Elontril 300 mg bei PTBS

Dieses Forum beschäftigt sich speziell mit Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen von Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieverfahren (Einzel- und Gruppentherapie, körperorientierte Verfahren etc.), die in der Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt werden. Es sollen hier nur persönliche Erfahrungen wiedergegeben werden. Nutzen Sie den Raum für anschauliche Beschreibungen, denn das Thema Nebenwirkungen ist von besonderer Bedeutung.
mamschgerl
Beiträge: 1153
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Elontril 300 mg bei PTBS

Beitragvon mamschgerl » Fr 29. Apr 2016, 16:36

Diagnose PTBS mit schwerer Depression
anfangs citalopram 40 mg, dann venlafaxin 375mg, jetzt elontril 300 mg.
bin aggressiv ( allerdings kenne ich mich so...), launisch, unbeherrscht, ungeduldig, heule viel und ohne direkt ersichtlichen grund, habe wieder vermehrt panikattacken, heftige albträume, fühle mich wie unter drogen, wieder oft dissotiative phasen, gefühllosigkeit, desinteresse, realitätsverlust etc., etc.
muss aber dazu sagen, daß diese symptome vor einnahme von elontril wieder stärker wurden, daher der wechsel von venlafaxin zu elontril.
einnahmebeginn mit 150 mg vor ca. 8 wochen, 300 mg vor 2 wochen.
habe wieder chronische rückenschmerzen wegen bandscheibenvorfall, was venlafaxin ziemlich gut betäuben konnte, ebenso die migräneanfälle, die jetzt leider auch wieder ein thema sind.
mir scheint ziemlich deutlich zu sein, daß es ohne medikamente bei mir gar nicht mehr geht, da die nerven blank liegen in jeder hinsicht und nichts mehr ohne betäubung funktioniert, aber es reicht nicht zum leben. ( arbeiten, gesellschaftlich funktionieren, mitspielen....) . würde gerne weiterhin ohne alkohol ( seit 2 jahren keinen tropfen mehr...) und drogen ( seit 20 jahren nicht mehr ) irgendwie fortbestehen, daher empfinde ich eine geeignete medikamentation als die beste alternative.
hat irgendjemand eine idee, welche tabletten da vielleicht besser helfen? denn ich vermisse doch tatsächlich was, mein lächeln und meinen schwarzen humor, der mir immer geholfen hat, weiter zu machen, egal, was gerade wieder passiert war.
l.g. mamschgerl

Tom Sawyer
Beiträge: 69
Registriert: So 18. Okt 2015, 20:43

Re: Elontril 300 mg bei PTBS

Beitragvon Tom Sawyer » Sa 30. Apr 2016, 12:04

... fühle mich wie unter drogen ...
Liebe mamschgerl, Du stehst auch unter Drogen. Elontril ist ein Amphetamin, ein Dopamin-, Noradrenalin und in geringem Maß Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Die Wirkungsweise ist mit dem von Kokain identisch. Elontril ist ein synthetischer Kokainersatz in retardierter und legalisierter Form.

mamschgerl
Beiträge: 1153
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Elontril 300 mg bei PTBS

Beitragvon mamschgerl » Sa 30. Apr 2016, 19:49

hallo tom,
identisch würde ich nicht gerade behaupten ( habe über 10 jahre neben anderen drogen auch kokain genommen )
aber ein bischen stimmt es schon. was aber hauptsächlich auffällt, ist aggression und völlige teilnahmslosigkeit den gefühlen anderer gegenüber. mich nehme ich nicht so wichtig, doch sollte mein umfeld nicht immer unter mir zu leiden haben. ob meine partnerschaft noch lange standhält, bezweifele ich, aber mein sohn hat das nicht verdient.
gibt es denn kein medikament, das alles positive von gewissen drogen vereint?
gut gelaunt von dope, selbstbewusst und kreativ durch kokain, wach und konzentriert?
eigentlich will ich nicht unter drogen stehen, doch wen ich gar nichts nehme, überfällt mich die realität mit solch einer wucht, der ich nichts mehr entgegen zu zetzen habe. ich bin der typische junkie, der aber nie abhângig war.

Tom Sawyer
Beiträge: 69
Registriert: So 18. Okt 2015, 20:43

Re: Elontril 300 mg bei PTBS

Beitragvon Tom Sawyer » So 1. Mai 2016, 10:57

Hallo mamschgerl,

dass es sich nicht identisch anfühlt, ist klar. Man müsst es in Äquivalenzdosis und auf die selbe Weise konsumieren. Dann würdest vermutlich auch keinen relevanten Unterschied feststellen. Gibt Leute, die Elontril schnupfen, weil sie an was anderes nicht rankommen. Allerdings nicht zur Nachahmung empfohlen. Der Droge selbst wegen und der Füllstoffe der Pillen, die nicht dazu gedacht sind, sie sich durch die Schleimhäute zu ziehen.

