Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Hier hinein gehören alle Informationen und Fragen zum Thema beruflicher und sozialer Wiedereingliederung nach und bei psychischer Erkrankung
mamschgerl
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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon mamschgerl » Do 4. Mai 2017, 15:37

fluu...
zu deinem beitrag passt das, was ich unter der rubrik "erfahrungsberichte" mit dem titel "antrag auf verbot eugenischer beratung hier im forum" vorher schon geschrieben und im grunde also schon die antwort vorweg genommen habe.
für mich bedeutet das, daß ich mit meiner einschätzung deiner persönlichkeit total richtig liege, denn du reagierst hier genau so, wie ich es beschrieben habe.
und es geht hier auch nicht darum, unseren seelischen zustand zu verbessern, denn das kannst du in hundert jahren nicht. du erfüllst jedoch als anschauungsobjekt sehr viele interessante kriterien, die auf diverse psychische krankheiten hindeuten, über die man sich ausgiebig auslassen kann.
die negativen gedanken in dieser welt, gegen die du voller hass einen kampf führst und wie ignoranz, selbstlüge und verdrängung ausmerzen willst, bedeutet nur, daß du dich also selbst bekämpfst.
es ist schon ganz schön vermessen, deine probleme einfach auf alle welt zu projezieren und giftpfeile abzuschießen und sich dann auch noch zu wundern, daß das nicht auf gegenliebe stösst.
naja, sollte es dir beim überleben behilflich sein, so rede dir nur weiter ein, daß mit dir alles in ordnung ist und alle anderen dich nur vernichten wollen und zu dumm sind, dich zu verstehen.
du bist eine insel... :silly:
grüße
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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon Laura » Do 4. Mai 2017, 16:05

Irgendwie drängt es fluuu einem nur so auf, sich als etwas Besseres zu fühlen als er... :mrgreen: Aber nicht, dass ich ihm deswegen etwas an sein Spendenkonto überweisen wollte. Er rümpft ja auch über spendable Leute so die Nase, weil sie ja nur was abgeben, um ihre "Mittelmäßigkeit" besser ertragen zu können. fluuu hat laut eigener Aussage alles, was er zum Leben braucht, aber gegen ein bisschen mehr Geld hätte er auch nichts einzuwenden...lol. Aber die Welt um ihn herum ist ja so voller Heuchelei...!!!
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon Remedias » Fr 5. Mai 2017, 14:45

Ich hab diesen Monat doch glatt über die Stränge geschlagen, aber sei versichert: Für lauter vernünftige Dinge! Lauter Dinge für meine Küchenbestände, obwohl mein Herd kaum noch funktioniert. Unvernünftig vielleicht in dem Sinne, dass andere Anschaffungen noch ein kleines bisschen dringender gewesen wären als ausgerechnet ein Waffeleisen meiner neuen Freundin zuliebe, aber immerhin habe ich mir auch ein neues Sieb und einen neuen Messbecher als wirklich dringende Anschaffungen geleistet! Das war echt mal nötig! Ich habe mir sogar soeben das Schoko-Müsli von Alnatura geleistet, nur um mal nicht das von Netto zu kaufen! Alles Dir zum Trotz! Alles, bevor ich Dir auch nur einen Cent von meinen 409 Euro, die ich zum Leben habe, überweise!
Wünsche dir viel Spaß beim Kochen und Waffeln- machen :)
Schoko- Müsli von Alnatura- du Luxusgirl ..... das sind mindestens drei Rosenkränze und ein "mea culpa"

liebe Grüße Remedias

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon Laura » Fr 5. Mai 2017, 21:56

Yeah, ich pflege spätrömische Dekadenz auf Sozialhilfeniveau!!! Mal 1, 30 Euro mehr für ein Dreiviertelkilo Schokomüsli ausgegeben. Die Steuerzahler werden es mir aber dem Bio-Hype zuliebe sicherlich verzeihen! :oops:

