auch die Angehörigen braucht es sehr viel Geduld, diese oft eben sehr lange Erholungszeit mit ungewissem Ausgang zu akzeptieren, durchzuhalten. Nach einem Jahr ist jedoch noch nichts für immer und definitiv verloren!

Noch ein eher allgemeiner Gedanke dazu: Eigentlich ist niemand je wieder so wie früher ... wir entwickeln uns ja alle dauernd irgendwie weiter, und wenn uns eine schwere Erfahrung - was eine psychische Krankheit ja auch ist - trifft, erfährt diese Entwicklung manchmal geradezu tüchtig Schub ...
Abgesehen davon haben Krankheiten in meinen Augen zwar vielleicht nicht immer, aber meistens ihre Gründe - und wenn wir diese zu verstehen oder wenigstens zu erahnen beginnen, sehen wir vielleicht, dass es auch ganz gut ist, im einen oder anderen nicht mehr genau so sein zu können oder auch zu wollen wie früher ...
Das ist die andere Seite der Medaille "Was nicht mehr ist oder geht wie früher (und hadern damit)". Ich selber kenne sie beide.

Liebe Grüsse

moni
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Remedias
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Beitragvon Remedias » So 24. Jun 2007, 19:52

Hi, ich kann dir nur sagen, was man mir über schizoaffektive Psychosen gesagt hat; im Gegensatz zur Schizophrenie remitieren sie meistens vollständig, bedeutet, sie bilden sich in den "gesunden Phasen" zurück ohne Spätfolgen zu hinterlassen; leider sind Rückfälle aber häufig, so dass man lange in Behandlung bleiben muss. Eine direkte Vererblichkeit gibt es nicht.
Liebe Grüße Remedias


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