wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Hier hinein gehören alle Informationen und Fragen zum Thema beruflicher und sozialer Wiedereingliederung nach und bei psychischer Erkrankung
submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Do 18. Feb 2010, 22:50

Hallo

ich bin laut Eigeneinschätzung und auch laut fachärztlicher Bescheinigung dauerhaft voll erwerbsgemindert, wurde aber von einer Gutachterin der Arbeitsagentur einige Monate danach für nur teilweise erwerbsgemindert eingestuft. Damit rutschte ich aus der Sozialhilfe in die Zuständigkeit der Arge und erwarte nun, dass man bald versuchen wird mich "einzugliedern".

Das möchte ich mit allen legalen Mitteln verhindern oder systematisch sabotieren, da ich es für eine Verletzung meiner Menschenwürde (Zwangsarbeit) und für Körperverletzung halten würde und mit meinem restlichen Leben lieber etwas sinnvolleres versuchen würde als so einen Schei$$. Ich habe nämlich schon in meiner Jugend, neben vielen vielen Jahren Therapie, betreutem Wohnen und Psychiatrie eine derartige einjährige vollstationäre "Reha" gemacht und wäre damals um ein Haar in eine WfB "eingegliedert" worden, was ich nur mittels eines Suizidversuchs und anschließend einiger geradezu akrobatischer psychologischer Verrenkungen verhindern konnte, die mein ganzes Leben in den vergangenen 20 Jahren geprägt hatten, bis ich endgültig ausgebrannt war und wiederum vor dem Suizid stand (ohne diese Flucht vor der WfB wäre ich längst tot oder ein lebensunfähiges, pflegebedürftiges und medikamentenabhängiges Wrack).

Ich wäre heute mit Grundsicherung zufrieden (Rentenanspruch habe ich keinen, da zu wenig gearbeitet), die aber sicherlich abgelehnt wird. Den Antrag musste ich bereits stellen.

Ich erwäge dem VdK beizutreten um die sicherlich bald bevorstehende Rentenablehnung dann anzufechten, befürchte aber dass im Falle eines Sozialgerichts-Prozesses die Gutachter nicht unbedingt auf meiner Seite stehen würden.

Des weiteren werde ich mich um Hausarzt, Psychiater und ambulanten Therapieplatz bemühen (momentan bin ich in keinerlei Behandlung und habe zuviel anderes um die Ohren gehabt als dass ich mich darum hätte kümmern können, außerdem war ich bis vor wenigen Tagen gar nicht krankenversichert), fürchte aber dass mir das nur sehr unzuverlässigen Schutz gegen die Eingliederungs-Sklaverei der Arbeitsagentur und den Meldepflicht-Terror bzw. die finanziellen Knebelverträge der Arge gewähren wird. Weil ja die medizinischen "Heiler" an Kundenbindung und Kapitalakkumulation interessiert sind, auch und gerade bei unheilbaren, chronischen Fällen wie mir. Mit letzteren lässt sich nun mal, wenn man sie systematisch ihrer Rechte beraubt, viel gute Kohle verdienen, und da sie ohne die Hilfe der Ärzte den Beweis dieser Rechtsverletzung nicht selber erbringen können, sitzen sie faktisch in der Falle. Einer lukrativen Falle, nur leider nicht für die Betroffenen.

Nun legt mir der sozialpsychiatrische Dienst nahe, ein Persönliches Budget (mit Hilfe des Arztes, den ich mir allerdings erst noch suchen muss, und dem soz.-psych. Dienst) zu beantragen und behauptet, dass diese Vorgehensweise mir gewissermaßen Schutz vor der beruflichen Wiedereingliederung durch die Arbeitsagentur böte.

Nun meine Frage: Ist da so ? Und wenn ja, inwiefern ?


Es ist leider so, dass ich ein Persönliches Budget als ähnlich schweren Eingriff in meine persönliche Integrität empfinden würde wie eine beruflich-soziale Wiedereingliederungsmaßnahme durch die Agentur und am liebsten beides sabotieren würde. Ich kann hervorragend für mich selbst sorgen, tue niemandem was, kann voll verantwortlich mit meinem Geld und meiner Gesundheit bzw. Krankheit umgehen und brauche keinerlei Hilfe im täglichen Leben. Therapierbar bin ich sowieso nicht (habe ja schon alle Therapien, die es von der Kasse gibt, hinter mir), nur leider kann ich eben nicht mehr im Sinne einer regelmäßigen Erwerbstätigkeit meine eigene finanzielle Basis verdienen.