Die Rosenkranzgebete werde ich mir sparen, aber vielleicht "It's a sin" von den Pet Shop Boys auflegen. Mea culpa! :D
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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon mamschgerl » Fr 5. Mai 2017, 22:50

...man muss eh schon auf so vieles verzichten, es darf ruhig mal nutella sein statt nusspli, man gönnt sich ja sonst nichts. man muss auch mal prioritäten setzen im leben ohne gleich ein schlechtes gewissen zu haben.
schließlich ist es nicht gesetzlich vorgeschrieben, daß man, nur weil man sozialhilfe bezieht, sich auch ständig so zu fühlen hat und jedem genuss absagen muss.
es ist toll, wenn man sich mal etwas gutes tut, das braucht man ab und zu, besonders, wenn man mit dem minimum auskommen muss.
das bringt mich auf die idee, daß ich mir mal wieder ein steak kaufen sollte. sündhaft teuer, wenn's denn ein gutes ist, aber dafür lohnt es sich, eine woche dann nur ravioli zu futtern.
tja, hier defininiert sich luxus völlig neu.
was für viele selbstverständlich, wird jetzt zu einem echten erlebnis.
ich kenne zeiten, in denen ich fast täglich zum essen in gute restaurants gehen konnte, ohne auf die kosten achten zu müssen, ich kenne zeiten, in denen ich von der hand in den mund leben musste.
die menschen, die den sozialhilfesatz berechnen und festlegen, haben noch nie ein leben geführt, in dem sie mit diesem geld überleben mussten.
sich da seinen humor zu erhalten, ist schon eine leistung für sich.
laß dir deine waffeln schmecken :D
liebe grüße
mamschgerl

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon mamschgerl » Sa 6. Mai 2017, 13:48

...das steak kann ich mir jetzt erstmal verkneifen.
mein sohn hatte mir 2014 von seiner ausbildungsversicherung einen china-roller gekauft, der es mir ermöglicht, mobil zu sein und den ich ganzjährig bei wind und wetter nutze, zudem kommt er insgesamt günstiger, als mit öffentlichen verkehrsmitteln zu meinen terminen zu fahren, ganz abgesehen davon, daß ich nicht immer in der lage bin, diese zu nutzen...
jetzt ist dieses teil kaputt, es ist zum k....
ich kann mir von dieser rente keine reparatur leisten, obwohl es sich hierbei bestimmt nicht um ein vermögen handelt, das investiert werden müsste, aber da hapert es gewaltig.
mit diesem roller war ich einigermaßen unabhängig, auch die einkäufe lassen sich gut erledigen, denn zu fuß ist es zu weit, ganz abgesehen von dem stückchen freiheit, das ich jetzt verloren habe.
ob es sich jetzt um den roller oder um den herd oder den kühlschrank handelt, wenn solche reparaturen anfallen, zeigt es sich deutlichst, wie arm man ist.
es bleibt eh nix übrig nach abzug der fixkosten, kaputt gehen darf da nichts, das schmeißt die monatliche kalkulation total über den haufen. es gibt keine stelle, wo man etwas einsparen könnte...
man kann sich nicht mal pfennigbeträge sparen, um sich das leisten zu können und ist völlig aufgeschmissen.
finanzielle armut macht krank, da kann man sagen, was man will...

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon Remedias » Mo 8. Mai 2017, 18:44

Hallo mamschgerl,
es bleibt eh nix übrig nach abzug der fixkosten, kaputt gehen darf da nichts,
genau das isses! Ich konnte nachts nicht schlafen, weil ich Angst hatte, irgendwas würde den Geist aufgeben :(
etzt ist dieses teil kaputt, es ist zum k....
Zum Thema "Hilfe bei Reparaturen" , ich bin in verschiedenen Nachbarschafts- Internetplattformen angemeldet, wo man sich gegenseitig hilft und Rat weiß.
eine ist nebenan.de
die andere ist http://www.tauschring.de/hauptseite.php

Nebenan.de ist eher für gemeinsame Unternehmungen, aber ich habe auch für Hausarbeit Unterstützung gefunden, in den Tauschringen geht es wirklich um Nachbarschaftshilfe, da findest du evtl. jemand, der dein Gefährt reparieren kann.

