Medikamentenabhänigkeit

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Suchterkrankungen sowie durch Suchtmittelkonsum hervorgerufenen psychischen Störungen
Claudy
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Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Claudy » So 14. Sep 2014, 17:20

Ich war Jahre lang von Benzodiazepin abhänig.
Die letzte Entgiftung war November 2013 zuende.
Seit dem bin ich clean.
10 Monate.
Heute ist so ein doofer Tag, wo ich Rückfällig werden möchte.
Nur um Gefühle und Gedanken und Flashbacks abzutöten.
Es bringt aber nichts, das hab ich begriffen.
Deswegen dachte ich, ich schreib es hier einfach mir von der Seele.

Danke fürs Lesen!

lg Claudy
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fluuu
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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon fluuu » Mo 15. Sep 2014, 11:23

Gute Idee, die Gefühlslage formulieren ist eine Möglichkeit damit umzugehen ohne künstliche Betäubung zu brauchen.
Wenn Du dann noch formulierst warum der Tag doof ist und welche negativen Gefühle Du erlebst
besteht sogar die Möglichkeit der Bewältigung solcher schlechten Stimmungen und das aktuelle Problem ist gelöst.
"Schreiben tut der Seele gut" ist das Motto meiner Beratung ganz anonym und kostenlos und es wird gern genutzt
um aktuelle Konflikte in Worte zu fassen und das Problem so in den Text zu bannen. Es ist eine Erleichterung
und manchmal ergibt sich aus dem Formulieren der Gedanken die zündende Idee für die Lösung, ganz simpel.
Ob Pillen schlucken beim Konflikt oder etwas anderes machen liegt in der eigenen Entscheidung,
je kreativer das Rangehen, je umfassender die Möglichkeiten was man alles alternativ zum Pillen schlucken tun
kann um einen Umgang oder gar eine Lösung für den Konflikt zu ermöglichen ohne diese Betäubung zu brauchen
die nichts verändert und es führt wieder zum Teufelskreis. Borderliner haben Skills als alternatives Verhalten
wenn der emotionale Druck zu groß wird. So eine Liste gibt es sicherlich auch für Benzodiazepin Abhängigen,
höre Dich um in der Klinik, bei Therapeuten oder in der Selbsthilfe und falls Du gar nichts finden solltest was ich
nicht glaube, dann stellst Du diese Liste selber zusammen mit Deinen eigenen Erfahrungen, das ist kreativ.
Sich mitteilen ist in einer emotionalen Krise immer eine gute Möglichkeit aber nicht immer ist ein qualitativer
Zuhörer dar fachlich und sachlich gut reagieren kann da, was gibt es noch für Möglichkeiten?
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Claudy
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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Claudy » Mo 15. Sep 2014, 12:52

Ich hab die "kleine" Krise gut gemeistert.
Es ist nichts passiert. Kein Rückfall.
Ich hab mich einigermaßen ablänken können.
Bin froh das nichts passiert ist.
lg Claudy

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Laura
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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Laura » Mi 17. Sep 2014, 12:18

Hallo Claudy!

Glückwunsch zum Etappensieg! Sofern Deine Art der Ablenkung eine gesundheitsverträgliche ist, dann wünsche ich Dir, dass Du sie eines Tages auch genießen kannst und sie nicht einfach nur Mittel zum Zweck sein muss, ob Du nun einfach eine schöne CD aufgelegt oder auch Deine Schränke aufgeräumt hast. Und wenn es nun doch etwas gewesen ist, dass eigentlich eher mühselig als genussvoll ist, dass Dich dann wenigstens das Ergebnis belohnt und befriedigt. Anhand des "banalen" Beispiels eines aufgeräumten Schranks wäre es also die nachträgliche Erleichterung, nicht mehr so lange nach seinen Socken etc. suchen zu müssen.

Bei mir klappt Ablenkung und Beschäftigung besser, wenn ich unter Leuten bin. Das hat nicht zuletzt was mit Anerkennung zu tun, wenn es um Dinge geht, die ich eigentlich nicht so furchtbar gerne mache. Wenn ich allein bei mir zuhause einen Strich im Haushalt rühre, dann aber auch nur im Gedanken an andere, also für saubere Wäsche und einen sauberen Body sorgen oder Wohnung bissi putzen und aufräumen, wenn ich Besuch erwarte und der dann nicht nur Kaffee und Kuchen bekommen soll oder auch ein Mittagessen, sondern weil er dann mit Vertrauen mein Essgeschirr und meine Toilette sowie mein Waschbecken benutzen soll.