Letzteres würde sich aber durch eine berufliche Reha oder ein Persönliches Budget auch nicht ändern, das weiß ich aus Erfahrung, da ich das ja alles schon kenne und damals aus gutem Grund als junger Mann die Flucht davor ergriffen hatte... Auch wenn mein Leben danach, ganz ohne Behandlung und Unterstützung, extrem schwer zu bewältigen war und mich schließlich folgerichtig wieder an die "Klippe" führte, an die selbe Klippe, an welcher ich schon als junger Mann stand - mit Behandlung nicht anders als ohne).

Derartig sinnfreie erneute "Eingliederungs"-Maßnahmen würden den Staat eine Menge Geld kosten und meiner seelischen Gesundheit weiter unnötig Schaden zufügen. Stattdessen sollte man mich einfach in Ruhe lassen. Wahrscheinlich käme ich nach einigen Jahren von selber aus der Abhängigkeit von Unterstützung heraus, zumindest teilweise, wenn ich vom direkten Erwerbsdruck erst mal befreit wäre, mich in Ruhe regenerieren und orientieren könnte.

Aber wie erreiche ich das ???????? Wie setze ich das durch, in einem System, das seinen Profit daraus zieht unheilbar Kranke gegen ihren Willen kaputt zu heilen und unselbständig zu machen, auf Kosten des öffentlichen Haushalts sowie auf Kosten der individuellen Lebensfreude und Gesundheit ?

Danke für Antworten :)
submarine
Zuletzt geändert von submarine am Do 18. Feb 2010, 23:38, insgesamt 2-mal geändert.

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Do 18. Feb 2010, 23:20

was ich nur mittels eines Suizidversuchs und anschließend einiger geradezu akrobatischer psychologischer Verrenkungen verhindern konnte,
Du hast den Suizid eingesetzt??
so könnte man das interpretieren. Aber das war aus meiner Sicht nicht nur "einsetzen" (berechnend ?), sondern vor allem Angst, Ausweglosigkeit, Einsamkeit und Verzweiflung. Die ganze Behandung und Reha hatte daran absolut nichts geändert.
auch und gerade bei unheilbaren, chronischen Fällen wie mir.
Das weißt Du genau oder? :-k
sonst würde ich es nicht sagen.
gegen die Eingliederungs-Sklaverei
Na, manche wollen wieder teilnehmen.
da habe ich nichts dagegen. Ich schreibe über mich in diesem Forum, nicht über das was andere wollen. Das müssen die selber schreiben. :wink:
Ich kann hervorragend für mich selbst sorgen,
Mit welchen Geldern? :-k
mit denen die da sind. Vorausgesetzt es sind welche da.

Wenn jemand nicht mit seinem Geld umgehen kann, ist es egal ob er es selber verdient hat oder Rente etc. bezieht, zumindest kenne ich solche Leute.
Ich wollte nur sagen dass ich nicht zu denen gehöre die man überwachen muss weil sie nicht mit Geld umgehen können. (War das wirklich so schwer zu verstehen ?)
Therapierbar bin ich sowieso nicht und auch nie gewesen
Warum :shock:
Warum ist die Banane krumm.

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Fr 19. Feb 2010, 00:47

Ich wollte nur sagen dass ich nicht zu denen gehöre die man überwachen muss weil sie nicht mit Geld umgehen können. (War das wirklich so schwer zu verstehen ?)
Wieso willst Du lebenslang Geld vom Staat?


