Negative Gedanken durch Medi?

Dieses Forum beschäftigt sich speziell mit Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen von Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieverfahren (Einzel- und Gruppentherapie, körperorientierte Verfahren etc.), die in der Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt werden. Es sollen hier nur persönliche Erfahrungen wiedergegeben werden. Nutzen Sie den Raum für anschauliche Beschreibungen, denn das Thema Nebenwirkungen ist von besonderer Bedeutung.
BettinaCH
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Negative Gedanken durch Medi?

Beitragvon BettinaCH » Do 27. Jan 2011, 15:14

Hallo zusammen

Ich wollte hier einmal fragen, ob auch schon jemand von euch erlebt hat, dass er/sie durch ein Medikament negative Gedanken, zB. in Form von Selbstschädigung, hatte?

Bei mir war es so: ich habe, für's bessere Ein- und Durchschlafen das Medikament "Trittico" bekommen. Weiss leider nicht ob es unter dem selben Namen in Deutschland erhältlich ist. Da das Medikament sehr müde macht wurde es bei mir nicht gegen die Depression eingesetzt, weil dafür die Dosierung viel zu tief gewesen wäre, ich hätte damit aber besser schlafen sollen. Leider ging bei mir der Schuss nach hinten los, gegen die Schlafprobleme hat es gar nicht geholfen, allerdings habe ich innert sehr kurzer Zeit negative Gedanken gehabt wie zb: Wenn ich einen Unfall mit dem Auto auf dem Arbeitsweg habe würde ich am liebsten Tot sein, dann würde die Chefin sicher nicht nerven weil ich "zu spät bin". Zudem war ich in der Zeit in den Ferien, ich hab eigentlich keine Flugangst usw, aber da hab ich gedacht "wenn das Flugzeug abstürzt müsste ich wenigstens nicht mehr arbeiten gehen.." oder, dass ich irgendwo runterspringen könnte um nicht mehr mit dieser Chefin zusammen arbeiten zu müssen. Ich hab mir in der Zeit auch "überlegt" mich selbst zu verletzen usw. obschon ich sowas sonst nicht machen würde. Diese Gedanken hatten immer nur mit der Chefin zu tun, denn sonst war/bin ich eigentlich zufrieden mit meinem Leben.

Ich habe danach das Medikament nach Rücksprache mit der Hausärztin abgesetzt und wir haben dafür Trimipramin eingesetzt, mit dem es nun einigermassen geht. Das war eine Zeit, die mich ziemlich schockiert hat, ich hätte nie gedacht, dass mich dieses Medikament in der niedrigen Dosierung so verändern könnte.

Würde mich freuen über einen Austausch mit euch

Liebe grüsse
Bettina

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Remedias
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Re: Negative Gedanken durch Medi?

Beitragvon Remedias » Do 27. Jan 2011, 18:47

Hallo BettinaCH,
deine Gedanken klingen sehr nach einem Burn-out, wo man sogar den Tod in Kauf nehmen würde, wenn man nur nicht mehr arbeiten gehen müßte. Aber wenn die Gedanken wieder weggegangen sind, kann es auch an dem Medikament gelegen haben. Trittico heißt in Deutschland Thombran und ist ein Antidepressivum, das müde machen soll.

liebe Grüße Remedias

Sepper
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Re: Negative Gedanken durch Medi?

Beitragvon Sepper » Mi 1. Mär 2017, 10:01

Ich hatte auch schlechte Gedanken durch Medi gehabt bevor ich diese Online-Apotheke https://pharmagut.com/ hatte. Und jetzt hat sich meine Meinung viel verbessert.
https://pharmagut.com/

Neupatbodsho
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Re: Negative Gedanken durch Medi?

Beitragvon Neupatbodsho » Di 7. Mär 2017, 13:30

Die negativen Gedanken die Du als unerwünschte Nebenwirkung aufführst, sind die eigentliche gewollte Wirkung. Wach auf, Neo, das war ja doch kein Traum.

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fluuu
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Re: Negative Gedanken durch Medi?

Beitragvon fluuu » Mi 22. Mär 2017, 22:50

Es ist gut möglich, dass Psychopharmaka die Gedanken erst sichtbar machen die sonst nur unbewusst ablaufen
und verdrängt werden, so eine Wahrheit kann sehr erschreckend sein und deshalb wach auf.
Wenn Du diese Gedanken bei der Autofahrt zur Arbeit hast kann die grundlegende Störung nicht so schlimm sein
denn ein psychisch kranker Mensch hat oft kein Auto, arbeitet in einer Förderstätte und hat sich an die Schlafstörungen gewöhnt.
gruß fluuu

kostenlose psychosoziale Online-Beratung
www.seelegut.de

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Remedias
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Re: Negative Gedanken durch Medi?

