Welche Therapien bei Alzheimer?

Hier hinein gehören alle spezifischen Beiträge zu dementiellen Syndromen und anderen psychischen Störungen als Folge einer Hirnverletzung/-erkrankung oder einer anderen organischen Krankheit.
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fluuu
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Re: Welche Therapien bei Alzheimer?

Beitragvon fluuu » Fr 16. Mär 2012, 22:47

Deine pikierte Reaktion hier im Thread Natalie verstärkt meine Skepsis und erzeugt ein ganz
schlechtes Gefühl bei der Sache im Umgang mit psychisch Betroffenen wie Demenz kranken.
Aber das ist nicht schlimm, schlechte Gefühle gehören zum Alltag genauso wie gute Empfindungen.
gruß fluuu

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felix
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Re: Welche Therapien bei Alzheimer?

Beitragvon felix » Di 20. Mär 2012, 05:49

Die Pflege eines dementen Angehörigen geht an die psychische Substanz und da sind Pflegedienste eine enorme Erleichterung und ohne die Pflegeversicherung für Normalangehörige nicht finanzierbar. Auch wenn zuhause gepflegt wird, ist es für die pflegende Person wichtig, auch mal Urlaub nehmen zu können. Meine Frau war daher auch sehr erleichtert, als ich die Pflegestufe gerichtlich mit Hilfe einer Mitarbeiterin des Pflegeheimes durchgesetzt hatte, da wurde aus Pflegestufe 0, gleich Pflegestufe 2.

Das Pflegegutachten des medizinischen Dienstes sah täglich 38 Minuten Pflege vor, das Pflegeheim hatte eine Berechnung von 144 min und ich hatte eine eigene Berechnung von 223 Min geltend gemacht. Die spätere Pflegestufe 3 brachte eigentlich nur dem Pflegedienst einen Vorteil, der dann mit 2 Personen anrückte. Ab nachmittags übernahm meine Frau die Pflege. Es war für sie schon wichtig, nicht den Beruf aufgeben zu müssen, auch für ihr psychisches Wohlbefinden. Die Hilfe stand meiner Frau auch zu, da alle in die Pflegeversicherung einzahlen.

Entscheidend für den Erfolg ist eine Art Gegenberechnung der Minutenabrechnung des medizinischen Dienstes. Da muss man sich unbedingt in die Systematik schlau machen und überlegen, was anrechenbar ist und was optimale Pflege bedeutet. Was viele nicht wissen, der medizinische Dienst muss binnen kurzer Frist (4 Wo, kann auch anders sein) erscheinen und man sollte gleich beim Ablehnungsbescheid eine einstweilige Anordnung beim Sozialgericht stellen, da nach meinen Erfahrungen die Widerspruchsbehörde keine nachvollziehbaren Entscheidungen trifft und nur den medizinischen Dienst bestätigt.

Dann parallel wiederholt Anträge auf Neueinstufung stellen, da sich der Zustand nach dem letzten Pflegegutachten geändert hat, was ja leicht zu begründen ist, wenn dieses mangelhaft ist. Ein querulatorischer Gegenwind war in unserem Fall hilfreich, aber immer freundlich auf der sachlichen Ebene bleiben. Noch schneller war die Dekubitusmatraze da, als der Krankenkasse und dem Gericht die Anzeige mit einem Körperverletzungs- oder Tötungsdelikt gedroht wurde. Einmal habe ich auch verloren, das passiert halt auch, ging aber nur um die Abrechnung von Verbandsmaterial.

Der Einwand, mit meinem Erfolg zu protzen, ist berechtigt, ist hoffe aber es ist auch ein wenig eine Anleitung für Betroffene, ein Weg aufzuzeigen, Hilfe bei der Pflege zu erlangen und das häufig nicht mit Wohlwollen der Krankenkasse zu rechnen ist.

felix
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Re: Welche Therapien bei Alzheimer?

Beitragvon felix » Di 20. Mär 2012, 05:51

Die Pflege eines dementen Angehörigen geht an die psychische Substanz und da sind Pflegedienste eine enorme Erleichterung und ohne die Pflegeversicherung für Normalangehörige nicht finanzierbar. Auch wenn zuhause gepflegt wird, ist es für die pflegende Person wichtig, auch mal Urlaub nehmen zu können. Meine Frau war daher auch sehr erleichtert, als ich die Pflegestufe gerichtlich mit Hilfe einer Mitarbeiterin des Pflegeheimes durchgesetzt hatte, da wurde aus Pflegestufe 0, gleich Pflegestufe 2.

