Gespräche in der Familie

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deepnight
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Gespräche in der Familie

Beitragvon deepnight » Di 17. Jan 2006, 18:32

Hallo,

es gibt Tage, da erzählt mein Sohn nur Psychotisches. Mindestens 2 x am Tag ruft er seine Omas an und erzählt ihnen von seinen Problemen, d.h. von seinen psychotischen Gedanken und Ängsten.

Nun haben wir in der Familie beschlossen, daß wir anders damit umgehen wollen. Ich suche einen Psychologen für ihn, mit dem er seine Probleme besprechen soll. Mit den Omas soll er reale Dinge besprechen. Wenn ihm kein Thema einfällt, soll er in einem Buch einen kurzen Text lesen, über den er sprechen kann oder er soll sich die Nachrichten anschauen, o.ä.. Wenn er anfängt, sie mit Psychotischem zuzutexten, wird das Gespräch konsequent beendet.

Auch sein Vater und ich wollen ihn viel mehr auffordern, über reale Dinge zu sprechen. Wenn er über nachvollziehbare Themen spricht, werden wir bewusst intensiv darauf eingehen. Bei psychotischen Inhalten werden wir ihn kurz korrigieren, wie wir das immer tun, aber es nicht austappen. Wir denken, es ist bei unserem Sohn wichtig, ihm auch mit seiner Psychose Grenzen zu setzen, weil er sonst alle verfügbaren Mitmenschen von morgens bis abends zutextet und sich völlig in seine Psychose hineinbegibt.

Hoffentlich findet sich rasch ein Psychologe für ihn, damit wir mal eine klarere Rollenverteilung hinbekommen.

Gruß, Helene
Jetzt und Hier

Annashe
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Beitragvon Annashe » So 22. Jan 2006, 20:19

Hallo Helene,
ich denke ihr macht das sehr gut. Wie alt ist denn euer Sohn. Unterstützen Euch die Großeltern? Sie müssen es auch nicht unbegingt ganz ingnorieren. Man kann auch sagen...du siehst und empfindest das so, aber ich nicht, ich sehe es so.... So merkt er, dass er ernstgenommen wird und erhält ein Feedback über eine nicht psychotische Sichtweise. So kann er sich selbst auch überprüfen.
Liebe Grüße
Annashe
"Die Welt ist außerhalb der Irrenhäuser nicht minder tollig als drinnen" (Hermann Hesse)


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