alles nur vom alkohol?

Hier hinein gehören spezifische Beiträge zu Suchterkrankungen sowie durch Suchtmittelkonsum hervorgerufenen psychischen Störungen
Gisella
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alles nur vom alkohol?

Beitragvon Gisella » Fr 10. Apr 2009, 22:48

Erstmal ein fettes HALLO allerseits !

Ich hoffe, ich schaff das einigermaßen kurz:

Ich hatte ein Jahr lang Psychotherapie wegen reaktiver Depression.
Im darauffolgenden Jahr ging es ziemlich psychisch ziemlich bergab. Depression, Alkohol.
Im nächsten Jahr war ich dann vier Monate stationär. Diagnose Borderline / Alkoholmissbrauch.
Innerhalb der stationären Zeit war ich immer bei der Vorstellung von Selbsthilfegruppen Alkohol.
Ich war acht Monate ohne Probleme ohne Alkohol. Seither fünf mal ziemlich, weil ich depressiv war und ich mich betäuben wollte. zwischendurch ohne.

Nun aktuell:
Anfang des Jahres ging's mir sehr schlecht. Terminvereinbarung mit Borderline-Station. Etwas später wurde auch ein neuer Antrag auf ambulante Therapie gestellt (war seit langem so geplant).
Mit dem Termin im Kalender und dem Antrag bei der KK hatte ich einen heftigen Alkoholabsturz. Wollte mich regelrecht vernichten und war dann im Krankenhaus, weil ich mich am Handgelenk geschnitten hab. Daraufhin Suchtstation Klinik.

Mein Problem:
Bei dem Termin in der Borderline-Station hat man mir gesagt, dass erstmal die Sucht im Vordergrund stünde. War dann bei einem Suchtberater. An diesem Tag war ich aber gut drauf und somit 'alles kein Problem'. Außerdem dauerte das Gespräch nur zwanzig Minuten und da war einfach für alles keine Zeit. Nun habe ich die Genehmigung für die ambulante Therapie bekommen. Was, wenn es da auch heißt: erst die Sucht. Selbsthilfegruppe lehne ich für mich ab. Hab ich Probleme. Der Arzt aus der Klinik wollte in der Suchtabteilung der anderen Klinik anrufen, was ich leider abgelehnt hab.

Weiß jetzt irgendwie nicht weiter. Hab eigentlich nicht mal mehr 'ne Frage. Ist einfach so, dass mich das ziemlich ärgert, weil nun alle psychischen Probleme, die ich habe, auf den Alkohol-Konsum reduziert werden. Ist doch so, oder? Ja und ich weiß einfach nicht, wie ich weitermachen soll. Bin doch dran, an mir zu arbeiten und war auch stolz drauf, dass ich das im letzten Jahr so geschafft hab. Will was tun, weiß aber nicht was...

Bin traurig, aber nicht, weil ich nichts trinken darf/will, sondern weil 's mir einfach beschissen geht :cry: .

LG
Gisella

Corvina
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Beitragvon Corvina » Fr 10. Apr 2009, 23:45

Liebe Gisella,

ich finde nicht, dass Deine Probleme auf den Alkoholkonsum reduziert werden, sondern dass dieser im Vordergrund steht, weil er die psychischen Erkrankungen mit unterstützt/auslöst. Ich habe nach dem Genuß von Alkohol (und ich trinke selten und auch nur wenig) am nächsten Tag auch meist schwer zu kämpfen, keine Depris zu kriegen. Es triggern nun mal.
Ist also doch logisch, Alkohol weitestgehend zu reduzieren um erst mal zu stabilisieren. Wenn Du Dir ein Bein gebrochen hast, haust Du ja auch nicht noch ein paar mal zusätzlich drauf, oder?

Jeder Weg fängt mit dem ersten Schritt an, und keinen Alkohol mehr zu trinken ist dann jetzt halt mal der erste.
Der Weg macht Spaß, auch wenn er anfänglich etwas mühsam aussieht. :wink:

Alles Gute
Corvina
Mal ist man das Denkmal, mal die Taube.

Gisella
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Beitragvon Gisella » Sa 11. Apr 2009, 10:02

... Wenn Du Dir ein Bein gebrochen hast, haust Du ja auch nicht noch ein paar mal zusätzlich drauf, oder? ... Der Weg macht Spaß, auch wenn er anfänglich etwas mühsam aussieht.
Hallo Corvina !

Danke für deine Antwort !

Na ja, das mit dem "nochmal auf's Bein haun" kommt so ziemlich meinem Gefühl grad am nächsten. Eh alles egal und so. und wenn, dann muss es auch richtig weh tun.

Gestern ist mir ja meine eigentliche Frage entfallen = wie ich jetzt weitermachen soll, um nicht wieder abgelehnt zu werden. Die in der Klinik haben nun alkoholabhängig reingeschrieben.

Mir ist wirklich jeder Psychotherapie-Termin wichtig. Sprich, dieses Thema Alkohol gehört für mich da nicht hin (außer natürlich der etwas heftige Vorfall).

Krieg irgendwie 'ne zeitliche Panik. Hab das Gefühl, dass ich vor der Therapie alles in Ordnung haben muss. Dass ich da stehen kann und sagen kann, dieses Problem ist beseitigt. Ich schäm mich so fürchterlich dafür.

Na ja. Muss versuchen, dass das nicht ein zu großes Wirrwarr im Kopf gibt, das sich dann letztendlich verknotet...

Nochmal vielen Dank für deine Antwort!

LG
Gisella


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