Und diese Superpille wirds wohl nie geben. Schon deshalb nicht, weil alles was psychoaktiv wirkt, auch Toleranzen ausbildet, abhängig macht und Schäden hinterlässt. Man kann sich mit Psychopharmaka/Drogen bestenfalls kurzzeitig was verbessern, stimulieren, aufheitern, oder betäuben. Über lang machen sie alle nur Probleme, anstatt welche zu lösen. Gesund und unabhängig wirst Du nur durch Abstinenz. Dass Du momentan nicht auf Alk, Koks oder Dope bist, hat keine Bedeutung, solange Du mit anderen Stoffen substituierst. Du bist abhängig. Dein vorletzter Satz könnte typischer nicht sein und ich fürchte, mit dem letzten lügst Du Dir was in die Tasche.

mamschgerl
Beiträge: 1153
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Elontril 300 mg bei PTBS

Beitragvon mamschgerl » Mi 4. Mai 2016, 08:16

Hallo Tom,

ich gebe dir recht, ich bin abhângig. Ich weiß, daß ich Psychostimulanzien brauche, um das, was mein Problem ausmacht, soweit zu verdrängen, daß ich gesellschaftlich und berufsmäßig funktionieren kann.
Da ich von herkömmlichen Drogen aber nichts halte, weil sie letztendlich Kontrollverlust bedeuten, finde ich es schon gut, mich davon losgesagt zu haben.
Ja, ich brauche irgendetwas, was mich bestehen lässt, was meinen Ekel, meine Hilflosigkeit, meinen Zorn, meine Aggressionen, meine Panik und Angst, diese Aussichtslosigkeit und Sinnlosigkeit, meine fehlende Fähigkeit, Bindungen einzugehen und Gefühle im zwischenmenschlichen Bereich zu empfinden, was all das und vieles mehr einfach kleiner werden lässt, so klein und bedeutungslos, daß ich wieder den Alltag bewältigen kann.
Es ist leider Fakt, daß zu dem Ganzen einfach auch die Unfähigkeit, mit Vernunft und Wissen und klarem Verstand dem zu begegnen, hinzukommt.
Tja, nun meine Frage, was gibt es ausser Drogen, egal in welcher Form, ob legal oder illegal, um weiter zu bestehen?
Ich bin abhängig, wenn man dies mal als gegeben nimmt, bleibt nur die Frage, welche Droge lässt mich die Kontrolle behalten? Wunschdenken, ich weiß....

mamschgerl
Beiträge: 1153
Registriert: Mi 27. Apr 2016, 06:53

Re: Elontril 300 mg bei PTBS

Beitragvon mamschgerl » Mo 9. Mai 2016, 02:54

hallo zusammen,
sollte sich noch jemand hierher verirren...
hat noch jemand vielleicht erfahrung mit elontril? besonders mit höheren dosen als meine jetzige von 300 mg?
ich muss gestehen, daß die umstellung von venlafaxin, wie in den vorherigen beiträgen von mir bemerkt, auf elontril mit der psychiaterin, die für meine medikation zuständig ist, besprochen wurde. da venla nicht mehr zu helfen schien, wurde die umstellung beschlossen, auch, weil elontril bekannt dafür ist, den appetit einzudämmen. bedingt durch bandscheibenvorfall und den dazugehörigen schmerzen ( auch ausstrahlungen in andere körperregionen ) fiel es mir nicht so leicht, die übungen zur muskelstärkung durchzuführen, die auch zur gewichtsreduktion hätten führen können. die kilos wurden nun mal ganz schnell durch die medikamente und allem anderen sachen in den letzten beiden jahren doch etwas zuviel ( zunahme von ca. 50 kg ).
mir wurde schon adipositas bescheinigt, super, das hilft, doch diese ist leider hauptsächlich durch den psychischen zusammenbruch und dem jahrzehntelangen negativen dauerstress ( der aber durch viel arbeit, viel körperlicher und geistiger bewegung etwas kompensiert werden konnte und mich daher trotzdem rank und schlank bleiben
liess ) hervorgerufen wurde, dann kamen die medikamente dazu und bewegungsunfähigkeit aus diversen gründen.
elontril schien daher die beste alternative zu sein, zwei fliegen mit einer klappe sozusagen, doch herausgekommen ist lediglich die tatsache, daß die schmerzen wieder voll da sind und das gewicht auch bleibt. eigentlich wollte ich mehr antrieb, um den inneren schweinehund zu besiegen und damit auch den schmerzen die rote zunge zeigen kann, gewicht verliere, insgesamt agiler werde, wütender werde, denn wut ist mein lebenselexier ( das braucht jetzt niemand zu verstehen...).
tja nun, vielleicht hat jemand eine idee? und bitte, keine ratschläge wie regelmässig sport treiben, spazieren gehen, sich einem hobby widmen und dergleichen. zum einen war ich für sowas nie konsequent, ehrgeizig und zielbewusst genug und zum anderen bin ich nicht der typ mensch, der einem hobby mit dem eifer und der hingabe nachgehen könnte, daß ich ruhe und zerstreuung finden würde.
gibt es kombis, die mir helfen könnten? gibt es ad, die mir psychisch auf die beine helfen können und offlabel auch als appetitzügler eingesetzt werden?
ich bitte hier nicht um tips, an illegale drogen zu kommen. ich möchte nur irgendwie mich ohne dieses gewicht
( körperlich und seelisch ) bewegen können...


Zurück zu „Nebenwirkungen und unerwünschte Wirkungen“

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast