Abnehmen nach Amisulprid

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KleinerVogel90
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Abnehmen nach Amisulprid

Beitragvon KleinerVogel90 » Fr 17. Jan 2020, 23:14

Hallo liebe Leute,

Im Sommer 2018 habe ich eine akute Psychose durch einen THC Entzug erlitten. Daraufhin musste ich über ein Jahr Amisulprid nehmen.

Trotz aller Versuche von Gegenmaßnahmen habe ich monatlich 3-4 kg zugenommen. Insgesamt 30 kg. Nun ist das Medikament seit dem 10.10.2019 abgesetzt und seither habe ich gerade einmal 1,5 kg abgenommen.

In anderen Erfahrungsberichten lese ich oft, dass andere nach dem Absetzen total schnell abgenommen haben, bei mir passiert gar nichts.

Ist das normal und ich muss mich etwas mehr gedulden? Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Danke schonmal.

mamschgerl
Beiträge: 1138
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Re: Abnehmen nach Amisulprid

Beitragvon mamschgerl » Mo 20. Jan 2020, 09:49

Hallo,
ich habe zwar keine Erfahrungen mit eben diesem Medikament, doch zum Thema Abnehmen nach Einnahme und komplettem Absetzen diverser ADs kann ich gerne meine Vermutungen einbringen.
Während der medikamentösen Behandlung habe ich zwischen 40 und 50 kg zugenommen.
Ich bin der festen Überzeugung, daß neben den altersbedingten Faktoren ( 55 Jahre alt, Klimakterium ) auch die Beeinträchtigung des Stoffwechsels durch diese Medikamente eine Rolle spielen.
Es gibt einen gravierenden Unterschied zu der Zeit vor den Medikamenten und danach.
Während ich vorher nur einfach FDH zur Gewichtsreduktion einhalten musste, so ist diese Maßnahme danach nicht mehr sehr wirkungsvoll bzw sie führt nur zu vorübergehenden Erfolgen.
Ich nehme seit 3 Jahren keine Medis mehr, Intervallfasten mit täglichen 1500 kal max. haben in einem halben Jahr zu einer Abnahme von knapp 20 kg geführt, dann zu einem Stillstand, den ich nicht durchgehalten habe und dann zu einer Zunahme dieser kg in weniger als 3 Monaten...
In der Zeit vor der Medikamenteneinnahme konnte ich abnehmen und das Gewicht halten, heute funktioniert das nicht mehr.
Ich hatte in meinem ganzen Leben noch kein normales Essverhalten, aber doch ein einigermaßen gutes Verhältnis zu meinem Körper, d.h. ich habe eher dann gegessen, wenn ich wirklichen Hunger verspürte und nicht nur Appetit. Da machte es auch keinen Unterschied, was oder wann ich gefuttert habe.
Dieses Gefühl ist mir durch die Medikamente verloren gegangen und es kam nicht wieder zurück.
Ich bin also, unabhängig von meinen während schwerer Depressionen ausgelösten Eßstörungen, durchaus der Meinung, daß die Medis einige gesunde Funktionen des Zusammenspiels von Geist und Körper nachhaltig zerstören.
Zu der Abnahme von 1,5 kg in dieser Zeit kann ich nur sagen, daß eine Gewichtsreduktion immer langsamer und langwieriger vonstatten geht als die Zunahme, besonders, wenn es sich um eben die Pfunde handelt, die man während der Medikamenteneinnahme zugelegt hat.
Wenn sich dein Körper und deine Psyche wieder darauf eingependelt haben, sollte es wieder besser laufen, zumal du ja "nur" ein Jahr lang das Medikament eingenommen hast; die Chancen stehen also nicht schlecht, daß eine Regeneration eintreten dürfte.
Ich drück dir die Daumen und wünsche dir Geduld und Durchhaltevermögen.
L.G. mamschgerl

KleinerVogel90
Beiträge: 6
Registriert: Mo 9. Dez 2019, 19:37

Re: Abnehmen nach Amisulprid

Beitragvon KleinerVogel90 » Fr 22. Mai 2020, 00:43

Danke für deinen Beitrag. :)
Ich hatte seither noch knapp 2 Monate gewartet, nix ist passiert.
Daher bin ich jetzt seit dem 9. März am kämpfen, mit Sport (Workout) und langfristiger Ernährungsumstellung. Und siehe da - es lohnt sich. :) habe 10,5 kg in 9 Wochen verloren und wenn das so weitergeht, bin ich im Sommer schon am Ziel. Denn von den 30 zugenommenen Kilo will ich nur 20 wieder loswerden, da ich vorher durch körperlich harte Arbeit eh zu dünn war.
Fest steht natürlich, dass ich diesen Lifestyle beibehalten muss, was ja gar nicht mal verkehrt ist. :)

Viele Grüße


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