Das Pflegegutachten des medizinischen Dienstes sah täglich 38 Minuten Pflege vor, das Pflegeheim hatte eine Berechnung von 144 min und ich hatte eine eigene Berechnung von 223 Min geltend gemacht. Die spätere Pflegestufe 3 brachte eigentlich nur dem Pflegedienst einen Vorteil, der dann mit 2 Personen anrückte. Ab nachmittags übernahm meine Frau die Pflege. Es war für sie schon wichtig, nicht den Beruf aufgeben zu müssen, auch für ihr psychisches Wohlbefinden. Die Hilfe stand meiner Frau auch zu, da alle in die Pflegeversicherung einzahlen.

Entscheidend für den Erfolg ist eine Art Gegenberechnung der Minutenabrechnung des medizinischen Dienstes. Da muss man sich unbedingt in die Systematik schlau machen und überlegen, was anrechenbar ist und was optimale Pflege bedeutet. Was viele nicht wissen, der medizinische Dienst muss binnen kurzer Frist (4 Wo, kann auch anders sein) erscheinen und man sollte gleich beim Ablehnungsbescheid eine einstweilige Anordnung beim Sozialgericht stellen, da nach meinen Erfahrungen die Widerspruchsbehörde keine nachvollziehbaren Entscheidungen trifft und nur den medizinischen Dienst bestätigt.

Dann parallel wiederholt Anträge auf Neueinstufung stellen, da sich der Zustand nach dem letzten Pflegegutachten geändert hat, was ja leicht zu begründen ist, wenn dieses mangelhaft ist. Ein querulatorischer Gegenwind war in unserem Fall hilfreich, aber immer freundlich auf der sachlichen Ebene bleiben. Noch schneller war die Dekubitusmatraze da, als der Krankenkasse und dem Gericht die Anzeige mit einem Körperverletzungs- oder Tötungsdelikt gedroht wurde. Einmal habe ich auch verloren, das passiert halt auch, ging aber nur um die Abrechnung von Verbandsmaterial.

Der Einwand, mit meinem Erfolg zu protzen, ist berechtigt, ist hoffe aber es ist auch ein wenig eine Anleitung für Betroffene, ein Weg aufzuzeigen, Hilfe bei der Pflege zu erlangen und das häufig nicht mit Wohlwollen der Krankenkasse zu rechnen ist.

wurm
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Registriert: Fr 10. Okt 2014, 13:41

Re: Welche Therapien bei Alzheimer?

Beitragvon wurm » Fr 10. Okt 2014, 14:07

Guten Tag,
Die Pflege von Familienmitgliedern stelle ich mir recht schwierig vor. Gar nicht mal den Umgang und die Pflege slebst, wohl eher diese "Dauerbelastung", wenn man es so nennen will, vor allem über Jahre. Meine Mutter arbietet seit ihrer Krankenschwester-Lehre als pflegepersonal im Altenheim. Es gibt durchaus Fälle, da wird geschultes Personal benötigt, das kann die Familie einfach nicht leisten und sei es nur die Verarbeitung des psychischen Drucks. Das Personal beendet irgendwann seine Schicht und die nächste kommt, zu Hause muss man rund um die Uhr zur Stelle sein. Das schafft nicht jeder, und schon gar nicht, wenn die Pflegenden selbst im fortgeschrittenen Alter sind.
Ich habe selbst eine Zeitlang im Pflegeheim gearbeitet und viele der Besucher waren verzweifelt, weil sie mit gewissen neuen Gewohnheiten ihrer Eltern und Großeltern nicht zurechtgekommen sind. Auch das, finde ich, muss man bedenken, wenn ein Pflegefall ins Haus steht.
Die Aktivitäten, die wir damals durchgeführt haben: Kuchen backen, Seidenbilder malen, Collagen und Poster gestalten, Fingerfarbenbilder, Spielenachmittage, Steckblumensträuße, ...vieles hat den Bewohnern gefallen, einige haben seit langem auch wieder gelächelt, wir haben dafür gekämpft und organisiert, dass ein Heimhund erlaubt wurde, um den sich das Personal aus der Ergotherapiestation kümmert, der bei Bedarf auch die Spaziergänge im anliegenden Heimpark der Bewohner und des Personals begleiten kann.
Wer neben der Pflege eines Angehörigen arbeiten muss, kann sich wenig um die Beschäftigung des Gepflegten kümmern, das ist leider Tatsache.


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