Reizoffenheit und Abwesenheit - ist das schon psychotisch?

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Reizoffenheit und Abwesenheit - ist das schon psychotisch?

Beitragvon Remedias » Di 26. Dez 2006, 13:41

Bei mir wurde eine schizoaffektive Psychose diagnostiziert.
Den depressiven Anteil spürte ich selbst.
Als psychotischer Anteil wurde mir Reizoffenheit attestiert.
Und das Gefühl, neben mir zu stehen; ganz weit entfernt von anderen Menschen zu sein, in einer anderen Welt zu leben.
Aber ich hatte kein Stimmenhören oder Verwirrtheit; z.B. war ich die ganze Zeit fähig, mich um meinen Haushalt und mein Kind zu kümmern.
Das Gefühl selbst war eher angenehm.
Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich eine Psychose ist oder eher doch zu wenig.
Vielleicht kann jemand etwas dazu sagen?
Danke im Voraus
Remedias

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Beitragvon Remedias » Do 1. Mär 2007, 15:16

Es wäre schön, wenn jemand etwas dazu sagen könnte, weil diese Gefühle seit zwei Tagen wieder stärker werden.
Aber ich fühle mich weniger depressiv und somit von der Stimmung gut.
LG Remedias

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Beitragvon Remedias » Fr 2. Mär 2007, 12:49

danke @Schneewittchen für dein posting.
Eigentlich möchte ich keine Krankheitssymptome sehen.
Früher konnte ich gut damit leben, sehr phantasievoll zu sein und manchmal Tagelang in anderen Welten zu leben.Ist natürlich nicht so gut für meine Leistungsfähigkeit in der Welt da draußen; ich bin wohl nicht richtig arbeitsfähig.
(Gibt es das als Persönlichkeitstyp "leicht psychotisch", ohne Krankheitswert?)
Aber meine Ängstlichkeit hängt mit meiner Verunsicherung zusammen, seit ich die NL abgesetzt habe.
Ich wache manchmal nachts auf und denke: "Jetzt geht es los; jetzt drehst Du vollkommen ab und wirst psychotisch" und hatte schon mehrere Panikattacken deswegen.
Mein Psychiater sieht meine Lage ungewöhnlich düster; Bemerkungen, wie dass wir uns in der geschlossenen Abteilung wiedersehen, gehören noch zu seinen harmlosesten.
Ich frage mich natürlich, wie weit ich ihm Anlass gegeben habe, so schwarz zu sehen.
Zu den Neuroleptika wollte ich noch was sagen: Ich habe sie ein Jahr lang genommen. Ich bin nicht grundsätzlich dagegen, welche zu nehmen; wenn beispielsweise meine Familie wegen mir leiden müsste, wäre ich die Erste, die sie schlucken würde.
Aber ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, mein Körper hätte einen "Mitbesitzer"; ich war traurig, überhaupt nicht mehr kreativ und hatte nicht einmal genug Konzentration zum Lesen. Meine Familie sagte mir, ich wirkte leicht autistisch. Ich hatte die ganze Zeit überlegt, ob es wegen meiner Symptome, die ich im Eröffnungsthread beschrieben habe (außerdem bin ich auch noch depressiv) wirklich gerechtfertigt ist, mein ganzes Leben lang Neuroleptika nehmen zu müssen
oder ob das Beschriebene zu wenig ist.
Vielleicht gibt es ja psychoseerfahrene User, die mir
weiterhelfen können (oder mich auch wiederlegen).
Ich vertraue im Moment mehr auf die Erfahrung anderer als auf die Meinung der Ärzte.

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Beitragvon Remedias » Fr 2. Mär 2007, 18:51

Hallo Remedias,

was bedeutet es, als psychotischen Anteil Reizoffenheit attestiert zu bekommen? Kannst du das näher beschreiben?
Es interessiert mich, weil mein Psychiater mir vor Jahren einmal sagte, ich wäre oft so gut wie psychotisch und dann noch etwas von "chronifiziert" murmelte. Damals war ich zu matt, um genauer danach zu fragen und später habe ich es immer wieder vergessen.
Weißt du etwas dazu oder jemand anderes hier im Forum?

Viele Grüße,
Ada
Hallo @Ada, meine damalige Ärztin in der Tagesklinik hat es mir so erklärt: Jeder Mensch hat normalerweise Filter im Gehirn, die ihm helfen, Informationen zu verarbeiten und auch diese Informationen nach Wichtigkeit zu ordnen. Bei einer Psychose/Reizoffenheit funktionieren diese Filter nicht richtig; man bekommt alle Informationen sehr intensiv und auf einmal und ist deshalb sehr schnell irritierbar.
Als Therapie dafür funktioniert die Reizabschirmung, d.h. Schonung, kein Stress, geregeltes Leben. Außerdem noch die Reizabschirmung durch Medikamente (Neuroleptika), die diesen Filter scheinbar hochsetzen.
Mehr weiß ich auch nicht darüber. Ich überlege auch, wo fängt die Reizoffenheit an oder ist es vielleicht nur besonders große Sensibilität.
Was hat Dir Dein Psychiater darüber gesagt, wenn ich fragen darf?
Hast Du auch NL bekommen?
Liebe Grüße Remedias

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Beitragvon Remedias » Fr 6. Apr 2007, 19:07

Hallo, heute ist mir passiert, dass ich ungefähr eine Stunde nicht wußte, ob ich wach war oder träumte. Ich bekam alles mit (Straßenverkehr), habe auch auf Fragen geantwortet, doch hatte das Gefühl, ich wäre einen Schritt von der Realität zurückgetreten und würde alles wie im Traum beobachten (Auch in Träumen kann man ja reagieren).
Dann ging dieser tranceartige Zustand vorbei und ich fühlte mich wieder normal. Ängstlich oder panisch war ich nicht.
Kein wirklich gutes Zeichen, oder?
LG Remedias


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