das habe ich so nicht geschrieben.
Es gibt doch Frauen. Bild Ich meine, es gibt Frauen, die mehr Geld haben, als sie für sich selber brauchen. Du musst eben nur nett sein oder wie ein Mann oder beides gleichzeitig und sie geben es Dir freiwillig.
ich leide an schweren Kontaktstörungen und sozialen Ängsten, die mir stabile zwischenmenschliche Beziehungen, affektive Bindungen und angstfreie sexuelle Kontakte unmöglich machen.
(Anmerkung: Psychotherapie erzeugt bei mir ständig neue Dissoziationen oder verfestigt die bereits besethenden und wirkt sich daher nicht positiv auf meine Bindungsfähigkeit aus. Psychopharmaka verändern die Auswirkungen der Dissoziationen ohne sie zu verbessern, z.B. verwandeln sich schwere Derealisationsängste in ebenso schwerwiegende Beziehungszustände, daher bringen Psycopharmaka ebenfalls keine Besserung. Insgesamt wurde meine Beziehungsfähigkeit durch alle Formen von Behandlung weiter geschädigt anstatt verbessert.)
Von den Frauen wird es doch auch erwartet: Selber Karriere machen oder einen reichen Mann heiraten
Ist mir egal was von Frauen "erwartet" wird. Außerdem erwarten die meisten Leute von einer Frau eher das, was auch die meisten Frauen selber wollen, nämlich einen Haushalt führen, schön leben und Kinder großziehen. Und nicht so einen wrzlbrmpft wie den, den du hier schon wieder erzählst. #-o

@all:
Dies ist kein Witze-Thread, OK ?

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Fr 19. Feb 2010, 10:21

könnt ihr bitte auch mal was zum Topic schreiben ?

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Fr 19. Feb 2010, 10:51

Wegen Deines aggressiven Auftretens, OK?
ohne dieses "Auftreten" öffnen sich Türen die genau dahin zurückführen, wo ich bereits herkomme. Das kenne ich schon.

Bitte on topic schreiben, OK ?

Benutzeravatar
Laura
Beiträge: 4454
Registriert: Sa 25. Sep 2004, 07:09

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon Laura » Fr 19. Feb 2010, 12:53

@nija: Ich kann Deine Reaktion auf submarine leider überhaupt nicht verstehen. Wieso unterstellst Du Faulheit, wenn jemand, auch laut fachärztlicher Beurteilung, zu krank ist, um es lange unter Leuten auszuhalten? Das kurbelt nur die Negativspirale weiter an, durch die man zuerst krank und dann erwerbsunfähig wurde. Solche Äußerungen schüren nur zusätzlich die Ängste und das macht noch weniger arbeitsfähig.

Hallo submarine!

Sollte Dir die ARGE etwas Kontraindiziertes aufdrücken wollen, kannst Du Dich immer noch krankschreiben lassen. Vielleicht lassen sie Dich dann für längere Zeit in Ruhe. Hast Du einen Schwerbehindertenausweis?

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Benutzeravatar
Laura
Beiträge: 4454
Registriert: Sa 25. Sep 2004, 07:09

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon Laura » Fr 19. Feb 2010, 13:31

Hallo nija!

Ja, ich hatte auch den Hinweis auf die Heimarbeit gelesen. Was kann man denn zuhause so alles für andere erledigen und würde das nicht bestimmte Fachkenntnisse oder Fachfähigkeiten voraussetzen?
Mich ärgert diese Sichtweise eben. Einmal krank- immer krank.
Und wenn es nunmal auf manche Leute zutrifft, dass sie chronisch krank sind und dies schon in jungen Jahren begonnen hat? Und wenn sich einer kaputtschuftet bis er wieder reif für die Klinik ist oder es ihn wieder an den Rand des Suizids bringt, dann lag seine Schwäche auch nur seiner eigenen Sichtweise und seiner "trotzigen Verhaltensweise"? Ganz sicher nicht an den Leuten, die ihn damit unter Druck setzten, er sei ja nur faul, würde krankfeiern und dieses schwerwiegende Paulus-Zitat "Wer nicht arbeiten will, der soll auch nicht essen"? Vielleicht ist submarine nur einfach kein typischer psychisch Kranker, der durch viele Demütigungen schon klein und demütig gemacht worden wäre. Eine psychische Erkrankung schließt selbstbewusstes Auftreten aber nicht zwingend aus.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Benutzeravatar
Laura
Beiträge: 4454
Registriert: Sa 25. Sep 2004, 07:09

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon Laura » Fr 19. Feb 2010, 22:25

Hallo nija!

Ich würde submarines Worte nicht so auf die Goldwaage legen. Wenn er viele schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist es doch nachvollziehbar, dass er sich bei bestimmten Themen sehr emotional ausdrückt.

Ich sehe es nicht so, dass ein chronisch kranker das Leben wirklich genießen kann, auch wenn er nicht arbeiten muss. Ein Sozialphobiker, der seine Ruhe haben will, ist doch im Grunde sehr isoliert, was für die meisten Menschen schlimm wäre, für einen Sozialphobiker aber vermutlich das kleinere Übel.

Ich habe seine Wortwahl auch nicht so interpretiert, dass er findet, dass nur Dumme arbeiten gehen würden. Ich denke der Ausdruck "Sklavenmarkt" ergibt sich vielmehr daraus, dass submarine sich in einer Situation sieht, in der andere über ihn bestimmen wollen und besser zu wissen vermeinen, wie es um seine Gesundheit bestellt ist und was ihm an beruflichen Belastungen noch zuzumuten ist. Die Ämter und Gutachter handeln ja nicht immer gerecht. Dass heutzutage mehr Menschen von Stütze leben als früher bedeutet ja nicht, dass das alles (mich eingeschlossen) Menschen wären, die die Dinge zu leicht nehmen und die Nase über Arbeit rümpfen würden. Die so genannten "Sozialschmarotzer" sind bestimmt nur eine Minderheit unter uns Stützenempfängern, aber der Vorwurf wird gerne mal allen gemacht, als ob da nicht meistens gute Gründe dahinterstehen würden, warum man nicht mehr arbeiten kann. Dass Du erfolgreich an Deiner Gesundung arbeitest, ist ja schön für Dich, aber andere haben auch an ihrer Gesundung gearbeitet, so auch submarine mit seinen vielen Therapien und Klinikaufenthalten, und es war ihnen trotzdem nicht beschert, auf einen grünen Zweig zu kommen.

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

Benutzeravatar
Laura
Beiträge: 4454
Registriert: Sa 25. Sep 2004, 07:09

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon Laura » Fr 19. Feb 2010, 22:59

Was fordert submarine denn Deiner Meinung nach zu viel, elwand? Mir scheint, er möchte in derselben Situation sein wie Du! Nur ohne Betreuer. Der Hinweis auf den Sozialhilfeempfänger, der Bordellbesuche staatlich finanziert haben wollte, ist in diesem Zusammenhang mehr als panne.

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Fr 19. Feb 2010, 23:25

Sehr trotzig kommt mir das Ganze vor.
ist Trotz eine Straftat ? Eine Krankheit ? Oder nicht doch eher eine funktionale, für die Konstituierung des Ichs, der Grenzen und der Sprache sowie für die Interaktionsfähigkeit und Sozialisierung unumgängliche psychische Entwicklungsphase, ohne die eine Reifung bzw. gesunde Persönlichkeitsentfaltung unmöglich ist - bei jedem Menschen, auch bei dir ?
Du erwartest von Staat Geld und willst nix dafür tun.
Brille vergessen ? Erst lesen, dann schreiben.
Übrigens gibt es auch Jobs in denen man nicht mit vielen Menschen zu tun hat.
Eventuell auch von Zuhause aus.
Ich habe eine Menge Fähigkeiten, habe Hochbegabtenstipendien bekommen etc., man müsste mir nur eine Nische und etwas Zeit geben mich zu entfalten. Vielleicht würde ich dann aus eigener Kraft zumindest teilweise aus der staatlichen Unterstützung rauskommen, auf jeden Fall aber würde sich der Staat dadurch sehr viel Geld für sinnfreie Behandlung, Eingliederung und letztlich lebenslange Pflege (denn da würde ich sonst totsicher landen) sparen. Und deswegen hab ich das Thema hier geschrieben.

Worüber du hier schreibst weiß ich nicht, vermutlich über dich selbst oder deine Feierabend-Fantasien. Mach darüber aber dann bitte einen eigenen Thread auf, denn mit mir und meinem Topic hat das absolut nichts zu tun.

Benutzeravatar
Laura
Beiträge: 4454
Registriert: Sa 25. Sep 2004, 07:09

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon Laura » Fr 19. Feb 2010, 23:37

Hallo nija!

Meiner Meinung nach erwartet submarine nur, dass er nicht überlastet und überfordert wird. Damit erwartet er nicht "alles" und erlaubt sich auch nicht "alles", sondern lediglich das, was auch in der Psychiatrie gelehrt wird, nämlich sich selbst nicht zu überfordern und Schonung im Krankheitsfall zu genießen.

