Gutachter

Hier hinein gehören alle Informationen und Fragen zum Thema beruflicher und sozialer Wiedereingliederung nach und bei psychischer Erkrankung
Feivel
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Gutachter

Beitragvon Feivel » Di 19. Sep 2017, 15:57

Hallo zusammen!

Nun bin ich angemeldet und weiß gar nicht was ich schreiben soll?

Diagnosen: PTBS und Depressionen

Ich war mal ein normaler Mensch. :lol:
Ausbildung, Job, geheiratet... geschieden... Studium mit Abbruch wegen akuter PTBS. Und von einemnormalen Leben dann abgestürzt-kurzweilig in Hartz IV, dann schnell verschoben in die Erwerbsminderungsrente. Dank mangelnder Anwartschaften hänge ich in der Sozialhilfe und leider ist dem sozialem System meine Existenz völlig wurscht. Das bemerkte ich an meinen Bemühungen, dass kein Mensch an meiner beruflichen Integration interessiert ist.

Ich kämpfe also inzwischen mit der Rentenversicherung um wieder beruflich Fuß zu fassen und bin gaaaaaaanz stolz auf mich, dass ich es ohne Hilfe geschafft habe nun bei der Rentenversicherung Gehör zu bekommen wo es um eine "Leistung zur Teilhabe", denn es wurde jetzt öfter geprüft im Auftrag des Sozialamtes mich in die endgültige Rente zu schicken, die dann dauerhaft bis zum Renteneintrittsalter ginge, und tut mir leid, ich kann mir nicht vorstellen mein Leben so zu fristen.

Gegen Stimmen im Internetz habe ich nun erreicht meine Angelegenheit zu prüfen und werde diese Woche beim Gutachter der Rentenversicherung vorstellig. Ich bin erfreut und verhalten zugleich was nun passiert DANACH.

Das jetzt mal als mein Einstieg hier!

Herzliche Grüsse!
Feivel

mamschgerl
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Re: Gutachter

Beitragvon mamschgerl » So 24. Sep 2017, 18:26

Hallo Feivel,
wie war denn dein Termin beim Gutachter?
Ich finde es schon witzig, wie unterschiedlich doch die RV agiert, bzw. in welche Richtung das Gutachten zielen soll. Bei sehr vielen Betroffenen wird gegen die dauerhafte Berentung begutachtet und eine REHA regelrecht erzwungen und hier bei dir, der du arbeiten und wiedereingegliedert werden willst, muß darum gekämpft werden.
Das Ergebnis wirst du noch nicht kennen, nehme ich an, aber die RV wird dich benachrichtigen. Es würde mich interessieren, wie entschieden wurde und ich hoffe für dich, in deinem Sinne.
Grüße
mamschgerl

Feivel
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Re: Gutachter

Beitragvon Feivel » Do 28. Sep 2017, 09:54

Hallo mamschgerl!

Danke für's Lesen!
Ja, also mit der Rentenversicherung ist es wohl so komisch nicht, wenn man bedenkt, dass es immer ums Geld geht. Und so bin ich aus Hartz IV mal ganz schnell in die Rente verschoben worden, weil ich da die Anwartschaften nicht zusammen bekommen hatte.
Und nun ist es umgekehrt: Für eine Teilhabe über die Rentenversicherung habe ich die 15 Jahre voll. :lol:
Die dauerhafte Berentung gibt es ja eh erst ab 3 Mal Nachprüfung, wenn ich das richtig verstanden habe und davor hatte ich Angst, dass ich bald in die dauerhafte Rente verschoben werde. Da steht man auch wesentlich schlechter als in Hartz IV und ist Ansporn um aus der Krankheit wieder rauszukommen. Ich bin ja noch in den 40igern, habe noch 20 Jahre vor mir... ich will nicht, dass mein Leben zerstört bleibt!!!

Der Termin beim Gutachter war ausgesprochen gut und angenehm. Es soll also positiv zum Entscheid an die Ärzteschaft weitergegeben werden wo dann die Entscheidung fallen soll.
Da ich theoretisch noch bis 2020 berentet bin, sollen sich daraus irgendwelche Probleme ergeben, die ich nicht verstehe und hoffe, dass das nicht querschießt. Wobei sogar auf der DRV Webseite steht, dass man das tun kann, was ich tat.

Naja, nun warte ich eben ab. Der Termin für den Gutachter hatte ja auch nur 3 Monate gedauert. :-"

Liebe Grüsse!
Feivel

mamschgerl
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Re: Gutachter

Beitragvon mamschgerl » Do 28. Sep 2017, 13:19

Hallo Feivel,
wenigstens hat dein Galgenhumor nicht gelitten...Humor ist, wenn man trotzdem lacht :roll:
Also wollen wir doch mal hoffen, daß es diesmal keine 3 Monate dauert bis zur nächsten Info.
Logisch kann man die Vorgehensweise nicht nennen, aber wer jemals dachte, daß Behörden logisch arbeiten, hat es noch nicht selbst erlebt.
Ich bin ebenfalls dauerhaft berentet und das seit der ersten Verlängerung nach 2 Jahren. Im Gegensatz zu dir wird's bei mir wohl nichts mehr mit dem Arbeitsleben, aber damit kann ich mittlerweile umgehen. Würde ich mich dem aber gewachsen fühlen, würde ich genauso wie du wieder arbeiten wollen, nicht zuletzt aus finanziellen Gründen und weil ich es nicht leiden kann, nichts tun zu können.
Gibt es Gründe, warum du zu deiner Rente keinen Teilzeitjob versucht hast? Das wäre zumindest auch eine Möglichkeit gewesen, aus der Berentung wieder herauszukommen. Hinzuverdienen darf man ja bis zu einer gewissen Höhe und so hättest du wenigstens das Berufsleben nicht vernachlässigt, wärst also quasi in Übung geblieben und nach einer Zeit, bis du dir vollkommen sicher bist, hättest du dann wieder Vollzeit arbeiten können.
Dann würde die Rente ohnehin gestrichen, das war mal mein eigener Plan...
Also, ich hoffe, es läuft weiter in deinem Sinne.
L.G.
mamschgerl

Feivel
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Re: Gutachter

Beitragvon Feivel » Do 28. Sep 2017, 14:31

Hallo mamschgerl!

Ja, an das Arbeiten habe ich oft gedacht, allerdings bin ich auch schon so lange raus gewesen aus dem Job und Teilzeit gibt es in dem Bereich definitiv nicht. Ich wüßte jetzt auch nicht was ich alternativ machen könnte. OK, ich hatte mal versucht bei einer meiner Ex Arbeitgeber Teilzeit unterzukommen, aber das hatte nicht geklappt, weil die gerade meine Stellen abgebaut und zudem fusioniert hatten.

Und Minijobs sind auch keine Alternative, weil das Geld weitgehend abgezogen wird, dass ich selber noch draufbezahlen müßte um den Job zu machen. Ehrenämter haben bisher auch noch nicht geklappt... das ist alles nicht so einfach im musealen Bereich.
Beim Sozialamt war ich auch zur Beratung. Es gibt da so Angebote für psychisch beeinträchtigte Menschen wo ich hätte Teilzeit was tun wollen, aber das zahlt wohl nur das Jobcenter, wo ich ja nun nicht gemeldet war. Das Sozialamt hatte abgelehnt.

Aber wie sagte die Gutachterin so schön: "Ich muß meinen Arbeitshorizont erweitern um irgendwo unterzukommen." Und da wäre es sicher gut, wenn man mir dabei auf die Sprünge helfen könnte, was ja nun hoffentlich mit der Rentenversicherung klappt.

LG Feivel

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Re: Gutachter

Beitragvon mamschgerl » Do 28. Sep 2017, 14:56

Also wirklich, Feivel, jetzt wird's aber mal Zeit, den Horizont zu erweitern :wink:
Ich liebe Beratungsgespräche. Vor meinem letzten Job musste ich mich arbeitslos melden ( irgendwie muss ja die Miete bezahlt werden ) und fand mich in einem Beratungsgespräch wieder. Ich habe vor Urzeiten mal Plakatmalerin gelernt, was ich aber seitdem lediglich zwischendurch mal beruflich ausgeübt habe, im Grunde habe ich schon fast alles durch. Zu der Zeit jedenfalls war ich im Außendienst für eine Autovermietung unterwegs, Vollzeit natürlich, aber mein Sohn forderte mehr Zeit ein, als ich dadurch hatte, also musste ich den Job aufgeben und suchte eine Halbstagsbeschäftigung. Die Dame vom Jobcenter hatte eine einfach grandiose Idee:
Ich solle Bekanntschaftsanzeigen durchstöbern, um einen Partner zu finden, um dadurch finanziell abgesichert zu sein. Falls das nicht funktioniere, könne ich ja Jobsharing probieren, 5 Tage Vollzeit, 5 Tage frei...
Ich fragte sie, ob sie immer einen solch sonnigen Humor habe, doch sie versicherte mir, daß sie das völlig ernst meinte.
Ich fand dann in Eigeninitiative meinen Job bei meinem letzten Arbeitgeber, wo ich dann von einer Halbtagsaquise über Vollzeit-Teamassistentin zur Abteilungsleiterin für Personal aufstieg.
Es geht, irgendwie, abgesehen davon, daß mich der letzte Job dann psychisch endgültig zur Strecke brachte, aber das ist wieder eine andere Geschichte...
Sicher ist es nicht leicht, in anderen Gebieten zu arbeiten, doch was soll's? Wenn man sich nicht zu schade ist und offen für vieles, dann findet sich sicher was, außer, wenn die psychischen Beeinträchtigungen doch zu groß sein sollten, dann geht's eben nicht so einfach, Horizont hin oder her...
Du schreibst da von 'musealem Bereich', darf ich fragen, was deine Tätigkeit war, ist, hoffentlich wieder sein wird?
L.G.
mamschgerl

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Re: Gutachter

Beitragvon Feivel » Mo 2. Okt 2017, 12:03

Die Dame vom Jobcenter hatte eine einfach grandiose Idee:
Ich solle Bekanntschaftsanzeigen durchstöbern, um einen Partner zu finden, um dadurch finanziell abgesichert zu sein. Falls das nicht funktioniere, könne ich ja Jobsharing probieren, 5 Tage Vollzeit, 5 Tage frei...
Ja da habe ich auch so meine Erlebnisse. Aber in erster Linie hat sich da kein Mensch um mich gekümmert. Es hieß nur, dass ich überqualifiziert sei und damit hatte sich das auch schon. Ich wurde nie zu irgendwas aufgefordert oder so. Das fand ich schon komisch.

Also ich habe zum Schluß Projektleitung gemacht. Das ging von archäologischen Ausgrabungen hin bis zu kleinen Ausstellungen im Museum.

LG Feivel

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Re: Gutachter

Beitragvon fluuu » Mo 2. Okt 2017, 12:36

Dass sich die Ämter um einen 'kümmern' sollen hört man öfter, vielleicht wie die Mama damals,
im Vergleich dazu tun sie es Grotten schlecht, außer man hatte eine Rabenmutter.
Rente bedeutet selbstständige Lebensorganisation und eigenständige Strukturierung denn
da gibt es kein Amt wo man hingehen kann und die sagen was man tun soll.
Wer es gewohnt ist über andere zu schimpfen weil sie Schuld haben tut sich als selbstständig
organisierender Mensch schwer, da ist man stets selber Schuld.
gruß fluuu

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www.seelegut.de

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Re: Gutachter

Beitragvon mamschgerl » Mo 2. Okt 2017, 13:26

Hallo Feivel,
das klingt mal richtig spannend, kannst du dahingehend nicht mehr anknüpfen?
Ja, es ist leider so, die Damen und Herren vom Jobcenter sind nicht wirklich geeignet, Stellen für einen zu finden bzw. den Suchenden korrekt einzuschätzen, um ihn angemessen irgendwo unterzubringen.
Ich habe meine Kontakte auf das Mindestmaß reduziert, also mich nur dann gemeldet, wenn ich noch nichts gefunden hatte, aber meine Kosten irgendwie begleichen musste.
Meine Grundausbildung steht mit den Tätigkeiten, die ich nach dieser Zeit ausgeübt habe, in keinstem Zusammenhang. Ich fand mein Arbeitsleben immer ziemlich spannend und hatte das Glück, auch ohne kaufmännischen Hintergrund als Quereinsteiger in Firmen arbeiten zu können, die auf Papier keinen Wert legten.
Ich denke, heute ist das nicht mehr so einfach und der Druck, schriftliche Nachweise über das Erlernte zu erbringen, wird immer größer, wobei ein Zeugnis nicht wirklich etwas über Qualifikationen aussagt.
Ich bin gespannt, wie es bei dir weitergeht.
L.G.
mamschgerl


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