Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Hier hinein gehören alle spezifischen Beiträge zu dementiellen Syndromen und anderen psychischen Störungen als Folge einer Hirnverletzung/-erkrankung oder einer anderen organischen Krankheit.
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fluuu
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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon fluuu » Mo 31. Mär 2014, 22:56

Wer verlangt von einem mit schizo-affektiver Störung, dass er seine Eltern ohne professionelle Hilfe pflegt
wo er mit sich selber große emotionale Probleme hat? Halte das für unverantwortlich, ja geradezu grausam.
gruß fluuu

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Remedias
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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon Remedias » Di 1. Apr 2014, 11:11

Hallo lordi, ich würde mit einem vertrauenswürdigen Psychiater sprechen, was es für Möglichkeiten gibt. klar ist, dass der Alltagsterror deiner Mutter nicht auszuhalten ist. Vielleicht gibt es etwas, was sie nicht "abschießt", aber sie in der Tat ruhiger und besser gelaunt stimmt?
Wer verlangt von einem mit schizo-affektiver Störung, dass er seine Eltern ohne professionelle Hilfe pflegt
wo er mit sich selber große emotionale Probleme hat? Halte das für unverantwortlich, ja geradezu grausam.
Du bist ein Mann. An den Töchtern bleibt es immer hängen, ganz egal wie schlecht es denen geht. :|

Mit freundlichen grüßen Remedias

cake
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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon cake » Di 1. Apr 2014, 16:32

Ja, die gesunde Abgrenzung hilft bei der eigenen Mutter nicht so- das kann ich gut nachvollziehen.

Aber lordi versuche es dennoch.

Wenn man im Umkreis wohnt wird es noch schwieriger.

Vielleicht sollte man den Pflegern mehr zutrauen- vertrauen- sie machen das sicher professionell.

http://www.dr-gumpert.de/html/demenz.html

Vielleicht ist da was dabei.

Allerdings muss sowas Ihr Hausarzt verschreiben.

wie oft geht Deine Mutter denn zum Arzt lordi?
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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lordi
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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon lordi » Do 3. Apr 2014, 21:46

Ich bin eine Frau.
Als ich auf das Problem zu sprechen kam, sagte mein Psychiater vor Jahren, ich wäre lieblos. Jetzt sagt er gar nichts mehr dazu.
Danke für den link cake.

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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon lordi » Do 3. Apr 2014, 22:03

Ach ja, danke für deine Einfühlung bzw. das Argument, Fluuu.

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Remedias
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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon Remedias » Fr 4. Apr 2014, 14:47

Ich bin eine Frau.
Als ich auf das Problem zu sprechen kam, sagte mein Psychiater vor Jahren, ich wäre lieblos. Jetzt sagt er gar nichts mehr dazu.
Danke für den link cake.
Den Satz habe ich nicht an Dich, sondern an Fluuu geschrieben. ( kam aber rüber, als wäre es an Dich, entschuldigung)
Ich weiß doch, dass Du ein Mädchen bist . :wink:
Habe nur oft das Gefühl, alles bleibt immer an den Frauen hängen; erst die Kinder und dann die Pflege. Selbst Schwiegermütter werden eher von den Schwiegertöchtern als den eigenen Söhnen gepflegt.....
liebe Lordi, Du bist kein bißchen lieblos. Wie kann der Psychiater so einen Unsinn sagen? ( vielleicht muss ja auch SEINE Frau SEINE Mutter pflegen)

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon fluuu » Mo 7. Apr 2014, 11:42

Es bleibt an den Frauen hängen, haben sie von Natur aus ein größeres Fürsorge-Empfinden als Männer?
Wie gesagt meinen Eltern geht es gut, wir sind zwei Brüder mit einer Schwester, wir Jungs sind im
Land verstreut und auch meine Schwester ist nach Hawaii ausgewandert. Jedoch sie kam nach geraumer
Zeit zurück, zuerst zu den Eltern und nun hat sie sich mit ihrer Praxis in der Nähe niedergelassen.
Ist doch klar, wenn meine Eltern pflege bräuchten würde meine Schwester die nun dort wohn es übernehmen.
Warum ist sie nicht in Hawaii geblieben sondern zu den Eltern zurück gekehrt, ist das weiblich?
Habe den leisen Verdacht, dass bei Frauen Pflegen und Fürsorge etwas mit dem Urgefühl von Geborgenheit
zu tun hat, wenn eine Frau niemanden hat den sie fürsorglich pflegen kann fühlt sie sich haltlos.
Daraus schließe ich, Frauen suchen die Pflege und geben sie nicht ab wenn sie sie gefunden haben.
gruß fluuu

