Problem mit Wiedereingliederung nach Reha

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sogge2307
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Problem mit Wiedereingliederung nach Reha

Beitragvon sogge2307 » Di 13. Apr 2010, 22:25

Hallo.

Meine Frage nach Erfahrungen von euch:
Ich war vom 9.2. - 23.3.2010 in einer psychosomatischen Reha (Diagnose: Burn-Out,schwere Depression,Anpassungsstörung).
Dort wurde mir nach der Halbzeit zugesagt, dass ich nach Reha noch 4-6 Wochen AU bekomme und dann wiedereingliedern kann. Gegen Ende wurde dies als nie gesagt hingestellt und man bot mir 14 Tage AU,dann Eingliederung oder aber Entlassung als arbeitsfähig an. Ich konnte reden was ich wollte,erklären was ich wollte, es hat, zumindest die Chefärztin, nicht interessiert. Ich wusste genau, dass mir 14 Tage nicht reichen, um zuhause klarzukommen (bin alleinerziehend mit 16 jährigem Sohn), mir Termine beim Psychologen und im Zentrum für soziale Psychiatrie zu machen, mich um sportliche Aktivitäten zu kümmern (die mir in der Reha dringend nahegelegt wurden) und vorallem, mich um meine spezielle Angst vor meiner Arbeitsstelle mit meinem Psychologen zu kümmern (die wurde nämlich in der Reha nicht wirklich "bearbeitet"). Ach so, ich bin übrigens Wohnbereichsleitung in der Altenpflege.
Also erklärte ich mich unter Vorbehalt einverstanden, als arbeitsfähig nach Hause zu gehen und mich dort dann eben von der Hausärztin weiter krankschreiben zu lassen (wurde mir in der Reha als unproblematisch verkauft).
Ich kam also heim, ließ mich krankschreiben und die Probleme mit der Krankenkasse nahmen ihren Lauf. Warum sei ich aus der Reha arbeitsfähig entlassen und durch Hausärztin krankgeschrieben. Das müsste begründet werden. Hausärztin begründete schriftlich und als Ergebnis bekam ich einen Termin beim MDK in Darmstadt, jetzt am 16.04.2010.
Meine Hausärztin sagte ich solle mich auf das Schlimmste einstellen, die wären zur Zeit sauschlecht drauf und es könne passieren, dass sie mich am Montag hopplahopp arbeiten schicken.
DAS GIBT'S DOCH WOHL GAR NICHT !!!! Ich kann ganz klar begründen, warum ich diese Zeitspanne zwischen Reha und Eingliederung benötige. Ich habe bisher keine einzige Therapie oder Ratschläge zur schnelleren Genesung sabotiert oder ignoriert. Ich habe meine Medis brav geschluckt und zwar bis zur ambulanten Höchstdosierung (Trevilor) UND ich habe die Wiedereingliederung SELBER vorgeschlagen und auch gewollt.
WAS WOLLEN DIE DENN NOCH MEHR ???? Ich bin jetzt seit September 2009 arbeitsunfähig und kenne selbst in meinem Betrieb Fälle, in denen die Mitarbeiter 1 1/2 Jahre krank waren. Also bin ich ja nicht mal ein Extremfall.

Wer von euch hat Ähnliches erlebt und kann mir Tips geben? Im Moment hab' ich die größte Angst vor der MDK Prüfung.

LG, Martina

sogge2307
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Re: Problem mit Wiedereingliederung nach Reha

Beitragvon sogge2307 » Mi 14. Apr 2010, 07:00

Danke für die Antwort.

"Du funktionierst zu gut, weil Du den Sinn im funktionieren siehst".

Also SO hab' ich das noch gar nicht betrachtet................... Du könntest wirklich recht haben.Da werd' ich mal drüber nachdenken.
Vielleicht ist das echt so ein "Automatismus", weil ich schon immer "funktionieren" musste und nun meine, die 7 Monate "Zwangspause" sind schon fast eine "Frechheit" in den Augen der Umwelt und, unnterschwellig, auch in meinen eigenen.

SuMu
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Re: Problem mit Wiedereingliederung nach Reha

Beitragvon SuMu » Mo 16. Aug 2010, 13:22

eine Reha heilt dich nicht, wenn du Glück hast, kannst du dich etwas erholen/ausruhen. In der Regel wird man arbeitsfähig entlassen, ich vermute, die haben eine interne Quote, wenn die erreicht ist, bist du arbeitsfähig.
wenn du hilfe willst, gehe auf in eine psychiatrische Klinik, eine Fachstation.
viele Grüße
SuMu / http://psychomuell.de - http://blogzicke.de - http://su-mu.de/

heike1970
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Registriert: Do 1. Apr 2010, 21:47

Re: Problem mit Wiedereingliederung nach Reha

Beitragvon heike1970 » Di 17. Aug 2010, 19:49

Hallo Sogge,

bei meiner beruflichen Wiedereingliederung hat der Integrationsfachdienst (ifd) geholfen. Wir hatten zuerst ein Gespräch zu dritt: die behandelnde Ärztin aus der Tagesklinik, dann ein Mitarbeiter des ifd aus der Stadt, in der mein Arbeitgeber seinen Sitz hat und ich. Voraussetzung für den ifd war, dass ich zumindest einen Schwerbehindertenausweis beantragt habe. Mit dem Mitarbeiter vom ifd haben wir einen Vorschlag für meinen Arbeitgeber erarbeitet. Meine berufliche Wiedreingliederung dauerte 2 Monate und hätte auch länger dauern können. Zunächst haben wir einen Monat ohne Kundenkontakt vereinbart, an dem ich 4 Stunden pro Tag gearbeitet habe. 2 Stunden vormittags und zwei Stunden nachmittags. Ich habe mich in die gesetzlichen Änderungen eingearbeitet, d.h. fast nur gelesen und soweit ich konnte meine aktuelle Post (Anträge usw.) bearbeitet. In den ersten zwei Wochen des zweiten Monats hatte ich dann wieder erste Termine mit von mir ausgewählten Kunden. Die anderen Kunden (Laufkundschaft ohne Termin) wurden von meinem Team übernommen.
Von vier Stunden pro Tag sind wir dann über 6 Stunden am Tag wieder auf die volle Stundenzahl von 8 Stunden gekommen. Den Prozeß begleitet hat der ifd, indem der Mitarbeiter auch zum Gespräch mit meinem Vorgesetzten und mir ins Büro kam, um zu schauen, ob wir den Plan gut erfüllen können oder ob er den aktuellen Bedingungen anzupassen wäre. Es hat geklappt und ich funktioniere wieder. Wenigstens habe ich wieder mein normales Einkommen und schaffe meinen Vollzeitjob - allerdings ist mir die Freude an der Arbeit flöten gegangen, wie überhaupt die Freude an allem.

Was ist denn aus Deinem Termin beim MDK geworden?
Arbeitest Du wieder?
Hattest Du eine berufliche Wiedereingliederung?

Vielleicht nimmst Du mal zum ifd in Deiner Stadt Kontakt auf?


Alles Gute!

Heike


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