Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Dieses Forum beschäftigt sich speziell mit Nebenwirkungen bzw. unerwünschten Wirkungen von Medikamenten und nicht-medikamentösen Therapieverfahren (Einzel- und Gruppentherapie, körperorientierte Verfahren etc.), die in der Psychiatrie und Psychotherapie eingesetzt werden. Es sollen hier nur persönliche Erfahrungen wiedergegeben werden. Nutzen Sie den Raum für anschauliche Beschreibungen, denn das Thema Nebenwirkungen ist von besonderer Bedeutung.
Igelin
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Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Igelin » Do 19. Aug 2010, 01:54

Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie


Zur Zeit sitzen tausende von Bürgern in deutschen psychiatrischen und forsensischen Einrichtungen und werden unter Androhung von körperlicher Gewalt oder mittels körperlicher Gewalt gezwungen, gegen ihren erklärten Willen süchtigmachende und persönlichkeitsverändernde Psychopharmaka wie Neuroleptika einzunehmen.


Es ist durch wissenschaftliche Studien erwiesen, dass Neuroleptika - über längere Zeiträume eingenommen - die Lebenserwartung um bis zu 32 Jahre verringern.


Die psychiatrischen "Diagnosen", auf Grund derer Insassen von Psychiatrie und Forensik gezwungen werden Psychodrogen zu konsumieren, basieren nicht etwa auf exakten wissenschaftlichen Tests - wie man sie z.B. bei der Diagnose von Herz- oder sichtbaren Krankheiten verwendet - sondern auf reiner Willkür. Deshalb sind auch Ferndiagnosen und Gefälligkeitsgutachten möglich. Es gibt keinen Beweis für die Existenz von psychiatrischen Krankheiten oder Störungen.


Das bedeutet, wenn ein Psychiater meint, Sie haben eine schizoide Störung, dann haben Sie sie. Er kann diese "Diagnose" nicht beweisen. Es gibt keinen Test. Er braucht keinen Beweis. Es reicht, dass er eine Autorität auf dem Gebiet ist. Aber nun haben Sie den "schwarzen Peter", denn wie wollen Sie beweisen, dass Sie keine "schizoide Störung" haben? Das ist nun Ihr Problem.


Es werden also Menschen in den Psychiatrien gefangen gehalten, weil sie als "gestört" diagnostiziert wurden. Sie können nicht beweisen, das sie nicht "gestört" sind, denn die Autorität darüber, ob jemand gestört ist, ist der Psychiater. Die Psychiater geben offen zu, dass sie nicht wissen, woher "geistige Störungen" stammen die Annahme, von entarteten Genen ist ebenso nur eine unbewiesene These. Die Psychiater selbst sprechen auch nicht von Heilung, sondern von Compliance(Anpassung) und von Kolabrierung (anpassen an ein Normalmass) wobei sie selbst nicht sagen können, was "normal" ist. Das erinnert an eine Geschichte von Franz Kafka, ist aber bittere Realität.

Wenn Sie nun "gestört" sind, müssen Sie auch „behandelt“ werden. Das bedeutet in der "modernen" Psychiatrie, Sie erhalten Psychopharmaka. Die Nebenwirkungen sind vielfältig: sie können nicht mehr klar denken, haben Probleme beim Sprechen (das heißt, sie lallen), Ihr sexuelles Empfinden ist futsch, Sie haben einen solchen Heißhunger, dass Sie innerhalb weniger Wochen ohne weiteres 20kg zunehmen können, Sie haben "keine Empfindungen mehr", Sie können sich nicht mehr wehren, Sie können beim Lesen das Geschriebene nicht mehr geistig aufnehmen, Sie können nicht mehr stillsitzen, Sie bekommen eine Diabetis-Erkrankung, Ihr Körper zittert unkontrolliert, Sie haben Suizidgedanken....und mindestens 1000 Menschen nehmen sich pro Jahr durch Psychopharmaka das Leben.


Nun hat ein mutiger Menschenrechtsanwalt sich vorgenommen, die Frage, ob Psychiater ihren Patienten gegen Ihren Willen Psychopharmaka verabreichen dürfen und ob Gerichte den Psychiatriepatienten vorschreiben dürfen, dass sie nur dann freigelassen werden, wenn Sie sich verpflichten, weiterhin Psychopharmaka zu nehmen, vor das Bundesverfassunggericht zu bringen.


