Methadon, Langzeit-Therapie

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Suchterkrankungen sowie durch Suchtmittelkonsum hervorgerufenen psychischen Störungen
eraserhead
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Methadon, Langzeit-Therapie

Beitragvon eraserhead » Sa 24. Jan 2015, 16:01

Hallo

ich befinde mich zzt an einem Punkt in meinem Leben, wo es einfach nicht weitergeht (finanziell, seelisch, körperlich) und ich eine Therapie machen möchte. Ich werde im Sommer 30. Mit 15 zum ersten gekifft, viel ausprobiert, mit 20 dann schließlich ernsthaft suchtkrank (Polytox, i.V. Konsum von Opioiden u. Kokain) gewesen.

Seit 2007 bin ich ohne Unterbrechungen in Substiutionstherapie, zur Zeit mit 120 mg Methadon tgl. Die Substituionstherapie klappte für einige Jahre sehr gut und ich bekam mein Leben geordnet. Allerdings war das Jahr 2014 von sovielen Rückschlägen geprägt, dass ich wieder massiv rückfällig wurde (meine Fähigkeit zur Konfliktbewältigung = 0) und in wenigen Monaten alles, was ich mir aufgebaut hatte zum Teufel ging.

Der erste Schritt jetzt wäre die Frage, ob ich mich weiter substituieren lassen sollte/möchte. Es gibt nämlich nur wenige LZ-Therapieangebote für Substituierte.
Mein letzter Entgiftungsversuch scheiterte nach 4 Monaten totaler Abstinenz, weshalb ich mich damals entschloss dauerhaft in Substi zu gehen.
Eine Langzeit-Therapie habe ich bisher noch nicht unternommen, u.a. aufgrund diverser Vorbehalte. Ich bin jetzt aber innerlich absolut bereich für eine Therapie - oder besser gesagt so verzweifelt, dass ich sonst keinen anderen Weg sehe.
Das Problem ist jedoch u.a., dass ich in den meisten Fällen komplett abstinent sein muss, bevor ich eine Therapie angehen kann, d.h. ich müsste vom Methadon entgiften. LZ-Therapieplätze für Substituierte sind nämlich rar.
Die Angst, dass ich erst Recht mit Pauken und Trompeten auf den Hintern falle, wenn ich jetzt versuche zu entgiften steht im Raum. Dem gegenüber steht natürlich der Wunsch, dass ich irgendwann auch mal ohne die Krücke "Methadon" leben möchte. Aber ausgerechnet auf dem ultimativen Tiefpunkt diesen Schritt anzugehen finde ich halt fraglich.

Würde mich mal über eure Einschätzungen und ggf. eigene Erfahrungen sehr freuen

greets
eraserhead

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fluuu
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Re: Methadon, Langzeit-Therapie

Beitragvon fluuu » Di 27. Jan 2015, 11:40

Dass man im Leben mal in eine Sackgasse kommt kann passieren, da hilft nur umkehren und einen anderen Weg wählen.
Das Umstellen von Medikamenten kann durchaus aus so einer Sackgasse heraushelfen genauso wie alle anderen Veränderungen.
Wichtig ist einen neuen Impuls zulassen der nicht nur Bretter vorm Kopf bedeutet oder die Wand am Ende der Sackgasse.
In der Not erfinderisch sein und Dinge ausprobieren die bisher nicht möglich wahren oder ängstigten.
Natürlich kann auch eine Psychotherapie so etwas sein aber sie ist schwer zu bekommen und nur sehr langfristig als Lösung geeignet.
gruß fluuu

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www.seelegut.de


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