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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon Remedias » Mo 7. Apr 2014, 12:05

Es ist besonders das weiblich anerzogene Pflichtgefühl und Verantwortungsbewußtsein. Ich weiß nicht, ob das naturgegeben ist. Ich weiß aber, dass wir in den Fünfzigern, Sechzigern geborenen Frauen - und unsere Generation ist es ja gerade, deren Eltern in die Pflegebedürftigkeit kommen - noch diese typische Mädchenerziehung genossen haben: Mädchen denken nie an sich, das ist egoistisch! An erster Stelle steht die Familie! Aufopferung ist die höchste Stufe der Weiblichkeit! Selbst wenn das gar nicht so explizit gesagt wurde, wirkte es doch subtil. Ich galt als Kind als "egoistisch" und "unweiblich", wenn ich mich lieber mit einem Buch zurückzog, als im Haushalt zu helfen, beispielsweise. Bei einem Jungen hätte man wohl gesagt: "Er hat gerade keine Lust, Geschirr abzutrocknen, er will lieber lesen." Trotz der Achtundsechziger wirkte dieses Mädchenbild bestimmt noch bis in die Achziger.
Es ist typisch, dass die Schwester die Verantwortung übernimmt, obgleich zwei Brüder da sind.
Da ich in meiner Familie eh die "Unweibliche" bin, ist es bei uns meine Schwester, die das Gleiche tut.
@Lordi ist meiner Meinung nach auch typisch; nicht einmal die Tatsache, dass sie krank ist, macht davor halt, obwohl sie auch kein Einzelkind ist.

Mit freundlichen Grüßen Remedias

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Re: Neuroleptika bei Demenzkranken in der Pflege

Beitragvon lordi » Mi 9. Apr 2014, 12:44

Jungen wollen oft hinaus und das Leben erobern und Abenteuer bestehen. Mädchen schaffen ein Nest für ihre Familie. Und wenn dann die Kinder ausgezogen sind, kommt es häufig zum leeren - Nest - Syndrom.

Das Pflegen und Kümmern wurde - wie bei mir - ihnen von Kindheit an durch Erziehung eingetrichtert. Das liegt schon daran, dass sie Puppen fütterten.

Ich persönlich musste immer ran, wenn mein Vater mal wieder fremdgegangen ist, gesoffen hatte oder rumschrie, ich hatte ab ca. 11 Jahren immer die Funktion der Trösterin.

Diese Verkettung mit der Mutter hat auch mein Mann mit seiner behindertgen Mutter gehabt.
Ich habe fast 32 Jahre lang meine Mutter finanziell unterstützt und mich um sie in allen Bereichen gekümmert. Mein Mann hatte dieselbe Aufgabe. Aber er wurde auch dazu erzogen und war sehr weich.

Jedenfalls hasst mich jetzt meine Mutter, dass ich sie nicht bis zum Tode pflegen will und zwischen meinem Bruder, der nicht zahlen will, ist auch nur Hass und cholerisches Geschrei und Gedrohe.

Jetzt soll ein Gutachter vom Gericht kommen und sehen, ob der Aufenthaltsort meiner Mutter bestimmt werden soll und die Einrichtung eines Einwilligungsvorbehaltes prüfen, sprich die Geschäftsfähigkeit.

Siehe den interessanten Artikel:

http://www.gutachter-lubbe.de/html/dasf ... achter.htm

Jedenfalls habe ich viel Ärger und Stress, muss evtl. das seit 32 Jahren vollgestopfte Haus leerräumen und den Erlös des Hauses dem evtl. Altersheim geben, da ich das Haus nicht selbst bewohne. Der Stress macht mich ziemlich krank im Moment.


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