Und nachdem Sie nun gelesen haben, was es mit psychiatrischen "Diagnosen" auf sich hat, geht es auch um IHRE MENSCHENRECHTE, weil es wirklich JEDEN treffen kann.


Bitte helfen Sie uns, ein Rechtsstreit kostet Zeit, Nerven und Geld. Diese Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht kann für viele Menschen einen großen Unterschied bewirken. Mit einer kleinen (oder auch gern größeren) Spende auf das unten genannte Konto 1275444, BLZ 58560103 bei der Volksbank Trier.

eudora_4711
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon eudora_4711 » Do 19. Aug 2010, 13:43

Hallo Igelin,

es gibt sicher viele Missstände in der Psychiatrie und viele Medikamente, die trotz bekannter Nebenwirkungen leichtfertig verordnet werden, ohne die weniger nebenwirkungsbehafteten vorher in Erwägung zu ziehen und auszuprobieren.

Aber ICH WILL meine Medikamente nehmen, da ich meine Diagnose nachvollziehen kann und sehr unter meinen Symptomen leide, wenn ich die Medikamente nicht nehme. MEINE Medikamente (zugegeben hat es sehr lange gedauert, die richtigen herauszufinden, auch mit Kollateralschaden einer erneuten Psychose) verändern meine Persönlichkeit nicht, im Gegenteil, sie stellen sie wieder her. Meine KRANKHEIT verändert mich.

Außerdem hätte man mich trotz psychotischer Symptome (konnte keinen Gedanken mehr zu Ende bringen) auch wieder gehen lassen, da war ich baff, ich dachte, jetzt wird mir gleich mit Beschluss gedroht, falls ich nicht freiwillig bleibe.

Außerdem: wo haben Sie es her, dass mit Medikamenten die Lebenserwartung um bis zu 32 Jahre sinkt? Und was ist mit den Suiziden, die wegen nicht ausreichend behandelter Erkrankung begangen werden? Und mit mangelnder Krankheitseinsicht, weswegen Medikamente unter Zwang verabreicht werden. Was machen Sie mit den Menschen, die akut eigen- oder fremdgefährdend sind, darin aber gerade keine Einsichtsfähigkeit haben? Rumlaufen lassen, bis irgendwas passiert? - Da ist der Aufschrei dann aber auch groß.

Wenn man was für die Menschenrechte tun wollte, müsste man die Psychiatrie gleich mitreformieren und flächendeckend Soteria-Einrichtungen schaffen, in denen man den Patienten anheimstellt, ob sie Medikamente nehmen wollen und welche oder lieber so lange in der Klinik bleiben, bis das Gröbste auch so überstanden ist. Das würde ich sehr begrüßen, ließ sich aber bisher ja nicht durchsetzen wegen der Pharma-Lobby. Dann müsste man aber auch mit seinen Symptomen und immer wieder kehrenden Rückfällen klarkommen. Wenn einem das lieber ist...

Soviel von mir. Freue mich auf eine angeregte Diskussion.

Mit freundlichen Grüßen
Eudora

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Remedias
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Remedias » Di 26. Okt 2010, 18:22

Alles ist richtig und doch falsch; ich war froh, dass man mir geholfen hat, wenn ich durcheinander war. Aber oft hätte ich mir eine andere Hilfe gewünscht; weniger mit Psychopharmaka sondern mit Gesprächen. Meine Erfahrung ist, dass auf den geschlossenen oder offenen Stationen der Krankenhäuser immer Psychopharmaka gegeben werden, denn wer dort landet, ist auch richtig krank; einen Schnupfen behandelt man auch nicht in der Klinik. Bei Tageskliniken und ambulanten Ärzten sind die Medikamente eher verhandelbar.
Ich habe auch Zwangseinweisungen später als Ausdruck der Sorge sehen können, wenn es mir wieder besser ging.
Aber auf psychose oder in einer tiefen Depression erkannte ich das nicht.
Psychopharmaka machen oft einfach den weg frei für ein vernünftiges Gespräch.
Wo ich dir wieder recht gebe, ist die Frage des Absetzens, da würde ich mir von den ärzten mehr Mut wünschen.
liebe Grüße Remedias

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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon sky » Di 26. Okt 2010, 19:44

hallo igelin,

in einem punkt stimme ich dir zu :
man sollte die, die nicht willens sind, sich behandeln zu lassen, doch gleich ins gefängnis stecken und dort verwahren, anstatt daß sie anderen die therapieplätze wegnehmen.
manchmal ist es wirklich verlorene liebesmüh.

achja, ich hätte da auch noch eine kontonummer... :mrgreen:

viele grüße, sky
Forum + Chat auf psychosomatik-austausch . de > Schreiberlinge herzlich willkommen !

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Rank
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Rank » Di 26. Okt 2010, 20:21

:cool: Naja in der Florenzik sind die Klienten sicher nicht freiwillig, aber sie haben den weg der Therapie gewählt weil es im Bau eben sehr zu gehen kann, da würde ich auch in die florenzig gehen, denn sonst wäre ich kaputt :D

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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon 5D-Cube » Sa 21. Sep 2013, 23:29

Rank, Du hast offensichtlich den Beitrag der Threadstarterin nicht gelesen.

Forensik vereint die Nachteile von Knast und Psychiatrie,

so ist es.
Ich betreibe eine Gruppe zum Thema Patientenverfügung auf facebook:http://www.facebook.com/pages/Vorlagen- ... 76?fref=ts
Dazugehöriger accounthttp://www.facebook.com/schutzvor.zwang

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fluuu
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon fluuu » Di 24. Sep 2013, 12:02

Nein, das ist die pessimistische Sicht, die optimistische für einen psychisch kranken Straftäter ist,
dass er in der Forensik Therapien erleben kann die es im Knast nicht gibt.

@5D-Cube, Du gibst Dich hier im Forum als äußerst destruktiv, machst schlecht und schimpfst.
In Deiner Haut möchte ich um nichts in der Welt stecken, so unglücklich und unzufrieden.
gruß fluuu

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Remedias
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Remedias » Di 24. Sep 2013, 13:30

He, Fluuu,
@5D-Cube, Du gibst Dich hier im Forum als äußerst destruktiv, machst schlecht und schimpfst.
In Deiner Haut möchte ich um nichts in der Welt stecken, so unglücklich und unzufrieden.
das empfinde ich nicht so krass. Außer der empfehlung, illegale Drogen zu nehmen. :???: was ich sehr kritisch sehe.
Florenzik
den verschreiber finde ich klasse, denke sofort an etwas hübsches, "blühende Landschaften " und so. :mrgreen:

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fluuu
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon fluuu » Do 26. Sep 2013, 10:36

Es sind nicht nur illegale Drogen weil sie illegal sind verwerflich, alle Suchtmittel um durch
den Alltag zu kommen sind fragwürdig, auch Psychose kann zur Sucht werden denn man
muss die Realität nicht wahrnehmen und kann so schön irreal phantasieren.
Nur tragen alle diese Abhängigkeiten nicht zur selbstständigen Lebensbewältigung bei,
es ist Hilfe von außen nötig und das führt zu neuen Abhängigkeiten, eine
Abwärtsspirale der Unmündigkeit. Die klassischen Patienten auf Station in der Psychiatrie.
gruß fluuu

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Feuerchen
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Feuerchen » Do 26. Sep 2013, 17:47

Ha ha.... Ironie

Wenn man eine Psychose immer steuern könnte, dann gäbs keine Psychosekranke.... #-o

Mavros
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Mavros » Do 26. Sep 2013, 20:06

Das Problem Vieler ist, dass sie gar nicht steuern wollen. Psychose ist kein Lebenslänglich, es gibt genügend Stabilisierungs- und Entspannungsverfahren, die den Weg für weitere therapeutische Maßnahmen öffnen. Die Medikamenteneinnahme oder unpassende Therapiemaßnahmen verhindern diesen Weg.

Das Selbsthilfeforum kann auch zur Sackgasse werden, hier kann man sich über negative Erfahrungen über Jahrzehnte hinweg austauschen, im gewissen Sinne "beruhigt sein", dass man mit all dem nicht allein ist, und durch diesen scheinbaren Erfolg den eigentlichen Handlungsbedarf verdrängen. Und wenn man begreifen würde, dass allein eigene Denkprozesse die Wiege der Psychose und nicht im Entferntestem eine Absolution sind, von der Andere zu überzeugen wären, wäre man auf dem besten Weg aus der Psychose heraus.