Außerdem gibt es bei uns am Ort ein Reparaturcafe (an manchen Orten heißt es auch repair café) . Am nächsten Samstag gehe ich hin und nehme meinen kaputten Radio mit, so komme ich gratis über die Runden, muss nur die Ersatzteile zahlen.

liebe Grüße Remedias

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon mamschgerl » Mo 8. Mai 2017, 21:53

hallo remedias,
vielen dank für deinen tipp, aber irgendwie schrecke ich davor zurück, mich in diese organisation mit einzubringen.
hauptgrund ist wohl der, daß ich nichts anzubieten habe und auch nichts anbieten möchte, nach was dann jemand suchen könnte.
mein erster eindruck ist sofort der, daß hier versucht wird, eine art familien- und gemeinschaftssinn zu pflegen, was so überhaupt nicht meine sache ist, obwohl ich diese idee an sich gut finde.
auch wird hier wert auf kennenlernen gelegt und genau das will ich nicht. ich finde mich gerade in einer phase wieder, in der ich es schon nicht mehr ertrage, mit meiner therapeutin zusammenzuarbeiten, weswegen ich heute endgültig die therapie beendet habe.
mich fremden menschen vorzustellen und mich zu einem plausch und austausch untereinander an einem kennenlernabend einzufinden, ist für mich der absolute horror.
ich bin sogar sehr froh darüber, endlich nicht mehr unter menschen sein und mich mit gewalt angepasst und normal verhalten zu müssen, um nicht aufzufallen, schließlich war das der hauptgrund, weswegen ich meinen zusammenbruch hatte, ich schaff das nicht mehr.
ich bin kein mensch für beziehungen, egal welcher art, und das ist für mich schon wieder viel zu eng.
also hoffe ich auf die großzügigkeit meines nochpartners, der nächsten monat eine versicherungsauszahlung erhält und die reparaturkosten übernehmen könnte, gefragt habe ich nicht danach, aber er hat es angeboten.
für die zukunft werde ich andere möglichkeiten finden müssen, aber ich denke, wenn so etwas nochmal vorkommt, bleibt mir nichts übrig, als auf den roller zu verzichten.
also, nochmals danke.
liebe grüße
mamschgerl

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon Remedias » Di 9. Mai 2017, 12:07

Liebe Mamschgerl,
Mir gefällt es offen gesagt auch besser, die Kohle zu haben und einfach zu bezahlen, wenn mir danach ist . :wink:
also hoffe ich auf die großzügigkeit meines nochpartners, der nächsten monat eine versicherungsauszahlung erhält und die reparaturkosten übernehmen könnte, gefragt habe ich nicht danach, aber er hat es angeboten.
Das wäre ja super, drücke dir die Daumen.
für die zukunft werde ich andere möglichkeiten finden müssen, aber ich denke, wenn so etwas nochmal vorkommt, bleibt mir nichts übrig, als auf den roller zu verzichten.
also, nochmals danke.
Eine andere Möglichkeit ist auf ebay kleinanzeigen jemanden zu suchen und gleich den Festpreis festzulegen, den du bezahlen kannst. Der Roller ist doch eine kleine Freiheit für dich, wie ich es verstehe.