Zuhause muss ich mir nun gut zureden, dass ich ja auch mal das Gammeln besser genießen sollte.

Es wäre vermutlich kontraproduktiv, wenn ich mich hier über meine noch nicht überwundene Nikotinsucht auslassen wollte. Aber immerhin weiß ich, dass es schwierig ist, von einer Sucht loszukommen, also gratuliere ich Dir umso mehr zu Deinem Etappensieg!

Liebe Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Horizon » Mi 17. Sep 2014, 13:18

Hallo,

bin gerade frisch zu Euch gestoßen. Wie in der Vorstellung schon geschrieben, bin ich seit 20 Jahren weg von dem Zeug.

Vielleicht können wir uns dazu noch ein bisschen austauschen?

LG Ho

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon fluuu » Do 18. Sep 2014, 09:52

Sich austauschen über Suchtstrukturen ist hilfreich, es erweitert den Horizont.
Nur was bedeutet austauschen in einem Forum? Gib mir Aufmerksamkeit und Zuwendung,
vielleicht reagiere ich und gebe Antwort zurück?
Ist es nicht besser umgekehrt, ich gebe und biete an was ich erfahren habe, dieser Ausdruck
hat alleine einen Wert und dann schaue ich wie die Reaktion sein wird?
Wer es lernt wie Laura schreibt sich mit Dingen zu beschäftigen und zu befriedigen indem
er genießt was er tut hat die Möglichkeit die Suchtstrukturen auszugleichen ohne negative Effekte.

Horizon schildere doch mal wie Du vor 20 Jahren die Medikamentensucht überwunden hast,
falls Du Dich daran noch erinnern solltest, ist ja schon ewig her.
gruß fluuu

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Horizon » Do 18. Sep 2014, 13:48

Gerne tu ich das. Die Geschichte ist kurz - so auf Bildschirm.

Ich wusste, entweder höre ich auf oder ich sterbe. Ich hörte auf, weil ich noch - oder sogar erst richtig - leben wollte. Ich ging in eine Klinik und blieb dort ein halbes Jahr (diese langen Kuren gabs damals noch). Danach besuchte ich eine Selbsthilfegruppe der Anonymen Alkoholiker, auch wenn mein Problem bei den Tabletten lag: Die Struktur ist für alle Süchte dieselbe. Ich besuchte ebenfalls in größeren Abständen einen Therapeuten; das Ganze ging so über 5 Jahre, danach war ich frei - in meinem Gefühl. Und blieb es bis heute, mit steigender Tendenz. :)

Gruß, Ho

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon fluuu » Fr 19. Sep 2014, 09:49

Aufhören oder sterben ist ein Leidensdruck der bei vielen Süchten entsteht,
leider ergibt sich das Einsehen erst wenn es ums Sterben geht aber so sind die Menschen.
Erst wenn der Aufschlag am Boden ganz unten passiert und er überlebt wird ist etwas Neues möglich.
Jedoch viele Menschen haben diesen Prozess erlebt und konnten sich dann befreien.
gruß fluuu

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Horizon » Fr 19. Sep 2014, 12:44

Ja, es braucht den "persönlichen Tiefpunkt" oder auch die "Kapitulation"; die sieht leider bei vielen so aus wie bei mir.

Hat den Vorteil, wenn man sich da tief unten wieder findet, dass es "sitzt" und man das nie mehr erleben will. Das verhindert im positiven Fall Leichtsinn.

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Claudy » Sa 20. Sep 2014, 14:25

Danke Laura für deine Antwort auf meinen Beitrag.
Irgendwie finde ich es aber doof das hier jemand in meinem Beitrag, wo ich gerne in Zukunft weiter schreiben möchte wenn mich der Suchtdruck plagt, über seine Medikamtenabhänigkeit schreibt bzw wie er davon weg gekommen ist.
Wieso kann die Person denn nicht einen eigenen Beitrag verfassen.
Ich bitte stets darum nicht meinen "Bereich" dafür zu nutzen. Danke!