Egal ob bei exogener oder endogener Psychose - die Einnahme von Chemieerzeugnissen ist in beiden Fällen geradezu fatal, weil Intoxikation den Effekt der kognitiven Starre nur verstärkt.

Milliardengeschäft mit Antidepressiva-

http://de.nachrichten.yahoo.com/blogs/n ... 24718.html

http://de.cchr.org/quick-facts/psychiat ... fects.html

Neuroleptika - Nebenwirkungen-

http://www.psychiatrie-erfahrene-nrw.de ... 285%29.pdf

http://www.n-tv.de/wissen/Die-graue-Sub ... 08182.html

Leider passt es so oft zum Bild der Symptomatik - man geht aus der Praxis mit einem Päckchen den Körper- und Geist schädigenden Substanz nach Hause, die Aktion wird von einem Gefühl der Erleichterung begleitet, da der Arzt meist beruhigende Worte bei der Übergabe des Medikaments fand, jedoch steht anhand von Ergebnissen diverser Studien fest, dass der Einsatz von Psychopharmaka eine Hinderung im Prozess der Psychotherapie darstellt.

Nicht die Psychose erzeugt den Leidensdruck, sondern das Leid, das einem begegnet, wenn man den falschen Weg eingeschlagen hat. Und dieses Leiden hat allein eine Funktion - den Irrtum und die Notwendigkeit da eine Bremse zu ziehen aufzuzeigen.

Ein weiteres Problem und Hürde zum Überwinden ist der Krankheitsgewinn. Wenn der eigene Zustand zum Lebensinhalt wird, wenn man ihn aus Angst in ein Loch aus Nichts zu fallen und im sozialen Umfeld nicht mehr der bislang bemitleidete Mittelpunkt zu sein, nicht aufgeben will, schlüpft man in eine Opferrolle, die meist eine sich intensivierende Tendenz hat, irgendwann ist jedes Symptom willkommen. Ganz klar aber ist, dass man schlecht ein Opfer der eigenen Denkmuster oder Unfähigkeiten sein kann, weil man sie selbst entwickelt hat. Ohne diese Einsicht ist vermutlich nichts steuerbar.

Liebe Grüße
Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

Dr. med. Michael Depner - seele-und-gesundheit.de

cake
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon cake » Do 26. Sep 2013, 23:12

Es gibt die mentale Kraftlosigkeit- der Moment, der in ein " Nichts" führt. Das hat jeder schon mal mehr oder weniger intensiv erlebt.
Wenn dies alles gegen 0 läuft und man dann des " normalen" Denkens nicht mehr fähig ist, dann kann man von "aussen / innen "auch nicht mehr agieren.
Da scheint das Denken gefangen- oder wie oft kennt man es, sich in eine Idee- oder in eine Freundschaft oder auch Liebe verrannt zu haben.
Man ist zunächst wie gelähmt- das passiert.


Klar ist, dass man sich aus diesem Zustand erst befreien muß.
Da helfen Medikamente für den Anfang- um dem Kopf mal wieder Luft zu machen. (Das sag ich, weil es mir half- natürlich zeitgleich mit einer Therapie.)
Auch der angespannte Körper macht Denkblockaden.

Dann aber sollte das " Steuern" und das Ziel jedes Einzelnen sein, sich aus der " Opferrolle" zu befreien.
Das ist Richtig.

Das Selbsthilfeforum kann auch zur Sackgasse werden, hier kann man sich über negative Erfahrungen über Jahrzehnte hinweg austauschen,
Dazu gibt es auch manche Foren, die eben versuchen nicht immer die Krankheit und die Medikamente in Vordergrund zu stellen- sondern in der Tat auch mal mit Humor und Spielen - das Thema woanderst hinzulenken.
Es gibt viele Themen.
Auch sehr ernsthafte.

Und zudem habe ich die Erfahrung gemacht, dass man sich eben findet- und sich dann wichtig wird.
Auch das ist eine schöne Erfahrung-ich möchte dies nicht missen. Es ist eine Bereicherung und soll auch ehrliche Hilfe sein.
Man mag sich dann ja auch. Und das Wichtigste ist- Vertrauen lernen- kann man das lernen oder bleibt da immer ein negatives Gefühl? Auch schade-
aber man spürt das. Ist auch wichtig.