liebe Grüße Remedias

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon mamschgerl » Di 9. Mai 2017, 12:44

hallo remedias,
du wirst lachen, aber das habe ich getan, da mir der mechanikermeister, der meinen geliebten china retro roller mal in der mache hatte, verboten hat, ihm dieses teil jemals wieder vorbei zu bringen.
er hasst diesen roller, wahrscheinlich, weil er da an seine grenzen stösst...
auf ebay habe ich dann einen gefunden, der extra darauf hinweist, daß er gerade china roller reparieren kann und der meinung ist, daß diese dinger nur schlecht geredet werden aber es im grunde genommen gar nicht sind.
er holt diese woche den roller ab, schaut ihn genau durch und erzählt mir dann, was gemacht werden müsste und natürlich, was es kostet. er weiß aber schon, daß ich kein geld habe und unter der voraussetzung hat er eingewilligt.
vielleicht habe ich mal wider erwarten glück und es erbarmt sich einer, wichtig wäre wirklich, daß ich den roller wieder gefahrlos nutzen kann, ich unternehme ja auch weitere fahrten damit.
letztes jahr bin ich auch damit zur klinik gefahren ( 3 stunden über land mit 45 km/h ) und natürlich wieder zurück. ich fühle mich wirklich toll dabei, auch wenn es zugegebenermaßen ziemlich langsam dahingeht :roll:
ich habe als kind schon motorrad- und autofahren erlernt, auf dem dorf war das damals fast üblich und bin später motocross gefahren, daher finde ich es schade, daß ich nicht drei jahre älter bin, denn dann könnte ich mit meinem führerschein wenigstens ein motorrad bis 125ccm fahren...
aber ich will nicht undankbar klingen, an diesem roller hängt mein herz, wenn es schon irgendwo hängen bleibt, nicht zuletzt auch deshalb, weil mein sohn ihn mir von einem teil seiner ausbildungsversicherung gekauft hat.
er weiß gar nicht, wie sehr ich mich darüber immer noch freue, weil ich das nicht richtig zeigen kann...aber der kilometerstand spricht für sich.
ja, der roller ist nicht nur eine kleine freiheit für mich, ich empfinde ihn als puren luxus, und das spricht für eine große freiheit.
liebe grüße
mamschgerl

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon Remedias » Mi 10. Mai 2017, 13:05

Hallo mamschgerl,
drück dir die Daumen, dass der Mann weiß, was er tut und deinen Chinaroller repariert.

Du hast ja schon Courage , so weite Strecken damit zu fahren - ich bin da eher ein Hasenfuß. :wink:

liebe Grüße Remedias

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon mamschgerl » Sa 13. Mai 2017, 20:32

...die neueste meldung lautet, daß die mietgrenzen für geringverdiener abgeschafft wurden.
somit wird die schere zwischen arm und reich weiter auseinandergehen, es wird weiter daran gearbeitet, daß sozial schwache aus den vierteln vertrieben werden, in denen dann nur noch die menschen leben werden, die sich ihren unterhalt noch verdienen und somit auch die steigenden mieten leisten können.
wenn vorher wenigstens durch geringe mieten ein einigermaßen adäquates leben möglich war, so wird einem das nun genommen, denn wenn alles geld für die miete draufgeht, bleibt nichts übrig, um mal eben zum treff zu gehen und sich einen kaffee zu gönnen...
der ausschluss aus dem gesellschaftlichen leben ist vorprogrammiert, alte, gebrechliche, psychisch kranke menschen, die sich aus scham nicht bei den behörden melden wollen, um durch stütze ihre magere rente aufstocken zu lassen, damit sie sich eben ihre mieten weiter leisten können, werden sich weiter zurückziehen und endgültig vereinsamen.
und so löst sich wieder eine ecke aus dem werbeplakat "sozialstaat" heraus...

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon Laura » Di 16. Mai 2017, 13:49

Bin happy mit dem Waffeleisen, auch wenn ich mich noch mit den verschiedenen Teigsorten und deren "Verhalten" gegenüber dem Waffeleisen erproben muss.

Die wachsende Armut und das Wissen, dass ich da mittendrin bin und immer mehr an den Rand gedrängt werden könnte, beängstigen mich auch. Ich kann das aber lockerer nehmen und besser ertragen, wenn ich mir nicht den ganzen Tag einen Kopf drum mache. In den Momenten, in denen ich das nicht so locker nehmen kann, geht es mir aber auch beschissen. Andererseits, weil ich nicht mehr so viel habe, was ich teilen oder abgeben kann, bin ich mittlerweile erprobter darin, mich nicht mehr von Scheinargumenten von Arschlöchern einlullen zu lassen. Ich kann nicht Leuten helfen, weder materiell noch durch kleine Arbeitsleistungen, die mich sowieso nur mit Beledigungen belohnen und mich dadurch noch zusätzlich schwächen. Die stellen sich dann nämlich einfach dumm und tun so, als würden sie nicht verstehen, warum ich ihnen auf einmal aus dem Weg gehe (sogar dann, wenn ich mal Tacheles mit ihnen geredet habe) und somit wollen sie die Schuld auch wieder nur bei mir abwälzen. Also eigentlich habe ich in meiner Tagesstätte ein paar klapperalte Mitbesucher von hochgiftiger Sorte, die mich sehr an fluuu erinnern. Ihre materielle Versorgung und Hilfe bei ihrer Altersschwäche haben sie, aber die meinen doch glatt, da würde mal jemand kommen und sich nur allzu freudig von ihnen "auf freundschaftlicher Basis" angiften und herumscheuchen lassen. Es ist mir schnuppe, wie es ihnen im Altenheim oder auch beim Sterben ergehen wird. Die haben jetzt lange genug gegen mich und andere gemobbt und gehetzt und es ja "nie so gemeint".

Und dass fluuu der Meinung ist, dass man seinen erhöhten Bedarf nicht mit einer angeblich lieblosen Mutter begründen darf (die kann es dann ja wiederum an dem lieblosen Kindsvater festmachen usw. und ich bin nach wie vor der Meinung das Resilienz eigentlich etwas anderes meint, als das, was fluuu hier immer wieder herumkrakelt) sollte er auch darauf ausweiten, dass er demzufolge umso weniger einen Anspruch geltend machen darf, jede Frau bekommen zu können, die er nur möchte. Ein Grund mehr für ihn, sich nicht immer wieder als "Therapeuten" zu bezeichnen.

Auf falsche süße Worte kann ich auch verzichten. Aber gute süße frische Waffeln möchte ich mir nicht nehmen lassen. Schließlich habe ich in den letzten 13 Jahren prima abgenommen. Natürlich nicht fluuu zuliebe, aber vielleicht hat er mit seiner Fehde gegen mich da auch einen "Beitrag" dazu geleistet, dass mich nun ein anderer Mann für meine 48 Lenze einigermaßen formschön finden kann. Und fluuu sollte mit seiner wachsenden Glatze einfach nur aufpassen, dass er keinen Sonnenstich bekommt. Als Bildungsbürger hat man ja schließlich mal zumindest "Der Fremde" von Camus gelesen und nicht immer nur "In the Ghetto" von Elvis analysiert.
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon Remedias » Mi 17. Mai 2017, 14:13

Hallo Laura,
ich gehe sogar noch weiter: Du dürftest deine Waffeln sogar genießen, wenn du NICHT abgenommen hättest. :lol:
Wir haben 26 Grad und ich habe mir gerade das teuerste Eis von Aldi geleistet, mit salzigen Karamellstückchen und es war sehr lecker, obwohl ich dick bin. :wink:


Ich selbst war letztes Jahr zwei Monate in Spanien und wollte unter anderem gucken, wie die Leute mit der Wirtschaftskrise umgehen.
Es hat ja keiner mehr Geld oder einen Job - plötzlich sind alle davon betroffen, nicht nur psychisch Kranke .
Also: Alleine kommt man wirklich nicht weit. Es findet ein reger geldloser Austausch statt: Obst, Gemüse, Eier und Gefälligkeiten . Da mein Mann ein Auto hat, waren wir mit dem Fahren dran, aber dafür habe ich die ganze Zeit weder Tomaten noch Orangen noch Zwiebel gekauft, die standen regelmäßig vor meiner Haustür. Diese Art von Solidarität - ich gestehe, das hat mir gut gefallen.
Tauschringe etc. sind ja eher ein Ersatz dafür, dass es hierzulande spontan nicht so gut klappt.
Manchmal denke ich, die Erziehung zur Härte gegen sich und andere - die haben wir nie sein gelassen. Solidarität hat selten was Spontanes und Natürliches. Diese Härte - das ist noch in den alten Leuten hier drin, und das kommt nicht von den Nazis, das ist viel älter, daher sind sie so giftig. Sie waren ihr Leben lang hart gegen sich selbst und gegen andere , und jetzt sind sie arm und krank, keiner hält es mit ihnen aus, die Kinder besuchen sie nicht, und nix hat sich gelohnt.
Es gibt niemanden auf dem Sterbebett, der sagt: "Ach wäre ich doch nur härter gewesen!" .,

liebe Grüße Remedias

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Re: Armutsbericht 2017 - psychisch Kranke

Beitragvon mamschgerl » Mi 17. Mai 2017, 16:27

...ich möchte gar nicht wissen, warum manche menschen im alter grantig werden, es gibt oft grausame geschichten im hintergrund, über die sie auch nicht sprechen können oder wollen. wenn ich mir die lebensgeschichte meiner oma, bzw. das wenige, was ich von ihr weiß, vor augen halte, so kann ich nur sagen, daß es mich nicht gewundert hätte, wenn sie auch verbittert und bösartig geworden wäre.
sogar meine uroma, die verstarb, als ich 4 jahre alt war, war meiner erinnerung nach total lieb, ihr kakao war super.
über meiner vorherigen wohnung, in der ich mit meinem sohn lebte, gab es eine alte frau, die uns nicht mit dem a... angeschaut hatte, total etepetete, hochnäsig, arrogant, uns betrachtete sie eher als gemeines fußvolk.
eines tages hörte ich ein kratzen an der wohnungstür und beim öffnen sah ich diese dame vor mir auf dem boden liegen. sie war die treppe heruntergestürzt und konnte sich nicht mehr rühren. ich wickelte sie sofort in eine decke, rief den notarzt und sie kam ins krankenhaus, hüftgelenk gebrochen.
wochen später kam sie wieder nach hause und bedankte sich überschwänglich, sie hätte nie gedacht, daß ich nach all ihrer unfreundlichkeit mir gegenüber zu helfen bereit gewesen wäre. wie sehr war diese frau in ihrer weltsicht gefangen? wie dachte diese frau, daß sie erwartete, daß ich sie eher liegenlasse anstatt zu helfen?
aber all das macht den umgang auch nicht leichter, denn schließlich muss man mit seinen eigenen problemen kämpfen und hat oft damit schon genug zu tun, da bleibt für andere nicht immer genug geduld und nachsicht übrig, um darüber stehen zu können.
altersbösartigkeit oder so ähnlich, da gibt es doch sogar einen speziellen ausdruck dafür...
zur zeit erlebe ich auch so eine tauschexistenz mit meiner einzigen freundin, ich helfe ihr bei allen handwerklichen dingen und ich bekomme dafür lebensmittel und zigaretten. ein gutes geschäft, so fühle ich mich nicht wie ein bettler, wenn sie mir unter die arme greift.
zum glück brauche ich keine chicen klamotten oder sontige kostspieligen dinge und vieles, was das leben so bieten kann, hatte ich schon, ich vermisse es nicht wirklich.
aber meinen roller schon... :cry:
mein dicksein stört mich nur insofern, daß eben die bewegungsfreiheit stark eingeschränkt ist und ich mich im wahrsten sinne des wortes einer schweren belastung ausgesetzt fühle, aber das hindert mich auch nicht, weiterhin leckere sachen, wenn es sie mal gibt, geniessen zu können.
für andere muss ich nicht gut aussehen, d.h., man kann auch dick gut aussehen, liegt alles im auge des betrachters, aber mir ist`s wurscht, ob mich jemand attraktiv findet oder nicht, es ist einfach nicht wichtig.


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