Beitragvon Remedias » Do 23. Mär 2017, 14:04

Wenn Du diese Gedanken bei der Autofahrt zur Arbeit hast kann die grundlegende Störung nicht so schlimm sein
denn ein psychisch kranker Mensch hat oft kein Auto, arbeitet in einer Förderstätte und hat sich an die Schlafstörungen gewöhnt.
Ja, oder er nimmt sein Auto und rast mal kurz in eine Menschenmenge....aber gemäß Fluuu hat der Mensch keine größere psychische Störung, weil er ja Auto fahren kann..... :roll:
an so etwas kann man das doch nicht festmachen!!!!
Es ist gut möglich, dass Psychopharmaka die Gedanken erst sichtbar machen die sonst nur unbewusst ablaufen
und verdrängt werden, so eine Wahrheit kann sehr erschreckend sein und deshalb wach auf.
Tun Psychopharmaka eher nicht, sondern deckeln das ganze. Nicht umsonst spricht man von der "Käseglocke".

Gruß Remedias

mamschgerl
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Re: Negative Gedanken durch Medi?

Beitragvon mamschgerl » Do 23. Mär 2017, 15:21

...ich fahre ein auto und ich fahre einen motorroller, arbeite nicht in einer förderstätte, hatte zuletzt eine führungsposition und habe mich trotz jahrzehnterlanger schlafstörungen nicht an dieselben gewöhnen können.
auch jetzt in meiner erwerbsunfähigkeit fahre ich weiterhin mit dem pkw und dem roller und die schlafstörungen machen mir immer noch zu schaffen.
bin ich jetzt also gar nicht psychisch krank?

eine stelle inne zu haben, bei der man täglich damit kämpfen muss, begegnungen mit einem menschen ertragen zu müssen, der einem übergeordnet ist, macht auf die dauer krank.
selbst mit allen argumenten, warum man eventuell diese stelle nicht aufgeben kann oder sollte, ist einem da nicht geholfen, wenn die unerträglichen umstände erstmal einzug in die psyche gefunden haben, ist da selten wieder was ins lot zu bringen, es bleibt einem nur die beendigung dieses arbeitsverhältnisses.
danach kann man sich überlegen, ob es an einem selbst oder an der chefetage lag, weshalb das alles psychisch nicht mehr zu ertragen war und dementsprechend seine konsequenzen daraus ziehen.
fakt scheint doch hier zu sein, ob durch medikamente oder nicht, daß die gedanken erstmal freien lauf nahmen und offenbarten, daß die situation auf eine völlige überforderung hinsteuert und dringend alternativen gesucht werden müssen.
und ja, medikamente können, da sie bei jedem unterschiedlich wirken, unter vielen anderen nebenwirkungen auch negative gedanken auslösen und sogar bis hin zum todeswunsch führen, was einem nüchtern vielleicht nie in den sinn gekommen wäre.
denn wenn die ängste mal unterdrückt werden, wird auch die angst vor einem suizid genommen, sei der grund dafür auch noch so haarsträubend.
schlafstörungen bekommt man in der regel nicht einfach so, oft liegen dahinter eben solche probleme, für die man keine lösung findet und sich dadurch in einer scheinbar auswegslosen, bedrückenden situation befindet.
es wäre hier zu klären, inwieweit die chefin darin involviert ist?
ist sie einfach ein miststück, nutzt sie ihre machtposition aus, macht sie einen gezielt fertig, sind es persönliche aversionen?
wenn hier die abgrenzung von angestelltem zum chef oder umgekehrt und der nötigen distanz nicht mehr eingehalten, die arbeit nicht mehr korrekt erledigt werden kann und persönliche empfindungen sich in schlafstörungen und nötiger medikamenteneinnahme verdeutlichen, sollte was unternommen werden.
es sollte auf keinen fall solange dauern, bis man einen zusammenbruch erleidet, von dem man sich eventuell nicht mehr so schnell erholen kann.
nicht einfach, aber zu lange in einer solchen situation verharren, bringt nichts gutes...
liebe grüße
mamschgerl


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