Und man darf sich auch mal real treffen- .
Nun texte ich mal das Ganze- was ich für mich als menschenliebend empfinde.
Hier der Text:
Zwei Männer lagen zusammen in einem Zimmer im Krankenhaus.

(04.08.2013) "Der eine Mann durfte jeden Nachmittag eine Stunde in seinem Bett sitzen, um die Flüssigkeit in der Lunge abzuleiten. Sein Bett war direkt am einzigen Fenster des Raumes.
Der andere Man musste die ganze Zeit flach auf dem Rücken liegen.
Die Männer unterhielten sich stundenlang.
Sie erzählten sich von ihren Frauen und Familien, ihrem Zuhause, ihrem Militärdienst, wo sie im Urlaub waren usw.

Jeden Nachmittag, wenn der Mann am Fenster aufsitzen konnte, verbrachte er die Zeit damit, seinem Bettnachbarn all die Dinge zu beschreiben, die er draussen sah.
Der Mann im anderen Bett, fing an, für diese eine Stunde zu leben, wo sich seine Welt erweiterte und das Leben und die Farben da draussen ihn belebten.

Aus dem Fenster sah man einen Park mit einem schönen See.
Enten und Schwäne spielten auf dem Wasser und Kinder segelten mit ihren Modellschiffen.
Frischverliebte spazierten Arm in Arm inmitten von Blumen aller Farben und in der Ferne hatte man eine gute Sicht auf die Stadt.

Wenn der Mann am Fenster all diese Details beschrieb, schloss der andere Mann seine Augen und stellte sich diese bildhafte Szenerie in seinem Inneren vor.
Eines warmen Nachmittages, beschrieb der Mann eine vorbeiziehende Parade.
Und obwohl der andere Mann die Kapelle nicht hören konnte, sah er es dennoch vor seinem inneren Auge, was der Mann am Fenster bildhaft beschrieb.
Tage, Wochen und Monate vergingen.

Eines Morgens, als die Schwester zum Waschen hinein kam, fand sie den leblosen Körper des Mannes am Fenster, - er war ganz friedlich eingeschlafen.
Sie war bestürzt und rief das Pflegepersonal, um den Leichnam abholen zu lassen.

Sobald es angemessen erschien, fragte der andere Mann, ob es möglich war, ans Fenster umzuziehen.
Die Krankenschwester war glücklich, ihm dies zu ermöglichen und nachdem sie ihn gut gelagert hatte, ließ sie ihn allein.

Sehr langsam und unter Schmerzen, zog er sich hoch und stütze sich auf seine Ellbogen, um einen ersten Blick der wirklichen Welt da draußen zu erhaschen.
Doch er blickte auf eine kahle Mauer.

Der Mann fragte die Schwester, was den verstorbenen Bettnachbarn veranlasst haben könnte, solch wunderschönen Dinge draussen zu beschreiben.

Sie erzählte, dass der Verstorbene blind gewesen sei und die Wand überhaupt nicht sehen konnte. Sie sagte: „Vielleicht wollte er Sie ermuntern“.

Nachwort:
Es bedeutet riesiges Glück, andere glücklich zu machen, ungeachtet seiner eigenen Situation.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, aber geteilte Freude ist doppelte Freude.
Wenn du dich reich fühlen möchtest, zähl all die Dinge auf, die du hast und die du nicht mit Geld kaufen kannst. Jeder Tag ist ein Geschenk – mach was draus!"


Quelle:
(übersetzt von Sandra Tamms für http://www.facebook.com/BeEmotionalTouched)
Ein Kompromiß, das ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, daß jeder meint, er habe das größte Stück bekommen. (Ludwig Erhard)

http://angstfrei.plusbb.org/forum.php
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Mavros
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Mavros » Fr 27. Sep 2013, 11:29

"Mach was daraus"
Bekanntlich führt eine Flucht in künftige Szenarien und Gefühle, die sich auf ein Nicht-existierendes beziehen, in reaktive Depression und andere psychisches Störungen. Aus der vermeintlichen Verpflichtung dazu, sich das irdische Glück zugänglich zu machen, entsteht ein enormer Druck. Schafft man es nicht - und ohne Verdrängung oder Verleugnung der Tatsachen kann man das schwer realisieren -, wird auf ähnliche Vorgaben das Gefühl versagt zu haben, folgen. Aus diesem Grund verschiebe ich belehrende Texte wie den zitierten in den Bereich des double-bind.
Wenn du dich reich fühlen möchtest, zähl all die Dinge auf, die du hast und die du nicht mit Geld kaufen kannst.
Reich und Arm sind zwei Pole, die nicht hilfreich sind auf der Suche nach einer Problemlösung. Der Erste schürt die Angst vor dem Zweiten, und der Zweite steht für die Qual der Entbehrung. Die Grundlage dieses Polarisierens bildet der Vergleich und das Konkurrenzdenken, das sind aus der psychologischen pathologische Denkweisen. Den Weg vom Haben zum Sein hat beispielsweise Erich Fromm in einem seinem gleichnamigen Klassiker beschrieben.
Da helfen Medikamente für den Anfang- um dem Kopf mal wieder Luft zu machen.
Die Wirkung kann kaum den Placebo-Effekt übersteigen. Bei Studien ist darauf zu achten, wer sie durchführt, und darüber hinaus wird selbst durch Pharma nicht dementiert, dass Psychopharmaka nicht nach dem Kriterium der Wirksamkeit (schwer nachzuweisen), sondern nach der Voraussetzung ihrer Durchsetzungsfähigkeit auf dem Markt zugelassen werden.

http://www.arzneitelegramm.de/html/2008 ... 28_01.html

Was tatsächlich eine Wirkung erzielt, ist die vermeintliche Sicherheit, die aus der Einstellung der Ärzte hervorgeht. Wenn der Arzt das Mittel verschreibt und sagt, dass dies helfen wird, stellt sich sicher für Manche ein ähnliches Gefühl ein wie wenn die Mama eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen hat. Am Ende war immer alles gut. Nur stehen am Ende der Einnahme von Psychopharmaka eher Organschäden und funktionelle Störungen.

Liebe Grüße
Mavros
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

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Feuerchen
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Feuerchen » Fr 27. Sep 2013, 14:45

Ich empfinde die Beiträge als zynisch!

Es mag Deine Ansicht nach wie ein Placebo sein. Aber ich frage mich, ob Du so eine Krankheit selber mal überstanden hast?

Ich wohl! Ich weiß wovon ich rede und lebe nicht nur in der Theorie.


Und ich kann wie Cake bestätigen, daß es sehr wohl eine Hilfe ist, Medikamente zu nehmen. Es ist wie bei einem Beinbruch. Da bekommst ja auch eine Schiene, und ne Krücke zum Einsatz... Warum sollte das nicht auch im psychischen Bereich möglich sein?

Und reich und arm sind zwei Pole, die nicht hilfreich sind bei der Problemlösung. Auch da widerspreche ich eindeutig.
Es kann sehr wohl hilfreich sein, sich der Pole bewußt zu machen, denn dann erkennt man wo man steht und daß man z.b. reicher ist, als man gedacht hat. Das ist hilfreich. Zum einen, weil ich entweder etwas akzeptieren kann, was ich vorher abegelehnt habe. (glaube an Armut, die gar nicht so ausgeprägt ist) oder ich erkenne, daß ich etwas verändern muß. Durch den Blick auf die Pole wie du sie nennst, schult ich die Wahrnehmung und mein Bewußtsein.! Und wenn das nicht wichtig ist, sein Bewußtsein zu schulen, dann weiß ich auch nicht, was überhaupt noch wichtig ist.
Das Problem Vieler ist, dass sie gar nicht steuern wollen. Psychose ist kein Lebenslänglich, es gibt genügend Stabilisierungs- und Entspannungsverfahren, die den Weg für weitere therapeutische Maßnahmen öffnen. Die Medikamenteneinnahme oder unpassende Therapiemaßnahmen verhindern diesen Weg.
Der erste Satz, empfinde ich als Unterstellung. - vielleicht können sie auch wirklich nicht? Weißt du das?

Den zweiten Satz Psychose ist kein lebenslänglich! Das sehe ich auch so. Es muß nicht sein. Es mag Stabilisierungsmaßnahmen und Entspannungsverfahren geben. - Das ist richtig. Aber ob Du deswegen eine Psychose ganz wegbekommst, ist auch fraglich. Die Medikamenteneinnahme verhindern diesen Weg.... Deine Meinung? -Worauf begründet sie sich?

