ICD 10 : F 60.4 ???

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Austerlitz
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ICD 10 : F 60.4 ???

Beitragvon Austerlitz » Mo 4. Sep 2006, 20:33

Hallo,

bei mir ist folgende Diagnose gestellt worden (nach ICD 10) : Demonstrative Persönlichkeitsakzentuierung!!!! (F 60.4)

Du lieber Himmel!!

(als der Arzt in der Klnik mir das eröffnet hat musste ich lachen!)

Gibt es hier vielleicht unter euch welche auf die das auch zutrifft??

Wenn ja bitte hier posten!!

Danke

Christian G.

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Stille
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Beitragvon Stille » Mo 4. Sep 2006, 22:46

Hallo Christian,

also ich musste auch erst mal stutzen, als ich deine Diagnose las. Denn die hatte ich noch nie gehört. Also bei F60.4 handelt es sich wohl um die "Histrionische Persönlichkeitstörung". Man könnte es natürlich auch mit diesen Worten beschreiben.

Also ich persönlich finde, dass es mit diesen Persönlichkeitstörungen immer so eine Sache ist. Irgendwie findet sich jeder von uns in diesen Diagnosen wieder (oder wir auch unsere Mitmenschen ;-). Wer von uns kennt keinen Zwang?! Wer von uns hatte nicht schon einmal Angst vor einer Prüfung?! Wer von uns vermeidet nicht gern unangenehme Situationen?! Wer von uns genießt es nicht mal im Mittelpunkt zu stehen?!
Natürlich ist das recht einfach von mir gedacht. Aber ich relativiere doch so gern ;-)

Übrigens findest du sicher Menschen mit dieser Störung, ich kenne auf Anhieb 5 :-)

In diesem Sinne
Stille
Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, daß sie nicht hinter dir her sind ;-)

Austerlitz
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Beitragvon Austerlitz » Di 5. Sep 2006, 19:03

Hi "Stille"!

Das Problem ist nicht nur diese komische und ungewöhliche Diagnose, sondern auch, dass die Ärzte, der Klinik, in der ich gewesen bin - zumindest nach eigenen Aussagen - gar nicht genau spezifizieren konnten, was ich eigentlich für eine Erkrankung habe!!

Im Arztbrericht steht deshalb : paranoid - halluszinatorische Psychose und eben nicht mehr - wie in früheren Aufenthalten Schizophrenie!!!

Die halten sich mit einer eindeutigen Diagnose also zurück!!

Das macht das ganze nur noch undurchsichtiger!

Vielleicht kann ja Herr Engels etwas dazu sagen.

Das wäre jetzt wirklich wichtig für mich!

Bis dann

Christian G.

danny
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Beitragvon danny » Di 5. Sep 2006, 20:04

Hallo Stille,

und ich finde es schlimm, wenn jemand seine Mitmenschen in Schubladen mit Diagnosen schiebt. Ich denke nicht, das wir das recht dazu haben über unsere Mitmenschen oder Freunde so zu urteilen. Das ist die Sache des behandelnden Arztes.

Gruß
Danny

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Stille
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Beitragvon Stille » Di 5. Sep 2006, 22:19

Hallo Danny,
das hast du wohl falsch verstanden. Meine Intention war sicher nicht jmd in irgendeine Schublade zu stecken. Das Gegenteil ist der Fall. Ich wollte damit ausdrücken, dass jeder von uns Züge einer Persönlichkeitsstörung tragen kann ohne wirklich "krank" zu sein. So ist nunmal das Leben, wer oder was ist schon perfekt und warum sollte jemand sich von einem Arzt diagnostizieren lassen, der sich zwar in einzelnen Symptomen wiederfindet, aber mit sich und seiner Welt im Reinen ist?!

LG
Stille
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danny
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Beitragvon danny » Di 5. Sep 2006, 22:46

Hallo Stille,

dann sollte man das aber auch nicht Persönlichkeitsstörung nennen. Was ist normal und was ist unnormal? Jemand kann anders sein, ohne deshalb krank zu sein - das ist dann keine Störung in dem Sinne. Und ich finde es auch nicht gut zu sagen, jeder habe Züge von Persönlichkeitsstörungen. Ausserdem finde ich es seltsam wenn Du sagt, Dir würden auf Anhieb 5 Leute einfallen. Was denkst Du würden diese 5 Menschen dabei empfinden, wenn Du ihnen sagen würdest, ihr habt Züge einer Persönlichkeitsstörung. Denkst Du Du hättest das Recht dazu?

Gruß
danny

Houdini
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Beitragvon Houdini » Di 5. Sep 2006, 22:58

Hallo Stille,

jemand, der mit sich und der Welt im Reinen ist, kann keine Persönlichkeitsstörung haben. Denn das schließt sich gegenseitig aus.

Persönlichkeitsstörung bedeutet auch nicht, daß jemand mal dieses oder jenes Verhalten an den Tag legt, sondern der Betroffene tut dieses immer wieder und dauerhaft, seit seiner Jugend und er leidet darunter.

Züge irgendeiner Störung, ja die hat in der Tat jeder. Aber nicht jeder Kopfschmerz ist eine Migräne, nicht jedes Stimmungstief eine Depression.

Gruß

Houdini
Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken. Vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir. [Mark Twain]

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Stille
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Beitragvon Stille » Mi 6. Sep 2006, 11:55

Hallo Hundini,

ja genau das meinte ich, dass jeder irgendwelche Züge einer Persönlichkeitsstörung in sich trägt. Deshalb ist man ja nicht automatisch auch „krank“. Persönlichkeitsstörungen werden dann zu einer Krankheit, wenn man darunter leidet. Wenn sie dich oder auch andere am Leben hindern. Da ist das Beispiel mit dem Kopfschmerz gar nicht schlecht gewählt.

Gut Danny, vielleicht hat nicht jeder Züge einer Persönlichkeitsstörung in sich, denn schließlich kenne ich auch nicht jeden ;-). Es handelte sich mehr um eine rhetorische Verallgemeinerung. Woher willst du eigentlich wissen, dass ich nicht 5 histrionische, natürlich ärztlich diagnostizierte, Persönlichkeiten kenne?! Sage mir bitte, was sollten sie empfinden, wenn ich sie hier anonym erwähne?

In diesem Sinne
Stille
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danny
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Beitragvon danny » Mi 6. Sep 2006, 12:23

Hallo Stille,

so wie Du es geschrieben hast, klang es nicht so als sei es eine ärztliche Diagnose, sondern deine Einschätzung. Das ist ein Unterschied. Wenn ein Freund zu mir käme und mir sagen würde, ich hätte bestimmt eine persönlichkeitsstörung, da würde ich mir nur denken, was er sich einbildet das beurteilen zu dürfen geschweige denn zu können. Es ging mir nicht darum ob es 5 , 6 oder wie viele auch immer sind. Sondern es ging mir mehr darum, wie Du zu dieser Einschätzung kommst.

Um ehrlich zu sein, ich kenne nicht die genauen Diagnosen meiner psychisch kranken Freunde, von daher weiß ich nicht, ob ich welche mit dieser Erkrankung kenne oder nicht und mich interessiert es eigentlich auch nicht, ob sie sowas haben. Dieses "in Diagnosen-Denken" stört mich einfach. Wir definieren uns doch nicht durch eine Erkrankung. Ärzte verwenden statt der Namen oft die Diagnosen...aber das ist etwas was wir uns nicht zu eigen machen sollten. Ich möchte mich nicht auf meine Erkrankungen reduzieren und auch nicht von anderen reduzieren lassen.

Gruß
danny

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Beitragvon Stille » Mi 6. Sep 2006, 15:00

Hallo Danny,

ich frage mich woher du deine Gedanken nimmst, die du in meine Worte hineininterpretierst. Wo schreibe ich denn, dass ich Menschen auf ihre Krankheit
reduziere?! Wie kommst du darauf, dass es sich um Freunde handelt?!

Eigentlich möchte ich meine Worte gar nicht mehr genauer erläutern, da wohl in jedem Wort etwas von mir noch nicht Erahntes hineininterpretiert werden könnte.

Danny, Menschen sind so unterschiedlich wie ihre Gesichter. Sie auf bestimmte Persönlichkeiten festzulegen wäre zu einfach und ich finde das gut so. Wie wäre die Welt doch langweilig, wenn wir das Gegenüber sofort erkennen würden. Ich wollte die Diagnose, „Persönlichkeitsstörung“ nur ein bisschen relativieren, nicht mehr und auch nicht weniger. Niemals wollte ich jemanden darauf festnageln, zugliedern oder konfrontieren. Die meisten meiner Freunde kenne ich schon sehr lange und mir wäre es noch niemals in den Sinn gekommen, außer wir reden konkret darüber, in ihnen eine Krankheit zu sehen. Dafür haben wir noch genug andere Interessen.

In diesem Sinne
Stille
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Beitragvon danny » Mi 6. Sep 2006, 17:52

Hallo Stille,

ich habe nicht geschrieben, das Du reduzierst. Ich habe geschrieben, das ich das so empfinde wenn man einer Krankheit zuviel Gewicht gebiet und die Krankheit anstatt des Namens nennt. Wenn Du richtig liest, war das nicht konkret auf Dich bezogen sondern auf die Tatsache, das die Diagnosen den Vorrang haben. Ich hatte Dich anfangs so verstanden, als hättest Du die Einschätzung ein paar hätten diese Erkrankung und nicht das es ärzltiche Diagnosen seien. Das ist ein Unterschied. Außerdem ist es auch total egal ob es Freunde sind oder ob es Bekannte sind. Darum geht es nicht.
Ich glaube nicht, das Du wirklich verstanden hast, was ich sagen wollte. Auch habe ich nicht in alles etwas hineininterpretiert sondern es hat eben ein Gefühl in mir ausgelöst, was ich gelesen habe. Aber irgendwie scheinst Du jedes Wort auf die Goldwaage zu legen, auch wenn es gar nicht konkret auf Dich bezogen war sondern lediglich allgemein verstanden werden sollte (so wie das Reduzieren auf Diagnosen). Konkret Dich angesprochen habe ich nur im ersten Satz. Aber das hast Du wohl überlesen.

Gruß
Danny

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Beitragvon Austerlitz » Mi 6. Sep 2006, 18:35

Hi Stille, Hi Danny!

Ich sehe diese Diagnose zunächst mal nicht als "ehrverletzend".

Es ist eben einfach eine von Ärzten gemachte Beschreibung über meine Erkrankung und solange ich nicht genau weiß, was eigentlich dahintersteckt, regt mich das auch nicht weiter auf (zumindest zunächst nicht).

Insofern bin ich nicht sauer, wenn dies von Dir ,Stille, als Persönlichkeitsstörung bezeichnet wird. Das stört mich jetzt erstmal nicht weiter (ich nehm dir das nicht übel "Stille" !)

Im Übrigen:

Bitte sachlich bleiben.

Was solls denn? Es ist eben nur wieder eine Diagnose, wie ich schon viele - fast jeden Klinikaufenthalt eine andere - bekommen habe.



Mir wärs jetzt ganz recht wenn Herr Engels dazu etwas sagen würde???!

Bis dann

keep cool.....!

Christian G.

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Beitragvon danny » Mi 6. Sep 2006, 18:44

Du sprichst einen sehr wichtigen Punkt an. Wenn ein Arzt die Diagnose stellt, so meint er das nicht als eine Bewertung un von daher sollte man sich da auch nicht angegriffen fühlen. Wenn ein Laie aber eine solche Diagnose postuliert (damit soll Stille sich ausdrücklich nicht angesprochen fühlen) dann sieht das anders aus. Dann würde ich es schon verletzend empfinden. wie wenn jemand ankommt und sagt, "der ist doch verrückt - der hat ne gestörte Persönlichkeit".

Gruß
danny

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Lydia
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Beitragvon Lydia » Mi 6. Sep 2006, 18:50

Hallo danny,
Ich glaube nicht, das Du wirklich verstanden hast, was ich sagen wollte.
Ehrlich gesagt, verstehe ich es auch nicht. Also ich verstehe schon die Tatsache, dass du nicht auf eine Diagnose reduziert werden möchtest, aber das hat weder Stille, noch sonst irgendjemand gemacht. Es hat sich auch kein Laie angemaßt eine Diagnose zu stellen. :roll:
Christian möchte wissen, was die Diagnose, die er von einem Arzt erhalten hat, bedeutet bzw. ob es andere Betroffene hier gibt und das finde ich ok. Wenn ich von einem Arzt eine Diagnose erhalte, möchte ich auch wissen, was dahintersteckt und wie er darauf kommt. Eine Diagnose bildet u. U. auch die Grundlage für die Behandlung und wenn ich mich in den wesentlichen Merkmalen nicht wiederfinde, dann würde ich das mit dem Arzt auch diskutieren. Das bedeutet weder, dass ich mich durch eine Diagnose angegriffen fühle, noch dass ich mich darauf reduzieren lasse.

Christian, hat der Arzt, der die Diagnose gestellt hat, nichts näheres dazu gesagt bzw. hast du die Möglichkeit, ihn darauf nochmal anzusprechen?

Gruß
Lydia

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Beitragvon Stille » Mi 6. Sep 2006, 19:12

Nein Danny ... ich legte nicht auf die Goldwaage .. sondern ich "fühlte" mich von dir missverstanden ;-)

LG
Stille
Nur weil du paranoid bist, heißt das nicht, daß sie nicht hinter dir her sind ;-)


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