Mit der Stimmungsmache der F.D.P. bin ich paranoider als je zuvor, wie das mit der Sozialhilfe und den chronisch Kranken im Land weitergeht. Ich hab mich nun für einen ehrenamtlichen Job gemeldet und damit geht es mir jetzt psychisch erstmal besser. Ich hatte das sowieso schon seit längerer Zeit anvisiert und durch einen Zufall war ich dann vor Kurzem richtig angespornt, und zwar auf positive Weise. Was daraus wird und ob ich ihn packen werde, weiß ich aber nicht. Er fängt in drei Wochen an und ich hoffe auf das Beste. Ich leide allerdings auch nicht unter Sozialphobie. Doch ich kann mich schon sehr unwohl in Gruppen und Teams fühlen und bin froh, wenn ich die Freiheit habe, nach z. B. zwei Stunden auch wieder gehen zu dürfen. Mit dieser ehrenamtlichen Tätigkeit riskiere ich durchaus wieder meine Gesundheit und setze mich einem Psychoserisiko aus, wie all die Male zuvor mit meinen gescheiterten Arbeitsversuchen. Aber wenn ich erstmal nur einmal in der Woche was arbeite, dürfte das Risiko recht gering liegen. Und wenn es mit diesem Job für einen Tag in der Woche lange gut klappt, überlege ich mir jetzt schon, mir noch einen anderen ehrenamtlichen Job für einmal die Woche zu suchen. An mangelndem Willen liegt es bei mir also nicht, ich würde es sogar als Bereicherung empfinden, wenn ich irgendwo nützlich sein kann.

Im Herbst werde ich aber vielleicht in einer ähnlichen Situation wie submarine sein und zwar, dass ich selbst nach 30 Psychosen bisher noch nicht als dauerhaft erwerbsgemindert eingestuft worden bin. Da werden das Sozi und die Rentenkasse sich bemühen, mich an den jeweils anderen loszuwerden oder auch an die ARGE. Ich möchte mich hier und da nützlich machen, aber so, dass es mit meinem Nervenkostüm vereinbar ist. Es kann aber einen Kampf bedeuten, dies den Behörden begreiflich zu machen, die einen möglichst in eine Fünf-Tage-Woche stecken wollen. Für ein allzu strenges Alltagskorsett ist meine Kraft nun wirklich verbraucht. Das ist aber doch recht beliebig für einen Entscheidungsträger, wen er als zu krank und wen er als gesund genug einstufen will. Ich wirke äußerlich so fit und normal, dass ich schon seit geraumer Zeit auch von Ärzten in meiner Belastbarkeit und Lebensfreude überschätzt werde. Ich kann also verstehen, wenn da jemand wie submarine das Pech hat, dass er, nur weil er anscheinend nicht in das gängige Bild eines psychisch Kranken passt, überall auf Mauern stößt. Ein psychisch Kranker hat nicht zu erwarten und zu fordern? Nicht mal Lebensunterhalt bei Arbeitsunfähigkeit? Und wenn man vorher mit der Bittstellerei auch nicht zum Ziel kam?

Manch ein Sozialphobiker hat ja nicht nur mit sich das Problem, es nicht unter vielen Menschen auszuhalten, sondern auch, dass er wenn er das mal tun muss, einige Leute ihn wiederum nicht aushalten und ihm das Dabeisein somit erschweren. Hier im Forum geht das alles noch, aber wie soll das denn an einem Arbeitsplatz funktionieren? Und übrigens: Als ob die Job-Center so massig Jobs zu vergeben hätten....da besteht mehr Nachfrage nach Jobs als Angebote...da das aber nunmal so ist, warum sollen ausgerechnet chronisch Kranke dann unbedingt arbeiten?

Viele Grüße

Laura
Es ist o. k., wenn nicht alles supertoll ist. Wenn alles supertoll wäre, dann wäre alles nur noch o. k.