Unpassende Therapiemaßnahmen verhindern diesen Weg. Was sind denn Deiner Meinung nach passende Therapiemaßnahmen?... Du kannst das doch nicht so pauschal sagen!... Jeder Mensch reagiert doch anders, weil jeder individuell und einzigartig ist, deshalb muß man vielleicht auch ausprobieren, was hilft. Das ist in der konservativen Medizin nicht anders!

Meine Meinung zu dem Thema.

Freundliche Grüße
Feuerchen

Mavros
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Re: Eine Chance für die Menschenrechte in der Psychiatrie

Beitragvon Mavros » Fr 27. Sep 2013, 18:22

Ich empfinde die Beiträge als zynisch!

Es mag Deine Ansicht nach wie ein Placebo sein.
Allein anhand der wenigen Artikel, die ich verlinkt habe, kann man sich einen besseren Überblick verschaffen. Entschuldige, aber wer sich weigert sich über die grundsätzlichen Fakten in Bezug auf den Konsum von Psychopharmaka zu informieren, kann bei dem Thema schlicht nicht mitreden, bzw. wird im Kreis seiner Fragen hin und her schwenken ohne eine zufriedenstellende Antwort zu finden. Die Ursache der eigenen Verwirrung kann man in dem Fall definitiv nicht beim Kommunikationspartner suchen.
Aber ich frage mich, ob Du so eine Krankheit selber mal überstanden hast?

Ich wohl! Ich weiß wovon ich rede und lebe nicht nur in der Theorie.
Da kann man mit gutem Gewissen den Spieß umdrehen, wie es heißt. In Wirklichkeit ergibt sich aus einer psychischen Störung heraus eine ideologisch veränderte (verzerrte) Wahrnehmung. Du kannst das überall nachgoogeln, das ist nicht meine Ansicht. Und das bedeutet, dass das Denken in abweichenden Parametern die Theorie und das Leben selbst eine Praxis ist. In der Psychotherapie könntest du lernen das zu verstehen. Anhand der Bekämpfung der Symptomatik hast du aber womöglich keinen Anreiz dazu, was nicht bedeutet, dass die Ursache deiner Störung durch das Einwirken von chemischen Substanzen aufgehoben ist.

Außerdem heißt es für Viele, um späteren Therapieresistenzen vorzubeugen, sich zunächst mit diesem Thema auseinander zu setzen -

http://www.pflegewiki.de/wiki/Krankheitsgewinn
Unpassende Therapiemaßnahmen verhindern diesen Weg.
Was sind denn Deiner Meinung nach passende Therapiemaßnahmen?... Du kannst das doch nicht so pauschal sagen!... Jeder Mensch reagiert doch anders, weil jeder individuell und einzigartig ist, deshalb muß man vielleicht auch ausprobieren, was hilft.

Ich habe eine auf das Individuum zugeschnittene und seinem Entwicklungsstand angepasste Methode gemeint, da sehe ich keine Pauschalurteile dabei. Du siehst ja, manchmal malt man den Teufel an die Wand, mit welcher Absicht, kannst du dich selbst fragen, das ist sicher eine gute Übung in der Ertragsamkeit und der Akzeptanz von Mehrdeutigkeiten.

Bei jeder Empörung gilt - genau das, was Missmut verursacht, steht für eine der eigenen verborgenen Ursachen der Angst. Das kann ich auch anders zum Ausdruck bringen, wo du Zynismus siehst, hast du ihn selbst ins Spiel gebracht. Für die meisten Menschen ist Zynismus negativ belegt, in Wirklichkeit ist aber das nur die Angst vor der eigenen Feindseligkeit sich selbst gegenüber. Denn selbst ausgesprochen zynische Texte kann man wohlwollend und mit Humor aufnehmen, der Fähigkeit geht aber in den meisten Fällen ein Übungsweg bevor, und zwar einer, der nicht das Bewusstsein betrifft, sondern

das eigene (möglichst) :wink: Ego.

Gruß
"Die Deutung des Unangenehmen als Machenschaft der Außenwelt macht aus dem Unangenommenen etwas Unannehmbares."

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