Persönlichkeit von Schizophrenen

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fortunasappho
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Persönlichkeit von Schizophrenen

Beitragvon fortunasappho » Mo 27. Nov 2006, 10:29

Bei meinem Bemühen mich zumindest im ehrenamtlicher und freililligen Tätigkeit zu integrieren oder nützlich zu machen, mußte ich knallhart erfahren, dass ich wie nette Menschen zu mir sagen, anders denke - wie immer aber immer wieder erfahre, gesellschaftlich nicht kompertibel bin. Das genau wollte mir meine erste ambulante Psychiaterin sowie ihre Kooperationspartnerin (meine Therapeutin) sagen. Bei denen bin ich immer psychotisch geworden und habe mir eine richtige Wahnwelt gegen Psychiatrie und Therapie aufgebaut. Gegen die Aussage, dass ich mich nie hätte anpassen können, habe ich mich eigentlich schon das ganze Leben gewehrt mit voller Energie und Kampfgeist! Ohne Erfolg!!
Zuletzt wollte ich nur noch genügen - aber was ich auch tat, es passte nicht.
Ist das mein persönliches Problem (keine Persönlichkeit zu haben) oder ist das die Schizophrenie! Das falsche Neuroleptikum ist es sicher auch nicht. Bedeutet Schizophren sein, keine Persönlichkeit zu haben?
Desto mehr ich in die Realität komme (also desto höher meine Seroquel-Dosierung), desto mehr wird mir meine Beschränktheit und Unzulänglichkeit bewußt!
Was haben dementsprechende Menschen für eine Chanche? Volldröhnung und jahrelange Verhaltenstherapie - das ist meine Aussicht, die mir von Psychiaterin und Therapeutin gegeben wurde!
Wenn das der einzige mögliche Weg ist, dann .....Nee!
Ich habe Schizophrene in Selbsthilfegruppen kennengelernt, die genau diese Karriere hinter sich haben! Sie vegetetieren nur noch vor sich hin und sehen die Psychiatrie als einzigen Schutzraum für sich!

Was bedeutet schizophren zu sein?
Psychiater teilen mir mit, dass ich mich nie adäquat benehmen konnte, weil ich meine interlektuelle und handwerkliche Begrenztheit nie vor Anderen zugeben wollte, weil ich mich nicht zugehörig fühlen wollte, weil ich nicht zeigen wollte wie fremdbestimmt, ängstlich, unsicher, krank, depressiv ich bin. Deswegen bin ich immer über meine physischen Kräfte hinausgegangen und mich immer besser dargestellt als ich bin.

Wie sehr ich mich auch bemühe in ehrenamtliche Tätigkeit und Freiwilligenarbeit. Sie entlarfen mich als "Nicht zu gebrauchen".
Glücklicherweise erlebe ich das im Freundeskreis nicht. Aber ich brauche auch eine berufliche Beschäftigung, in der ich das Gefühl habe gebraucht und nicht nur geduldet zu werden. Wenn das für Schizophrene unmöglich ist, dann laufe ich lieber wieder psychotisch durch Berlin!

fortunasappho
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Persönlichkeit von Schizophrenen

Beitragvon fortunasappho » Mo 18. Dez 2006, 16:43

Roddick,
ich nehme jetzt 125 mg Seroquel. Das denke ich ist o.K. Ärzten und Therapeuten kann ich leider nicht mehr vertrauen, also dosiere ich selber - vorsichtig und bedächtig!
Du sprichst von einigem Erreichten, trotz Krankheit. Tja auf dem Papier habe ich die besten Qualifikationen und Berwertungen. Keine Lücken im Lebenslauf, usw.
Was hat es mir gebracht? Ich habe mich nie durchsetzen können, sondern den Weg der geringsten Konfrontation gewählt und mich immer unterm Wert verkauft. Wenn man nämlich nicht ernst genommen wird, bietet man auch keine Angriffsfläöche!
Allerdings ist das psychisch gesehen ein Eigentor - ich denke das hält kein Mensch auf Dauer durch. Hätte ich es je gelernt mich zu vertreten und nicht nur genügen zu wollen, dann wäre mein Leben anders verlaufen.

Was ich vorher geschrieben habe ist so gemeint, dass man es nie allen recht machen kann. Nur der Versuch wird mit einem Arschtritt belohnt. Dazu gehören tut man nur, wenn man seine eigene Schwächen und Stärken vertreten kann.
Wenn man sich selber unterm Wert verkauft, bekommt man auch keine Anerkennung in der Gruppe. Die Gradwanderung auf dem Papier gut und im Auftreten total verängstigt und angespannt zu sein, führt bei anderen zu Verunsicherungen, bis hin zur Ablehnung.
Mir geht es nur darum, muss man das alles pathologisch sehen und, so wie meine Ärzte und Therapeutin, für typisch schizophren halten eine "ICH-SCHWÄCHE" zu haben? So deute ich die "Krankheitseinsicht", die von denen gefordert wird. Dann kann einem natürlich nur der gute Dr. mit Volldröhnung helfen! Regelmäßige Psychiatrie Aufenthalte, als einziger Schutzraum vor dem restlichem Bösen, sind dann doch wohl die Folge? Ich wünsche Dir, dass Du das Durchsetzungsvermögen und die Geduld aufbringst, um ein Neuroleptika zu finden, mit dem Du Dich gut fühlst. Die Alternative ohne zu leben, sollte man nie aufgeben, weil bekanntlich Psychopharmaka nicht heilen. Auf Dauer braucht man eine immer höhere Dosis, weil nach meiner Meinung, sich alles gegen die psychische Zwangjacke und die beabsichtigte Willenlosigkeit wehrt. Sie können vorübergehend beruhigen und festigen, aber auch nur dann wenn man eine Passung in der Gesellschaft findet und nicht nur gegenüber der Psychiatrie "Krankheitseinsichtig" ist.

fortunasappho
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Beitragvon fortunasappho » Mo 25. Dez 2006, 13:05

Roddick,
Du solltest versuchen Deine Intelligenz zu nutzen und das Spiel der Psychiater mitzuspielen. Betrachte Sie nie als Helfende, sondern als Mittel zum Zweck! Gehe niemals in die Psychiatrie, dort musst Du nehmen, was Sie wollen. Informiere Dich selber über Wirkungen von verschiedenen Neuroleptika und fordere diese ein. Ich traue Dir ein dementsprechendes Auftreten zu. Zeige ihnen die "Krankheitseinsicht", indem Du ihnen bestätigst, dass Du Neuroleptika brauchst, aber das Richtige suchst. Dann ist einfach viel Geduld gefragt und vor allem Selbstreflexion: Was an Dir soll akseptiert werden? Versuche mit Deiner Therapeutin eigene Schwächen und Stärken zu erkennen und diese zu vertreten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nicht unbedingt cool und gut gelaunt sein muss. Suche Dir Freunde, die Deine Wellenlänge haben, indem Du Dich mit Deinen Interessen fürs Leben vertritts. Gehe vor allem nicht davon aus, dass Du schon geschädigt bist. Das führt nur in die Depression.
Irgendwie solltest Du an Ärzte kommen, die nicht Deine Krankenunterlagen haben, sondern Dich im Jetzt betrachten.
Wache jeden Morgen mit der Erkenntnis:"Nur für Heute" auf. Und trotzdem verliere nie Dein Ziel aus den Augen wo Du hinwillst. Akzeptiere die anderen und sehe sie als genau so einen Menschen an wie Dich. Sie wollen genauso geliebt und akzeptiert werden wie Du und jeder kämpft um einen Platz in der Gesellschaft. Du musst Dich nicht rechtfertigen, sondern Deins versuchen zu leben. Leben und Leben lassen.

fortunasappho
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Beitragvon fortunasappho » Mo 25. Dez 2006, 16:53

Roddick,
das kommt mir alles sehr bekannt vor, was Du beschreibst.
Ich kann Dir nur sagen, dass Du mit den richtigen Psychopharmaka wahrscheinlich ein glücklicheres Leben führen kannst. Ich möchte Dir zu keinem anderen Weg raten, weil Du diesen so gut wie alleine führen, bzw. finden muss. Bleib an der Therapie dran und überlege Dir ob Du Beziehung, Familie und arbeiten möchtest, um so einen neuen Lebensinhalt zu finden.

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Psychopharmaka

Beitragvon fortunasappho » Sa 30. Dez 2006, 09:42

Roddick,
mit dem was Du mir geschrieben hast, solltest Du vor einem neuen Arzt auftreten.
Du reitest zu sehr auf die Schiene des Opfers rum. Damit kommst Du nicht weiter.
Informiere Dich im Netz nach Selbsthilfegruppen und sprich Deinen Frust aus. Viele schwören auf Leponex. Letzendlich kann jeder, selbst der Arzt, Dir nur Empfehlungen aussprechen. Von niemanden hälst Du eine Versicherung. Du musst auf Dich selber horchen, was Dir am besten tut.

fortunasappho
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Beitragvon fortunasappho » Sa 30. Dez 2006, 15:26

Die Psychiatrie ist wie Psychiater und Ihre Therapeuten da, um zu verdienen. Niemand sorgt sich um Dich solange sie nicht zur Verantwortung gezogen werden können. Du hast mit dem Stempel des Psychisch keine Chance gegen sie anzugehen!
Du wirst niemals Boden unter den Füßen bekommen, wenn Du mit der Aggression zum neuen Arzt gehst, weil der eine dem anderen kein Auge auskratzt.
Versuche Dich irgendwie zu beruhigen und wieder Vertrauen in der Menschheit zu bekommen. Keiner tut Dir was, solange Du es nicht zulässt!


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