Momentan ist es alles wieder doof und ich möchte gerne Konsumieren und rede auch drüber, zum Therapeuten, was passiert wenn ich Rückfällig werde.
Ob er es bemerken würde usw.
Ja es war doof dies anzusprechen aber ich hab mir nun mal Gedanken drum gemacht.
Mein Therapeut ( Suchttherapeut) sagte wenn es zu oft passieren würde, dann würde die Therapie nicht greifen. Sauer würde er nicht sein, wenn ein Rückfall passiert. Es wäre was anderes wenn es ständig passieren würde.
Aber bei mir passiert bis jetzt ja kein Rückfall.
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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Horizon » Sa 20. Sep 2014, 16:26

Irgendwie finde ich es aber doof das hier jemand in meinem Beitrag, ..., über seine Medikamtenabhänigkeit schreibt bzw wie er davon weg gekommen ist.
Wieso kann die Person denn nicht einen eigenen Beitrag verfassen.
Danke!
Oh, dann bitte ich um Vergebung, und man möge gern meine Beiträge löschen. Viel Glück noch!

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon fluuu » Mo 22. Sep 2014, 11:14

Löschen geht nicht, der Admin ist gerade verhindert...

Hallo Claudy,

reicht es Dir wirklich wenn Du schreibst
Momentan ist es alles wieder doof und ich möchte gerne Konsumieren und rede auch drüber, zum Therapeuten, was passiert wenn ich Rückfällig werde.
Wäre es nicht besser und sinnvoller Du würdest die Situation und die Gefühle schildern wenn Du den Drang bekommst Tabletten nehmen zu wollen?
Letztendlich kannst Du nur die Sucht besiegen wenn Du weißt in welchen Situationen Du zum Mittel greifen möchtest um daran etwas zu ändern.
Besprichst Du solche Sachen nicht mit Deinem Suchttherapeuten? Es soll ja möglichst nicht zu einem Rückfall kommen und dafür sind vorbeugende Maßnahmen
notwendig, sprich in einer Krisensituation ein anderes Verhalten als das Konsumieren von Tabletten an den Tag legen. Sprecht Ihr nicht darüber?
Deine Äußerungen hier im Forum sind so wage gehalten und bestehen aus leichten Andeutungen, da kann man schnell vom Thema abkommen.
Warum ist es so schlimm wenn ein anderer schreibt wie er die Tablettensucht überwunden hat? Das müsste Dich doch brennend interessieren.
Werde nicht ganz schlau daraus was es bringen soll.
gruß fluuu

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Laura » Di 23. Sep 2014, 12:27

Hallo Claudy!

Eine Sucht loszuwerden ist leider nicht dasselbe wie den Froschkönig zu küssen. Aber weiterhin viel Erfolg und dass Du das Ziel nicht aus den Augen verlierst!

LG

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Senseon » Do 6. Nov 2014, 11:17

Als süchtiger Laie möchte ich gerne einflechten dass man die Sucht niemals los wird weil das Gehirn lebenslang gespeichert hat worauf es anfliegt. Genau das scheint die Rückfallgefahr auch auszumachen wenn man fälschlicherweise glaubt man wäre jetzt in Sicherheit.


Gruß,
Senseon

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Re: Medikamentenabhänigkeit

Beitragvon Laura » Do 6. Nov 2014, 12:49

[quote="Senseon"]Als süchtiger Laie möchte ich gerne einflechten dass man die Sucht niemals los wird weil das Gehirn lebenslang gespeichert hat worauf es anfliegt. Genau das scheint die Rückfallgefahr auch auszumachen wenn man fälschlicherweise glaubt man wäre jetzt in Sicherheit.

Das ist "wissenschaftlich abgesicherter" Pessimismus und persönliche Resignation. Es gibt ja auch Leute, die es tatsächlich schaffen, durch welche Umstände auch immer. Würde es Dir auch gefallen, wenn Dir jemand schriebe, dass man eine schizoide Persönlichkeitsstörung sowie schizoaffektive Psychosen niemals loswird? Dann würde ja auch Deine Frage nach der "richtigen" Therapie ins Leere gehen.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.


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