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Fr 19. Feb 2010, 23:46

@nija: Ich kann Deine Reaktion auf submarine leider überhaupt nicht verstehen. Wieso unterstellst Du Faulheit, wenn jemand, auch laut fachärztlicher Beurteilung, zu krank ist, um es lange unter Leuten auszuhalten? Das kurbelt nur die Negativspirale weiter an, durch die man zuerst krank und dann erwerbsunfähig wurde. Solche Äußerungen schüren nur zusätzlich die Ängste und das macht noch weniger arbeitsfähig.
genau so isses. Umso mehr, als ich dieser Art von Äußerungen bereits seit frühester Jugend durch mein verständnisloses Elternhaus massiv ausgesetzt war, und das prägt.
Hallo submarine!

Sollte Dir die ARGE etwas Kontraindiziertes aufdrücken wollen, kannst Du Dich immer noch krankschreiben lassen. Vielleicht lassen sie Dich dann für längere Zeit in Ruhe. Hast Du einen Schwerbehindertenausweis?
ich hatte 10 Jahre lang 80%, aber da ich dann erkannte dass ich durch die Behandlung in einen Kreislauf ohne Ausweg geschickt werde, habe ich eben versucht durch eigene Erwerbsarbeit und ohne Behandlung aus diesem Teufelskreis rauszukommen. Und dadurch entfiel dann auch der Behindertenstatus. Damals hätte ich mit Schwerbehinderung auf dem freien Arbeitsmarkt keinen Job bekommen und musste lügen um überhaupt eine Chance zu kriegen. Das war der einzige Weg der WfB und einer lebenslanger Betreuung und sinnlosen Medikamentierung mit immer höheren Dosierungen zu entfliehen. Außer Nebenwirkungen hatten dese Neuroleptika mir nichts gebracht, nichts an meinen Symptomen gebessert, nur geändert (aber nicht unbedingt zum positiven).

Um mich krankschreiben zu lassen müsste ich mich wieder behandeln lassen, aber inwieweit oder ob ich dann überhaupt krank geschrieben werde, ist freie Entscheidung des Arztes. Je mehr man mich unter Druck setzt und dafür sorgt, dass ich krank bleibe oder noch kränker werde, um so mehr Geld ist mit mir zu machen.
Ich war schon bei vielen Ärzten, aber was sie mir anbieten ist ebenso ein Knebelvertrag wie das was die ARGE macht. Eine realistische Chance dem Sklavenmarkt-Terror (egal ob Versklavung durch Jobcenter, durch WfB oder direkt durch Persönliches Budget) durch Krankschreibungen zu entgehen, haben meist nur Menschen die ein Vertrauensverhältnis zum Doktor und/oder Therapeuten herstellen können. Das ist Menschen mit schwersten sozialen Phobien aber leider grundsätzlich nicht möglich, sonst wären sie ja nicht elementar kontaktgestört. Solche Menschen wirken fordernd, trotzig, widersprüchlich, aggressiv oder herrisch auf andere, oder umgekehrt: Unnahbar, zerbrechlich, unsicher, weich, ängstlich. Und damit landen sie immer in der selben Falle und die Ärzte machen mit ihnen was sie wollen, genau we die SB´s in den Ämtern. Und letztlich auch wieder genau wie früher ihre Eltern, Geschwister, Klassenkameraden, Arbeitgeber, Kollegen usw. Somit wiederholt sich der Kreis ohne Ausweg, und jeder Ausbruchsversuch wird als "Krankheitssymptom" oder als "selber schuld" geahndet.

Das ist meine reale Lebenserfahrung. Es gibt für solche Menschen kein menschliches Vertrauen, das ist ja genau ihre "Krankheit", und deswegen hilft ihnen letztlich auch kein Arzt und keine Behandlung. Sie können sich, wenn sie intelligent genug sind, höchstens selber zu helfen versuchen, aber dafür bräuchten sie verständige Unterstützung. Und die scheint in unserem System einfach nirgends vorgesehen zu sein.

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Sa 20. Feb 2010, 00:05

Vielleicht ist submarine nur einfach kein typischer psychisch Kranker, der durch viele Demütigungen schon klein und demütig gemacht worden wäre. Eine psychische Erkrankung schließt selbstbewusstes Auftreten aber nicht zwingend aus.
selbstbewusstes Verhalten sieht anders aus. Leider spiegelt die kollektive Wahrnehmung hier die selbstprojektorische Blindheit bzw. unreflektierte Flüchtigkeit aller normalen Menschen, selbst Ärzte und Gutachter erliegen regelmäßig dieser naiven Wahrnehmung. Das nennt man "impressionistische Wahrnehmung".

Man erkennt nicht dass sich hinter meinem angeblich selbstbewussten Verhalten genau das andere Extrem verbirgt: Klein und demütig sein. Und zwar so extrem klein und demütig, dass man nur noch Objekt ist, und in eine Pose ausbrechen muss um nicht sämtliche Ichgrenzen zu verlieren und somit gewissermaßen autistisch zu bleiben, quasi hinter eine Stufe der Ichentwicklung zurückzufallen die man vor einer (oder vieler) Traumatisierung(en) schon mal hatte. Das Hirn entwickelt sich aber nicht rückwärts, daher erzeugt das permanente Wegbrechen und Neubilden der Ichgrenzen eine unerträgliche Spannung, und die äußert sich natürlich im Sprach- und Sozialverhalten, das im Sinne einer zwanghaften Satellitenstruktur permanent simuliert und aufrechterhalten werden muss.

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Sa 20. Feb 2010, 00:07

wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?
Schon das alleine zeigt mir, was dahinter steckt.
Nämlich gut durchdacht das Leben "genießen" zu wollen. :-k :-k :-k
Wir alle sind dabei die Deppen- eben weil wir arbeiten.
Ich bemühe mich auch jeden Tag und habe aktiv an meiner Gesundung zu arbeiten.
Ich empfinde das als Hohn.
ich werde mich zu diesen permanenten Beleidigungen nicht mehr äußern und nija auf "ignore" setzen.

submarine
Beiträge: 233
Registriert: Di 19. Jan 2010, 23:34

Re: wie sabotiere ich Eingliederung in den Sklavenmarkt ?

Beitragvon submarine » Sa 20. Feb 2010, 00:20

Wenn er viele schlechte Erfahrungen gemacht hat, ist es doch nachvollziehbar, dass er sich bei bestimmten Themen sehr emotional ausdrückt.
richtig, mein Tonfall spiegelt meine Erfahrungen, die ich gerade zur Zeit wieder sehr intensiv machen muss, weil in den letzten Wochen unzählige Behördensachen zu erledigen hatte.

Unrichtig ist aber, dass ich mich "emotional ausdrücke", das kann ich nämlich gar nicht. Ist aber evtl. Definitionssache, vielleicht meinst du dasselbe wie ich.
Ich sehe es nicht so, dass ein chronisch kranker das Leben wirklich genießen kann, auch wenn er nicht arbeiten muss. Ein Sozialphobiker, der seine Ruhe haben will, ist doch im Grunde sehr isoliert, was für die meisten Menschen schlimm wäre, für einen Sozialphobiker aber vermutlich das kleinere Übel.
genau ! Wie schön dass es hier jemanden gibt, der nicht ausschließich von sich selbst auf andere schließt und außer tief beleidigende Selbstprojektionen und Unterstellungen nichts zu schreiben hat. Wenn deine Beträge hier nicht wären, hätte ich meine Postings hier bereits alle gelöscht, weil ich die Reaktionen der anderen einfach nur als eine Reihung von Schlägen ins Gesicht und als Verhonepipelung meines Threads empfunden habe.
Dass Du erfolgreich an Deiner Gesundung arbeitest, ist ja schön für Dich, aber andere haben auch an ihrer Gesundung gearbeitet, so auch submarine mit seinen vielen Therapien und Klinikaufenthalten, und es war ihnen trotzdem nicht beschert, auf einen grünen Zweig zu kommen.
richtig, wobei ich auch und gerade ohne Therapie und Klinik täglich an der Kontrollierung und Aufarbeitung meiner sog. "Krankheit" arbeite. Ich kann das nach all meinen Erfahrungen am besten allein machen, ich brauch schon seit Jahrzehnten weder Therapie noch Medikamente. Aber man lässt mich ja nicht. Wenn ich immer zusätzlich zu den ganzen psychischen Sachen meinen Lebensunterhalt verdienen muss, bleiben meine Fähigkeiten ungenützt, ich brenne langsam aber unweigerlich aus und werde zum sündhaft teuren Drehtürpatienten und schließlich zum Pflegefall bzw. Suizidenten. Und darum geht´s mir hier.


Zurück zu „Wiedereingliederung“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast