Wer könnte uns einen Rat geben?

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alika
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Wer könnte uns einen Rat geben?

Beitragvon alika » Fr 29. Sep 2006, 12:28

Hallo,

mein Name ist Alika und ich habe einen 17jährigen Sohn der uns extreme Sorgen macht.

Ich bin in zweiter Ehe verheiratet und trennte mich von den leiblichen Vater meines Sohnes als er 10 Jahre alt war.
Der leibliche Vater hat damals den Kontakt zu seinem Sohn völlig abgebrochen. Die Gründe sind nicht bekannt.

Mein Sohn hat niemals mehr über seinen Vater gesprochen, verhielt sich aber oft recht merkwürdig und wurde in den vergangenen Jahren zunehmend auffällig. Er verstößt auch teilweise gegen die öffentlichen Gesetze und wurde bereits gerichtlich zu Jugendarrest verurteilt.

Angebote unsererseits durch Gespräche bei einer Familienberatungsstelle und auch Ansätze in einer Gesprächstherapie beim Kinder- und Jugendpsychiater hat er immer wieder abgebrochen, weil es ihm nichts bringen würde.

Es besteht allerdings der Verdacht, das er depressive Störungen hat und zeitweise an einem Realitätsverlust leidet.
Dies sollte in der Kinder- und Jugenpsychatrie abgeklärt werden. Da sich mein Sohn aber beständig weigert an einer solchen Maßnahme teilzunehmen sind uns allen die Hände gebunden.

Eine richterliche Einweisung ist, so wurde uns gesagt nicht möglich, weil die gesetzlichen Grundlagen (Eigen- oder Fremdgefährdung) fehlen.

Mein Sohn müsse freiwillig an einer Maßnahme teilnehmen. Ich habe aber das Gefühl, das er seinen Gesundheitszustand überhaupt nicht selber beurteilen kann und muss tatenlos zusehen, wie er immer weiter auffällig wird und zweitweise auch ein desorientiertes Leben führt.

Ich weiß wirklich nicht mehr weiter und würde mich über einen Austausch mit euch freuen. Vielleicht weiß auch jemand den einen oder anderen guten Rat!?

Liebe Grüße.

Chaos-Fee
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Beitragvon Chaos-Fee » Do 5. Okt 2006, 19:39

Hallo alika,

ich würde mal beim sozialpsychiatrischen Dienst um Hilfe bitten - die sind über die Gesundheitsämter zu erreichen. Dort kann man Dir auch sicherlich sagen, ob Du tatsächlich Deinen minderjährigen Sohn nicht ohne seine Zustimmung behandeln lassen kannst.

Wobei es auf jeden Fall so ist, dass man jemanden, der sich nicht helfen lassen will, auch nicht helfen kann.

Hat Dein Sohn jemanden außer Dir und Deinem Mann, dem er vertraut ? Oma/Opa oder jemand anderen, der mit ihm das Thema besprechen und ihm eindringlich machen kann, dass man bestimmte Sachen am besten in einer Klinik abklärt ?

Oder hat er soviel Vertrauen zu seinem Hausarzt, dass er Behandlungen, die dieser vorschlägt, auch durchzieht ?

Sorry - mehr Ideen habe ich leider nicht.

LG - Fee

Chaos-Fee
Beiträge: 18
Registriert: Di 6. Jun 2006, 20:35

Beitragvon Chaos-Fee » Fr 6. Okt 2006, 16:29

Hallo nochmal,

eins ist mir noch eingefallen - was ist mit seinen Freunden ? Gibt es jemanden darunter, der oder die schon erwachsen genug sind um die Situation zu verstehen und auf Deinen Sohn einzuwirken und ihn zu einer Behandlung - zumindest Abklärung - zu bewegen ?

LG - Fee

alika
Beiträge: 2
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Beitragvon alika » Fr 27. Okt 2006, 11:58

Danke für deine Antwort Chaos-Fee.
:)

Leider hat mein Sohn niemandem im Bekanntenkreis, der Zugang zu ihm hätte.

Seine Freunde sind leider noch nicht reif genug, das sie eindringlich mit ihm sprechen könnten. Es ist eher so, das hier jede Menge negatives Potenzial steckt, das meinen Sohn mitreißt.

Ich habe bisher schon alle Dienste in Anspruch genommen, die möglich sind und immer die gleichen Auskünfte erhalten.

Du hast schon recht, das man niemanden behandeln lassen kann, der dies ablehnt. Allerdings denke ich auch, das mein Sohn seinen Zustand überhaupt nicht real beurteilen kann. Er flüchtet sich in eine Scheinwelt, in der (fast) alles in Ordnung ist und schätzt seine Lage nicht realistisch ein.
Liebe Grüße von Alika


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