orgasmus und befriedigungssüchtig

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Suchterkrankungen sowie durch Suchtmittelkonsum hervorgerufenen psychischen Störungen
pprivat
Beiträge: 2
Registriert: Mi 6. Mai 2015, 13:13

orgasmus und befriedigungssüchtig

Beitragvon pprivat » Mi 6. Mai 2015, 13:15

Hallo,

ich habe zu diesem Thema schon einiges gelesen, aber noch keine Antwort auf meine Frage gefunden. Und zwar bin ich nicht Porno süchtig bzw. brauche nicht den Porno sondern den Orgasmus und die Befriedigung. D.h. wenn ich Sex mit meiner Freundin habe dann reicht mir das, ABER ich brauche es jeden Tag. Kann oder will meine Freundin mal nicht dann brauche ich halt Visuelle Reize und diese hole ich mir dann mit einem Porno.

Weiters habe ich den drang mit jeder Frau zu schlafen wollen, muss jeder Frau hinterher schauen und bekomme es nicht unter Kontrolle. Jede Frau löst in mir einen Reiz aus wo ich am liebsten mit ihr schlafen möchte.

Ich habe meine Traumfrau gefunden habe aber trotzdem das Gefühl etwas verpasst zu haben bzw. mich noch nicht so richtig ausgelebt zu haben und bereue es das ich es nicht vorher gemacht habe um jetzt glücklich und zufriedener zu sein.

Ich Onaniere 1-2 mal am Tag außer ich habe Sex mit der Freundin dann nicht. Ich bin auch nicht in meiner Freizeit eingeschränkt oder sonstiges. Ich mache Sport und bin auch Berufstätig.

So jetzt bin ich verwirrt da es ja normalerweise zu so einem Verhalten kommt wenn man Pornosüchtig ist, aber da ich den Porno ja nicht brauche weiss ich nicht was ich machen kann bzw. wo der Grund in meinem Verhalten liegt?

Falls noch Fragen offen sind dann bitte einfach stellen,
danke!

Benutzeravatar
fluuu
Beiträge: 2544
Registriert: Di 13. Sep 2005, 13:32
Kontaktdaten:

Re: orgasmus und befriedigungssüchtig

Beitragvon fluuu » Mi 6. Mai 2015, 14:05

Hallo,
mein Mitgefühl für Dein Leiden, so etwas kommt vor bei Männern, es kann lästig sein, auf jeden Fall führt es zur Verwunderung über sich selbst.
Pornosucht ist nur eine andere Benennung für die Befriedigung, denn darauf läuft es stets hinaus.
Es ist die Sucht bzw. das übersteigerte Bedürfnis nach sexueller Befriedigung.
Es gibt bei manchen Männern Phasen im Leben da ist 1-2 Mal Onanieren pro Tag der Regelfall.
Es deutet auf eine seelische Leere hin die mit diesem Orgasmusgefühl überspielt werden soll.
Bei Gefangenen in Isolierhaft ist so ein Verhalten beobachtet worden, sie holen sich diesen
kleinen Gefühlskick um in der Leere nicht wahnsinnig zu werden und durchzudrehen.
In dem Roman "Papillon" von Henri Charrière ist das gut beschrieben.
Wenn ansonsten im Alltag alles gut läuft würde ich diesem kleinen übersteigerten Bedürfnis nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken.
Durch häufiges Onanieren geht nichts kaputt und auch andere Nebenwirkungen sind nicht bekannt, wenn man von
mittelalterlichen Schauergeschichten absieht, es sind Phasen im Leben.
Wenn die Beunruhigung jedoch so groß ist, dass sie den Alltag beeinträchtigt, dann ist der Gang zum Psychologen notwendig
um zu gucken wie mit der Situation am besten umzugehen ist ohne diese Befriedigung zu brauchen.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

pprivat
Beiträge: 2
Registriert: Mi 6. Mai 2015, 13:13

Re: orgasmus und befriedigungssüchtig

Beitragvon pprivat » Mi 6. Mai 2015, 21:10

@fluuu
Dem „Bedürfnis nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken“ ist glaub ich leichter gesagt als getan und eigentlich geht es mir mehr um den zwang jeder Frau hinterherschauen zu müssen und auch mit jeder Sex haben zu wollen.

Heisst das nun – keine Pornos mehr oder keine Selbstbefriedigung mehr oder keinen Sex mehr? Was ist erlaubt und was nicht? Und wie lange von etwas nicht mehr?

Benutzeravatar
fluuu
Beiträge: 2544
Registriert: Di 13. Sep 2005, 13:32
Kontaktdaten:

Re: orgasmus und befriedigungssüchtig

Beitragvon fluuu » Mi 13. Mai 2015, 13:32

Es gibt da eine Faustregel bei Süchten die von Schule zu Schule variiert aber sagen wir zwei Wochen völlige Abstinenz vom Suchtstoff,
wenn das problemlos gelingt liegt keine Sucht vor. Gelingt es nicht ist die Suchtberatung aufzusuchen weil es alleine lösen kaum möglich ist.
Das Modell hinkt ein wenig weil wer kann schon zwei Wochen auf sein Handy verzichten und trotzdem ist es keine zerstörerische Sucht.
Aber auf alle stofflichen Süchte, Spielsucht, Sexsucht usw. ist das anwendbar.

Frauen hinterher schauen tut fast jeder Mann, jeder normale Mann, nur gestörte wie Verdrängungskünstler tun es eventuell nicht.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de


Zurück zu „Sucht und Abhängigkeit (ICD-10:F1)“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast